{"id":511,"date":"2015-03-02T00:00:25","date_gmt":"2015-03-02T00:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=511"},"modified":"2015-03-02T00:00:25","modified_gmt":"2015-03-02T00:00:25","slug":"zwei-kik-filialen-mit-farbe-und-steinen-angegriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=511","title":{"rendered":"Zwei Kik-Filialen mit Farbe und Steinen angegriffen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/07\/136284.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-512\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/07\/136284-300x225.jpg\" alt=\"136284\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/136284-300x225.jpg 300w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/136284-768x576.jpg 768w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/136284-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/136284.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Berlin<\/strong>, 2. M\u00e4rz 2015<\/p>\n<blockquote><p>Streiks, Demonstrationen und militante Auseinandersetzungen finden fernab der westlichen Einkaufstempel statt. Deshalb haben wir in Berlin-Sch\u00f6neberg und -Friedrichshain in der Nacht zum 2. M\u00e4rz solidarisch agiert und Steine und Farbe in die Hand genommen.<\/p>\n<p>Diesmal sind es erneut Arbeiter_innen in Bangladesh, die f\u00fcr ihre Rechte eintreten. Fehlende Sicherheit hat die Textilarbeiter_innen der Beo Apparel, ans\u00e4ssig in Deutschland, auf die Stra\u00dfe gebracht. Das Unternehmen l\u00e4sst in Bangladesh produzieren \u2013 unter anderem f\u00fcr Lidl. Doch statt das nach dem Brand im Rana Plaza abgeschlossene Abkommen einzuhalten, wurden die Arbeiter_innen im September 2014 entlassen. Seit Monaten sind sie ohne Einkommen, in der vergangenen Woche k\u00e4mpften sie militant vor den Werkstoren f\u00fcr ihre Rechte. F\u00fcr bessere\u00a0 Arbeitsbedingungen, Mindestlohn und das Recht, sich frei organisieren zu d\u00fcrfen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Bereits im Januar 2014 schoss die Polizei in Kambodscha auf streikende Arbeiter_innen und t\u00f6tete f\u00fcnf von ihnen, Dutzende wurden schwer verwundet. Anfang August dann st\u00fcrmte die Polizei eine von Arbeiter_innen besetzte Fabrik. Nach elf Tagen Hungerstreik f\u00fcr den Mindestlohn wurden sie mit Schlagst\u00f6cken und Tr\u00e4nengas vertrieben. Doch sie geben nicht auf: Streiks, Demonstrationen und militante Auseinandersetzungen finden fernab der westlichen Einkaufstempel statt. Deshalb haben wir in Berlin-Sch\u00f6neberg und -Friedrichshain in der Nacht zum 2. M\u00e4rz solidarisch agiert und Steine und Farbe in die Hand genommen.<\/p>\n<p>Die Textilbranche ist seit langem f\u00fcr ihre ausbeuterischen Arbeitsbedingungen bekannt. Die Marktf\u00fchrer lassen in S\u00fcdostasien produzieren, weil sie dort Hungerl\u00f6hne zahlen k\u00f6nnen. Arbeiter_innen, die sich organisieren, werden schikaniert, entlassen, verfolgt.<\/p>\n<p>Ob KIK, Benetton, Primark, Adler, Mango oder C&amp;A \u2013 auch wenn ihre Produkte hier bei uns unterschiedliche Preise haben \u2013 alle zahlen Hungerl\u00f6hne, alle verschleiern die Produktion bewusst durch Subunternehmen, denen sie im Fall von verheerenden \u201eArbeitsunf\u00e4llen\u201c die Verantwortung zuschieben k\u00f6nnen. Im eingest\u00fcrzten Rana Plaza starben im April 2013 \u00fcber 1000 Arbeiter_innen, der Brand in der Textilfabrik Ali Enterprises in Pakistan im September 2012 forderte 250 Todesopfer. Am 24. November 2012 starben bei einem Brand in der Tazreen Fashion Textilfabrik 112 Arbeiter_innen, \u00fcber 300 wurden verletzt. Unter anderen hatten KIK und C&amp;A dort produzieren lassen. Nach jedem dieser F\u00e4lle gab es Wellen der Emp\u00f6rung, die leider viel zu schnell wieder verebbt sind. Nicht einmal dem extrem niedrigschwelligen, weil auf Freiwilligkeit und guten Worten beruhenden, \u201eTextilb\u00fcndnis f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen\u201c des Bundesentwicklungsministeriums sind die gro\u00dfen Textilunternehmen beigetreten. Offenbar f\u00fchlen sie sich trotz der vielen Toten, die sie zu verantworten haben, nach wie vor sicher und in ihrem Image nicht angekratzt. Durch die Kampagnen von NGOs und Gewerkschaften konnte bisher nicht ausreichend Druck aufgebaut werden, um die verantwortlichen Firmen zu zwingen, angemessene L\u00f6hne und Entsch\u00e4digungen zu zahlen und f\u00fcr ausreichende Arbeitssicherheit zu sorgen.<\/p>\n<p>Ausbeutung ist nicht verhandelbar und sie beginnt hier. In verschiedenen St\u00e4dten u.a. in Berlin, M\u00fcnchen, Bochum hatten bereits in der Vergangenheit autonome Gruppen ihrem Unmut an KiK Filialen f\u00fcr diese katastrophalen Verh\u00e4ltnisse Luft gemacht. In Berlin haben die \u201eAutonome Gruppen f\u00fcr globale Solidarit\u00e4t\u201c in ihrem Bekennerschreiben vorgeschlagen, die Auseinandersetzungen in die glitzernden Einkaufsmeilen zu tragen und von der Ausbeutung profitierende Textilunternehmen hier gezielt anzugreifen.<br \/>\nDas greifen wir auf in Solidarit\u00e4t mit den k\u00e4mpfenden Textilarbeiter_innen.<\/p>\n<p>Destroika \u2013 egal wie PR-technisch klein Eure Party ausf\u00e4llt. Wir werden sie Euch gr\u00fcndlich versauen. Es gibt \u00fcberhaupt gar keinen Grund f\u00fcr Euch zu feiern! Jetzt erst recht!<\/p>\n<p>Kollegiale Autonome Gruppen<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/136254\">Linksunten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Polizei<\/strong>:<\/p>\n<blockquote><p>Sachbesch\u00e4digung an zwei Bekleidungsgesch\u00e4ften<br \/>\nPolizeimeldung vom 02.03.2015<br \/>\nTempelhof-Sch\u00f6neberg\/Pankow<br \/>\nNr. 0528<br \/>\nUnbekannte besch\u00e4digten in der vergangenen Nacht bzw. am fr\u00fchen Morgen die Glasscheiben von zwei Bekleidungsgesch\u00e4ften in Sch\u00f6neberg und Prenzlauer Berg. Eine Passantin alarmierte gegen 7.50 Uhr die Polizei in die Goebenstra\u00dfe. Die T\u00e4ter zerst\u00f6rten 16 Fensterscheiben, warfen Farbbeutel gegen die Fassade des Mehrfamilienhauses und schrieben eine fast vier Meter lange und circa 0.5 Meter hohe Parole \u00fcber drei Schaufenster der Filiale. Gegen 8 Uhr bemerkte die Mitarbeiterin des zweiten Gesch\u00e4ftes die zwei besch\u00e4digten Glasscheiben und die Farbflecken an der Fassade des Centers in der Eldenaer Stra\u00dfe. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen \u00fcbernommen.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 2. M\u00e4rz 2015 Streiks, Demonstrationen und militante Auseinandersetzungen finden fernab der westlichen Einkaufstempel statt. Deshalb haben wir in Berlin-Sch\u00f6neberg und -Friedrichshain in der Nacht zum 2. M\u00e4rz solidarisch agiert und Steine und Farbe in die Hand genommen. Diesmal sind es erneut Arbeiter_innen in Bangladesh, die f\u00fcr ihre Rechte eintreten. 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