{"id":9560,"date":"2019-02-11T01:00:06","date_gmt":"2019-02-10T23:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=9560"},"modified":"2019-02-11T01:00:06","modified_gmt":"2019-02-10T23:00:06","slug":"farbe-und-glasbruch-gegen-zalando-zentrale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=9560","title":{"rendered":"Farbe und Glasbruch gegen Zalando-Zentrale"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2019\/02\/zalando.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-9572\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2019\/02\/zalando-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a>Berlin<\/strong>, 11. Februar 2019<\/p>\n<blockquote><p>Wir haben in der Nacht vom 11.02.2019 die Zentrale von Zalando in der Neuen Bahnhofstra\u00dfe am Ostkreuz angegriffen. Das zerbrochene Glas und die Farbe verdeutlichen, dass es sich bei dem Unternehmen keinesfalls um das freundliche Startup von Nebenan handelt, als das es sich selbst darstellt. Die Aktion ist Teil einer Reihe von Angriffen auf Akteur*innen der Verdr\u00e4ngung in den vergangene zwei N\u00e4chten.<\/p>\n<p>Viel mehr ist Zalando aktiv an Prozessen der Verdr\u00e4ngung beteiligt. So war das Unternehmen als geplanter neue Hauptmieter des so genannten Cuvry-Campus im Spiel, f\u00fcr dessen Bau die Bewohner*innen 2014 von der Polizei ger\u00e4umt wurden.<!--more--> Vor allem in Friedrichshain-Kreuzberg kauft Zalando immer mehr Gewerbefl\u00e4chen auf und verdr\u00e4ngt so zahlreiche Klein- und Einzelh\u00e4ndler. Rocket-Internet SE, wozu auch Zalando geh\u00f6rt, kaufte k\u00fcrzlich die Ufer-Hallen im Wedding um dort mittelfristig Start-Ups einziehen zu lassen, Kleink\u00fcnstler*innen wurden aus den R\u00e4umen verdr\u00e4ngt. Zalandos neues Headquarter mit \u201eFoodcourt und Freizeitfl\u00e4chen\u201c unweit der Mercedes-Benz-Arena tr\u00e4gt zur Ghettoisierung des Kiezes zwischen Ostbahnhof und Warschauerstra\u00dfe bei. In der Betonw\u00fcste in der nur Arbeiten und Konsumieren m\u00f6glich ist, werden B\u00fcror\u00e4ume so geschaffen, dass sie sich anf\u00fchlen sollen \u201ewie zu Hause\u201c.<\/p>\n<p>Dabei verschlechtert Zalando mit seinem Gesch\u00e4ftsmodell des Online-Handels nicht nur die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel, sondern ist bekannt f\u00fcr die miserable Behandlung von Arbeiternehmer*innen. Zalando stellt mehrheitlich befristete oder Leiharbeitsvertr\u00e4ge aus und zahlt nicht nach tariflichen Bestimmungen f\u00fcr den Handel, sondern gerade mal Mindestlohn. Diverse Medien berichten von schikan\u00f6sen Arbeitsbedingungen in den Versandlagern, w\u00e4hrend Angestellte zunehmend gefeuert und durch Algorithmen ersetzt werden.<\/p>\n<p>Das Beispiel Zalando zeigt, wie Konzerne Motor der Gentrifizierung sind. Dabei ist es eine Illusion zu glauben, dass sich die Berliner Stadtpolitik dem entgegen stellt. Vielmehr erhielt Zalando allein im Jahr 2014 Subventionen von 35 Mio. \u20ac. So feiert die Berliner Stadtpolitik die steigende Anzahl an Startup Unternehmen und Tech-Standorten, die schicke Namen wie Factory, Campus oder Space tragen. Dabei sind sie Verursacher von Verdr\u00e4ngung und schlechten Arbeitsbedingungen. Dazu kommt, dass in der Startup Szene \u00fcberwiegend M\u00e4nner arbeiten und der Gender Pay Gap am gr\u00f6\u00dften ist \u2013 eine modernisierte Form patriarchaler Herrschaft.<\/p>\n<p>Was wird in Berlin verdr\u00e4ngt? Potse\/ Drugstore, Liebig34, Meuterei, Syndikat, Brauni, Rigaer94, Prachttomate, Kamil Mode oder scheinbar stinknormale Mietsh\u00e4user sind Orte die sich wehren gegen ihre Verdr\u00e4ngung. Doch sind viele dieser Orte auch Gegenmodelle, die nicht nur eine Zuflucht aus dem Verwertungszwang schaffen, sondern versuchen ein solidarisches Miteinander zu erm\u00f6glichen. Beispielsweise ist die Liebig34 das einzige queer-feministische Wohnprojekt in Berlin welches ihren Bewohnerinnen* als selbstverwalteter Schutzraum dient und eine der wenigen \u00dcberbleibsel eines solidarischen Kiezes in Friedrichshain.<\/p>\n<p>Uns ist klar, dass der Kampf gegen Verdr\u00e4ngung auch immer ein Kampf gegen jene Zust\u00e4nde ist, die Verdr\u00e4ngung erst erm\u00f6glichen: ein Kampf gegen Kapitalismus und den b\u00fcrgerlichen Staat. Von daher, lasst uns an allen Fronten Widerstand leisten \u2013 ob flauschig oder militant &#8211; f\u00fcr besetzte H\u00e4user, solidarische Kieze und gegen die Stadt der Reichen!<\/p>\n<p>Jeder Tag ist queer-feministischer Kampftag!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/29012\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Unbekannte Angreifer haben in der Nacht zu Dienstag die Zalando-Zentrale in der N\u00e4he des Ostkreuz (Friedrichshain) mit Steinen attackiert und die Hauswand beschmiert. Insgesamt zw\u00f6lf Fensterscheiben wurden zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Als ein Mitarbeiter gegen 1.40 Uhr den Schaden an dem Geb\u00e4ude an der Neuen Bahnhofstra\u00dfe entdeckte und die Polizei alarmierte, waren die T\u00e4ter bereits gefl\u00fcchtet.<\/p>\n<p>Gegen Mittag tauchte dann auf einer einschl\u00e4gigen Internetplattform ein Bekennerschreiben auf. Darin werfen die linken Aktivisten dem Unternehmen unter anderem vor, \u201ean Prozessen der Verdr\u00e4ngung beteiligt\u201c zu sein. Auf einem Schriftzug an der Hauswand hie\u00df es au\u00dferdem \u201eGegen die Stadt der Reichen\u201c.<\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen war es in Berlin mehrfach zu Attacken auf Autos und Geb\u00e4ude von Versandunternehmen gekommen. Vor zwei Wochen attackierten Unbekannte das Amazon-B\u00fcro in der Krausenstra\u00dfe in Berlin-Mitte. Au\u00dferdem gingen wiederholt Amazon-Transporter in Berlin in Flammen auf.<\/p>\n<p>Der Staatsschutz hat in der Sache die Ermittlungen \u00fcbernommen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.bz-berlin.de\/berlin\/friedrichshain-kreuzberg\/anschlag-auf-zalando-zentrale-am-ostkreuz\">BZ<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 11. 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