{"id":5717,"date":"2017-02-19T00:00:35","date_gmt":"2017-02-18T22:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=5717"},"modified":"2017-02-19T00:00:35","modified_gmt":"2017-02-18T22:00:35","slug":"buttersaeure-fuer-die-reederei-macs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=5717","title":{"rendered":"Butters\u00e4ure f\u00fcr die Reederei MACS"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg<\/strong>, <span class=\"submitted\">19. Februar 2017<\/span><\/p>\n<blockquote><p>&#8220;When someone entrusts their goods to us, their cargo becomes our cargo \u2013 and their business becomes ours.&#8221;<br \/>\nDiesen Satz aus der Selbstdarstellung der Reederei Maritime Carrier Shipping GmbH &amp; Co (MACS) auf ihrer Homepage fanden wir einleuchtend. Auch wir sehen die Reederei in der Verantwortung, am Gesch\u00e4ft mit der Atomkraft beteiligt zu sein, und haben in der vergangenen Nacht bei ihrem Firmensitz, Gro\u00dfe Elbstra\u00dfe 138, eine Scheibe eingeschlagen und Butters\u00e4ure hineingesch\u00fcttet. Wir sehen diese Aktionen als einen Beitrag zu den Streckenaktionstagen gegen Atomtransporte am 18. und 19. Februar 2017 und zur Mobilisierung gegen den Gipfel der G20 in Hamburg. Es ist ein Kommentar zur &#8220;Afrikainitiative&#8221; der laufenden G20 Treffen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Reederei MACS verschifft den aus Uranerz konzentrierten &#8220;Yellow Cake&#8221; von den Uranminen in Namibia nach Hamburg, wo er am S\u00fcd-West Terminal der Firma C. Steinweg umgeschlagen wird. Der Hamburger Familienbetrieb ist seit 1997 im Schiftransport und Logistik zwischen dem s\u00fcdlichen Afrika, Europa, den USA sowie Mexiko t\u00e4tig.<br \/>\nDirektoren sind die Br\u00fcder Felix Scheder-Bieschin jr. in Kapstadt sowie Dietrich Scheder-Bieschin in Hamburg. Deren Vater Felix Scheder-Bieschin sen. ist vermutlich noch heute der Kopf des Aufsichtsrats von MACS.<\/p>\n<p>Der Hamburger Hafen ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im internationalen Atomgesch\u00e4ft. Hier kommen Uranerzkonzentrat und Uranhexafluorid aus Kasachstan, Kanada, Namibia und Russland an, von hier wird Uranhexafluorid weiter zu den Aufbereitungsanlagen verbracht, von hier werden Brennst\u00e4be transportiert.<\/p>\n<p>Wie jegliche Nutzung der Atomkraft birgt auch der Transport von atomaren G\u00fctern unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Risiken, die, sollte es zu einem Unfall kommen, niemand bew\u00e4ltigen kann. Im Hamburger Hafen gibt es keine wirksamen Pl\u00e4ne f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen, die in solchen F\u00e4llen ergriffen werden k\u00f6nnten. Das zeigte sich am 1. Mai 2013, als w\u00e4hrend des Kirchentags die &#8220;Atlantic Cartier&#8221; im Hamburger Hafen brannte. Das Schiff der Atlantic Container Lines (ACL) hatte unter anderem Uranhexafluorid und Brennelemente geladen. F\u00fcr 9 Stunden und 41 Minuten, so errechneten Anti-Atom-Gruppen, war das Feuer nicht beherrschbar. Die \u00d6ffentlichkeit erfuhr erst sp\u00e4t und nur aufgrund massiven Drucks von der t\u00f6dlichen Gefahr.<\/p>\n<p>Doch die Verschiffung atomarer Fracht bleibt lukrativ. &#8220;F\u00fcr Gefahrgut berechnen Reedereien einen Zuschlag&#8221;, sagte Dietrich Scheder-Bieschin vor einiger Zeit in einem Zeitungsinterview. Und wenn MACS schlussendlich ihre Schiffe loswerden will, l\u00e4sst die Reederei sie in Pakistan unter f\u00fcrchterlichen Bedingungen auch noch kosteng\u00fcnstig abwracken. J\u00e4hrlich sterben hunderte von Menschen w\u00e4hrend ihrer Arbeit in der &#8220;Shipbreakingbranche&#8221;.<\/p>\n<p>Aber MACS und ACL sind nicht die einzigen Reedereien, die an dem dreckigen Atomgesch\u00e4ft teilnehmen. W\u00e4hrend sich MACS auf Namibia konzentriert und die ACL von Hamburg aus die USA mit radioaktiven Material ansteuert, haben sich Hapag Lloyd und Orient Overseas Container Line (OOCL) auf den Transport von Uranerz und Uranhexafluorid aus Kanada spezialisiert.<br \/>\nDie Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), ASPOL Baltic Corporation und die Northern Shipping Company (NSC) transportieren Brennelementen und angereichertes Uranoxid aus Russland bzw. Uranerz aus Kasachstan und Usbekistian nach Hamburg.<\/p>\n<p>Neben der Strahlenemission bei Transport und Weiterverarbeitung, hat der Handel mit atomaren Stoffen verheerende Auswirkungen auf die Gegenden und L\u00e4nder, in denen das Uranerz abgebaut wird. In den Uranminen in Namibia sind die Arbeiter_innen nur ungen\u00fcgend vor dem radioaktiven Staub, dem Hautkontakt mit den strahlenden Erzen und der zur L\u00f6sung eingesetzten Chemikalien gesch\u00fctzt. Lange Zeit wurden den Arbeiter_innen von den Abbaubetrieben die Gefahren verschwiegen. Lungenkrebs und andere Folgekrankheiten werden in der Regel noch heute nicht als berufsbedingt anerkannt.<br \/>\nDie Gebiete in denen die Uranminen betrieben werden, sind \u00fcber Jahrtausende verseucht. Mehr als 80 % der radioaktiven Strahlung bleibt mit dem Abraum liegen, verseucht die Luft und das Grundwasser. Auch die toxischen Chemikalien, die zur Gewinnung des Uran aus den Erzen eingesetzt werden, tragen zur Verseuchung bei. Zugleich werden zum Abbau der Uranerze und f\u00fcr die Anreicherung zum &#8220;Yellow Cake&#8221; riesige Wasser- und Energiemengen ben\u00f6tigt, die an anderer Stelle bitter fehlen.<br \/>\nUnd w\u00e4hrend stetig weiter gef\u00f6rdert wird, bleibt die Endlagerung des Atomm\u00fclls ungekl\u00e4rt. Eine sichere Entsorgung kann und wird es nicht geben.<\/p>\n<p>Trotz Stilllegung einiger deutscher AKWs und der Ank\u00fcndigung f\u00fcr einen freiwilligen Umschlagsverzicht im rot-gr\u00fcnen Hamburger Koalitionsvertrag geht im Hamburger Hafen das Ent- und Beladen von Schiffen mit radioaktiven Material weiter. Jeden zweiten Tag findet ein Atomtransport statt. Wen wundert&#8217;s, wo doch die Stadt Hamburg zweidrittel der Anteile an der HHLA und 25 % an Hapag Lloyd besitzt.<\/p>\n<p>Wir unterst\u00fctzen den Aufruf, w\u00e4hrend des G20 die Hafenlogistik in Hamburg lahm zu legen!<br \/>\nF\u00fcr einen weltweiten sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie!<br \/>\nDen Profiteur_innen der Atommafia Tsch\u00fcss sagen!<\/p>\n<p>Macht mit beim Aktionsmonat gegen den G20-Gipfel im April und sagt Tsch\u00fcss!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/204437\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 19. Februar 2017 &#8220;When someone entrusts their goods to us, their cargo becomes our cargo \u2013 and their business becomes ours.&#8221; Diesen Satz aus der Selbstdarstellung der Reederei Maritime Carrier Shipping GmbH &amp; Co (MACS) auf ihrer Homepage fanden wir einleuchtend. 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