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Farbe gegen rechtsoffenen Buchladen

By chronik on January 9, 2016

164877Eisenach, 9. Januar 2016

Unbekannte besprühten den Eingang von Jens Eberitzsch‘ Buchladen am Johannisplatz mit roter Farbe. Feinde im linken Milieu? Jens Eberitzsch ist sauer. In der Nacht zum Samstag haben bislang unbekannte Täter die Tür seines Buchladens am Johannisplatz 9 mit roter Farbe besprüht. Schrift oder Symbole sind nicht zu erkennen, der Hintergrund ist unklar, die Täter unbekannt. Eberitzsch und sein Vermieter haben Anzeige erstattet, die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Hat die Tat einen politischen Hintergrund?

Denkbar wäre es zumindest, weiß der Buchhändler aus seiner Erfahrung. Kritik aus einschlägigen linken Kreisen handelte er sich beispielsweise mit dem Vertrieb der Compact-Zeitschrift des umstrittenen Publizisten Jürgen Elsässer ein. Elsässer werden rechtspopulistische, antiamerikanische und verschwörungstheoretische Tendenzen vorgeworfen.

Dabei finden sich im Blätterwald der Bücherstube die Junge Welt genauso wie Zitate Gregor Gysis. Doch Bücher, Zeitungen und ein offener Diskurs über verschiedene Meinungen sind nicht die Sache der Radikalen – egal, ob links oder rechts, meint Jens Eberitzsch.

Kritik aus dem linken Milieu

Als Eberitzsch Jürgen Elsässer für einen Vortrag nach Eisenach einlud, hatte er es sich bei den Linken wohl endgültig verscherzt. Eine Folgeveranstaltung musste vergangenes Jahr wegen einer Droh-E-Mail ausfallen. Der Inhaber des Veranstaltungsortes, den der Buchhändler anmieten wollte, bekam kalte Füße. Auch Eberitzsch war die derart kontroverse politische Veranstaltung schließlich zu heiß.

In der E-Mail von einem Absender des Eisenacher Ablegers der Thüringer Linksjugend „Solid“ kritisieren die anonymen Verfasser die Veranstaltung. „Wir fordern Sie auf, Jürgen Elsässer keine Bühne zu bieten und die Veranstaltung abzusagen. Ihre Antwort erwarten wir bis Mittwoch“, hieß es in der E-Mail. Wer Absender der Mail ist, blieb bis heute unklar.

Auch Eberitzsch‘ jüngste Wortmeldung auf Facebook, auf Kundenwunsch die kommentierte Fassung von Hitlers „Mein Kampf“ zu bestellen, dürfte Widerspruch hervorgerufen haben. Derzeit ermittelt die Polizei, Ergebnisse gibt es noch nicht.

Quelle:  Thüringer Allgemeine

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