{"id":7048,"date":"2017-11-08T00:00:13","date_gmt":"2017-11-07T22:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=7048"},"modified":"2017-11-08T00:00:13","modified_gmt":"2017-11-07T22:00:13","slug":"feuer-steine-und-farbe-gegen-start-up-factory","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=7048","title":{"rendered":"Feuer, Steine und Farbe gegen Start-up Factory"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/sart.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7049\" src=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/sart-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/sart-300x200.jpg 300w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/sart-768x512.jpg 768w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/sart-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/sart.jpg 1620w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Berlin<\/strong>, 8. November 2017<\/p>\n<blockquote><p>Viele Texte wurden schon zu Hamburg verfasst. Noch immer sitzen Gef\u00e4hrt*innen im Knast und sollen f\u00fcr die traumhaften Augenblicke, in denen wir die allt\u00e4gliche Gewalt des Staates und der Gesellschaft einmal an die Absender*innen zur\u00fcckschicken konnten, b\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Frage, die wir uns stell(t)en ist: Wie geht\u2019s nun weiter&#8230;?<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten an die Dynamik von Hamburg ankn\u00fcpfen. Es hat sich gezeigt, dass viele Menschen bereit sind gegen die bestehenden Zust\u00e4nde k\u00e4mpferisch <!--more-->auf die Stra\u00dfe zu treten, gleichzeitig konnte mit den erk\u00e4mpften Freir\u00e4umen der Bedarf nach eben diesen aufgezeigt werden.<\/p>\n<p>Neben Diskussionen, Texten, Treffen, Freundschaften und vielen weiteren Produkten der Zusammenk\u00fcnfte rund um den G20 Gipfel, stand der Angriff im Mittelpunkt der Selbstorganisierung an den Tagen vor, w\u00e4hrend und nach dem Gipfel.<br \/>\nW\u00e4hrend unsere Gegner sich bestimmt schon auf den n\u00e4chsten Repressionsschlag vorbereiten, sollten wir das dort Erlebte und vielleicht auch Erlernte ausbauen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sie Durchsuchungsbeschl\u00fcsse ausstellen, die Zellent\u00fcr unserer Freund*innen in Hamburg und \u00dcberall zuschlie\u00dfen, neue \u00dcberwachungsgesetze schreiben, das Klima weiter verpesten, unsere Freund*innen in S\u00fcdamerika, Afrika, Asien und \u00fcberall auf der Welt aushungern und ausbeuten, unsere Kieze zerst\u00f6ren, unsere Wohnungen r\u00e4umen\u2026<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; sollten wir die Zeit nutzen, um zum Gegenangriff \u00fcberzugehen.<\/p>\n<p>Nur eine Kultur des Widerstandes auf allen Ebenen und in allen Formen kann uns die M\u00f6glichkeit geben dieses Leben etwas ertr\u00e4glicher zu gestalten und Perspektiven schaffen, die vielleicht eines Tages zum sch\u00f6nen Leben f\u00fcr alle reichen.<\/p>\n<p>Die Berliner Innenstadt ist so gut wie ausverkauft. Neben hunderter sogenannter Investor*innen, die ihre Kohle mit dem Bedarf an Wohnraum verdienen, investieren nun die \u201egro\u00dfen\u201c in der Berliner City. Google, Zalando und co. kommen und m\u00f6chten ein St\u00fcck vom Kuchen der Berliner \u201eSmartcity\u201c.<br \/>\nDer F\u00f6rderung und Ansiedlung der Start-up Szene kommt eine wichtige Bedeutung zu. Der Traum vieler junger Leute, mit einer guten Idee reich und \u201eunabh\u00e4ngig\u201c zu werden, ist das Trugbild mit denen uns die eigentlichen Profiteur*innen verarschen.<br \/>\nWohnraum wird verdr\u00e4ngt, teure Cafes, Luxusrestaurants und Hotels werden angesiedelt, B\u00fcrokomplexe hochgezogen, Brachfl\u00e4chen zum Gesch\u00e4ftsraum.<\/p>\n<p>Sie wissen, dass sie ihr geliebtes Projekt nur halten k\u00f6nnen, wenn sie es mit Securities und Objektschutztstreifen besch\u00fctzen. Beliebt sind sie nur bei denjenigen, die woanders wohnen und davon profitieren oder sich die neue Miete im Kiez leisten k\u00f6nnen. Alle anderen stellen verst\u00e4ndlicherweise eine permanente Bedrohung f\u00fcr die schicke neue Glasfassade dar.<\/p>\n<p>Wir haben keine Lust in einer Hochglanzstadt nach Londoner Vorbild zu leben, wir wollen unsere Wohnungen behalten und lieben unsere Brachen, die oft Lebens(t)raum verschiedener Leute waren.<br \/>\nWir finden Technologien sollen Menschen helfen, statt sie auszubeuten, zu \u00fcberwachen und Mittel zum Zweck der Profimaximierung zu sein. Die Gesichtsausdr\u00fccke derer, die in der U-bahn sitzen und stumpf auf ihre Handys blicken, sind Ausdruck und Schaubild einer Gesellschaft, die sinnentleert konstruierten Bed\u00fcrfnissen hinterherrennt, statt sich auf Freundschaft, Solidarit\u00e4t, Liebe und Gemeinsamkeiten zu beziehen.<\/p>\n<p>Der Welt der Arbeit, (Selbst)Ausbeutung und Vereinzelung gilt es entschieden entgegenzutreten.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund haben wir uns mit einigen Menschen zusammengetan und der neuen Start-up Factory in Berlin Treptow zur Teiler\u00f6ffnung gratuliert, indem wir Steine, Farbe und einige Mollis an die Fassade warfen und in einem Geb\u00e4udeteil stinkende Fl\u00fcssigkeiten verteilten.<br \/>\nAnfangs loderten die Flammen noch hoch, leider erlosch das Feuer aber recht schnell. Auch wir bem\u00fchen uns um eine Optimierung unserer technischen Abl\u00e4ufe\u2026.Versprochen!<\/p>\n<p>Warum die Factory?<\/p>\n<p>Die Factory hat mehrere Standorte in Berlin, ihr inoffizielles Zentrum ist seit Sommer 2014 der Berliner Start-up-Campus in der Rheinsberger Str. 76\/77. Dort treffen Start-ups auf etablierte Unternehmen wie die Deutsche Bank, Schaerffler die Telekom und viele mehr.<br \/>\nZiel der Factory ist es, den Start-up Standort Berlin zu st\u00e4rken. Gr\u00fcnderszene und Old Economy sollen sich erg\u00e4nzen und besser vernetzt werden. Die Start-ups profitieren von den Etablierten, was Erfahrung, Struktur und Kapitalisierung betrifft und die Konzerne profitieren in Form von Innovation, Kreativit\u00e4t und Geschwindigkeit.<br \/>\nDie Factory-Dependance am G\u00f6rlitzer Park in der Lohm\u00fchlenstr. 65 d\u00fcrfte das Original von der Dimension her noch weit in den Schatten stellen: Das Backsteingeb\u00e4ude erstreckt sich \u00fcber f\u00fcnf Etagen, auf den 14.000 Quadratmetern sollen demn\u00e4chst bis zu 1000 Kreative arbeiten. \u201eDas ist das gr\u00f6\u00dfte Clubhaus f\u00fcr Start-ups in Europa\u201c, sagt Factory-Vorstand Lukas Kampfmann.<br \/>\nDoch das Geb\u00e4ude haben die Factory-Macher*innen nicht verlassen vorgefunden, nach dem Kauf im Vorjahr wurden etwa 150 Mieter*innen gek\u00fcndigt, die zuvor jahrelang Ateliers und B\u00fcror\u00e4ume gemietet hatten. Die verschiedensten Atelier- und B\u00fcrogemeinschaften, darunter Grafiker*innen und \u00dcbersetzer*innen, Wissenschaftler*innen, eine Gemeinschaftspraxis von Psychotherapeut*innen und ein Ausbildungsrestaurant, wurden gek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Auf der Investorenseite sto\u00dfen wir auf einen alten Bekannten, den Immobilienspekulanten Boris Gregor Marweld. Er war Hausverwalter des Eigent\u00fcmers Marc Walter, welcher 2005 ma\u00dfgeblich an der R\u00e4umung des linken Wohnprojekts Yorck59 beteiligt gewesen ist. Mehrfach wurden Bewohner*innen der York59 tyrannisiert und mit der Parole \u201eH\u00e4user denen, die sie bezahlen k\u00f6nnen!\u201c macht er klar, welche Kriterien f\u00fcr ihn ma\u00dfgeblich sind &#8211; Geld haben oder eben nicht. Marweld erwarb das Geb\u00e4ude in der Lohm\u00fchlenstrasse mit seiner Firma \u00bbJoLo Berlin Liegenschafts-GmbH\u00ab f\u00fcr 23 Millionen Euro. Die \u00bbJoLo GmbH\u00ab wurde nach dem Kauf der Lohm\u00fchle in \u00bbL65 Grundbesitz GmbH\u00ab umbenannt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ist nun nicht mehr Marweld, sondern Stefan Klemm. Auf der Homepage von Marwelds neuer Firma \u00bbFormac Consult Real Estate GmbH\u00ab, f\u00fchrte er die Lohm\u00fchle jedoch weiter als \u00bbaktuelles Projekt\u00ab.<\/p>\n<p>Ausblick<\/p>\n<p>Unsere Solidarit\u00e4t gilt auch den K\u00e4mpfenden zum BlackFriday gegen die Ausbeutung durch den Amazon Konzern.<br \/>\nBeteiligt euch kreativ an den Protesten!<\/p>\n<p>Den staatlichen Institutionen ist klar, dass unsere Kritik ihm gef\u00e4hrlich werden kann. Das Verbot von &#8216;linksunten.indymedia.org&#8217; ist die direkte staatliche Konsequenz, die auf die Erfolge der Organisierungen in Hamburg folgt und eine reine Zensur unserer Inhalte. Ein Video unserer Aktion soll ein kleiner, w\u00e4rmender und solidarischer Gru\u00df sein, an unsere Gef\u00e4hrt*innen, die von der staatlichen Repression betroffen sind und an diejenigen die sich in Haft befinden.<\/p>\n<p>Staat, Bullen, Investor*innen &#8211; Amazon, Google, Zalando &amp; co. \u2013 Fickt euch alle!<\/p>\n<p>F\u00fcr die Freiheit!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Indymedia<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Video:<\/strong><\/p>\n<p><div style=\"width: 620px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-7048-1\" width=\"620\" height=\"348\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/7fqbly8i.mp4?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/7fqbly8i.mp4\">https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2017\/11\/7fqbly8i.mp4<\/a><\/video><\/div><br \/>\n<a href=\"https:\/\/vid.me\/1yQtY\">https:\/\/vid.me\/1yQtY<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/sendvid.com\/7fqbly8i\"> https:\/\/sendvid.com\/7fqbly8i<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch ein Gr\u00fcnderzentrum am Rand des G\u00f6rlitzer Parks angegriffen. Der Staatsschutz ermittelt.<\/p>\n<p>Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch ein Gr\u00fcnderzentrum in Treptow mit Brands\u00e4tzen, Pflastersteinen und Farbbeuteln angegriffen. Dabei wurden mehrere Scheiben besch\u00e4digt, teilte die Polizei mit. Zu einem Brand sei es aber nicht gekommen. Zwei der Maskierten sollen einen Sicherheitsmitarbeiter durch ein Fenster im Eingangsbereich hindurch mit Eisenstangen bedroht haben. Zudem wurden drei parkende Fahrzeuge Opfer der Farbattacke. In der Luft lag laut Stimmen von vor Ort ein deutlicher Geruch von Farbe.<\/p>\n<p>Zeugen bemerkten in der Nacht gegen 2 Uhr eine Gruppe von bis zu acht Personen in der N\u00e4he des Start-up-Zentrums an der Lohm\u00fchlenstra\u00dfe Ecke Jordanstra\u00dfe. Sp\u00e4ter wurden dann die Sch\u00e4den an dem Geb\u00e4ude festgestellt. Die T\u00e4ter konnten jedoch nicht gestellt werden. Die Polizei geht von einem politischen Motiv der Tat aus, der Staatsschutz ermittelt.<br \/>\nStart-up-Zentrum ist umstritten<\/p>\n<p>Hinter dem Gr\u00fcnderzentrum stehen die Macher der Start-up-Zentrums Factory in Berlin Mitte. Die neue Dependance direkt am G\u00f6rlitzer Park z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Gr\u00fcnderzentren Europas. In der Gegend ist das Projekt jedoch nicht unumstritten. Bevor in dem einst von der Firma Agfa errichteten Fabrikgeb\u00e4ude f\u00fcr Start-ups umgebaut wurde, lebten und arbeiteten in dem Geb\u00e4ude zahlreiche K\u00fcnstler. Der zust\u00e4ndige Bezirksstadtrat in Alt-Treptow, Rainer H\u00f6lmer, sprach von &#8220;Verdr\u00e4ngung&#8221; und kritisierte das Projekt scharf.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/polizeibericht\/article212477753\/Unbekannte-greifen-Start-up-Zentrum-mit-Brandsaetzen-an.html\">Berliner Morgenpost<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 8. November 2017 Viele Texte wurden schon zu Hamburg verfasst. Noch immer sitzen Gef\u00e4hrt*innen im Knast und sollen f\u00fcr die traumhaften Augenblicke, in denen wir die allt\u00e4gliche Gewalt des Staates und der Gesellschaft einmal an die Absender*innen zur\u00fcckschicken konnten, b\u00fc\u00dfen. Die Frage, die wir uns stell(t)en ist: Wie geht\u2019s nun weiter&#8230;? Wir m\u00f6chten an [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12080,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[24],"class_list":["post-7048","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de","tag-berlin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7048","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12080"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7048"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7048\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}