{"id":9785,"date":"2019-02-16T01:00:50","date_gmt":"2019-02-15T23:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=9619"},"modified":"2019-02-16T01:00:50","modified_gmt":"2019-02-15T23:00:50","slug":"farbe-und-steine-gegen-fraunhofer-institut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=9785","title":{"rendered":"Farbe und Steine gegen Fraunhofer-Institut"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin<\/strong>, 16. Februar 2019<\/p>\n<blockquote><p>Wir haben in der Nacht vom 15.2 zum 16.2 das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Nachrichtentechnik (Heinrich-Hertz-Institut, HHI) mit Steinen und Farbe beworfen. Mit diesem Angriff schicken wir Gr\u00fc\u00dfe an die Angeklagten und Gefangenen im Elbchaussee-Verfahren und an den Anarchisten der in Z\u00fcrich in U-Haft sitzt, weil er Infrastruktur von Bullen und Milit\u00e4r sabotiert haben soll. Ein \u201eFuck you\u201c geht an den Europ\u00e4ischen Polizeikongress , der ab Dienstag am Alexanderplatz im Berlin Congress Center stattfinden wird.<\/p>\n<p>Die Tech-Herrschaft angreifen<!--more--><\/p>\n<p>&#8230;unsere Bed\u00fcrfnisse sind lediglich Wahrscheinlichkeiten in den Gleichungen der Algorithmen, soziale Medien t\u00e4uschen zwischenmenschliche Beziehungen vor und jedes Miteinander wird von Konzernen und Beh\u00f6rden getrackt und analysiert, Smarte St\u00e4dte bewerten unsere Bewegungsmuster und Sprachassistenten dirigieren uns durch den Tag, das Internet der Dinge verfolgt uns ins Smart Home, l\u00e4sst Kinderzimmer belauschen und macht das Licht f\u00fcr uns aus, \u00fcber Kameras wird Haltung und Mimik aufgenommen, statistisch abgeglichen, Verbrechen prognostiziert und Gef\u00e4hrder_innen geschaffen, gegen diese wiederum, an anderen Orten autonome Waffensysteme ins Feld gef\u00fchrt werden\u2026 es ist ein endloses senden und empfangen, analysieren und bewerten, und BigData das Fundament der totalen Kontrollgesellschaft.<\/p>\n<p>All dies ist kein Bild aus der Zukunft mehr, sondern der ganz allt\u00e4gliche Wahnsinn. Eine Realit\u00e4t, die uns in Abh\u00e4ngigkeiten zw\u00e4ngt, damit wir ein Teilchen der Maschinerie werden, welches sich kontrollieren, ausbeuten und steuern l\u00e4sst.<br \/>\nIn einer Welt, umgeben von solchen Technologien, die im Namen des Fortschritts erschaffen werden, verkommen wir zu Sklaven dieser Entwicklungen. Sie beraubt uns langfristig jeglicher Autonomie in unserem Denken und Handeln. Dabei ist die Manipulation so perfekt, dass ein Gro\u00dfteil der Menschen, den technologischen Angriff nicht wahrhaben will und sich der Doktrin des digitalen Kapitalismus widerspruchslos unterwirft. In gro\u00dfen Teilen sogar ihren eigenen Untergang, der sich in der voranschreitenden Entfremdung des Mensch-seins manifestiert, bejubelt.<\/p>\n<p>Doch wir werden nicht wie Schafe der Herde hinterher laufen. Noch gibt es L\u00fccken und Nischen im Netz der Herrschaft. Und es gibt Verantwortliche, welche in ihren Forschungslaboren und den Zentren der Wissenschaft, diese Welt der Kontrolle im Dienste der Macht erschaffen. Und sie sind angreifbar.<\/p>\n<p>Eine der europaweit gr\u00f6\u00dften Institutionen auf diesem Feld ist die Frauenhofer Gesellschaft. Aufgegliedert in 72 Institute betreibt das Unternehmen haupts\u00e4chlich Auftragsforschung f\u00fcr die Wirtschaft und den Staat. Mit ihren Forschungen und Entwicklungen sind sie in allen Bereichen von k\u00fcnstlicher Intelligenz \u00fcber Nano- und Biotechnologie, Big Data, Informations- und Kommunikationstechnologie, Automatisierung, Industrie 4.0, Robotik, Mess- und Regelungssysteme und vielem mehr aktiv. Vor Allem aber steht das Frauenhofer Institut auch f\u00fcr das dreckige Gesch\u00e4ft mit \u00dcberwachung und Krieg. Dabei f\u00e4hrt das Institut, in Zusammenarbeit mit dem Milit\u00e4r und der Bundesregierung, eine \u201eDual Use\u201c-Strategie um zivile Forschungsf\u00f6rderung milit\u00e4risch nutzbar zu machen und umgekehrt \u201ezivile\u201c M\u00e4rkte f\u00fcr milit\u00e4rische Technologien zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das Frauenhofer Institut f\u00fcr Nachrichtentechnik (Heinrich-Hertz-Institut, HHI) im Speziellen, befasst sich mit allen Bereichen der Nachrichtentechnik, Sensorik, Datenerfassung, optische Daten\u00fcbertragung und -systeme, Funk und Netzwerke sowie Bildverarbeitung. Mit 8 weiteren Instituten bilden sie den Fraunhofer-Verbund Verteidigungs- und Sicherheitsforschung (VVS). In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium f\u00fcr Verteidigung (BMVg) hat sich dieser Verbund als treibende Kraft im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich durchgesetzt. Im Zentrum ihrer Arbeit steht das Entwickeln von intelligenten und umfassenden L\u00f6sungen sowohl f\u00fcr die zivile Sicherheit als auch den Bereich der Verteidigung, zum Schutz der Gesellschaft gegen vermeintliche Bedrohungen. Was das im Konkreten bedeutet l\u00e4sst sich anhand einzelner Beispiele zeigen. So l\u00e4uft in Mannheim ein Projekt, bei dem intelligente, algorithmenbasierte Video\u00fcberwachung im \u00f6ffentlichen Raum eingesetzt wird um Stra\u00dfenkriminalit\u00e4t zu bek\u00e4mpfen. Dabei sollen Computer bestimmte Verhaltensmuster, die auf Straftaten hindeuten automatisch erkennen und in das Lagezentrum der Cops weiterleiten. Daf\u00fcr war erst die gezielte \u00c4nderung des Baden-W\u00fcrttembergischen Polizeigesetzes Ende 2017 notwendig, um die rechtliche Grundlage f\u00fcr eine solche Technik zu schaffen. Das hier besonders hervorgehoben wird, dass es dabei nicht um eine automatische Gesichtserkennung geht, wirkt einfach nur heuchlerisch, wenn man bedenkt, das aus dem selben Haus ein Programm unter dem Titel Multi-Biometrische Gesichtserkennung (GES-3D) stammt, das genau das zum Ziel hat. In Zeiten, in denen das Innenministerium sowieso schon von einer fl\u00e4chendeckenden Gesichtserkennung durch intelligente Kameras tr\u00e4umt, d\u00fcrfte der Schritt f\u00fcr ein Unternehmen, das sich sonst f\u00fcr keine Schweinerei zu schade ist, schnell gemacht sein. Dabei sind sich auch alle einig, das die Gesichtserkennung eine unverzichtbare Methode moderner Polizeiarbeit darstellt und es wird darauf hingearbeitet, die 2D Bilder von erkennungsdienstlich behandelten Personen durch eine 3D Gesichtsdatenbank zu ersetzen. So bleibt es wohl eher eine Frage der Zeit bis die automatisierte Gesichtserkennung in die bereits weit fortgeschrittene \u00dcberwachung des \u00f6ffentlichen Raumes integriert wird. Wenig \u00fcberraschend ist es daher auch, dass das Frauenhofer Institut eine Partnerfirma von Videmo ist, welche die Gesichtserkennungssoftware f\u00fcr die \u201eSoko schwarzer Block\u201c geliefert hat, die im Rahmen der Ermittlungen nach dem G20 tausende Datens\u00e4tze ohne rechtliche Grundlage durch ihre Computer jagten.<\/p>\n<p>Ein weiteres Projekt, das in eine \u00e4hnliche Richtung geht, l\u00e4uft unter dem Namen NEST (Network Enabled Surveillance and Tracking). Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches \u00dcberwachungssystem das f\u00fcr ein Territorium entwickelt wurde, das bereits fl\u00e4chendeckend mit \u00dcberwachungstechnik ausgestattet ist, wie z.B. ein Firmengel\u00e4nde oder \u00e4hnliches. Dabei ist die Aufgabe von NEST, das Verfolgen von Personen und Visualisieren der Daten in einem Lagebild f\u00fcr das Sicherheitspersonal. Dazu kommt ein Routenplaner zum Einsatz, der automatisch berechnet welche M\u00f6glichkeiten eine Person hat um von A nach B zu kommen. Von Kameras verfolgt, pr\u00fcft die Software zyklisch ob sich die Person noch auf dem vorgesehenen Weg oder zul\u00e4ssigen Bereich befindet. Verl\u00e4sst man die berechnete Strecke, schl\u00e4gt das System Alarm.<\/p>\n<p>All diese Technologischen Erneuerungen, die immer auch mit einer vermeintlichen Zunahme der Kriminalit\u00e4t und des Terrorismus begr\u00fcndet und legitimiert werden, weisen darauf hin, in welche Richtung die Entwicklungen gehen werden. Das Frauenhofer Institut hat dabei eine Schl\u00fcsselfunktion in der zivil-milit\u00e4rischen Zusammenarbeit in Deutschland eingenommen, welche massiv zu einer Militarisierung des Alltags beitr\u00e4gt. Dies geht einher mit der Aufr\u00fcstung des Staates, um den Anforderungen des sozialen Krieges, der sich weniger durch klare Fronten auszeichnet, noch sich feindlich gegen\u00fcberstehende Heere kennt, gerecht zu werden. Dabei spielen moderne Technologien und Methoden der urbanen Aufstandsbek\u00e4mpfung im Landesinneren zunehmend eine bedeutende Rolle. Doch der Einflussbereich des Frauenhofer Instituts endet nicht an den Grenzen Deutschlands. Der Verbund Verteidigungs- und Sicherheitsforschung (VVS) tr\u00e4gt auch wesentlich zur k\u00fcnftigen strategischen Ausrichtung des europ\u00e4ischen Sicherheits- und Verteidigungsforschungsprogramms bei. Innerhalb des europ\u00e4ischen B\u00fcndnis und der Nato unterst\u00fctzt das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) mit Sitz in Karlsruhe das Bundesministerium f\u00fcr Verteidigung, sowie die R\u00fcstungsindustrie durch Forschung auf den Gebieten der Bildgewinnung durch optronische Systeme, sowie der Bild- und Signalauswertung. Unter dem Projektname ABUL entwickelt das Institut automatisierte Bildauswertung f\u00fcr unbemannte Luftfahrzeuge. ABUL wurde bereits von den deutschen ISAF-Truppen in Afghanistan und von Truppen des KFOR-Kontingents (Kosovo Forces) erfolgreich getestet und kommt nun beim LUNA-Drohnensystem der Bundeswehr in Afghanistan und bei der Schweizer Luftwaffe zum Einsatz.<\/p>\n<p>Auch wenn der Begriff Krieg in den Beschreibungen des IOSB bewusst gemieden wird, tr\u00e4gt das Institut mit seinen Entwicklungen unweigerlich zum effizienten T\u00f6ten bei. So bleibt am Schluss nur das Fazit, das wir es bei dem Frauenhofer Institut mit einem Unternehmen zu tun haben, dass verantwortlich ist f\u00fcr \u00dcberwachung, Entfremdung, Tod und Zerst\u00f6rung. Deshalb haben sie nichts Weiteres verdient als unsere Wut und tiefste Verachtung.<\/p>\n<p>Den Polizeikongress sabotieren &#8211; die Tech-Herrschaft angreifen!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Indymedia (zensiert)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Lieber schwarzer Block, es gibt kein einziges Projekt am HHI seit dem Beginn der Gastmitgliedschaft im VVS am HHI, das durch den VVS zustande gekommen w\u00e4re. Video\u00fcberwachung w\u00e4re sogar explizit ausgeschlossen.<br \/>\nEchtes Mitglied ist das HHI nur im Verbund Mikroelektronik. Die wenigen Projekte im Bereich Sicherheit beziehen sich auf das Erkennen von gef\u00e4lschten Ausweisbilder und Angriffe auf Netze. Das HHI steht in der Berliner Tradition macht nichts, was im eigentlichen Sinne milit\u00e4risch ist. Auf dem Polizeikongress war das Institut auch noch nie vertreten. Ihr habt einfach ein bisschen schlampig recherchiert und seid umsonst bis 3 Uhr wach geblieben. Ja, es gibt schnelle Daten\u00fcbertragung f\u00fcr das Internet aus dem HHI. Das k\u00f6nnte man sonst aus China und USA kaufen oder zur\u00fcckr\u00fcsten auf Telefon mit W\u00e4hlscheibe. Dann g\u00e4b es diesen Blog aber auch nicht!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Email<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Unbekannte haben den Eingang des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Nachrichtentechnik in Berlin-Charlottenburg mit Farbe beschmiert und eine Scheibe besch\u00e4digt. &#8220;Sicherheitsmitarbeiter hatten morgens gegen 4 Uhr dumpfe Ger\u00e4usche geh\u00f6rt und den Schaden entdeckt&#8221;, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Die Eingangst\u00fcr des Instituts am Einsteinufer sei mit Bitumenfarbe beschmiert worden. Eine Glasscheibe wurde durch mehrere Steinw\u00fcrfe besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>&#8220;Was das soll, wissen wir nicht. Die T\u00e4ter sind unerkannt gefl\u00fcchtet und haben keine Botschaft hinterlassen&#8221;, teilte ein Sprecher des Instituts mit. Die genaue Schadensh\u00f6he stand demnach noch nicht fest. Weil politische Gr\u00fcnde nicht ausgeschlossen werden k\u00f6nnen, hat der Staatsschutz die Ermittlungen \u00fcbernommen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/polizeibericht\/article216455993\/Farbanschlag-auf-Fraunhofer-Institut-Staatsschutz-ermittelt.html\">Berliner Morgenpost<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 16. Februar 2019 Wir haben in der Nacht vom 15.2 zum 16.2 das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Nachrichtentechnik (Heinrich-Hertz-Institut, HHI) mit Steinen und Farbe beworfen. 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