{"id":7,"date":"2015-06-01T00:00:19","date_gmt":"2015-06-01T00:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=7"},"modified":"2015-06-01T00:00:19","modified_gmt":"2015-06-01T00:00:19","slug":"brandanschlaege-auf-das-schienennervensystem-des-hamburger-hafens-angriff-auf-die-internationale-welthafenkonferenz-in-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=7","title":{"rendered":"Brandanschl\u00e4ge auf das Schienennervensystem des Hamburger Hafens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg<\/strong>, 1. Juni 2015<\/p>\n<blockquote><p>Brandanschl\u00e4ge auf das Schienennervensystem des Hamburger Hafens &#8211; Angriff auf die internationale Welthafenkonferenz in Hamburg<\/p>\n<p>Wir haben in der Nacht vom 31.5. auf den 1.6. den Bahnverkehr von und zum Hafen Hamburg an 2 wichtigen Stellen unterbrochen. Feuer loderte in Kabelsch\u00e4chten an folgenden Orten:<\/p>\n<p>* ICE Strecke nach L\u00fcneburg\/Hannover: Die H\u00e4lfte aller \u00fcber die Bahn transportierten G\u00fcter des Hamburger Hafens nimmt diesen Weg.<\/p>\n<p>* Abschnitt Hausbrucher Moor, \u00dcbergang zu den gro\u00dfen Terminals Altenwerder, Eurogate und Burchardkai und der Kattwykbr\u00fccke. An den Hamburger HHLA-Terminals werden mehr Container auf Z\u00fcge verladen, als in Rotterdam und Antwerpen zusammen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Vom 1. bis zum 5. Juni 20015 geht in Hamburg die 29. Zusammenkunft der IAPH (International Association of Ports and Harbours) \u00fcber die B\u00fchne. Alle 2 Jahre treffen sich die Vertreter*innen der Hafenwirtschaft, Hafenverwaltungen und -verb\u00e4nde und die Vorst\u00e4nde der globalen Reedereien zu der bedeutensten Konferenz der maritimen Wirtschaft. Die IAPH vertritt 270 H\u00e4fen aus 90 L\u00e4ndern, die \u00fcber 80% des weltweiten Containerverkehrs abwickeln.<\/p>\n<p>Dieses Jahr stehen 2 Themen im Mittelpunkt, die in Hamburg eine enorme Bedeutung haben: &#8220;SMARTPORT&#8221; und &#8220;CRUISE SHIPPING&#8221;.<\/p>\n<p>Bei SMARTPORT geht es darum, das Zusammenspiel aller Verkehrstr\u00e4ger, Schiffe, Terminals, LKW&#8217;s und Eisenbahnen zu optimieren, damit der Verkehr und die Warenstr\u00f6me effizienter und schneller flie\u00dfen k\u00f6nnen. Der Energieverbrauch soll m\u00f6glichst mimimiert werden.<\/p>\n<p>Gerade in Hamburg, wo der Hafen in der Stadt liegt und Stra\u00dfen, Schienen und Wasserwege nicht unbegrenzt ausgebaut werden k\u00f6nnen, mu\u00df die vorhandene Infrastruktur besonders nachhaltig genutzt werden. Die beiden wichtigsten Konkurrenzh\u00e4fen in Europa, Rotterdam und Antwerpen, verf\u00fcgen z.B. \u00fcber eine nahezu doppelt so gro\u00dfe Fl\u00e4che wie die Hansestadt.<\/p>\n<p>Im Bereich der Vernetzung trumpft Hamburg mit einer f\u00fcr den Hafen entwickelten Software der Firmen Dakosy und Lufthansa Systems auf, welche 2000 Teilnehmer*innen des Hafenverkehrs, wie Speditionen, Reedereien und Beh\u00f6rden verbindet.<\/p>\n<p>An der Entwicklung einer Computerplattform f\u00fcr Europas gr\u00f6\u00dftes Frachtflugdrehkreuz in Frankfurt am Main, dem Cargo Community System hat Dakosy mitgearbeitet.<\/p>\n<p>Dem Ausbau des Bahnhafens (der einer exzellenten Ruf in Europa hat) sowie der St\u00e4rkung von Bahnzubringerdiensten wird gro\u00dfe Bedeu\u202btung beigemessen. Bahnzubringerdienste steigerten die Transportleistungen betr\u00e4chtlich und verdoppelten ihr operatives Ergebnis. Vorhersagen gehen von einen sprunghaften Anstieg des Schieneng\u00fctervolumens Richtung Osten von bis zu 100% aus. Die Katwyk und die Rethebr\u00fccke werden aktuell f\u00fcr einen 3 stelligen Millionenbetrag erneuert.<\/p>\n<p>Was den Aspekt CRUISE SHIPPING betrifft, hat Hamburg sich in der letzten Dekade zu einem absoluten Hotspot im internationalen Kreuzfahrtgesch\u00e4ft gemausert. Deutschlands wichtigster Kreuzfahrthafen nimmt den 3. Rang im europ\u00e4ischen Vergleich ein. 600 000 Passagiere kamen 2014 bei 189 Schiffsank\u00fcnften in Hamburg an. In Steinwerder ist rechtzeitig zur Weltkonferenzh ein drittes Kreuzfahrtterminal und in Altona eine Landstromanlage f\u00fcr Kreuzfahrer fertiggestellt worden.<\/p>\n<p>Blohm und Voss hat einen Rahmenvertrag mit dem weltgr\u00f6\u00dften Cruise Shipping Konzern Carnival Corporation geschlossen. Im April lagen zeitgleich 3 Ozeanriesen zur Reparatur und Wartung in den Docks. Das Gesch\u00e4ft mit Kreuzfahrten wird weltweit auf 40 Milliarden Dollar beziffert. In den H\u00e4fen von Dubrovnik und Venedig haben sich B\u00fcrgerinitiativen gegr\u00fcndet, aus Protest &#8211; da die Urlaubermassen bei Landg\u00e4ngen sie geradezu erdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend f\u00fcr die privilegierten Touristen der Metropolenl\u00e4nder eine Schifffahrt auf dem Mittelmeer ein Vergn\u00fcgen bedeutet, ist sie f\u00fcr die Gefl\u00fcchteteten auf dem Weg nach Europa ein Kampf mit dem Tod. Wer es bis in die &#8220;Hoffnungsstadt Hamburg&#8221; (Selbstbeiweihr\u00e4ucherung des rot-gr\u00fcnen Senats) schafft, erh\u00e4lt kein Bleiberecht, wie das Beispiel der Lampedusa-Gruppe zeigt.<\/p>\n<p>Mit Brot und Spielen, dem &#8220;Hafengeburtstag&#8221; (abgefeiert als weltgr\u00f6\u00dftes Hafenfest) und den Hamburg Cruisedays schafft die Stadt in Zusammenwirken mit der maritimen Wirtschaft, dass der Hafen eine hohe Akzeptanz und Beliebtheit unter der Bev\u00f6lkerung genie\u00dft.<\/p>\n<p>Der Hafen wird nicht als Ort der Produktion und Distribution von Waffen, als Ort der Erzeugung starker Luftverschmutzung und Schadstoffaussto\u00dfes wahrgenommen, sondern eher positiv als Tor zur Welt angesehen.<\/p>\n<p>Vergessen und vergeben sind koloniale Verbrechen, die ihren Ausgangspunkt im Hamburger Hafen hatten: die Aufr\u00fcstung zweier Kriegsmarinen, mit dem Ziel imperialer Werltherrschaft und die Ausradierung diverser Stadtviertel inclusive der Vertreibung der Bewohnber*innen zum Wohle des Hafenausbaus. Von der weitestgehendsten Zerst\u00f6rung der Elbe gar nicht erst zu reden.<\/p>\n<p>Anfang Juni wird die Pr\u00e4zisierung des europ\u00e4ischen Gew\u00e4sserrechts durch den europ\u00e4ischen Gerichtshof erwartet. Die h\u00f6chstrichterliche Entscheidung zur erneuten Elbvertiefung wird in einigen Monaten folgen. Eine Zur\u00fcckweisung der Interessen der Hafenwirtschaft ist nahezu auszuschlie\u00dfen und w\u00fcrde eine Sensation bedeuten.<\/p>\n<p>Die angestrebte Ausrichtung der OLYMPISCHEN SPIELE 2024 wird auf der Hafenkonferenz zur Sprache kommen, denn das Olympiastadion soll auf dem kleinen Grasbrook im Hafen erbaut werden.<\/p>\n<p>In einer Absichtserkl\u00e4rung haben sich die Hansestadt und die Hamburg Port Authority den Hafenbetrieben gegen\u00fcber zu umfangreichen Zugest\u00e4ndnissen in vermutlich milliardenschwerer H\u00f6he bereiterkl\u00e4rt. Der Senat sichert im Fall einer erfolgreichen Bewerbung der Hafenwirtschaft ad\u00e4quate Ausgleichsfl\u00e4chen zu, auf denen die bisherigen Unternehmungen ohne Einschr\u00e4nkung fortgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Hamburgs \u00fcbernimmt Ersatzinvestitionen f\u00fcr die Unernehmen, die bisher auf dem Kleinen Grasbrook angesiedelt sind. Alle Kosten einer Verlagerung werden \u00fcbernommen. Einer Nachnutzung des Olympiagel\u00e4ndes mit Wohnungsbau stimmt die Wirtschaft nur zu, wenn sie keine Beeintr\u00e4chtigung der benachbarten Betriebe bedeutet. Eine Erweiterung des Hafennutzungsgebietes um 45 Hektar ist angelaufen. F\u00fcr eine ortsnahe Beherbergung haben die gro\u00dfen Kreuzfahrtlinien bereits den Finger gehoben. (W\u00e4hrend der Spiele in Athen und Barcelona wurden viele Besucher*innen auf Kreuzfahrtschiffen untergebracht.)<\/p>\n<p>Als neuste Promotionsidee f\u00fcr ein Olympiastandort Hamburg wurde jetzt beschlossen, 2016 nach den Spielen in Rio und 2020 in Japan das deutsche Nationalteam im Hamburger Hafen auf dem Gel\u00e4nde des Kleinen Grasbrooks zu begr\u00fc\u00dfen (nachdem das Team vorher auf dem Gel\u00e4nde von Airbus landet und dort aufs Schiff umsteigt): Jubel-Hamburger*innen empfangen F\u00e4hnchen schwingend und jauchzend ihre deutsche Held*innen und Sportskanonen.<\/p>\n<p>Alle Tage Sabotage<\/p>\n<p>&#8220;Der Vorschlag von Guerillaangriffen ist es, den Kampf in verschiedenen Territorien und Facetten des Lebens zu verbreiten. Finanz-, Justiz-, Kommunikations-, Milit\u00e4r- und Transportinfrastruktur werden weiterhin Ziele (&#8230;) sein.&#8221;<\/p>\n<p>Informal Anarcist Federation<\/p>\n<p>Dieses Zitat stammt aus einem Schreiben, welches zu einem Angriff auf den Zugverkehr in Bristol im Mai 2012 ver\u00f6ffentlicht wurde. Bei der Aktion haben die Aktivist*innen an 2 Stellen in Bristol Signalkabel der Bahn verbrannt, um Angestellten des nahegelegenen Kriegsministeriums und Mitarbeiter*innen der R\u00fcstungsfirmen Raytheon und Thales den Weg zu ihrer Arbeitsstelle abzuschneiden.<\/p>\n<p>Am 17.3.2015 zerst\u00f6rte die &#8220;Achse des P\u00f6bels&#8221; 3 Verteilerk\u00e4sten von Vodafone und Erdableitungen eines Strommastes bei Eschborn, um die Stromversorgung der Rechenzentren der Deutschen- und der Commerzbank und der B\u00f6rse zu beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Im Juli 2014 versuchten Magma-Aktionszellen mit Brandanschl\u00e4gen auf Kabelsch\u00e4chten den Zugverkehr in den Hamburger Hafen zu unterbrechen.<\/p>\n<p>In Belgien sabotierten Genoss*innen im Mai 2014, einen Tag vor den Wahlen, Sendemasten und Telekomunikationsanlagen.<\/p>\n<p>In Berlin gab es in den vergangenen Jahren einige Aktionen vulkanologischer und autonomer Gruppen, um die Hauptstadt lahmzulegen.<\/p>\n<p>Die Methodiken verbreiten sich. Und der Hafen Hamburg wird wegen seiner gro\u00dfen Bedeutung zuk\u00fcnftig im Focus bleiben. Viele gute Gr\u00fcnde sprechen daf\u00fcr, hier anzugreifen s.o..<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es unserer Einsch\u00e4tzung nach Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr Solidarit\u00e4tsinitiativen zu den K\u00e4mpfen zu den Textilarbeiter*innen in Asien (70% der in Deutschland verkauften Kleidung und 50% der Schuhe werden in den Seeh\u00e4fen verladen).<\/p>\n<p>Oder: im Trikont unter f\u00fcrchterlichen Bedingungen abgebaute Bodensch\u00e4tze wie Erze und Kohle f\u00fcr deutsche Kraftwerke und Industrie werden hier an Land gebracht &#8230;<\/p>\n<p>Koordinierte Angriffe auf das bundesweite Bahnnetz k\u00f6nnen die Metropole empfindlich treffen, bzw sogar lahmlegen. Das Institut der deutschen Wirtschaft fasst die Wirkung von Arbeitsk\u00e4mpfen bei der Bahn so zusammen: &#8220;Ab vier Tagen wird es teuer.&#8221; In den Zeiten begrenzter Vorratslager und schneller kurzfristiger Lieferketten &#8220;schie\u00dfen die Sch\u00e4den nach 4 Tagen ohne Schienen in die H\u00f6he&#8221; . (Zweidrittel des Exportvolumens der deutschen Automobilindustrie und des Maschinenbaus wird \u00fcber die deutschen Seeh\u00e4fen verschifft.)<\/p>\n<p>internationale Solidarit\u00e4t praktisch werden lassen<\/p>\n<p>Olympia versenken<\/p>\n<p>Atomtransporte stoppen<\/p>\n<p>Kapitalismus stilllegen<\/p>\n<p>fl\u00fcsterbremsen*f\u00fcr*den*hafeninfarkt<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/144878\">Linksunten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Presse:<br \/>\n<strong>Die Welt:<\/strong> <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/144923\">Hafenkonferenz: Anschl\u00e4ge auf Bahnanlagen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 1. Juni 2015 Brandanschl\u00e4ge auf das Schienennervensystem des Hamburger Hafens &#8211; Angriff auf die internationale Welthafenkonferenz in Hamburg Wir haben in der Nacht vom 31.5. auf den 1.6. den Bahnverkehr von und zum Hafen Hamburg an 2 wichtigen Stellen unterbrochen. Feuer loderte in Kabelsch\u00e4chten an folgenden Orten: * ICE Strecke nach L\u00fcneburg\/Hannover: Die H\u00e4lfte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12080,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[88],"class_list":["post-7","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de","tag-hamburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12080"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}