{"id":6166,"date":"2017-05-01T00:00:56","date_gmt":"2017-04-30T22:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=6166"},"modified":"2017-05-01T00:00:56","modified_gmt":"2017-04-30T22:00:56","slug":"spontandemonstration-mit-scherben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=6166","title":{"rendered":"Spontandemonstration mit Scherben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg<\/strong>, 1. Mai 2017<\/p>\n<blockquote><p>Gestern, am 1. Mai 2017, haben wir in Hamburg Wilhelmsburg entschlossen unsere Wut \u00fcber den sich ausbreitenden Faschismus in der T\u00fcrkei zum Ausdruck gebracht. Wir nehmen das allgemeine Schweigen angesichts der sich zuspitzenden Situation in der T\u00fcrkei nicht weiter hin. Wir befinden uns in einer Zeit, in der weltweit brutale Kriege gef\u00fchrt werden, patriarchale und faschistische Gewalt zunimmt und sich die \u00f6kologische und soziale Frage zuspitzt. Angesichts dessen werden wir nicht l\u00e4nger still sitzen, sondern aktiv Widerstand leisten. Um unserer Wut \u00fcber die grausamen Verh\u00e4ltnisse Ausdruck zu verleihen, sind wir gestern entschlossen mit einer Spontandemonstration durch Hamburg Wilhelmsburg gezogen und haben mehrere Orte angegriffen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Auswahl der Orte folgte aus der Analyse heraus, dass die Mitverantwortlichen f\u00fcr den Faschismus in der T\u00fcrkei und den Krieg in Kurdistan, auch hier aktiv bek\u00e4mpft werden m\u00fcssen. Deshalb haben wir folgende Orte angegriffen:<\/p>\n<p>&#8211; Bei einem Kiosk, der f\u00fcr ein Evet (t\u00fcrkisch f\u00fcr \u201eJa\u201c) beim Referendum in der T\u00fcrkei Werbung gemacht hat, gingen Scheiben kaputt.<br \/>\n&#8211; Bei einem Gem\u00fcseh\u00e4ndler, der die AKP unterst\u00fctzt, gingen ebenfalls Scheiben zu Bruch.<br \/>\n&#8211; Die Filiale der Deutsche Bank musste ebenfalls Glasbruch in Kauf nehmen<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde ein Laden markiert, der die Gentrifizierung im Stadtteil aktiv vorantreibt.<\/p>\n<p>Wir begreifen unsere Aktion nicht als ein isoliertes Ereignis, sondern setzen sie notwendig in Verbindung zu anderen K\u00e4mpfen, die sich in der Geschichte gegen das System gerichtet haben und heute weiter gef\u00fchrt werden. Dabei haben wir den 1.Mai nicht zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der 1. Mai ist der Tag, an dem weltweit Menschen gegen dieses System, dass auf Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung beruht, auf die Stra\u00dfe gehen. Denn vor genau 40 Jahren, am 1.Mai 1977, er\u00f6ffneten Faschisten das Feuer auf die Demonstrierenden der 1. Mai Demo auf dem Taksim-Platz in Istanbul. Dabei sind 34 Personen ermordet worden, 136 wurden verletzt. Um an diese K\u00e4mpfe zu erinnern und sie weiterzuf\u00fchren, haben wir uns diesen Tag ausgesucht um Rache zu \u00fcben.<\/p>\n<p>Auch damals profitierten die Weltm\u00e4chte von dem Krieg in der T\u00fcrkei und in Kurdistan. Es liegt dem System inne, aus Kriegen Profit zu schlagen, den Kapitalfluss durch Waffenexporte und die gewaltsame Expansion von Absatzm\u00e4rkten zu f\u00f6rdern. Kolonialismus und Imperialismus haben ihre Form ver\u00e4ndert, doch der ihnen inne wohnende menschenverachtende Mechanismus besteht weiterhin. So ist es heute unter anderem auch die Deutsche Bank, die durch ihre Kreditvergaben aus dem schmutzigen Krieg in Kurdistan Profit schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die Menschen am Taksim-Platz trugen am 1.Mai 1977 ihren Widerstand gegen dieses System auf die Stra\u00dfe. An diesen Widerstand kn\u00fcpfen wir an. Es ist der gleiche Kampf, den wir heute f\u00fchren.<\/p>\n<p>Auch die Gezi-Proteste haben vor 4 Jahren an diese K\u00e4mpfe angekn\u00fcpft und sich u.a. gegen die profitorientierte Stadtentwicklung gerichtet, die durch Gentrifizierung Menschen vertreibt, aus dem eigenen Lebensraum verdr\u00e4ngt und gleichzeitig die Mieten in die H\u00f6he treibt. Die K\u00e4mpfe gegen Gentrifizierung in der T\u00fcrkei sind die Gleichen, die wir hier f\u00fchren, da sie sich nicht nur gegen das einzelne Symptom sondern gegen das System an sich richten. Deswegen haben wir uns entschieden in diesem Zusammenhang auf die neoliberale Stadtentwicklung hinzuweisen, die hippe Restaurants er\u00f6ffnet, in denen sich das Essen nur diejenigen Leisten k\u00f6nnen, die nicht in prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Diese Aktion war ein Ventil unserer Wut und ein Mittel der Rache an all den ermordeten Menschen, die im Kampf gefallen sind. Wir werden nicht aufh\u00f6ren weiterhin auf die Situation in der T\u00fcrkei und in Kurdistan aufmerksam zu machen und fordern alle auf sich aktiv gegen den Faschismus zu stellen.<\/p>\n<p>Der Kampf f\u00fcr eine befreite, selbstverwaltete Gesellschaft kann nur global gef\u00fchrt werden, deswegen stehen wir Schulter an Schulter mit allen Widerstand leistenden Menschen in der T\u00fcrkei, in Kurdistan sowie \u00fcberall auf der Welt, wo sich Menschen aktiv f\u00fcr eine freie Gesellschaft k\u00e4mpfen und sich gegen dieses System stellen. Dabei ist uns klar, dass wir die K\u00e4mpfe gegen Faschismus, Gentrifizierung und Kapitalismus, sowie alle anderen K\u00e4mpfe, die sich gegen Unterdr\u00fcckung richten, vereinen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Gestern haben wir an einem Ort zugeschlagen wo ihr es nicht erwartet habt. Genauso werden wir es beim G20 Gipfel machen, wenn neben Erdogan andere menschenverachtende Kriegstreibende nach Hamburg kommen. Wir werden immer da zuschlagen wo ihr uns nicht erwartet und diejenigen angreifen, die einem freien Leben im Weg stehen.<\/p>\n<p>Das kapitalistische System greift uns tagt\u00e4glich an, doch wir werden uns wehren und zur\u00fcckschlagen. Und zwar da wo ihr es am wenigsten erwartet!<\/p>\n<p>Mit Wut und Rache, Feuer und Flamme gegen dieses System!<\/p>\n<p>Jin, Jiyan, Azadi!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/211180\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 1. 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