{"id":4525,"date":"2016-09-10T00:00:15","date_gmt":"2016-09-09T22:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=4525"},"modified":"2016-09-10T00:00:15","modified_gmt":"2016-09-09T22:00:15","slug":"barrikaden-und-naziauto-brennen-wegen-naziaufmarsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=4525","title":{"rendered":"Barrikaden und Naziauto brennen wegen Naziaufmarsch"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2016\/09\/190079.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4526\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2016\/09\/190079-300x200.jpg\" alt=\"190079\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>G\u00f6ttingen<\/strong>, <span class=\"submitted\">10. September 2016<\/span><\/p>\n<blockquote><p>Vor knapp drei Wochen hatten sich Nazis um Thorsten Heise und Jens Wilke f\u00fcr den heutigen Tag gro\u00df angek\u00fcndigt: Nach elf Jahren sollte es wieder eine Nazi-Demonstration in G\u00f6ttingen geben, f\u00fcr die bundesweit mobilisiert werden sollte. Dazu kam es nicht. Die glaubhafte Ank\u00fcndigung, G\u00f6ttingen in den antifaschistischen Ausnahmezustand zu versetzen, \u00fcberzeugte auch das Oberverwaltungsgericht (OVG) L\u00fcneburg davon, dass man Nazis in G\u00f6ttingen nicht laufen lassen kann.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Entscheidung des OVG wurde erst am Freitagabend bekanntgegeben und von der derzeit laufenden Antifa-Vorabenddemo mit Jubel quittiert. Bereits am Vorabend konnten \u00fcber 450 Antifaschist*innen ein kraftvolles Zeichen f\u00fcr Nazifreie Zonen setzen. Aus linken H\u00e4usern entlang der Route wurde mehrfach Pyrotechnik gez\u00fcndet. W\u00e4hrenddessen schlossen sich immer mehr Menschen der Demo an. Ein besoffener Nazi entschied sich dummerweise daf\u00fcr, am Rande der Demo den Hitlergru\u00df zu zeigen und musste kurze Zeit sp\u00e4ter den Stra\u00dfenbelag n\u00e4her in Augenschein nehmen. Davon abgesehen endete die Demo ohne Zwischenf\u00e4lle auf dem Campus.<\/p>\n<p>In Anbetracht dessen, dass der Aufmarsch schon im Vorfeld durch antifaschistisches Engagement verhindert werden konnte, blieben gr\u00f6\u00dfere Gegenaktionen aus. Lediglich wenige brennende Barrikaden im Bereich Go\u00dflerstra\u00dfe und Humboldtallee lie\u00dfen erahnen, was droht, wenn Nazis versuchen in G\u00f6ttingen zu laufen. Auch wurde die Anreise der Nazis verz\u00f6gert: Eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Menschen blockierte die Gleise in Richtung Norden mit einer Materialblockade. Leider wurden in der N\u00e4he 20 Genoss*innen festgenommen. Nachdem die Bullen ihre Personalien aufnahmen und Filmaufnahmen anfertigten wurden die Genoss*innen zur Hauptwache gebracht und dort freigelassen. Eine spontane Soli-Kundgebung nahm sie jubelnd in Empfang. Die daraus entstehenden Verfahren werden wir solidarisch begleiten!<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich versammelten sich nach und nach etwas mehr als 90 armselige Nazi-Gestalten in dem bereits bekannten K\u00e4fig aus Hamburger Gittern auf dem Bahnhofsvorplatz. Ihnen gegen\u00fcber und zu Ihren Seiten hin fanden sich hunderte Gegendemonstrant*innen ein, die jeden Versuch der Nazis, ihre menschenverachtenden Botschaften kundzutun, erfolgreich \u00fcbert\u00f6nten. Nachdem sich zun\u00e4chst abzeichnete, dass die Bullen \u00fcber die Godehardstra\u00dfe einen Weg f\u00fcr den noch fehlenden Lautsprecherwagen freimachen w\u00fcrden, wurde dieser Gedanke kurze Zeit sp\u00e4ter offenbar wieder verworfen. Das Risiko, die antifaschistische Reaktion auf den NPD-Lautsprecherwagen nicht h\u00e4ndeln zu k\u00f6nnen, war wohl zu gro\u00df. So blieb den Nazis letztlich nicht viel \u00fcber, als nach kurzen verzweifelten Redebeitr\u00e4gen \u00fcber eine mobile Lautsprecheranlage, die Abreise anzutreten. Statt der angek\u00fcndigten 6 Stunden blieben die Nazis nicht mal eine Stunde auf dem Bahnhofsvorplatz.<\/p>\n<p>Nach dem erb\u00e4rmlichen Auftritt in G\u00f6ttingen blieb den Nazis nichts Anderes \u00fcbrig, als den ersehnten Aufmarsch ins nahegelegene Northeim zu verlagern. Angef\u00fchrt von u.a. Gianluca Bruno in der ersten Reihe und begleitet von Heises lieblicher Stimme liefen sie verzweifelt durch Northeim. Auch hier wurde der Aufmarsch von Gegendemonstrant*innen begleitet. Da das die Nazis von au\u00dferhalb nicht befriedigte, machten sich 20 von ihnen auf den Weg zur\u00fcck nach G\u00f6ttingen. Sie mussten schnell feststellen, dass sie aufgrund der Pr\u00e4senz von Antifaschist*innen auf dem Vorplatz keine Chance hatten den Bahnhof zu verlassen. Lautstark wurde ihnen vermittelt, dass sie in G\u00f6ttingen nicht erw\u00fcnscht seien. Nur unter Schutz der Polizei, die Schlagst\u00f6cke und Pfefferspray einsetzte, konnten sie Gleis und Busbahnhof erreichen.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4hrend der NPD Kundgebungen gab es wie so oft einen Brandanschlag auf ein in Friedland abgestelltes Nazi-Auto.<\/strong> Jens Wilke f\u00fchlte sich veranlasst eine Spontandemonstration durchs Dorf zu veranstalten, die ebenfalls von St\u00f6rrufen einer engagierten Anwohnerin behindert wurde.<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chten wir uns bei allen Genoss*innen bedanken, die heute auf der Stra\u00dfe waren \u2013 insbesondere bei den vielen entschlossenen angereisten Antifas. Dank euch konnten wir glaubhaft versichern, dass jede Nazi-Demo in G\u00f6ttingen im Desaster f\u00fcr Nazis und Polizei endet. Wir haben den Naziaufmarsch verhindert, schon bevor sie die Anreise antraten. Der antifaschistische Druck auf Justiz und Polizei zwang diese dazu, die Demonstration zu verbieten. Dank dieser weisen Entscheidung des Gerichts bekam G\u00f6ttingen heute nur einen Hauch dessen zu sp\u00fcren, was eine Nazi-Demo in G\u00f6ttingen f\u00fcr Folgen mit sich bringt.<\/p>\n<p>Das Ergebnis unserer abschlie\u00dfenden Reflektion der Tage wird in K\u00fcrze folgen.<\/p>\n<p>Mit antifaschistischen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>B\u00fcndnis Goldener Herbst 2.0<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/190080\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttingen, 10. September 2016 Vor knapp drei Wochen hatten sich Nazis um Thorsten Heise und Jens Wilke f\u00fcr den heutigen Tag gro\u00df angek\u00fcndigt: Nach elf Jahren sollte es wieder eine Nazi-Demonstration in G\u00f6ttingen geben, f\u00fcr die bundesweit mobilisiert werden sollte. Dazu kam es nicht. 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