{"id":4892,"date":"2016-11-11T00:00:02","date_gmt":"2016-11-10T22:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=4892"},"modified":"2016-11-11T00:00:02","modified_gmt":"2016-11-10T22:00:02","slug":"farbe-gegen-nazigedenktafeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=4892","title":{"rendered":"Farbe gegen Nazigedenktafeln"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2016\/11\/1282705146.preview.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4893\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2016\/11\/1282705146.preview-300x210.jpg\" alt=\"1282705146.preview\" width=\"300\" height=\"210\" \/><\/a>Berlin<\/strong>, 11. November 2016<\/p>\n<blockquote><p>In der Nacht vom 10. zum 11. November 2016 haben wir den Friedhof Lilienthalstra\u00dfe in Berlin-Neuk\u00f6lln besucht und antifaschistische und antimilitaristische Parolen gespr\u00fcht, Farbeier geworfen und eine Gedenktafel mit roter Farbe beworfen. Anlass f\u00fcr unsere Aktion ist die am 12. November dort stattfindende Gedenkfeier des Volksbundes Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge (VDK), an der Vertreter*innen des Abgeordnetenhauses, der Bundeswehr, Polizei und verschiedene Botschafter*innen sowie Fackeltr\u00e4ger*innen des Wachbataillons teilnehmen. Ein Bestandteil des Ablaufes des Volkstrauertages ist die deutsche Nationalhymne und das Lied \u201eDer gute Kamerad\u201c.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDer Friedhof Lilienstra\u00dfe ist der zentrale Gedenkort f\u00fcr die Wehrmachtssoldaten in Berlin. Der Friedhof wurde zwischen 1938 und 1941 im Auftrag Albert Speers, dem \u201eGeneralbaudirektor f\u00fcr die Reichshauptstadt\u201c, nach Pl\u00e4nen des NS-Architekten Wilhelm B\u00fcning als Begr\u00e4bnisst\u00e4tte f\u00fcr die \u201egefallenen\u201c Wehrmachtsoldaten erbaut. Die Friedhofsanlage mit ihrem zentralen Geb\u00e4ude inklusive der \u201eEhrenhalle\u201c zeigt bis heute auf den ersten Blick ihre nationalsozialistische Herkunft. Der VDK veranstaltet hier seit den 1950er Jahren j\u00e4hrlich seine zentrale Gedenkveranstaltung zum \u201eVolkstrauertag\u201c und kn\u00fcpft damit nicht nur in \u00f6rtlicher Hinsicht direkt an die Tradition des nationalsozialistischen \u201eHeldengedenken\u201c an. Er betreibt eine Gedenkpolitik in der allen gleicherma\u00dfen als Opfer gedacht werden soll. Es findet eine Gleichsetzung von T\u00e4tern und Opfern statt. Deutsche Wehrmachtssoldaten, die unter anderem am Massenmord an J\u00fcd*innen, Sinti und Romn*ja und an den brutalen Vernichtungsaktionen gegen die Bev\u00f6lkerung der von ihr besetzten Gebiete beteiligt waren, werden zu Opfern gemacht. Der nationalsozialistische Tempelbau in Berlin ist f\u00fcr die Gedenkfeier nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt, sondern bietet daf\u00fcr die ideale v\u00f6lkische Kulisse. Bereits im Eingangsbereich der Friedhofsanlage wird durch eine undifferenzierte Ausdehnung des Opferbegriffs eine Gleichsetzung aller Opfer angestrebt. Dort befindet sich eine Gedenktafel mit dem Text \u201eDen Toten im Osten\u201c. So werden durch die Gleichmachung die Opfer des Nationalsozialismus verh\u00f6hnt und gleichzeitig deutsche T\u00e4ter zu Opfern gemacht.<\/p>\n<p>Etwas abseits auf dem Gel\u00e4nde befindet sich zudem eine Tafel mit der Aufschrift \u201eDen Gefallenen der 3. Panzerdivision Berlin Brandenburg in dankbarer Kameradschaft 1935\/1945\u201c. Diese haben wir mit roter Farbe beworfen. Zudem haben wir beim Aufgang zum zentralen Geb\u00e4ude die Parolen \u201eDeutsche T\u00e4ter sind keine Opfer\u201c und \u201eVolkstrauertag abschaffen\u201c hinterlassen und Farbeier geworfen, um ein Zeichen gegen das militaristische und geschichtsrevisionistische Gedenken zu setzen.<\/p>\n<p>Der Volksbund wurde 1919 nach dem Ersten Weltkrieg gegr\u00fcndet. 1922 wurde das erste Mal der \u201eVolkstrauertag\u201c durchgef\u00fchrt. 1934 wurde er von den Nazis in Heldengedenktag umbenannt. Der Inhalt war von Beginn an nationalistisch und militaristisch. Im Aufruf von 1926 hei\u00dft es: \u201eUnd das soll der Volkstrauertag: Symbol sein und werden f\u00fcr ihren Geist, in dem sie auszogen in unendlicher Begeisterung, in dem sie k\u00e4mpften wie L\u00f6wen, litten wie M\u00e4rtyrer, starben wie Helden f\u00fcr das gro\u00dfe Ziel: Deutschland, Deutschland \u00fcber alles, \u00fcber alles in der Welt!\u201c Der VDK hat Verbindungen zu Personen und Organisationen aus dem Spektrum der Vertriebenenverb\u00e4nde, soldatischen Traditionsverb\u00e4nden und bis 1987 auch zum Verband der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS, der \u201eHilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angeh\u00f6rigen der ehemaligen Waffen-SS\u201c (HIAG).<\/p>\n<p>Er arbeitet im Auftrag der deutschen Bundesregierung und wird bei der Pflege von Kriegsgr\u00e4ber- und Gedenkst\u00e4tten auch von der Bundeswehr und Reservistenverb\u00e4nden unterst\u00fctzt. Der aktuelle \u201eSchirmherr\u201c ist der Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck. In seiner Rede zum Volkstrauertag 2015 bezog Gauck auch die Soldat*innen mit ein, die in Auslandseins\u00e4tzen der Bundeswehr gestorben sind. Zu Tode gekommene Soldat*innen werden somit als Opfer dargestellt. Sie sind jedoch Beteiligte an weltweiten Kriegseins\u00e4tzen f\u00fcr deutsche Interessen. Wir wollen keine deutschen Kriegseins\u00e4tze, keinen Nationalismus und kein Heldengedenken!<\/p>\n<p>Deutsche T\u00e4ter sind keine Opfer! Volkstrauertag abschaffen!<\/p>\n<p>Kein Vergessen! Kein Vergeben!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/196525\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 11. November 2016 In der Nacht vom 10. zum 11. November 2016 haben wir den Friedhof Lilienthalstra\u00dfe in Berlin-Neuk\u00f6lln besucht und antifaschistische und antimilitaristische Parolen gespr\u00fcht, Farbeier geworfen und eine Gedenktafel mit roter Farbe beworfen. Anlass f\u00fcr unsere Aktion ist die am 12. November dort stattfindende Gedenkfeier des Volksbundes Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge (VDK), an der Vertreter*innen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12080,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[24],"class_list":["post-4892","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de","tag-berlin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4892","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12080"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4892"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4892\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4892"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4892"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4892"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}