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Farbe gegen Kriegerdenkmäler

By chronik on November 21, 2020

Hamburg, 21. November 2020

Im Nachgang des diesjährigen “Volkstrauertags” (15.11.20) haben wir in Hamburg-Marienthal zwei Kriegerdenkmäler farblich aufgefrischt.

Jedes Jahr die gleiche, deutsche Scheiße. Am “Volkstrauertag” versammeln sich bundesweit Politiker*innen, Soldat*innen und Neonazis vor Kriegerdenkmälern, um den “Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft” zu gedenken. Die inhaltsleere Erinnerungsformel vereint alle Toten aus zwei, von Deutschland begonnenen Weltkriegen. Dadurch werden französische Zivilist*innen, die im Ersten Weltkrieg von deutschen Soldaten ermordet wurden, mit ihrern Mörden auf eine Stufe gestellt. NS-Verfolgte gelten in dieser undifferenzierten Lesart ebenso als Opfer, wie die deutschen Massenmörder der Wehrmacht und Waffen-SS. Die Universalisierung des Opferstatus impliziert die Abwehr deutscher Schuld. So können sich alle als Opfer “des” Krieges fühlen und einen positiven Bezug auf die deutsche Nation bewahren. Bis heute beweinen die Deutschen vor revisionistischen Kriegsklötzen “ihre” Toten und zelebrieren jährlich im November einen nationalen Opfergang.

Zwei dieser in Stein gemeißelten, nationalistischen Opferstätten stehen in Hamburg-Marienthal (Bezirk Wandsbek), in der gleichlautenden Straße “Am Husarendenkmal”. Die Kriegerdenkmäler erinnern an das Husarenregiment Nr. 15, einer Kavallerie-Einheit der preußischen Armee, die 1871 nach Wandsbek verlegt wurde und ab 1914 am deutschen Angriffskrieg auf Frankreich und Russland beteiligt war. Nach der deutschen Niederlage 1918 und der anschließenden Auflösung des Regiments 1919 schlossen sich viele völkisch-nationale Husaren den paramilitärischen und extrem rechten Freikorps an. 1923 wurde ein erster Gedenkstein mit den Namen von 95 toten Regimentssoldaten eingeweiht.

1938 wurde der Stein um ein zweites, martialisches Denkmal ergänzt. Die Bronzestatue “Der Meldereiter”, vom NS-Bildhauer Johann Jaenichen entworfen, diente dem Husarenbund fortan als weitere Anlaufstelle seiner revanchistischen Heldengedenkfeiern. Bis heute stehen die beiden Kriegerdenkmäler ohne kritische Kontextualisierung im Park an der Straße “Am Husarendenkmal”, die ihren Namen in der NS-Zeit erhielt. Eine kleine Info-Tafel vor dem “Meldereiter” verweist lediglich auf die “sehr gute” Integration des Husaren-Regiments in die Wandsbeker Bevölkerung und liefert den Begleittext für die steinerne Glorifizierung der berittenen Mörderbande.

Nach der umfangreichen Sanierung des “Meldereiters” durch das Bezirksamt Wandsbek Anfang 2020, haben wir den Denkmälern nun noch ihren fehlenden Kontext hinzugefügt.

Volkstrauertag abschaffen!

Nationalismus abreißen!

Militarismus zerschlagen!

Quelle: Indymedia

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