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Buttersäure auf Jobmesse freigesetzt

By chronik on October 30, 2019

Hannover, 30. Oktober 2019

„Die Nudelwochen sind vorbei“1… Jetzt lieber Buttersäure!

Buttersäure Angriff auf „Karrieremesse KissMe“ der Uni Hannover

„Lebenslauf, Dating und Job – was diese drei Dinge gemeinsam haben, ist offensichtlich. Es gilt den Richtigen zu finden und nie mehr loszulassen. Auf der KissMe 2019 finden Unternehmen den richtigen Lebenslauf und Studierende den richtigen Job. Für den Rest gibt es bekanntlich Tinder und Co.“

Damit fasst das Willkommens-Wort der „Karriere-Messe“ am 29. und 30. Oktober 2019 im Lichthof der Uni Hannover treffend zusammen, worum es geht. Lieben und Arbeiten im neoliberalen Kapitalismus. Neben Plakaten, die aggressiv dazu auffordern, „endlich arbeiten“ zu gehen steht gleich eine Vielzahl an Unternehmen bereit, die nur darauf warten, „hilfreiche Karrieretipps“ zu verteilen und neue Mitarbeiter_innen zu rekrutieren. Woran dann später gearbeitet werden darf ist klar: Die Aufrechterhaltung der herrschenden Ordnung.

Unter anderem mit dabei:

-Axians: Involviert in den Bau von Flughäfen und Autobahnen, Infrastruktur für Atomenergie

-Balcke-Dürr Nuklear Service GmbH: Involviert in Atomindustrie, produzieren unter anderem Kühlanlagen für Braunkohlewerke

-Bundeswehr: Kriegsführung weltweit

-Ferchau: Enge Zusammenarbeit mit Airbus Military (z.B. Luftsysteme, Modellentwicklung „Mission Management-System, A400M)

-Mahle: Klimaanlagen und Kühlsysteme für militärische Land- und Wasserfahrzeuge

-MTU: Panzermotoren, die aktuell unter anderem in türkischen Panzern zum Einsatz kommen

Die anderen Unternehmen sind natürlich auch nicht besser. Uns ist oft mehr als schleierhaft was sich unter „Consulting“, „Systemintegration“, „Technology Solution“, „Embedded Systems“ und „Cybersecurity“ ganz konkret verbirgt. Klar ist jedoch, es geht um Arbeit, die dazu beiträgt Krieg, Klimawandel, (neo-)koloniale Strukturen, Ausbeutung von Arbeiter_innen, Zerstörung der Umwelt und Systeme der Überwachung weiter voranzutreiben.

Dass die „Karrieremesse“ alljährlich ehrenamtlich von Studierenden organisiert und vom Uni-Präsidenten Volker Epping gefördert, gelobt und unterstützt wird, spiegelt die inner-universitären Zustände wider: Die Uni Hannover forscht für zahlreiche dieser Unternehmen. Die Lehre ist darauf ausgerichtet, Mitarbeiter_innen für diese zu generieren. Kritische Wissenschaften (Sozialpsychologie, Geschlechterforschung…) wurden schon vor Jahren aus der Uni verdrängt.

Dass die Uni als systemtragende Institution fungiert, wundert uns also nicht. So ist das mit Bildungsinstitionen im Kapitalismus.

Wir haben die Gelegenheit ergriffen, all diese Firmen zusammen auf dem Präsentierteller vorzufinden, uns in unser „bestes Businessoutfit zu werfen“ um „einen unvergesslichen ersten Eindruck zu hinterlassen“. Dafür haben wir eine nicht unerhebliche Menge Buttersäure im Lichthof der Uni verschüttet. Der zweite Tag der „KissMe“-Messe dürfte sich damit in schlechte Luft aufgelöst haben.

In diesem Sinne schließen wir mit einem weiteren Zitat aus der „KissMe“-Begleitbroschüre:

„Es liegt in eurer Hand, was Ihr daraus macht! Folgt Eurer Leidenschaft und bestimmt Eure Zukunft selbst! Traut Euch, macht den ersten Schritt und sammelt wertvolle Erfahrungen!“

1 Stand auf einem Plakat vor Ort. Meint wahrscheinlich: Jetzt wird gearbeitet um Geld für teurere Speisen ausgeben zu können.

Quelle: Indymedia (Tor)

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