{"id":6882,"date":"2017-09-04T00:00:14","date_gmt":"2017-09-03T22:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=6882"},"modified":"2017-09-04T00:00:14","modified_gmt":"2017-09-03T22:00:14","slug":"implenia-bohrkran-abgefackelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=6882","title":{"rendered":"Implenia-Bohrkran abgefackelt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Weil am Rhein<\/strong>, 4. September 2017<\/p>\n<blockquote><p>In der Nacht auf vergangenen Montag schlugen die T\u00e4ter zum vorerst letzten Mal zu: Im deutschen Weil am Rhein, wenige Kilometer von Basel entfernt, setzten sie einen Bohrkran des Schweizer Baukonzerns Implenia in Brand und verursachten einen Schaden von gegen 20 000 Euro. Nicht der Anschlag an sich ist bemerkenswert, sondern die Tatsache, dass es sich um die dritte Tat dieser Art innerhalb von nur 24 Stunden auf engstem Raum handelte: Praktisch zeitgleich zur Attacke in Weil brannte im Basler Quartier St. Johann ein Personenwagen aus; nur gut 24 Stunden zuvor hatte sich die gleiche Szenerie ein paar Strassenz\u00fcge entfernt zugetragen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nBrandstiftung k\u00f6nne nicht ausgeschlossen werden, lautete tags darauf die standardm\u00e4ssige Formulierung im Communiqu\u00e9 der Staatsanwaltschaft \u2013 doch dahinter verbirgt sich mehr: Seit dem Fr\u00fchjahr sieht sich Basel mit einer bis heute andauernden Anschlagsserie mit linksextremistischem Hintergrund konfrontiert. Auf den einschl\u00e4gigen Seiten im Internet bekennt sich eine radikale T\u00e4terschaft zu rund einem Dutzend Brand-, Farb- und \u00e4hnlichen Anschl\u00e4gen und stellt diese in Zusammenhang mit einem politisch praktisch unbestrittenen Gef\u00e4ngnisbau im B\u00e4sslergut. Dort befindet sich bereits heute ein Ausschaffungsgef\u00e4ngnis. Ziel der Attacken seien Firmen und andere \u00abProfiteure\u00bb des Gef\u00e4ngnisbaus. Zwar wurden bisher die meisten Taten in Basel registriert, doch auch die Region Z\u00fcrich war in vereinzelten F\u00e4llen betroffen.<\/p>\n<p>Die Akteure rufen im Internet kaum verklausuliert zu Gewalt auf und k\u00fcndigen einen \u00abheissen Herbst\u00bb an. In den entsprechenden Foren findet sich eine Liste mit Dutzenden von Namen und \u00abAdressen der Firmen und ausgew\u00e4hlten Einzelpersonen\u00bb, welche in das Bauprojekt involviert seien. Diese bereicherten sich am Elend der Armen und Ausgeschlossenen, heisst es \u2013 und schliesslich: \u00abWir wissen alle, was zu tun ist ;)\u00bb. Auch der Architekt des Neubaus, der zust\u00e4ndige Projektleiter im Polizeidepartement und andere Beteiligte werden namentlich und mit Privatadresse aufgef\u00fchrt \u2013 mit entsprechenden Folgen: Vor dem Haus des Basler Justiz- und Polizeidirektors Baschi D\u00fcrr (fdp.), der ebenfalls auf der Liste figuriert, brannte im Mai ein Gesch\u00e4ftsauto einer der am Bau beteiligten Firmen aus.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst steht der Nachrichtendienst (NDB) im Kontakt mit den Basler Beh\u00f6rden. Die Ereignisse f\u00fcgen sich nahtlos in die derzeitige Lagebeurteilung ein, wonach sich linksextreme Gewalt oft gegen die sogenannte Ausschaffungs-Maschinerie wende. Auch der Psychologe und Extremismusexperte Adrian Oertli, ein Aussteiger aus der linksextremen Szene, erkennt in der Basler Serie ein typisches Muster und eine Ideologie, wonach der sogenannte \u00abNord-S\u00fcd-Konflikt\u00bb selbst Straftaten rechtfertige.<\/p>\n<p>In der Tat kommt Gewalt heute deutlich h\u00e4ufiger von links als von rechts. F\u00fcr 2016 verzeichnet der NDB 113 Ereignisse im Bereich des gewaltt\u00e4tigen Links- und nur 23 Ereignisse im Bereich des gewaltt\u00e4tigen Rechtsextremismus. Polizeidirektor D\u00fcrr stellt gleichzeitig fest, dass an linksextremen Demonstrationen Gewalt gegen Polizisten nicht nur in Kauf genommen, sondern gezielt gesucht werde. Der NDB spricht von massiver Gewaltanwendung, wobei vor Personensch\u00e4den nicht zur\u00fcckgeschreckt werde. Die Szene ist zudem international gut vernetzt: So tauchten Bekennerschreiben aus Basel auch auf der von den deutschen Beh\u00f6rden inzwischen geschlossenen linksextremistischen Seite \u00ablinksunten.indymedia.org\u00bb auf.<\/p>\n<p>Die Basler Beh\u00f6rden nehmen das Problem durchaus ernst. Die Baustelle ist inzwischen besser gesichert, und den betroffenen Unternehmen wird empfohlen, falls m\u00f6glich Firmenlogos von ihren Fahrzeugen zu entfernen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt hat bereits mehrere Verfahren in dieser Sache eingeleitet.<\/p>\n<p>Unterdessen drohen die T\u00e4ter ganz im Stile von Mafia-Schutzgelderpressungen weiter: \u00abAlle Firmen k\u00f6nnen sich jederzeit aus dem Auftrag zur\u00fcckziehen, womit sie dann keine Zielscheibe mehr w\u00e4ren. Das w\u00fcrde auch ihre eigene Sicherheit erh\u00f6hen.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/sachbeschaedigung-serie-linksextremer-gewalt-in-basel-ld.1315091\">NZZ<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil am Rhein, 4. September 2017 In der Nacht auf vergangenen Montag schlugen die T\u00e4ter zum vorerst letzten Mal zu: Im deutschen Weil am Rhein, wenige Kilometer von Basel entfernt, setzten sie einen Bohrkran des Schweizer Baukonzerns Implenia in Brand und verursachten einen Schaden von gegen 20 000 Euro. 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