{"id":8345,"date":"2018-05-11T00:00:00","date_gmt":"2018-05-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=8345"},"modified":"2018-05-11T00:00:00","modified_gmt":"2018-05-10T22:00:00","slug":"farbe-gegen-architektenbuero-hyden-und-hidde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=8345","title":{"rendered":"Farbe gegen Architektenb\u00fcro Hyden und Hidde"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2018\/05\/27172.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-8346\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2018\/05\/27172-300x188.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"188\"><\/a>Hamburg<\/strong>, 11. Mai 2018<\/p>\n<blockquote><p>Der Grad der Aufwertung unserer Viertel hat erschreckende Ausma\u00dfe angenommen. Kaum jemandem d\u00fcrfte entgangen sein das die Umstrukturierung und Vertreibung ganzer Stadtteile so rasant voran geschritten ist das Mensch seine eigene Nachbarschaft binnen weniger Jahre nicht mehr wieder erkennt. Alte H\u00e4user werden luxus-saniert oder gleich dem Erdboden gleich gemacht. Soziale Strukturen werden zerrissen, auf langj\u00e4hrige Nachbarschaften wird gekackt. Ein lebendiges Viertel fern ab der kapitalistischen Verwertungslogik bietet den versuch einer Parallele zur sklavischen Unterdr\u00fcckungsmethodik der herrschenden. Es kann somit Grundlage und Basis einer emanzipatorischen Entwicklung sein.<!--more--> Nicht zuletzt aus diesen Gr\u00fcnden haben die Herrschenden ein Interesse daran diesem versuch die Grundlage zu entziehen. Menschen die sich nicht mehr kennen und anonym, getrennt durch 20cm Beton, wohnen f\u00e4llt es schwer sich zu solidarisieren, sich zu emanzipieren oder gar zu radikalisieren. Das miteinander verschwindet nach und nach. Zur\u00fcck bleibt ein Viertel in dem Lohnarbeitenden sich \u00fcber den neuen Flatscreen freuen, aber sich nicht mehr f\u00fcr die belange und sorgen der Menschen k\u00fcmmern die eine T\u00fcr weiter wohnen. Die Stadt der Reichen impliziert automatisch die Vereinzelung eines jedem\/jeder. Sie isoliert Gef\u00fchle und Emotionen und versucht diese durch eigens aufgebaute Orte und Events zu ersetzen. Ein Gutes Beispiel ist die Rindermarkthalle auf St.Pauli. Dort k\u00f6nnen Yuppies und Richkids einkaufen und ein Teil des Ganzen sein. Der extra ausgesch\u00fcttete Sand bietet nun ein tolles Beatch-feeling im Herzen von St. Pauli. Der Gentrifizierungsprozess in der Schanze ist nahezu abgeschlossen. Ein Gro\u00dfbauprojekt folgt dem anderen und die mieten sind ins Absurdeste gestiegen. Die Entwicklung smarter Viertel wie der Hafencity dienen als Blaupausen und Versuchslabore des Konzepts der Stadt der Reichen. Sie sind so konzipiert das jedes kleinste aufbegehren \u00fcberwacht und sofort geahndet wird. Gut einsehbare H\u00e4user, keine Ecken und breite Stra\u00dfen damit jeder Bullenwagen bequem m\u00f6gliche Unruhestifter verfolgen kann. Eine Stimmung wie in einer Shoppingmall am Sonntag. Sie wollen mit netten Angeboten und Luxus Spielpl\u00e4tzen eine famili\u00e4re und freundlich Atmosph\u00e4re schaffen. Doch das Zusammenleben was sie an andern Orten ausl\u00f6schen kann sich nicht k\u00fcnstlich wiederherstellen lassen. Denn die Logik der Bonzen dieser Stadt ist nicht die unsere. Unsere Str\u00e4nde sind dreckige Stra\u00dfen und Gehwege. Dunkle Hinterh\u00f6fe und alte Parkb\u00e4nke sind unser Meer und unsere Sonnenst\u00fchle.<\/p>\n<p>Mit Freuden erinnern wir uns darum an die Ausnahmen an denen die Stille durchbrochen wurde und sich zumindest ein Moment der Freiheit angeeignet wurde. Wir vergessen nicht das im Jahr 2014 eine Gruppe den Versuch gewagt hat ein neu gesquatetes Haus militant zu verteidigen. Mit Steinen, Feuerl\u00f6scher, Waschbecken, Pyro und Farbe bereiteten sie den Schweinen eine unangenehme Stunde mit dessen Wucht sie nicht rechneten. In Zeiten \u00fcbertriebener Repression, der Verbreitung von Angst und Ohnmacht ist dieser Akt ein wundervoller Ausdruck der Wut gewesen und verdient auch vier Jahre sp\u00e4ter gew\u00fcrdigt zu werden.<\/p>\n<p>Die Schweine die die Zerst\u00f6rung unseres Lebensraumes zu verantworten haben sitzen nicht nur in der Politik oder in Bullenwachen, sie sind \u00fcberall zu finden. Es sind Makler, Vermieter, Spekulanten, Abrissunternehmen, Bauunternehmen und eben auch Architekten.<\/p>\n<p>Und so zog es uns Donnerstag Nacht zum Haus in dem der Architekt Sven Hidde seinen Sitz hat. Er ist beauftragt den Luxusbau zu designen dem das besetzte Haus in der Breitenstra\u00dfe weichen musste. Unter anderem ist das Architektenb\u00fcro Hyden und Hidde f\u00fcr viele weitere Yuppiebauten verantwortlich und war unter anderem mit 73 H\u00e4usern auf der schwer kritisierten IBA vertreten. Schon im Jahre 2014 hat es das B\u00fcro getroffen. Jetzt legten wir nach und besuchten das Geb\u00e4ude mit einem Farbfeuerl\u00f6scher als minimale Geste gegen die Zust\u00e4nde in dieser Stadt und als Gru\u00dfbotschaft nach Berlin zu den Chaos- und Disskusionstagen.<\/p>\n<p>Eine solidarische Stadt braucht viele gute Ideen und viele Str\u00f6mungen gut organisierter und w\u00fctender Menschen. Wir d\u00fcrfen niemals aufh\u00f6ren an uns selbst zu arbeiten und die Idee der einer freiheitlichen, antiautorit\u00e4ren Gesellschaft auszubauen und weiterzuentwickeln. Auch unser da sein als Personen mit freiheitlichem Anspruch steht im direktem Kontext mit dem Kampf gegen die Stadt der Reichen. Wir gr\u00fc\u00dfen die Freund*Innene und Gef\u00e4hrt*Innen in Berlin die dieser Tage die Chaos- und Disskusionstage abhalten. Wir sehen es als sch\u00f6nes Gegenprogramm zum hedonistischem Hafengeburtstag der in diesen Tagen in Hamburg stattfindet und hoffen das auch aus Hamburg einige Menschen den Weg nach Berlin finden, diskutieren und f\u00fcr Chaos sorgen statt den weg zum Tresen einzuschlagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In solidarischen Gr\u00fc\u00dfen: Viva la Berni! Kogge bleibt! Black Triangel verteidigen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe und Kraft an Isa, Michael und Nero die in Berlin auf Grund revoltierendem Verhaltens im Knast sitzen sowie allen anderen Gefangenen.<\/p>\n<p>Gegen die Stadt der Reichen!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/20770\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- Here be dragons but no images. -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 11. 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