{"id":9086,"date":"2018-10-15T00:00:07","date_gmt":"2018-10-14T22:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=9086"},"modified":"2018-10-15T00:00:07","modified_gmt":"2018-10-14T22:00:07","slug":"auto-von-securitas-abgefackelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=9086","title":{"rendered":"Auto von Securitas abgefackelt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin<\/strong>, 15. Oktober 2018<\/p>\n<blockquote><p>Die anarchistische Bewegung hat ihr Profil gesch\u00e4rft. Auch dadurch hat sich die Repression gegen uns in den letzten Jahren verst\u00e4rkt. Von Deutschland aus hat der G20 eine Steigerung der Aktivit\u00e4t der Sicherheitsbeh\u00f6rden europaweit ausgel\u00f6st, weil sie gemerkt haben, dass sie uns nicht unter Kontrolle haben und es so offensichtlich war, dass eine Reaktion unabdingbar ist. Die Verw\u00fcstung in Hamburg, die Kompromisslosigkeit und der offensichtliche Zerst\u00f6rungswille der Vermummten haben die Gesellschaft, genau dort getroffen, wo es beabsichtigt war. <!--more-->Es wurde dort Verunsicherung ausgel\u00f6st, wo sich die Menschen \u00fcber ihr Eigentum und ihre vollkommene Mitt\u00e4terschaft in einer kriegsf\u00fchrenden Gesellschaft definieren. Die Luxuskarre oder das Patrouillenfahrzeug vor der T\u00fcr, die zu einem Haufen verkohlten Plastiks werden \u2013 eine Beil\u00e4ufigkeit gegen den Krieg, der gegen die Armen, Ausgesto\u00dfenen und Unangepassten gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Nach dem Erscheinen des Textes \u201eL\u2019autisme des insurg\u00e9s\u201c, Fenrir, pubblicazione anarchica ecologista, n\u00b0 9 \/ juin 2018, versp\u00fcrten wir den Drang darauf zu antworten. Und griffen die Illusion der Sicherheit in dieser Gesellschaft f\u00fcr einen kleinen Moment an einem ganz spezifischen Ort an, um damit die Kommunikation aufzunehmen. Und diskutierten.<\/p>\n<p>&nbsp;&#8230;Ich wei\u00df nicht, was ich davon halten soll, was unser Freund Alfredo Cospito da von einer Vision der anarchistischen Praxis spricht, die gef\u00e4hrlicher geworden ist, weil sie fortw\u00e4hrend experimentiert. Ich kann eigentlich nur von mir reden, dass ich gef\u00e4hrlicher geworden bin und ganz gut daran tue, dass die Macht das eigentliche Potential verkennt. Die Bereitschaft, auch alleine zu bleiben, die vollkommene \u00dcbernahme der Verantwortung f\u00fcr unser Schicksal\u2026<\/p>\n<p>Aber ja, hoffen wir, dass die Macht uns als Gefahr wahrnimmt, denn genau das wollen wir sein. Es ist aber schwer zu verstehen, was in den K\u00f6pfen und Herzen der Anarchist*innen der Praxis vorgeht. Und auch wir irren umher. Wie so viele auf der ganzen Welt verfolgen wir nat\u00fcrlich die unz\u00e4hligen kleinen und gro\u00dfen Aktionen und dazu liebend gerne feurige Texte, wenn die Flammen nicht in der Theorie zu ersticken drohen. Und nehmen Teil an der informellen Organisation.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nUnser Einfluss ist nicht gro\u00df und auch wenn wir nicht in dem selben Dialekt sprechen wie du, Alfredo, glauben wir das selbe zu denken. Vergessen wir aber nicht, dass Worte nur eine zweidimensionale Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr die Tiefe der Gedanken sind. Wir stimmen zu, dass jede anarchistische Praxis in sich Risiken birgt. Die offene informelle Organisation, die eine Beziehung zur Gesellschaft sucht, verw\u00e4ssert die Anarchie und f\u00fchrt uns zur Vermittlung von Politik. Auch wir kennen die Versammlungen, auf denen nur wenige sprechen. Die informelle Organisation als \u201eInstrument des Krieges\u201c birgt die Gefahr des Sektierertums gegen\u00fcber dem Rest der Welt und dadurch losgel\u00f6st von \u00f6rtlichen Konflikten und Br\u00fcchen zu sein, unf\u00e4hig Teil von ihnen zu sein.<\/p>\n<p>Wir w\u00e4hlen in dem einen Moment die v\u00f6llige Anonymit\u00e4t, ohne Bekennung, da das Feuer oder der Stein schon f\u00fcr sich im aktuellen Konflikt gesprochen und interveniert haben. In einem anderen w\u00e4hlen wir die Kommunikation mit anderen Zellen, um uns in der Diskussion weiter zu entwickeln und unsere Verbundenheit im permanenten Angriff mit anderen Hasserf\u00fcllten zu kommunizieren. Und in dem n\u00e4chsten Moment bewegen wir uns sichtbar, versuchen unsere Ideen und Erfahrungen mitzuteilen und in lokale offen liegende Konflikte einzugreifen. Der in Berlin gefangene Anarchist Nero hat auch davon geschrieben: den Widerspruch leben.<\/p>\n<p>Ja, es gibt keine \u201eReinheit\u201c der anarchistischen Praxis aber vielleicht ist es ein Fehler, die verschiedenen Strategien nicht klar zu trennen. So sehr wir also einerseits die St\u00e4dte wirklich brennen sehen wollen und uns daf\u00fcr mit dem schmutzigen sozialen K\u00f6rper vereinigen, ist es andererseits unser kontinuierlichstes Anliegen, uns in der einzigen kompromisslosen Methode, der der FAI\/IRF, zu bewegen, um als subversive Gefahr des Landes diesen schmutzigen K\u00f6rper fortw\u00e4hrend zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Das ist nicht schwer und mit unserer Aktion der erfolgreichen Inbrandsetzung eines Patrouillenfahrzeugs von \u201eSecuritas\u201c in Berlin Wedding, in der Nacht auf den 15. Okt. 2018, f\u00fcr die wir hiermit Verantwortung \u00fcbernehmen, wollen wir den Autismus durchbrechen. Wir beziehen uns direkt auf den Brandanschlag auf zwei Autos der Firma &#8220;Securitas&#8221; in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai in Thun sowie auf den Widerstand der Anarchist*innen gegen die Knasterweiterung des B\u00e4sslergutes in Basel. Die Gr\u00fcnde warum \u201eSecuritas\u201c anzugreifen ist, formuliert das Schreiben aus der Schweiz (https:\/\/barrikade.info\/Securitas-angreifen-1074) ausf\u00fchrlich, so dass wir darauf nicht weiter eingehen m\u00fcssen. Zudem, erscheinen uns die in vielen Taterkl\u00e4rungen gelieferten detaillierten Beschreibungen des Feindes oft kaum n\u00fctzlich, eine Verbreitung des Widerstands zu forcieren. Wir vermissen hingegen die Vorstellungen der z\u00fcndelnden Gef\u00e4hrt*innen, wie der Funke des Angriffs auch in unserem Alltag und in unseren sozialen Beziehungen z\u00fcnden kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr solche Akteure, wie die Firma \u201eSecuritas\u201c, die in Berlin Fl\u00fcchtlingslager bewacht, in der Schweiz Kn\u00e4ste sichert und an vielen anderen Orten dieser Welt den staatlichen Arm der Herrschaft und Kontrolle verl\u00e4ngert, m\u00fcssen unsere St\u00e4dte feindliches Gebiet werden. Mit unserem Angriff stellen wir den Bezug zwischen unseren verstreuten K\u00e4mpfen her und schlagen vor, Sicherheitsunternehmen und andere multinationale Konzerne weiter zu den Zielen unserer Attacken zu erkl\u00e4ren, damit der symbolische Angriff irgendwann in einen wirklich materiellen Schaden \u00fcbergeht.<\/p>\n<p>Symbolisch, weil es zwar unser eigenes Auflehnen gegen jegliche Resignation ist und ganz konkret einen kleinen materiellen Verlust herbeif\u00fchrt, jedoch dar\u00fcber hinaus im kapitalistischen Rauschen untergeht. Aber zur\u00fcck. Meist bleibt uns entweder die Teilnahme an einem Konflikt oder unsere Abwesenheit. Wenn es aber gelingt, Projekte der Herrschenden scheitern zu lassen, weil sie f\u00fcr die ausf\u00fchrenden Firmen mehr Verluste als Gewinne bringen, kann aus dem Zeichen der St\u00e4rke eines wirklich materiellen Schadens eine erste Vorstufe einer unruhigen Phase sich entwickeln. Das ist die Aufgabe der Kommandomilitanz, die wir uns selbst aus dem Zwang des Faktischen angesichts unserer minorit\u00e4ren Position heraus geben, sei sie mit FAI unterschrieben, anonym oder von einer Gruppe wie Rouvikonas. Die Unterschrift ist nebens\u00e4chlich.<\/p>\n<p>Zeitgleich muss der sichtbare Angriff von Vermummten auf die Einrichtungen der Macht und die Bullen erfolgen \u2013 bei Demonstrationen, bei Krawallen im Stadtteil. Hier stehen wir mit allen zusammen auf der Stra\u00dfe, die Bullen und andere Faschist*innen angreifen, Pl\u00fcndern, Einkaufsstra\u00dfen verw\u00fcsten, Barrikaden bauen. Spielt es hier eine Rolle, ob wir das mit Anarchist*innen machen, mit Genoss*innen der DHKPC oder mit unseren kriminellen Freund*innen? Einerseits ja, aber wir m\u00fcssen pr\u00fcfen, mit wem wir auf der Stra\u00dfe agieren und Widerspr\u00fcche austragen k\u00f6nnen. Die anarchistische Theorie bedarf auch nicht der st\u00e4ndigen Abgrenzungen gegen andere Tendenzen, solange sie sich nicht in der Praxis verwirklichen kann. In den westlichen Metropolen und in einigen l\u00e4ndlichen Regionen gibt es nur ganz kleine Unruheherde, die sich weder durch die Erkl\u00e4rungen der Anarchist*innen zu ihren Angriffen noch durch die Appelisten zu Aufst\u00e4nden entwickeln werden.<\/p>\n<p>Insofern sind unsere Kommunikationsmittel, Blogs und Zeitungen tats\u00e4chlich ein Ausdruck von Autismus. Wir existieren f\u00fcr uns selbst und ignorieren andere Fronten, an denen das System Kriege f\u00fchrt. Einzelne beteiligen sich an vielen unterschiedlichen Konflikten, aber solange sich in Teilbereichen beschr\u00e4nkt wird, ob Antifaschismus, Umwelt, etc. ist es bedeutungslos ob der Kontakt zur Gesellschaft gesucht wird oder Kommandomilitanz gepredigt wird, da in diesem Fall nichts von beidem ein aufst\u00e4ndisches Projekt verfolgt.<\/p>\n<p>Der Staat h\u00e4lt sich die privaten S\u00f6ldnerfirmen, um sein eigenes Personal frei zur Menschenjagd zu haben. Diese Ziele m\u00fcssen wir aus dem Alltag beseitigen, aus den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln, wo sie Tickets kontrollieren, aus den Shops wo sie die toten Waren bewachen, aus den Banlieues, wo sie die Menschen drangsalieren. Und aus den Kn\u00e4sten, wo sie mit den Schlie\u00dfern das Morden praktizieren.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t mit den Betroffenen der Operationen \u201eScripta Manent\u201c und \u201ePanico\u201c sowie denjenigen, die sich in Basel f\u00fcr eine wilde Demo im Jahr 2016 der staatlichen Rache durch die Justiz stellen m\u00fcssen! Unsere k\u00e4mpfenden Herzen sind bei euch.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Anarchie!<\/p>\n<p>FAI \/ FRI Zelle \u201eAmad Ahmad\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/25242\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 15. Oktober 2018 Die anarchistische Bewegung hat ihr Profil gesch\u00e4rft. Auch dadurch hat sich die Repression gegen uns in den letzten Jahren verst\u00e4rkt. 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