{"id":6385,"date":"2017-06-09T00:00:57","date_gmt":"2017-06-08T22:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=6385"},"modified":"2017-06-09T00:00:57","modified_gmt":"2017-06-08T22:00:57","slug":"steine-und-farbflaschen-gegen-deutsche-afrika-linien-dal-und-suedafrikanisches-honorarkonsulat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=6385","title":{"rendered":"Steine und Farbflaschen gegen Deutsche Afrika Linien (DAL) und s\u00fcdafrikanisches Honorarkonsulat"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg<\/strong>, 9. Juni 2017<\/p>\n<blockquote><p>F\u00fcr V\u00f6lkermord gibt es keine Verj\u00e4hrung &#8211; kein Vergeben &#8211; kein Vergessen<br \/>\nAm 09.06.2017 haben wir die Geb\u00e4ude Palmaille 45-49 in Hamburg Altona, in denen sich der Sitz der Deutsch Afrika Linien (DAL) der Essbergergruppe und das s\u00fcdafrikanische Honorarkonsulat befinden, mit Steinen und Farbflaschen attackiert.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nBereits 2003 versuchte die Herero People&#8217;s Reparation Cooperation die Bundesrepublik Deutschland und die Profiteure des Genozids an den Herero und Nama Anfang des 20. Jahrhunderts im heutigen Namibia, f\u00fcr den deutsches Milit\u00e4r und deutsche Kolonialist_innen verantwortlich waren, zu verklagen. Damals richtete sich die Klage gegen die Reederei Deutsche Afrika-Linien (DAL), die Deutsche Bank und Orenstein +&nbsp; Koppel (Terex). Die DAL ist der Rechtsnachfolger der Woermannlinie, die u.a. die deutschen Truppen nach Namibia verschifft hatte, um die Aufst\u00e4nde der Herero und Nama gegen die deutsche Kolonialherrschaft niederzuschlagen. Woermann, Orenstein+Koppel, die deutsche Bank und auch die Norddeutsche Affinerie aus Hamburg (heute Aurubis), haben an der Ausbeutung von Zwangsarbeiter_innen beim Bau der Eisenbahnlinien und dem Abbau von Kupfer und Diamanten schwer verdient. Ungef\u00e4hr 80% der Herero und 60% der Nama wurden von den Deutschen ermordet.<\/p>\n<p>Im Januar 2017 haben Vertreter_innen der Nama und Herero vor einem US-Gericht erneut eine Klage auf Reparationszahlungen gegen Deutschland eingericht, nachdem jahrelange Versuche, in die Verhandlungen zwischen der BRD und Namibia einbezogen zu werden, gescheitert waren.<br \/>\nDie n\u00e4chste Anh\u00f6rung vor dem Gericht ist am 21.7.2017. Die Bundesregierung lie\u00df durch den Sonderbevollm\u00e4chtigten f\u00fcr den Dialog mit Namibia, Polenz, mitteilen, dass aus der Verwendung des Begriffs V\u00f6lkermord nach eigener Auffassung keine Rechtspflicht bestehe.<br \/>\nNach Jahren der Weigerung, \u00fcberhaupt den deutschen V\u00f6lkermord im heutigen Namibia einzugestehen, wird die Zahlung von Reparationen damit weiterhin verwiegert.<\/p>\n<p>Mittlerweile bereitet die namibische Regierung eine Klage beim internationalen Gerichtshof in Den Haag gegen Deutschland auf Zahlung von 28 Milliarden Euro vor. Auch in Tansania gibt es Bestrebungen, Deutschland wegen seines Genozids im damaligen Deutsch-Ostafrika zu verklagen.<\/p>\n<p>Die Enteignung der Besitzer der DAL, der Familie Rantzau, w\u00fcrde schon einige Millionen Euro zusammen bringen. Ihre Besitzungen in Blankenese sowie auch das Baur&#8217;sche Palais an der Palmaille stellen erhebliche Werte dar. Zumal der Essberger-Rantzau-Clan sich in den letzten 80 Jahren durch diverse skrupellose Gesch\u00e4ftspraktiken hervorgetan hat. Zum Beispiel \u00fcbernahmen Essberger als Arisierungsgewinner 1937 die Firma des j\u00fcdischen Tourismusunternehmers Walter Bamberger zu einem Spottpreis. Nach 1945 wurde der gr\u00f6\u00dfte Teil des Handels mit dem Apartheits-Staat S\u00fcdafrika im Hamburger Hafen von der DAL durchgef\u00fchrt. Deren Leiterin Liselotte Rantzau-Essberger \u00fcbernahm in den 1980er Jahren den Vorsitz des kolonialrevisionistischen Afrikavereins, welcher ein rigoroser Verfechter der Apartheitspolitik war. Von der DAL wurden neben Fr\u00fcchten in gewohnter neokolonialer Tradition vor allem Uran aus dem von S\u00fcdafrika besetzten Namibia transportiert.<\/p>\n<p>H\u00f6chst \u00fcberf\u00e4llig ist auch die Umbenennung der nach Kolonialverbrechern benannten Hamburger Stra\u00dfen, wie zum Beispiel Woermannstieg, Woermannsweg, Wissmannstra\u00dfe, Dominikweg, Schimmelmannstra\u00dfe. Im Januar 2017 forderte die Association of the Ovaherero Genocide in the USA (OGA) den Hamburger Bj\u00fcrgermeister auf, diesem Kolonialspuk ein Ende zu bereiten. Eine Reaktion blieb bisher aus.<\/p>\n<p>Wir \u00fcbersenden den Aktivist_innen der Berliner Aktionstagen gegen die Welt der G20 militante Gr\u00fc\u00dfe. Die Aktionstage haben unter anderem die G20 African-Partnership-Conferenz im Fokus, welche am 12. und 13.6. in Berlin Sch\u00f6neberg stattfinden soll. In ihrem Aufruf machen die Genoss_innen deutlich, dass es bei dieser Konferenz ganz bestimmt nicht um Partnerschaft geht, sondern um Kollaboration mit dem eurp\u00e4ischen Grenzregime und die Erschlie\u00dfung und Ausbeutung neuer M\u00e4rkte. Nicht zuf\u00e4llig werden die von der EU mit Niger und Mali abgeschlossenen Abkommen zur Verhinderung der Migration als &#8220;Migrationspartnerschaften&#8221; bezeichnet. Wer nicht mitspielt, soll Hilfszahlungen und Marktzug\u00e4nge verlieren. Im Tonfall der EU hei\u00dft das: &#8220;Erzeugung und Nutzung der erforderlichen Hebelwirkung unter Einsatz aller einschl\u00e4gigen &#8211; auch entwicklungs- und handelspolitischen Ma\u00dfnahmen, Instrumente und Hilfsmittel&#8221;.<\/p>\n<p>Der Afrikaschwerpunkt der deutschen G20 Pr\u00e4sidentschaft wird von einem Marshall-Plan mit Afrika aus dem Entwicklungshilfeministerium und der Initiative &#8220;Pro! Afrika&#8221; vom Bundeswirtschaftsministerium begleitet. Auch hier wird von einer Partnerschaft auf Augenh\u00f6he gesprochen, von einer gleichberechtigten Wirtschaftspartnerschaft mit den L\u00e4ndern des afrikanischen Kontinents.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen den Berliner Genoss_innen gutes Gelingen und freuen uns schon auf ihren Besuch im Juli.<br \/>\nKnorke, dass ihr euch so engagiert in die Mobilisierung eingebracht habt! Das gleiche gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Bremen, Leipzig, Frankfurt, &#8230;<br \/>\nIn Hamburg sagt man tsch\u00fcss zu imperialen Traditionstr\u00e4ger_innen und herzlich willkommen zu allen rebellischen Gef\u00e4hrt_innen!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/214966\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 9. 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