{"id":9692,"date":"2019-02-21T00:00:36","date_gmt":"2019-02-20T22:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=9692"},"modified":"2019-02-21T00:00:36","modified_gmt":"2019-02-20T22:00:36","slug":"fassadenbild-bei-geraeumtem-kiezladen-uebersprueht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=9692","title":{"rendered":"Fassadenbild an ger\u00e4umtem Kiezladen \u00fcberspr\u00fcht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin<\/strong>, 21. Februar 2019<\/p>\n<blockquote><p>Gestern Nacht haben wir die Fassade der Friedel 54 versch\u00f6nert. Mit Bitumen und Farbe machten wir deutlich: wer hier mietet, mietet \u00c4rger.<\/p>\n<p>Im Juni 2017 wurde im Erdgeschoss der Friedelstra\u00dfe 54 der Kiezladen Friedel54 ger\u00e4umt. Danach stand der Laden \u00fcber ein Jahr lang leer. Seit kurzem hat der Eigent\u00fcmer, die Briefkastenfirma Pinehill S.a.r.l., die R\u00e4ume sanieren lassen. Der ehemalige Kiezladen wurde geteilt: im hinteren Bereich befinden sich zwei Einzimmer-Wohnungen, im vorderen ein B\u00fcro-Gewerbe. Vor wenigen Wochen hat Aden-Immo die R\u00e4ume zur Miete f\u00fcr 16-19\u20ac\/m\u00b2 angeboten.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEinige Monate vor der R\u00e4umung haben solidarische K\u00fcnstler*innen die Fassade im Erdgeschoss versch\u00f6nert. Anstatt langweiliger Pastell-Tristesse zierte ein liebevoll gestaltetes Wandbild die Fassade der Friedelstra\u00dfe 54. Offensichtlich war es so sch\u00f6n, dass sich Eigent\u00fcmerin und Hausverwaltung entschieden haben, es \u2013 trotz Sanierung der gesamten Frontfassade \u2013 so zu belassen. Kein Wunder, denn unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten ist es sicherlich ein lohnender Pluspunkt im angesagten Nord-Neuk\u00f6lln und insbesondere im Reuterkiez. Das sie es nicht nur einfach stehen lassen wollten, war sp\u00e4testens nach den Umbauarbeiten im vorderen Teil des Kiezladens klar. Die Fassade, sowie die sichtbaren Rollos vor Schaufenster und Eingangst\u00fcr wurden farblich passend gestaltet und auf das Wandbild angepasst.<\/p>\n<p>Wir fanden den Anblick unertr\u00e4glich. Die Fassade war Ausdruck des lebendigen Lebens und Zusammenkommens, welches t\u00e4glich im Kiezladen stattgefunden hat. Den Laden zu r\u00e4umen, dem Haus quasi das Herz heraus zu reissen, aber dann versuchen aus der leeren, wenn auch h\u00fcbschen Schale noch Vorteile zu erzielen, w\u00e4hrend gleichzeitig dieser wichtige, unkommerzielle, sozio-kulturelle Ort in winzige, vollkommen \u00fcberteuerte Einheiten zerhackt und f\u00fcr ein paar hundertstel Prozent mehr Profit auf den Markt geworfen wurde, konnten wir nicht mehr l\u00e4nger akzeptieren.<\/p>\n<p>Deshalb haben wir in der Nacht auf den 20.03. das Wandbild mit Bitumen zerst\u00f6rt. Dazu haben wir einige klare Botschaften u.A. am Rollo des ehemaligen Kiezladens hinterlassen. Scheinbar ist es den Verantwortlichen sehr wichtig den Schein zu wahren und wenigstens oberfl\u00e4chlich schick und ansprechend zu sein, weshalb sie die Botschaften bereits am Tag darauf entfernen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wir nehmen es nicht widerspruchslos hin, dass ein wichtiger sozialer Raum f\u00fcr den Kiez und dar\u00fcber hinaus so brutal ger\u00e4umt und rein nach Profitlogik, \u00fcberteuert an die meistbietende Partei herausgegeben wird. Mit dem Kiezladen Friedel54 ist einer der letzten, unkommerziellen und widerst\u00e4ndigen Orte im Kiez verschwunden. Nord-Neuk\u00f6lln und insbesondere der Reuterkiez braucht nicht weniger, sondern mehr Orte des Zusammenkommens, ohne Konsumzwang und Diskriminierungen und mit einem solidarischen und widerst\u00e4ndigen Miteinander. Deshalb schlie\u00dfen wir uns der Forderung der Friedel54 an: Kiezladen oder n\u00fcscht! (EG der) Friedel54 bleibt unvermietbar! Wer mieten will, mietet \u00c4rger!<\/p>\n<p>Wir stehen in unserer Wut nicht alleine da, so gab es bereits vor einigen Wochen intensive Reaktionen aufgeweckter und w\u00fctender Poltergeister. Der Umbau des Ladens konnte dadurch immerhin verz\u00f6gert werden. Und wir sind uns sicher, wir werden nicht die Letzten gewesen sein, die direkt unser Missfallen kundtun.<\/p>\n<p>Der Kampf um unsere H\u00e4user, Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze geht weiter. Die Pinehill und andere Spekulant*innen treiben den Ausverkauf der Stadt weiter voran, um mehr Profite f\u00fcr wenige zu erwirtschaften. Wir machen ihnen einen Strich durch die Rechnung. Ob leidenschaftlich am Tag, oder w\u00fctend in der Nacht.<\/p>\n<p>Lasst uns den Druck auf die Pinehill und ihre B\u00fcttel, die Hausverwaltung Secura, weiter aufrecht halten.<\/p>\n<p>Keine Profite mit der Friedel54.<\/p>\n<p>Wir brauchen unkommerzielle Orte und eine Kiezkultur von unten.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns ist klar: Kiezladen oder n\u00fcscht.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/29258\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 21. Februar 2019 Gestern Nacht haben wir die Fassade der Friedel 54 versch\u00f6nert. Mit Bitumen und Farbe machten wir deutlich: wer hier mietet, mietet \u00c4rger. Im Juni 2017 wurde im Erdgeschoss der Friedelstra\u00dfe 54 der Kiezladen Friedel54 ger\u00e4umt. Danach stand der Laden \u00fcber ein Jahr lang leer. 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