{"id":4886,"date":"2016-11-11T00:00:55","date_gmt":"2016-11-10T22:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=4886"},"modified":"2016-11-11T00:00:55","modified_gmt":"2016-11-10T22:00:55","slug":"farbe-gegen-drei-soldatendenkmaelern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=4886","title":{"rendered":"Farbe gegen drei Soldatendenkm\u00e4ler"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schleusingen\/Suhl\/Zella-Mehlis<\/strong>, <span class=\"submitted\">11. November 2016<\/span><\/p>\n<blockquote><p>Jedes Jahr aufs Neue werden am Volkstrauertag Gedenkveranstaltungen an Soldatendenkm\u00e4lern abgehalten um den gefallenen deutschen Soldaten zu gedenken. In S\u00fcdth\u00fcringen wechseln sich die Vertreter von St\u00e4dten und Gemeinden mit Neonazikameradschaften an den jeweiligen Denkm\u00e4lern ab, um ihrer NS-Verharmlosung freien Lauf zu geben und den deutschen Opfermythos zu manifestieren. Deshalb wurden die St\u00e4tten der deutschen T\u00e4ter in Schleusingen, Suhl und Zella-Mehlis mit Farbe markiert!<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Geschichte des Volkstrauertages begann bereits in der Weimarer Republik. Im Jahr 1926 wurde der erste Volkstrauertag begangen, um den deutschen Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu gedenken. Was damals schon seinen Zweck in einer mehr oder weniger intensiven Kriegshetze fand, trat zur Zeit des Nationalsozialismus offen zu Tage. Die Nazis begingen den Volkstrauertag als sogenanntes &#8220;Heldengedenken&#8221; und auch die heutigen Nazis kn\u00fcpfen nicht nur begrifflich an diese Tradition an. Nach der milit\u00e4rischen Niederschlagung Nazideutschlands und dem Abbruch der Shoah durch die Anti-Hitler-Koalition wurde der Volkstrauertag in der alten Bundesrepublik wieder eingef\u00fchrt. Heute soll ausdr\u00fccklich den Toten beider Weltkriege und den Opfern der Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht, f\u00fcr Frieden, Vers\u00f6hnung und Verst\u00e4ndigung gemahnt werden. Jeder spezifische historische Charakter jener &#8220;Gewaltherrschaft[en]&#8221;, die durchaus inzwischen auch den Staatskapitalismus der DDR einschlie\u00dft, geht in einem solchen Gedenken verloren. Die deutschen T\u00e4ter, die Millionen Menschen ausrotteten, stehen in einer Reihe mit den Mauertoten, den gefallenen Alliierten und den Opfern der Deutschen. Ein solches nivellierendes, also zwischen Opfern und T\u00e4tern nicht mehr unterscheidendes, Gedenken im Land der T\u00e4ter ist f\u00fcr die politische Linke und f\u00fcr alle Menschen problematisch, die daf\u00fcr eintreten, dass die Bedingungen der deutschen Barbarei, die Bedingungen des eliminatorischen Antisemitismus in diesem Land und weltweit beseitigt werden. Die gleichmachende deutsche Gedenkpolitik zum Volkstrauertag ist Ausdruck eines Bewusstseins, das die wirkliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus ablehnt, verdr\u00e4ngt bzw. diesen \u00fcberhaupt vergessen machen will. Sie best\u00e4tigt nur immer wieder den Satz Paul Spiegels, wonach sich hinter den Rufen nach Frieden die M\u00f6rder verschanzen. Eine solche Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit h\u00e4tte u.a. die Kontinuit\u00e4t jener Bedingungen, die nach Auschwitz f\u00fchrten und die bis in die Gegenwart fortdauern, zu thematisieren und zum Gegenstand politischer K\u00e4mpfe zu machen. Im Sinne eines solchen antifaschistischen Kampfes ist ein Gedenken an die deutschen T\u00e4ter nicht hinnehmbar. Wir gedenken den ermordeten J\u00fcdinnen und Juden, den Kommunistinnen und Kommunisten, den Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, den Sinti und Roma sowie all den anderen unz\u00e4hligen Opfern, die aufgrund einer menschenverachtenden Ideologie ihr Leben lassen mussten. Wir gedenken auch den Widerstandsk\u00e4mpferinnen und Widerstandsk\u00e4mpfern, den Partisaninnen und Partisanen sowie den Soldatinnen und Soldaten der Anti-Hitler-Koalition. F\u00fcr dieses Erinnern und Gedenken bedarf es keines Volkstrauertages, der im Begriff des Volkes ein Denken mitf\u00fchrt, das in Deutschland immer mit der Blut- und Bodenideologie verkn\u00fcpft war, f\u00fcr welche Rassismus und Antisemitismus wesentliche Bestandteile sind. Eine Gemeinschaft, die auf Ausgrenzung basiert, lehnen wir ab. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr ein solidarisches Miteinander aller Menschen, ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe oder Herkunft, f\u00fcr eine Gesellschaft jenseits kapitalistischer Ausbeutung und Zurichtung.<\/p>\n<p>Doch es reicht nicht nur die St\u00e4tten des deutschen Opfermythos mit pinker Farbe und Teer zu versch\u00f6nern. Unsere Kritik an der deutschen Gedenkpolitik muss auf die Stra\u00dfe getragen werden!<\/p>\n<p>Kommt am 13. November gegen das &#8220;Heldengedenken&#8221; in Friedrichroda (Landkreis Gotha) auf die Stra\u00dfe! Unterst\u00fctzt die Antifa-Kundgebung um 16 Uhr gegen\u00fcber des REWE-Parkplatzes. Weiterhin findet am heutigen Samstag ab 18 Uhr eine Demonstration unter dem Motto &#8220;Ihr trauert, wir feiern! Gegen NS-Verharmlosung, Tanzverbot und deutsche Opfermythen!&#8221; in Erfurt statt. F\u00fcr Infos besucht: http:\/\/volkstrauertag-abschaffen.tk\/<\/p>\n<p>Arbeitskreis T\u00e4termarkierung Rennsteig, November 2016<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/196557\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schleusingen\/Suhl\/Zella-Mehlis, 11. November 2016 Jedes Jahr aufs Neue werden am Volkstrauertag Gedenkveranstaltungen an Soldatendenkm\u00e4lern abgehalten um den gefallenen deutschen Soldaten zu gedenken. 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