{"id":9376,"date":"2019-01-01T00:00:11","date_gmt":"2018-12-31T22:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=9376"},"modified":"2019-01-01T00:00:11","modified_gmt":"2018-12-31T22:00:11","slug":"rwe-pumpstation-angezuendet-und-molotowcocktails-gegen-polizei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=9376","title":{"rendered":"RWE-Pumpstationen, Stromverteiler und Kameramast angez\u00fcndet und Molotowcocktails gegen Polizei"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hambacher Forst<\/strong>, 1. Januar 2019<\/p>\n<blockquote><p>[english below] In der Silvesternacht 2018 nutzte eine Aktionsgruppe den Schutz der Nacht und den L\u00e4rm der Silvesterfeuerwerke, um ungest\u00f6rt Kohle- und \u00dcberwachungsinfrastruktur des Energiekonzerns RWE um den Tagebau Hambach im Rheinischen Braunkohlerevier (NRW) zu sabotieren. Bei mehreren gezielten Brandanschl\u00e4gen gingen insgesamt zwei Pumpstationen, ein Stromverteiler zur Versorgung der Pumpstationen und ein Kameramast mit Infrarotscheinwerfern (Nachtsicht) zwischen dem besetzten Hambacher Forst und dem umgesiedelten Dorf Manheim in Flammen auf.<\/p>\n<p>Rund um den Tagebau Hambach (und all die anderen Tagebauten) befinden sich Pumpstationen,<!--more--> die das Grundwasser abpumpen, um ein Fluten der Grube zu verhindern. Dadurch wird der Grundwasserspiegel in Hambach langfristig um mehrere hunderte Meter abgesenkt &#8211; mit fatalen Folgen f\u00fcr die umliegende Natur. Die Pumpen sind weit verstreut und somit schwer zu \u00fcberwachen, sodass sie sich als einfaches Ziel f\u00fcr Sabotage anbieten. Jede Pumpe besteht aus Wasserleitungen, die durch Bohren oder Aufschrauben sabotiert werden k\u00f6nnen, und einem Elektronikteil, der sich als Ziel f\u00fcr Brands\u00e4tze anbietet. Die Elektronik besteht meist aus einem kleinen Stromkasten und der Pumpe. An vielen Stellen sind beide direkt zug\u00e4nglich, h\u00f6chsten durch einen Bauzaun gesch\u00fctzt, der sich leicht \u00f6ffnen oder \u00fcberklettern l\u00e4sst. An einigen Stellen wurden die Pumpen, nachdem sie h\u00e4ufig \u00fcberhitzten, allerdings in Container verlegt. Diese haben mit einem Brecheisen oder Bolzenschneider leicht zu \u00f6ffnende T\u00fcren (ist aber recht laut). Auch die metallenen Stromk\u00e4sten sind so zu \u00f6ffnen, oder, wenn sie mit Sichtfenstern versehen sind, einfach entglasbar. Ein einfacher Brandsatz, am besten mit Zeitverz\u00f6gerung, gen\u00fcgt, um erheblichen Schaden an der freigelegten Elektronik zu verursachen. Dabei muss jedoch mit Vorsicht vorgegangen werden, da die Stromk\u00e4sten teilweise Starkstrom f\u00fchren!<\/p>\n<p>Kameramasten k\u00f6nnen entweder mit einem Hammer zerst\u00f6rt (geringeres Repressionslevel, aber laut) oder ebenfalls durch das Grillen der Elektronik im unter der Kamera befindlichen, leicht zug\u00e4nglichen Kasten sabotiert werden (Brandstiftung zus\u00e4tzlich zu Sachbesch\u00e4digung, daf\u00fcr zeitverz\u00f6gert und leise) m\u00f6glich. Dabei lohnt es sich, vorher den Kamerablickwinkel auszuscouten (auskundschaften) und aus dem toten Winkel der betreffenden Kamera(s) zu arbeiten.<\/p>\n<p>Insgesamt sollte darauf geachtet werden, dass einige der Stationen Kameras, auch mit Nachtsichttechnik, haben, und versteckte Kameras durchaus m\u00f6glich w\u00e4ren. Insofern sollten Menschen sich gut vermummen, an Wechselkleidung denken, die einmalige Aktionskleidung loswerden, und darauf achten, keine Finger- (Handschuhe, mehrere Schichten) und Schuhabdr\u00fccke (Schuh\u00fcberzieher) zu hinterlassen. Securities patroullieren das ganze Jahr \u00fcber rund um den Tagebau, sodass es unabdingbar ist, Scouts zu positionieren, die rechtzeitig warnen k\u00f6nnen, und Fluchtwege vorher geplant und ggf. gegen Autos verbarrikadiert sein sollten. Auch eine kleine schnell ger\u00e4umte Barrikade zwingt sie zum Aussteigen, das reicht zum Wegrennen.<\/p>\n<p>Es kann sich lohnen mehrere Aktionen koordiniert gleichzeitig oder choreografiert durchzuf\u00fchren, um Security und Polizei zu \u00fcberfordern und dazu zu zwingen sich aufzuteilen. Zudem kann eine Ablenkung bei gut bewachten Zielen sinnvoll sein. Zu beachten ist aber, dass juristisch die Gefahr besteht, dass allen Beteiligten (samt Ablenkungsaktion) auch die anderen Aktionen zur Last gelegt werden k\u00f6nnen, wenn ein sogenannter &#8216;Tateinhergang&#8217; (gemeinsame Planung) konstruiert werden kann.<\/p>\n<p>Statt an die Herrschenden zu pl\u00e4doyieren, auf Wahlen und Petitionen zu hoffen, wollen wir offensiv in Aktion gehen und f\u00fcr eine andere Welt k\u00e4mpfen. Dabei haben wir den Anspruch, \u00fcber symbolische Aktionen hinauszugehen und mit direkten Aktionen in das Geschehen eingreifen. Auch wenn das sicherlich nicht immer gelingt, halten wir diesen f\u00fcr einen sehr viel realistischeren Ansatz als zu erwarten, dass die, die von den menschenfeindlichen kapitalistischen Zust\u00e4nden profitieren, an diesen etwas \u00e4ndern w\u00fcrden. Der Staat setzt gewaltvoll die Profitinteressen von gro\u00dfen Konzernen auf Kosten der Umwelt und des Klimas und somit auf Kosten unser aller Lebensgrundlage, durch. Das einfach hinzunehmen ist f\u00fcr uns keine Option. Wir werden nicht weiter tatenlos zusehen.<\/p>\n<p>Dass heute Braunkohle und Klimagerechtigkeit zu so wichtigen Themen geworden sind, liegt nicht &#8211; wie vielfach behauptet &#8211; an den Massenaktionen sogenannten zivilen Ungehorsams, sondern an den vielschichten und sehr diversen Aktionen gegen Braunkohle in den letzten Jahren. Nur durch die Offenheit und Solidarit\u00e4t gegen\u00fcber allen Formen unseres Widerstands von b\u00fcrgerlich bis radikal, k\u00fcnstlerisch und \/ bis militant, konnte das Thema so an Fahrt aufnehmen und genug Druck entstehen, dass wir nicht l\u00e4nger einfach ignoriert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nWir bleiben widerst\u00e4ndig und werden uns auch weiterhin nicht in das b\u00fcrgerliche Bild vom &#8220;guten&#8221; Widerstand einf\u00fcgen lassen. Und das ist gut so. Denn wer sich an diese Normen der politischen Partizipation anpasst, verliert jede Handlungsm\u00f6glichkeit, wird Teil des Systems und somit Teil des Problems.<\/p>\n<p>Mehr Infos zu den K\u00e4mpfen rund um den Hambacher Forst auf dem ttps:\/\/hambacherwald.org und Tips und Tricks zur Sabotage auf https:\/\/chronik.blackblogs.org, https:\/\/militanz.blackblogs.org, in der PRISMA Brosch\u00fcre (https:\/\/militanz.blackblogs.org\/42\/), Anarchist Cookbook (nach neueren \u00fcberarbeiteten Versionen suchen), Radikal, etc. Informationen rund um Sicherheit bei Aktionen findet ihr auch zum Beispiel im Heftchen Informationssicherheit f\u00fcr Aktivist*innen des ABC Dresden (https:\/\/abcdd.org\/security-guide\/) und in der Luchs Brosch\u00fcre zu \u00dcberwachung (https:\/\/militanz.blackblogs.org\/massnahmen-gegen-observation\/).<br \/>\n*** Dabei aber unbedingt auf eure technische Sicherheit beim Lesen achten! Also am besten Tails in toram Modus (Tails System, Benutzungs Anleitung) nutzen oder zumindest den Tor Browser***<\/p>\n<p>In die Offensive gegen Braunkohle, Klimazerst\u00f6rung und Kapitalismus.<br \/>\nLasst uns RWE und der Polizei ein hei\u00dfes neues Jahr bereiten!<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>[english]<\/p>\n<p>Make Hambi a threat again &#8211; burn RWE&#8217;s infrastructure not coal<\/p>\n<p>In the night of New Years Eve 2018 an action group burned down two pump stations, a power distribution box and a camera pole around the Hambach open cast lignite mine (Rhineland). Let&#8217;s take action ourselves instead of hoping for the ones in power to change this system they profit of.<\/p>\n<p>Feel free to translate the rest of the text, thanks.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/27622\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Am fr\u00fchen Dienstagmorgen (01.01.) kam es im Bereich des Hambacher Forstes erneut zu Straftaten.<\/p>\n<p>Unbekannte setzten kurz nach Mitternacht in Manheim einen Kamera-Mast an einer umz\u00e4unten Pumpstation von RWE und einen Stromkasten in Brand.<\/p>\n<p>Im Bereich der L276 attackierte eine Personengruppe die Polizeibeamten und die Einsatzfahrzeuge mit 23 Molotowcocktails und 17 pyrotechnischen Gegenst\u00e4nden. Eine m\u00e4nnliche Person wurde wegen schweren Landfriedensbruchs vorl\u00e4ufig festgenommen. Die Molotowcocktails entz\u00fcndeten sich auf der Fahrbahn. Verletzt wurde Niemand, Sachschaden entstand nicht.<\/p>\n<p>Eine weitere m\u00e4nnliche Person st\u00f6rte die polizeilichen Ma\u00dfnahmen und wurde deshalb Ingewahrsam genommen. Beide Personen wurden nach Abschluss der Ma\u00dfnahmen entlassen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Polizei<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hambacher Forst, 1. Januar 2019 [english below] In der Silvesternacht 2018 nutzte eine Aktionsgruppe den Schutz der Nacht und den L\u00e4rm der Silvesterfeuerwerke, um ungest\u00f6rt Kohle- und \u00dcberwachungsinfrastruktur des Energiekonzerns RWE um den Tagebau Hambach im Rheinischen Braunkohlerevier (NRW) zu sabotieren. 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