{"id":7129,"date":"2017-11-13T00:00:16","date_gmt":"2017-11-12T22:00:16","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=7129"},"modified":"2017-11-13T00:00:16","modified_gmt":"2017-11-12T22:00:16","slug":"brandanschlag-auf-sicherheit-nord-fuhrpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=7129","title":{"rendered":"Brandanschlag auf Sicherheit Nord-Fuhrpark"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg<\/strong>, 13. November 2017<\/p>\n<blockquote><p>Sabotage ist das geeignete Mittel die Fassade der Autorit\u00e4t einzureissen. Wo die Agenturen der Sicherheit mit ihrer eigenen Bewachung besch\u00e4ftigt sind und dann vor den Tr\u00fcmmern ihrer Werkzeuge stehen, wird ihre Macht sichtbar in Frage gestellt und zum weiteren Regelversto\u00df ermuntert.<\/p>\n<p>Wie es in der Schweiz dem Implenia Baukonzern ergeht, der seine Beteiligung an Knastprojekten mit brennenden Baumaschinen bezahlt. Wie es in Frankreich Vinci, SPIE oder Eiffage wegen \u00e4hnlicher Verbindungen zur Repression ergeht.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAm 13. November ist in Hamburg Barmbeck der Fuhrpark von Sicherheit Nord abgebrannt, weil wir unter mehreren Fahrzeugen Feuer gelegt haben. Sicherheit Nord hat in zehn Bundesl\u00e4ndern Kooperationsvertr\u00e4ge mit den Bullen, bewacht den NATO-St\u00fctzpunkt in L\u00fcneburg, Botschaften, Einrichtung der Kasernierung von Gefl\u00fcchteten und Gesch\u00e4fte in Vierteln, die den Herrschenden unsicher erscheinen.<\/p>\n<p>Diese Aktion und dieser Text sind f\u00fcr uns. F\u00fcr die Tausenden, die den Hamburger Aufruhr erm\u00f6glicht haben. F\u00fcr die Gefangenen. F\u00fcr die Betroffenen der Operation \u201eScripta Manet\u201c https:\/\/325.nostate.net\/tag\/operation-scripta-manent\/ in Italien. Ein Feuer in Solidarit\u00e4t mit dem Hungerstreik von Nikos Maziotis und Pola Roupa http:\/\/actforfree.nostate.net\/?p=28944, ein Gru\u00df an Konstantinos G http:\/\/actforfree.nostate.net\/?p=28942, verhaftet wegen dem Verschicken von Briefbomben und Mitgliedschaft in der CCF. Freiheit f\u00fcr Lisa im Aachen Bankraub Verfahren https:\/\/solidariteit.noblogs.org\/!<\/p>\n<p>Wir bekennen uns zum militanten Kampf gegen den Staat auf allen Ebenen. Die Repression wird uns nicht aufhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Anarchie \u2013 Autonome Gruppen<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>P.S. (um eine schnelle \u00dcbersetzung des ersten Teils einfacher zu machen):<\/p>\n<p>Der entstandene Sachschaden ist wahrscheinlich f\u00fcr Sicherheit Nord verkraftbar. Derzeit kann es nicht darum gehen, die Erfolge unseres Kampfes am materiellen Schaden des Staates und seiner Diener zu messen. Wie bei den massiven Ausschreitungen hier im Juli und den militanten Angriffen im Vorfeld des G20 deutlich geworden, liegt der Sinn einer offensiven Strategie von Anschl\u00e4gen und Auseinandersetzungen mit der Polizei als sichtbarste und nicht interpretierbare Form zu k\u00e4mpfen darin, antagonistische Positonen zu st\u00e4rken. Es war zu beobachten, mit welcher Leichtigkeit der Staat 40 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung stellte, um die sp\u00fcrbaren Sch\u00e4den f\u00fcr das Hamburger B\u00fcrgertum abzumildern, nachdem kurz zuvor den Hinterbliebenen der 9 Todesopfer der Mordserie der parastaatlichen faschistischen Strukturen mit dem verschw\u00f6rerisch klingenden Namen NSU tr\u00f6stliche 900.000 Euro hingeschmissen wurden.<\/p>\n<p>Kampagnen mit dem Ziel einer vorher festgelegten Summe an Sachsch\u00e4den haben allenfalls sportlichen Charakter f\u00fcr eine Szene, die keine politischen Ziele verfolgt, sondern darauf wartet, von Event zu Event zu springen und dabei oftmals in konsumistische Verhaltensweisen verf\u00e4llt. Die letztj\u00e4hrige Kampagne f\u00fcr die Rigaer 94 soll damit nicht schlecht geredet werden. Es f\u00e4llt aber auf, dass die Angriffsserie gegen den G20-Gipfel nahtlos an diese sehr aktive Phase von kleinen Gruppen anschloss, die inhaltliche Kontinuit\u00e4t hinter der kontinuierlichen Praxis jedoch zur\u00fcckf\u00e4llt. Es hat sich in diesen zwei dichten Phasen gezeigt, dass es im deutschsprachigen Raum eine militante Struktur gibt, die in der Lage ist, gesellschaftliche Konflikte zuzuspitzen. Dieser Tatsache m\u00fcssen wir uns bewusst sein, sp\u00e4testens, nachdem wir es gegen den Widerstand von 30.000 Ordnungskr\u00e4ften geschafft haben, gleichzeitig gesellschaftliche Konflikte gegen ihre Profiteure zu drehen und dabei einen G20-Gipfel zu ruinieren. Dabei spielten organisierte Angriffe wie der Altonaer Schwarze Block als auch die Entschlossenheit und Erfahrung unserer Kleingruppen, die Ordnungskr\u00e4fte in der Schanze zu besiegen, eine Schl\u00fcsselrolle. Aus diesem Bewusstsein und nur in diesem Bewusstsein ist es m\u00f6glich und n\u00f6tig, auch eine inhaltliche Kontinuit\u00e4t zu entwickeln.<\/p>\n<p>Nach den Ausschreitungen hat sich gezeigt, dass es wenige Strukturen gibt, die sich \u00f6ffentlich hinter die antistaatliche Gewalt stellen. Das Bekenntnis zur offensiven Vorgehensweise, die von den militanten Strukturen gew\u00e4hlt wurde \u2013 u.a. im Bezug auf Gruppen, die im Vorfeld gro\u00dfspurig die H\u00f6lle versprochen hatten \u2013 litt unter den staatlichen Drohungen und der Hetze der Medien. Warum das so ist, ist nicht verst\u00e4ndlich. Eigentlich steht hinter uns die Geschichte einer radikalen Linken mit Erfahrungen mit der staatlichen Strategie zur Aufstandsbek\u00e4mpfung und Zerschlagung von oppositionellen Strukturen. Diese Geschichte lehrt uns, wenn wir sie denn beachten wollen, dass die \u00f6ffentliche Distanzierung der Verrat am revolution\u00e4ren Kampf ist. Ein Nicht-Verhalten nach diesem Gipfel des Widerstandes ist maximal wertlos.<\/p>\n<p>Unverst\u00e4ndlich ist auch die Sorge, dass es zu schwerwiegenden Konsequenzen f\u00fcr sichtbar arbeitende Strukturen kommen wird. Das Verbot von Linksunten.indymedia.org ist das einzige, was sich der Staat gerade so hinbiegen konnte, um in einer populistischen Aktion eine Struktur zu blockieren, die ohnehin in ihrer zentralen Rolle f\u00fcr uns fehlerhaft war. Bemerkenswert ist, dass linksunten nach wie vor nicht abgeschaltet wurde, sondern von den Betreiber_innen offline genommen wurde und es jederzeit m\u00f6glich ist, sofern erforderlich, dieses Medium wieder anzubieten. Und wenn wir nach Frankreich blicken, sehen wir, dass ein anderer Umgang mit der Zensur von Internetseiten im Rahmen des M\u00f6glichen ist. Im Falle einer Abschaltung haben franz\u00f6sischsprachige Indymedias angek\u00fcndigt, weiterhin \u00fcber die Onion-Adresse erreichbar zu sein.<\/p>\n<p>Da momentan nicht mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen ist, gilt es, daran zu arbeiten, dass der militante Begriff weiter gefasst wird, als Anschlagsaktivit\u00e4ten und kleine Aufst\u00e4nde. Wir brauchen mehr Menschen, die sich verpflichtet f\u00fchlen, antagonistische Positionen in ihren lokalen K\u00e4mpfen zu vertreten und zu propagieren. Wir brauchen wieder alternative Strukturen, die sich dem antistaatlichen Kampf verbunden f\u00fchlen. Selbstorganisierte und Selbsthilfegruppen, Stadtteilgruppen, K\u00fcFas und Kollektive, die sich mit unserem schwarzen Block und unseren nachtaktiven Kleingruppen auf Augenh\u00f6he verst\u00e4ndigen. Auf Ziele, auf Strategien und auf Mittel.<\/p>\n<p>Beim G20-Gipfel haben wir gezeigt, dass wir handlungsf\u00e4hig sind, u.a. im Zusammenspiel mit einigen solchen offen agierenden Strukturen, die die Camp-Orga, die Sanis, den Ermittlungsausschuss und \u00e4hnliche wichtige Aufgaben \u00fcbernommen haben. Ein derartiges Zusammenspiel muss eine Kontinuit\u00e4t entwickeln. Genau jetzt, wo wir uns alle einen beachtlichen Erfolg auf unsere Fahne schreiben k\u00f6nnen und die kollektive Erinnerung noch frisch ist und sich nicht schon im ern\u00fcchternden Alltag der Szene zwischen Soliparty und Feierabendplenum verloren hat.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Indymedia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 13. November 2017 Sabotage ist das geeignete Mittel die Fassade der Autorit\u00e4t einzureissen. 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