{"id":8352,"date":"2018-05-08T00:00:52","date_gmt":"2018-05-07T22:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=8352"},"modified":"2018-05-08T00:00:52","modified_gmt":"2018-05-07T22:00:52","slug":"farbangriff-auf-thyssenkrupp-vorstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=8352","title":{"rendered":"Farbangriff auf ThyssenKrupp-Vorstand"},"content":{"rendered":"<p><strong>Halle<\/strong>, 8. Mai 2018<\/p>\n<blockquote><p>Die Ignoranz und Arroganz der Martin-Luther-Universit\u00e4t mit militaristischen Firmen, wie der ThyssenKrupp AG, zu kooperieren, verstehen wir als Angriff auf die humanistischen Werte! Weshalb dem Vortrag Dr. Hiesingers eine autonome Aktion voraus ging, bei der er und seine Begleiter*innen mit kunst Blut besudelt wurden.<\/p>\n<p>!!!DEN KRIEG SABOTIEREN WO ER BEGINNT!!!<!--more--><\/p>\n<p>Die Martin-Luther-Universit\u00e4t veranstaltete am 8. Mai 2018 \u2013 dem Tag der Befreiung vom Faschismus \u2013 die 46. Halleschen Wirtschaftsgespr\u00e4che unter dem Titel \u201eDer globale Wandel und seine Bedeutung f\u00fcr einen globalen Industriekonzern\u201c. Die Universit\u00e4t sah kein Problem darin den Vortrag von dem Vorsitzenden des Vorstandes der ThyssenKrupp AG Dr. Heinrich Hiesinger halten zu lassen. Auch die Veranstaltung im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen stattfinden zu lassen \u2013 einem historischen Waisenhaus \u2013 scheint aus Sicht der Uni nicht moralisch fragw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Die ThyssenKrupp AG stellt unter anderem atomar-bewaffnungsf\u00e4hige U-Boote f\u00fcr die Marine Argentiniens, Brasiliens, Chiles, Ecuadors, Perus, Venezuelas, Griechenlands, der T\u00fcrkei, Indiens, Indonesiens, S\u00fcdkoreas, Israels und S\u00fcdafrikas, her. Israel kauft vier Korvetten von dem Essener Konzern ThyssenKrupp. Der Bau wurde unl\u00e4ngst begonnen (stand 7.2.2018). Der Deal steht unter massivem Korruptionsverdacht, wie der NDR berichtet. Nach Medienberichten hat die Bundesregierung dem Verkauf von drei U-Booten der Thyssen-Krupp-Werft an Israel trotz des Korruptionsverdachts doch zugestimmt \u2013 und sie unterst\u00fctzt den Deal auch finanziell. Bei der Staatshilfe gehe es um maximal 540 Millionen Euro, also 30 Prozent des Gesch\u00e4ftsumfangs. Einem Bericht des NDR (12.2.2015) zufolge darf ThyssenKrupp Marine Systems zwei weitere U-Boote f\u00fcr \u00c4gypten bauen. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) habe die Genehmigung daf\u00fcr erteilt. Zwar gew\u00e4hre die Genehmigung f\u00fcr den Bau noch einen Rechtsanspruch auf eine sp\u00e4tere Ausfuhr, der U-Boot-Export stelle jedoch f\u00fcr Gabriel kein Problem dar. Vielmehr seien, wie er gegen\u00fcber dem NDR erkl\u00e4rte, die Werftindustrie und der U-Bootbau auf der HDW-Werft von ThyssenKrupp ein wichtiges St\u00fcck Kerntechnolgie Deutschlands, die erhalten bleiben m\u00fcsse. Daher wolle Gabriel auch das das Zustandekommen des U-Boot-Gesch\u00e4fts in Milliardenh\u00f6he mit Australien unterst\u00fctzen. Laut einem Artikel der Rheinischen Post hat die Staatsanwaltschaft Bremen am 14. Juni 2016 die Zentrale von ThyssenKrupp in Essen durchsucht. Der Grund daf\u00fcr seien m\u00f6gliche Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit Waffengesch\u00e4ften mit der T\u00fcrkei. Konkret gehe es um den Verdacht, dass das Bremer R\u00fcstungsunternehmen Atlas Elektronik, ein Gemeinschaftsunternehmen von ThyssenKrupp und Airbus, zwischen 1998 und 2014 t\u00fcrkische Milit\u00e4rs bestochen haben k\u00f6nnte, um Auftr\u00e4ge zu erhalten. \u00dcber die Tochterfirma \u201eThyssenKrupp Matirials Turkey\u201c, mit Sitz in der T\u00fcrkei, welche f\u00fcr die t\u00fcrkisch Industrie und damit auch f\u00fcr die Waffenindustrie produziert, steht das Unternehmen in direkten logistischen Zusammenhang mit der milit\u00e4rischen Offensive der T\u00fcrkei in Nordsyrien. Damit unterst\u00fctzt und f\u00f6rdert die Firma die kriegerische Aufr\u00fcstung eines weiteren Staates der sich zum Totalitarismus bewegt. \u00dcber den Ausnahmezustand werden Meinungs- und Versammlungsfreiheit, als auch der Minderheitenschutz ausgehebelt (kein Staat hat derzeit so viele Journalist*innen in Haft). Sp\u00e4testens w\u00e4hrend der Gezi-Park Proteste 2013 zeigten Erdogan und sein Regime zum ersten Mal ihr wahres Gesicht. Gegner*innen seiner autorit\u00e4ren Machtaus\u00fcbung, werden unterdr\u00fcckt, eingeknastet,vertrieben oder ermordet. Dies zeigt sich im Umgang Erdogans mit der so genannten \u201eKurdenfrage\u201c. Nachdem zuerst ein Dialog und Friedensverhandlungen gef\u00fchrt wurden, entschied sich Erdogan doch f\u00fcr die m\u00f6rderische Praxis des milit\u00e4rischen Kampfes gegen die Autonomiebestrebungen der Kurden. Ob in der T\u00fcrkei oder au\u00dferhalb. Unter dem Deckmantel der Terrorbek\u00e4mpfung begeht die T\u00fcrkei Menschenrechtsverletzungen und bombardiert die kurdischen Autonomieregionen in Nordsyrien. Jene die es erfolgreich schafften den Einfluss des IS aus der Region zu verdr\u00e4ngen und basisdemokratische Strukturen aufbauten.<\/p>\n<p>Die Ignoranz und Arroganz der Martin-Luther-Universit\u00e4t mit militaristischen Firmen, wie der ThyssenKrupp AG, zu kooperieren, verstehen wir als Angriff auf die humanistischen Werte! Und der grausame und zynische Witz dabei ist, dass die Krupp AG weiter f\u00fcr faschistische Regime Waffen produziert, ob in der dunklen Zeit des deutschen Nationalsozialismus , oder heute indem Erdogans T\u00fcrkei mit Mordinstrumenten versorgt wird.<\/p>\n<p>Diese Aktion ist Sand im Getriebe der deutschen Waffenindustrie! Gegen jede Kooperation mit faschistischen Regimen!<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zerlegung aller Staaten!<\/p>\n<p>In Solidarit\u00e4t mit den kurdischen Autonomieregionen!<\/p>\n<p>Eine andere Welt ist m\u00f6glich! Emp\u00f6rt Euch!<\/p>\n<p>Der Untergrund!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/20711\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Halle (Saale) &#8211; Das hat es bei den Halleschen Wirtschaftsgespr\u00e4chen noch nicht gegeben: Als der Gastredner des Abends, Heinrich Hiesinger, die Franckeschen Stiftungen in Halle kurz vor 18 Uhr betreten wollte, wurde der Vorstandschef des Industriekonzerns ThyssenKrupp an der Eingangstreppe von einer Gruppe von zehn bis 15 jungen Menschen abgefangen.<\/p>\n<p>Sie umringten ihn und es entspann sich laut Augenzeugen schnell eine Diskussion um U-Boot-Lieferungen des Konzerns an die T\u00fcrkei.<br \/>\nAttacke auf Heinrich Hiesinge: \u201eAm Thyssen-Krupp-Chef klebt Blut\u201c<\/p>\n<p>Einem der Demonstranten reichte das nicht: Er holte zwei Flaschen heraus und bespritzte Hiesinger mit roter Farbe. Das Symbol dahinter war eindeutig: An dem Thyssen-Krupp-Chef klebt Blut, sollte das hei\u00dfen. Anschlie\u00dfend fl\u00fcchtete die Gruppe. Der Staatsschutz ermittelt nun.<\/p>\n<p>Anwesende Professoren der Universit\u00e4t Halle und die Ausrichter der Veranstaltung, das Institut f\u00fcr Unternehmensforschung und Unternehmensf\u00fchrung, zeigten sich zun\u00e4chst perplex. Mit einer solchen Attacke hatte niemand gerechnet. \u201eWir sind ein Forum f\u00fcr friedliche Diskussionen, das allen offen steht\u201c, hie\u00df es. Hiesinger wechselte nur schnell seinen Anzug und trat wenige Minuten sp\u00e4ter unbeeindruckt auf die B\u00fchne des Freylinghausen-Saals.<\/p>\n<p>Zu Beginn seines Vortrages \u201eDer digitale Wandel und seine Bedeutung f\u00fcr einen globalen Industriekonzern\u201c sagte er: \u201eIch wurde hier lebhaft begr\u00fc\u00dft.\u201c Der Vorstandschef meinte, dass er es \u201eakzeptiere, dass es Menschen mit anderen Einstellungen gibt\u201c. Er stelle sich der Diskussion.<br \/>\nThyssenKrupp besch\u00e4ftigt weltweit knapp 160.000 Mitarbeiter<\/p>\n<p>ThyssenKrupp geh\u00f6rt zu den 30 gr\u00f6\u00dften deutschen B\u00f6rsenunternehmen. Der Industriekonzern erwirtschaftete im vergangenen Jahr etwa 43 Milliarden Euro Umsatz und besch\u00e4ftigt weltweit knapp 160.000 Mitarbeiter. Ein Unternehmensteil ist Thyssen-Krupp Marine Systems GmbH (TKMS) mit Sitz in Kiel, der nach eigenen Angaben f\u00fchrende europ\u00e4ische Systemanbieter f\u00fcr U-Boote und Marineschiffe.<\/p>\n<p>Die Firma besch\u00e4ftigt knapp 4.000 Mitarbeiter. Mediale Aufmerksamkeit erregt derzeit ein R\u00fcstungsauftrag von der T\u00fcrkei. Nach Hiesingers Vortrag fragte dann auch ein Zuh\u00f6rer: \u201eWie k\u00f6nnen Sie U-Boote an Erdogan verkaufen, der in Syrien Krieg f\u00fchrt.\u201c Der Mann erinnerte auch an den 8. Mai 1945, dem Ende des 2. Weltkrieges, \u201ean dem die Firma Krupp gut verdiente\u201c.<\/p>\n<p>Hiesinger antwortete, dass die Lieferung der U-Boote bereits 2009 vertraglich vereinbart worden sei und die T\u00fcrkei ein Nato-Partner ist. Die Vertr\u00e4ge lie\u00dfen sich auch nicht ohne weiteres k\u00fcndigen. Hiesinger betonte, dass Thyssen-Krupp keine milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung produziere, die bei innerstaatlichen Konflikten angewendet werden k\u00f6nnen. Thyssen-Krupp sei sich seiner Verantwortung durchaus bewusst. (mz)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.mz-web.de\/halle-saale\/attacke-auf-thyssenkrupp-chef-heinrich-hiesinger-mit-farbe-bespritzt-30141006\">Mitteldeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Halle, 8. Mai 2018 Die Ignoranz und Arroganz der Martin-Luther-Universit\u00e4t mit militaristischen Firmen, wie der ThyssenKrupp AG, zu kooperieren, verstehen wir als Angriff auf die humanistischen Werte! 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