{"id":4558,"date":"2016-09-10T00:00:52","date_gmt":"2016-09-09T22:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=4558"},"modified":"2016-09-10T00:00:52","modified_gmt":"2016-09-09T22:00:52","slug":"kohlebahn-stellwerk-in-brand-gesetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=4558","title":{"rendered":"Versuchte Brandstifung an Kohlebahn-Stellwerk"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rheinland<\/strong>, 10. September 2016<\/p>\n<blockquote><p>Wie wir erfahren mussten, hat unser Feuerwerk dem RWE Kohlebahnstellwerk Neurath nicht das beabsichtigte feurige Ende bereitet. Es hat gar nicht erst gez\u00fcndet und die Bullen haben den kompletten Brandsatz unter einem der beiden Gro\u00dftrafos gefunden. Das ist sicher. Sie beschreiben ihn in einer Weise, wie es nur m\u00f6glich ist, wenn der Brandsatz unverbrannt gefunden wurde.<\/p>\n<p>Da nun ohnehin die Falschen schon ganz genau wissen, wie wir vorgehen wollten, sehen wir keinen Grund, warum es alle anderen nicht auch wissen sollten. Wir sind sicher, dass die verwendete Z\u00fcndung im Prinzip funktioniert. Wir haben sie mehrfach getestet. Am Ende beschreiben wir 2 M\u00f6glichkeiten warum es gerade hier nicht geklappt haben k\u00f6nnte.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWir haben unter einem der beiden Gro\u00dftrafos ungef\u00e4hr 60 Liter Benzin (mit Diesel versetzt) in mehreren Kanistern und Farbeimern platziert. Um diese zu entfachen haben wir insgesamt 4 elektrische Z\u00fcnder hinterlassen. Je zwei hingen an einer Stromquelle. Diese sollten durch je einen K\u00fcchenwecker eingeschaltet werden.<\/p>\n<p>Z\u00fcnder<\/p>\n<p>Wir verwendeten 10-Watt \/ 12-Volt Halogenstiftsockell\u00e4mpchen in Verbindung mit Streichholzk\u00f6pfen und einer speziellen \u00f6ko-Sorte Grillanz\u00fcnder. Diese haben einen gespaltenen Kopf, der mit derselben Masse \u00fcberzogen ist, die auch f\u00fcr Streichholzk\u00f6pfe verwendet wird. Zun\u00e4chst haben wir an den Birnchen vorsichtig mit einer Zange das Glas entfernt und von den Streichh\u00f6lzern die K\u00f6pfe abgerieben (m\u00f6glichst ohne Holz mitzunehmen). Stattdessen geht auch Schwarzpulver aus einem B\u00f6ller. An die beiden Stifte jedes Birnchens haben wir ein etwa 20cm langes Kabelst\u00fcck angel\u00f6tet und die L\u00f6tstelle mit Klebeband isoliert. Den Grillanz\u00fcnder haben wir auf ein St\u00fcck Klebeband gelegt und in den Spalt vom Grillanz\u00fcnder ein wenig Z\u00fcndpulver (abgeriebene Streichholzk\u00f6pfe) gef\u00fcllt. Danach schoben wir die Gl\u00fchwedel der Birnchen in den Spalt und f\u00fcllten diesen bis oben hin mit Pulver auf. Zum Schluss haben wir alles dicht mit Klebeband umschlossen und zur besseren Stabilit\u00e4t auf einem St\u00fcck Karton befestigt.<\/p>\n<p>Zeitgeber<\/p>\n<p>Wir haben handels\u00fcbliche, mechanische K\u00fcchenwecker verwendet. Die lassen sich auf bis zu 60 Minuten einstellen. Das h\u00e4tte uns gereicht. Am unbeweglichen Unterteil wurde ein Kabel befestigt, ein weiteres am beweglichen Oberteil (siehe Foto). Kurz bevor das Oberteil nach Ablauf der eingestellten Zeit wieder an der Nullposition ankommt, ber\u00fchren sich die Dr\u00e4hte und schlie\u00dfen den Stromkreis.<\/p>\n<p>Stromquelle<\/p>\n<p>Wir haben zwei 12-Volt Batterien in Reihe zusammen geschaltet. Das ergibt 18-Volt bei gleich bleibender Stromst\u00e4rke und somit genug Power f\u00fcr den Betrieb von zwei 10-Watt L\u00e4mpchen. Au\u00dfer den beiden Batterien, die den eigentlichen Strom bereitstellen sollten, verwendeten wir zwei andere um daraus die Anschl\u00fcsse zu basteln. Denn der Minuspol einer 9-Volt Batterie l\u00e4sst sich auf den Pluspol stecken und umgekehrt.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst entfernten wir an zwei Batterien die Plastikplatte mit den beiden Anschl\u00fcssen. Eine Platte wurde durchschnitten um zwei getrennte Anschlussstecker f\u00fcr Plus und Minus zu erhalten, die andere blieb ganz. Auf der R\u00fcckseite dieser Platte verl\u00f6teten wir Plus- und Minuspol miteinander. Um einen Kurzschluss zu vermeiden, klebten wir etwas Isolierband \u00fcber die offenen Metallteile. Mit dieser Platte wurden nun die beiden anderen Batterien verbunden. An die beiden Anschl\u00fcsse aus der durchschnittenen Platte wurde je ein Kabel angel\u00f6tet. Danach jeder auf den jeweils passenden freien Anschluss auf einer der beiden miteinander verbundenen Batterien gesteckt und alles mit Klebeband fixiert.<\/p>\n<p>Fertig!<\/p>\n<p>Am Ende wurde alles verkabelt. Von der Batterie zum Birnchen, vom anderen Birnchenstift zum Fu\u00df des Weckers und vom beweglichen Teil des Weckers zum anderen Batteriepol. Wir haben zus\u00e4tzlich noch eine Sicherheit eingebaut. Das war eine Kabelunterbrechung mit zwei offenen Kabelenden, die erst am Aktionsort, nachdem alles aufgebaut war, miteinander verwickelt wurden.<\/p>\n<p>Ein einzelnes System, also 2 Z\u00fcnder, eine 18-Volt Doppelbatterie und einen Wecker haben wir zum Transport auf einem Plastikteller montiert. Dazu taten wir noch Paraffingrillanz\u00fcnder (das sind die normalen, wei\u00dfen). Das ganze kam zum Transport in eine Plastikt\u00fcte. Unter dem Trafo haben wir die Teller auf den Deckel eines der Eimer gelegt, den Wecker aufgezogen und die Sicherheitsdr\u00e4hte um einander gewickelt.<\/p>\n<p>Material f\u00fcr ein Z\u00fcndsystem<\/p>\n<p>4 x 9-Volt Batterie<br \/>\nn 1 x K\u00fcchenwecker<br \/>\n2 x Holzfasergrillanz\u00fcnder<br \/>\n2 x 10-Watt \/ 12-Volt L\u00e4mpchen<br \/>\nKabel<br \/>\nStreichh\u00f6lzer<\/p>\n<p>Fehlerquellen<\/p>\n<p>Wir sind davon ausgegangen, das unser System funktionieren w\u00fcrde. Im Nachhinein kamen wir auf zwei m\u00f6gliche Fehler:<\/p>\n<p>Das Klebeband, das die Systeme zusammen hielt, war durch die Ausd\u00fcnstungen der Paraffingrillanz\u00fcnder angegriffen. Beides war zu lange in der selben T\u00fcte. M\u00f6glicherweise hat sich das Klebeband an beiden Weckern gel\u00f6st und die Dr\u00e4hte fielen ab bevor der Wecker sie zusammenbrachte. Wir haben nach dem Zusammenbau (zu Hause) nicht noch einmal alles gemessen. Es sollten mit einem Durchgangspr\u00fcfer und einem Batteriepr\u00fcfer (beziehungsweise einem Multimeter) nach dem Zusammenbau alle Kontakte gemessen werden, ob sie Strom leiten, und die Batterien, ob sie noch Ladung haben. Es kann sein, dass uns beim Zusammenbau Kontakte gebrochen sind und wir es nicht bemerkt haben.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/201224\">Linksunten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Am Abend des 10. September haben wir am zwischen Neurath und Rommerskirchen Ortsteil Vanikum gelegenen Stellwerk Neurath unter einem der beiden freistehenden Gro\u00dftrafos Feuer gelegt. Daf\u00fcr haben wir mehrere dutzend Liter Benzin verwendet. Dieses Stellwerk ist unbesetzt, dadurch bestand keine Menschengef\u00e4hrdung.<\/p>\n<p>Das Stellwerk ist f\u00fcr den Betrieb der Nord-S\u00fcd Kohlebahn unverzichtbar. Sie verbindet den Tagebau Garzweiler mit Niederau\u00dfem und der Hambachbahn sowie den Stichgleisen \u00fcber die das Kraftwerk Neurath mit Kohle versorgt wird. Dort werden Weichen und Signale gestellt, sowie Bahnstrom in die Oberleitung der Kohlebahnen eingespeist.<\/p>\n<p>Weder haben RWE noch die Bullen dazu etwas ver\u00f6ffentlicht. Anzunehmen ist, dass die Motivation dahinter steckt, die steigende Zahl an den Betriebsablauf gef\u00e4hrdenden Aktionen (die ganz nebenbei auch uns erst auf die Idee gebracht haben uns in diesem Bereich auf diese Art zu engagieren) nicht offen einzugestehen und keine \u00f6ffentliche Debatte entstehen zu lassen. Aktionen wie diese belegen die Verwundbarkeit eines vermeindlich unverwundbaren Energieriesen. Au\u00dferdem verdeutlichen sie, dass es Menschen gibt, die bereit sind erhebliche pers\u00f6nliche Risiken auf sich zu nehmen, um diesem elendig zerst\u00f6rerischen Unsinn ein Ende zu bereiten.<\/p>\n<p>Es mangelt RWE offenbar an einer PR-Strategie, die in der Lage ist, Antwort auf eine solche Aktion zu geben. Sorgen wir daf\u00fcr, dass sie auch weiterhin keine ruhige Minute haben, solange die Bagger laufen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/190557\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rheinland, 10. September 2016 Wie wir erfahren mussten, hat unser Feuerwerk dem RWE Kohlebahnstellwerk Neurath nicht das beabsichtigte feurige Ende bereitet. Es hat gar nicht erst gez\u00fcndet und die Bullen haben den kompletten Brandsatz unter einem der beiden Gro\u00dftrafos gefunden. Das ist sicher. 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