{"id":9286,"date":"2018-11-28T00:00:44","date_gmt":"2018-11-27T22:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=9286"},"modified":"2018-11-28T00:00:44","modified_gmt":"2018-11-27T22:00:44","slug":"angriffe-auf-kik-filialen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=9286","title":{"rendered":"Angriffe auf Kik-Filialen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frankfurt am Main\/Leipzig\/Dortmund<\/strong>, 28. November 2018<\/p>\n<blockquote><p>Kapitalismus t\u00f6tet &#8211; Kein Vergeben, kein Vergessen!<br \/>\nKIK setzt auf Verj\u00e4hrung der fahrl\u00e4ssigen T\u00f6tung in 259 F\u00e4llen<\/p>\n<p>Am 29. November startet vor dem Landgericht Dortmund ein viel beachteter Prozess gegen den in B\u00f6nen bei Dortmund ans\u00e4ssigen Textildiscounter KIK. Zum ersten Mal k\u00f6nnte ein Unternehmen in Deutschland f\u00fcr die Produktionsbedingungen seines direkten Zulieferers im au\u00dfereurop\u00e4ischen Ausland zur Verantwortung gezogen werden. Es geht um 259 Tote infolge eines Brandes in einer Textilfabrik des Zulieferers Ali Enterprises am 11.9.2012 in Karachi, Pakistan, die vornehmlich f\u00fcr KIK produzierte.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nKIK kannte die katastrophalen Brandschutzvorkehrungen und lie\u00df dennoch weiter dort produzieren. Forensic Architecture pr\u00e4sentierte im Februar 2018 ein Gutachten zur Rekonstruktion der Brandkatastrophe, bei dem die eklatanten M\u00e4ngel (nur ein Fluchtweg, verschlossene Au\u00dfent\u00fcren, etc.) eindeutig als urs\u00e4chlich f\u00fcr die hohe Zahl von Opfern identifiziert wurde.<br \/>\nDer European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) unterst\u00fctzt nun ein Opfer und drei Hinterbliebene, die sich mit den bisher geleisteten Entsch\u00e4digungszahlungen nicht abspeisen lassen wollen. Es geht neben dem Schmerzensgeld um die grunds\u00e4tzliche Verantwortung transnationaler Unternehmen f\u00fcr ihre Tochterfirmen und Zulieferer.<\/p>\n<p>Verhandelt wird nach pakistanischem Recht und das versucht KIK auszunutzen. Die Tengelmann-Tochter will sich mit Tricks in die Verj\u00e4hrung fl\u00fcchten. Im November 2014 hatte der Textildiscounter zun\u00e4chst einem Verj\u00e4hrungsverzicht zugestimmt, diesen jedoch zwei Jahre nach Einreichung der Klage in Dortmund f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt. Wenn das Gericht dieser Argumentation folgt, kann es sein, dass der Prozess schnell wieder vorbei ist.<\/p>\n<p>Die EU, allen voran Deutschland, blockiert derzeit das Bem\u00fchen der UN, die Rechte der Ausgebeuteten zu st\u00e4rken. Ziel war es, die Menschenrechte entlang internationaler Lieferketten gesetzlich zu sch\u00fctzen. Ein Abkommen \u00fcber Menschenrechtsnormen f\u00fcr Unternehmen sollte auf Initiative von Ecuador und S\u00fcdafrika erarbeitet werden. Im aktuellen Entwurf, der im Oktober beraten wurde, ist auf Dr\u00e4ngen der EU keine Rede mehr von einem neuen internationalen Gerichtshof. Auch das Einf\u00fchren harter Sanktionen ist aus dem Dokument gestrichen worden. Die Bundesregierung droht sich aus weiteren Beratungen zur\u00fcckziehen. Beobachter*innen der Verhandlungen sehen Anzeichen daf\u00fcr, dass die Bundesregierung das Abkommen scheitern lassen will.<\/p>\n<p>Wir sagen unabh\u00e4ngig von der Gerichtsentscheidung: KIK steht in diesem Fall exemplarisch f\u00fcr das globale Ausbeutungsregime, das alle Lebensbereiche &#8211; vom Smartphone bis zu unseren Lebensmitteln &#8211; durchzieht. Kleidung wird unter unmenschlichen Bedingungen in den armen Regionen der Welt produziert, um dann hier zu Schleuderpreisen verh\u00f6kert zu werden. Die Verseuchung der Textilien mit Giftstoffen macht die Arbeit extrem gesundheitssch\u00e4digend. Die hier h\u00e4ufig als Einweg-Kleidung in Altkleidercontainern gesammelte Ware wird zur\u00fcck an die Herkunftsl\u00e4nder verkauft und macht dort die eigene Textilproduktion f\u00fcr den heimischen Markt unwirtschaftlich.<\/p>\n<p>Die brutale Ausbeutungs-Ordnung f\u00fchrt mit zu massiven weltweiten Fluchtbewegungen. Die Fl\u00fcchtenden werden dann mit t\u00f6dlicher Gewalt von den kapitalistischen Zentren, USA und Europa fern gehalten. Gerade in diesen Zentren gewinnen rassistische und offen faschistische Parteien und Bewegungen massiv an Einfluss und drehen weiter an der Schraube von Ausbeutung und Abschottung.<\/p>\n<p>Gegen die globale Ausbeutung setzen wir mit den zahlreichen Aktionen der vergangenen Nacht kleine Zeichen der Solidarit\u00e4t!<\/p>\n<p>Autonome Gruppen<\/p>\n<p>&#8211; In Frankfurt-Fechenheim um 1:30 Uhr die Fassade und Eingangst\u00fcr der KIK-Filiale mit H\u00e4mmern eingeschlagen. Unternehmen wie KIK produzieren m\u00f6rderische Verh\u00e4ltnisse und zerst\u00f6ren die Lebensgrundlagen auf diesem Planeten. Kein Frieden mit den kapitalistischen Verh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p>&#8211; auch in leipzig wurden bei kik u tedi die scheiben eigeschlagen. auch tedi ist eine tochterfirma der tengelann-gruppe.<\/p>\n<p>&#8211; Zwei Filialen des Textil-Discounters Kik wurden in der Nacht auf Mittwoch (28. November 2018) in Dortmund attackiert. Betroffen waren die Filialen an der Berghofer- und Kaiserstra\u00dfe. W\u00e4hrend in der Kaiserstra\u00dfe die Glast\u00fcren und Schaufensterscheiben eingeworfen wurden, flogen in Berghofen Farbflaschen durch die zuvor eingeworfene Glasfassade in den Verkaufsbereich, wodurch ein Schaden im noch nicht bekannten Ausma\u00df entstand.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/26348\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankfurt am Main\/Leipzig\/Dortmund, 28. November 2018 Kapitalismus t\u00f6tet &#8211; Kein Vergeben, kein Vergessen! 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