{"id":7158,"date":"2017-11-23T00:00:45","date_gmt":"2017-11-22T22:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=7158"},"modified":"2017-11-23T00:00:45","modified_gmt":"2017-11-22T22:00:45","slug":"amazon-liefer-transporter-angegriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=7158","title":{"rendered":"Amazon Liefer-Transporter angegriffen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7159\" src=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz1-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz1-300x169.jpg 300w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz1-768x432.jpg 768w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz1-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Berlin<\/strong>, 23. November 2017<\/p>\n<blockquote><p>Wir haben keinen Bock darauf, durch Informationen regierbar zu sein \u2013 und auf die Genugtuung in den Gesichtern der Manager, selig grinsend bei dem Gedanken an die stumpfen Massen, die am Black Friday, wie gesteuerte Zombies, die Kaufhallen st\u00fcrmen werden.<\/p>\n<p>In Solidarit\u00e4t mit den k\u00e4mpfenden Arbeiter*innen von amazon und als Unterst\u00fctzung zu Block Black Friday, haben wir in der Nacht auf den 23. November 3 Transporter des Express Liferanten mit den Aufschriften \u201eAZ Amazon\u201c und \u201edrs amazon\u201c auf verschiedene Weisen angegriffen \u2013 abgefackelt, Reifen zerstochen, mit Farbe beschmiert und hinterlie\u00dfen den Aufruf: \u201eStreik!\u201c.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEs gab diese Randnotiz in den Medien, als mal wieder ein \u201eTerrorist\u201c verhaftet wurde &#8211; Amazon schl\u00e4gt den potentiellen Terror-Kund*innen bei der Suche nach Wasserstoffperoxid gleich die n\u00e4chsten Zutaten f\u00fcr den gro\u00dfen Knall vor \u2013 dem Algorithmus sei Dank&#8230;<\/p>\n<p>Die grundlegende Wette von Amazon und Co. zielt darauf, dass mit all den Feedback-Schleifen, den Sensoren, Mikrophonen, Kameras und Daten sich nicht nur Mehrwert generieren l\u00e4sst, sondern sich am Ende der technologische Angriff in die K\u00f6rper und Handlungen einschreibt. Dabei gibt es einen Zweiklang aus immer w\u00e4hrendem Konsum und dessen Steuerung auf der einen Seite und der Kontrolle und Entgrenzung auf der Anderen: seien es die, im Kaufhaus schon jetzt statt findende, Emotions-Erkennung der Kameras, Smartphones als Wahrnehmungshilfen, Google Home oder die gruseligen Spitzel-Puppen im Kinderzimmer.<\/p>\n<p>Die Konsument*innen der globalen Warenstr\u00f6me werden f\u00fcr die ungefragte Emotionserfassung mit, auf sie pers\u00f6nlich zugeschnittene und gesteuerte Werbung, vermeintlich belohnt. W\u00e4hrend sich auf den Gesichtern all derer, die Kriminelles im Schilde f\u00fchren, m\u00f6glicherweise die Anspannung vor dem bevorstehendem Ladendiebstahl oder dem Ausscheren, aus dem Trott der Normierung, sichtbar wird.<\/p>\n<p>In diesem Spiel pokert Amazon ganz vorne mit. So ist Amazon letztes Jahr der Konzern mit den meisten Forschungsausgaben weltweit gewesen. So gibt es schon jetzt Testphasen mit Superm\u00e4rkten ohne Personal. \u201eAmazon Go\u201c setzt darauf, dass die Kund*innen per App beim Betreten des Ladens registriert werden, ebenso wie die Produkte, die den Regalen entnommen werden \u2013 der arbeitende Kunde im panoptischen Suppermarkt. So platzt bald auch die Deinstleistungsblase, das Sammelbecken f\u00fcr die unz\u00e4hligen wegrationalisierten Industriearbeiter*innen.<\/p>\n<p>So landen wir bei den k\u00e4mpfenden Arbeiter*innen von Amazon, die bereits jetzt in der panoptischen Fabrik auf Schritt und Tritt mittels dauerhaft mit W-Lan verbunden Ger\u00e4ten im Warenlager \u00fcberwacht werden.<\/p>\n<p>Geht es dort prim\u00e4r um die \u201eOptimierung\u201c der Arbeitsabl\u00e4ufe, geht es im \u00fcberwachten Supermarkt, um zwei Dinge: zum einen um die Reduzierung der Kosten: der arbeitende Kunde, der sich selbst bedient, brav selbst\u00e4ndig bezahlt, braucht keine Servicekraft. Zum anderen geht es hier um die generierten Informationen. Wer bleibt wie lange vor welchem Regal stehen? Welche Emotionen lassen sich an der Gangart ablesen? Ab wann shoppe ich mich gl\u00fccklich, wenn ich zuvor deprimiert und langsam durch die Passage lief?<\/p>\n<p>Hierbei geht es um weit mehr als um Marketing und Product-Placement, denn die Online-Riesen machen schon jetzt fast genauso viel Umsatz \u00fcber den Verkauf und die <a href=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7160\" src=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz2-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz2-300x169.jpg 300w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz2-768x432.jpg 768w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/amz2-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Werbung, wie mit den personenbezogenen Daten, die sie flei\u00dfig sammeln und in suggeriert lebensnotwendige Technologien f\u00fcr die gesamte Menschheit einflechten. W\u00e4hrend sich die Ausbeutung der Arbeitskraft fast nicht mehr perfektionieren l\u00e4sst, werden die Profite nun \u00fcber die vom Kunden gewonnen Daten und Informationen erwirtschaftet \u2013 durch den Zugriff und die Steuerung menschlicher Verhaltensmuster und ihrer erzeugten Bed\u00fcrfnisse: Der arbeitende Kunde.<\/p>\n<p>Wir haben keinen Bock darauf durch Informationen regierbar zu sein \u2013 und auf die Genugtuung in den Gesichtern der Manager, selig grinsend bei dem Gedanken an die stumpfen Massen, die am Black Friday, wie gesteuerte Zombies, die Kaufhallen st\u00fcrmen werden.<\/p>\n<p>So beteiligen auch wir uns an einem Arbeitskampf, obwohl wir eigentlich darauf bestehen, Lohnarbeit vehement zu verweigern und zu versuchen uns gegenseitig davor zu bewahren.<\/p>\n<p>Der Konflikt um die streikenden Arbeiter*innen bei Amazon, stellt f\u00fcr uns nur einen Ausschnitt des gigantischen Problems des Wandels der Arbeitswelt, der Vereinzelung der Kampffelder und der Isolierung der K\u00e4mpfenden dar.<\/p>\n<p>Und auch die Streikenden werden ahnen, dass es in zehn Jahren keine Picker und Packer mehr geben wird, denn schon jetzt arbeitet Amazon daran mittels KI gesteuerter Drohnen die Warenlager zu bearbeiten.<\/p>\n<p>Trennen wir die Kabel<br \/>\nLasst uns mehr sein als Null und Eins<br \/>\nIn Solidarit\u00e4t mit den k\u00e4mpfenden Arbeiter*innen und als Unterst\u00fctzung zu Block Black Friday, haben wir in der Nacht auf den 23. November in Berlin Kreuzberg, Friedrichshain und Lichtenberg 3 Transporter des Express Liferanten mit den Aufschriften \u201eAZ Amazon\u201c und \u201edrs amazon\u201c angegriffen \u2013 2 abgefackelt, bei einem die Reifen zerstochen, mit Farbe beschmiert und den Aufruf hinterlassen: \u201eStreik!\u201c.<br \/>\nDie wei\u00dfen Transporter stehen bestimmt auch noch in euren Stra\u00dfen.<\/p>\n<p>&#8211; Autonome Gruppen &amp; Andere &#8211;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Email<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 23. November 2017 Wir haben keinen Bock darauf, durch Informationen regierbar zu sein \u2013 und auf die Genugtuung in den Gesichtern der Manager, selig grinsend bei dem Gedanken an die stumpfen Massen, die am Black Friday, wie gesteuerte Zombies, die Kaufhallen st\u00fcrmen werden. 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