{"id":4045,"date":"2016-07-05T00:00:45","date_gmt":"2016-07-04T22:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=4045"},"modified":"2016-07-05T00:00:45","modified_gmt":"2016-07-04T22:00:45","slug":"brandanschlag-auf-privatfahrzeug-eines-bullen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=4045","title":{"rendered":"Brandanschlag auf Privatfahrzeug eines Bullen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2016\/07\/184561.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4046\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2016\/07\/184561-300x169.jpg\" alt=\"184561\" width=\"300\" height=\"169\" \/><\/a>Berlin<\/strong>,\u00a0 5. Juli 2016<\/p>\n<blockquote><p>Auch wenn wir jede Zusammenarbeit mit Parteien und Repr\u00e4sentant\/innen des Staates ablehnen, kommen wir leider nicht an dem Widerspruch vorbei, auf die Initiative des Abgeordneten Lauer und des B\u00fcrgermeisters M\u00fcller, Verhandlungen mit den \u201eLinksextremen\u201c aufzunehmen, eingehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Vorweg etwas zur Kl\u00e4rung der bislang erfolgreich von interessierter Seite vernebelten Positionen im Konflikt um die Rigaer Stra\u00dfe. Wir sprechen nicht f\u00fcr alle militanten Gruppen in Berlin sondern lediglich f\u00fcr einige tempor\u00e4re Zusammenschl\u00fcsse. Auch wenn es durch die Presse und den Innensenator unter Inkaufnahme strategischer Fehler und eines Verlustes an Glaubw\u00fcrdigkeit immer wieder falsch dargestellt wird: die Rigaer 94 ist nicht die Autonomen Gruppen und die Autonomen Gruppen sind nicht die Rigaer 94.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEine korrekte Beschreibung w\u00e4re, dass die Rigaer 94 und zahlreiche andere Projekte, Initiativen und Einzelpersonen zu einer Str\u00f6mung geh\u00f6ren, in der Teile der Autonomen Gruppen ebenfalls t\u00e4tig sind.<\/p>\n<p>Das Ziel und die Hauptbesch\u00e4ftigung der Autonomen Gruppen ist nicht Gewalt \u2013 oder Terror wie es uns inzwischen t\u00e4glich unterstellt wird. Wer die Texte von uns und unseren Vorg\u00e4nger\/innen der letzten Jahrzehnte gelesen hat, weiss das wir Teil einer Gesellschaft sind, die wir gleichzeitig bek\u00e4mpfen, dass wir neben dir im Bus sitzen und zur Arbeit fahren, hinter dir im Supermarkt an der Kasse stehen und vielleicht auch im selben Haus wohnen.<\/p>\n<p>Wenn es die Leitung der Repressionsbeh\u00f6rden f\u00fcr erforderlich hielt, Bereiche unserer Str\u00f6mung um einige Quadratmeter zu verkleinern, wie beispielsweise die R\u00e4umung der Liebig 14, die R\u00e4umung der Familie G\u00fclbol in der Lausitzer Stra\u00dfe, die R\u00e4umung der Brunnen 183 oder die unz\u00e4hligen weiteren Angriffe der Vergangenheit, glaubte das System jedes Mal unsere R\u00e4ume enger zu machen in dem sie diese Quadratmeter der kapitalistischen Verwertung zuf\u00fchrte. Ein fataler Fehler, denn die Autonomen Gruppen sind eben nicht an R\u00e4ume oder Personen gebunden, sie sind eine gesellschaftliche Erscheinung, die t\u00e4tig wird wenn sich diese Str\u00f6mung durch Ereignisse konzentriert. Wer uns zerst\u00f6ren will, muss die ganze Gesellschaft zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Es hat uns immer schon an allen Orten gegeben und fast immer gab es andere Bezeichnungen f\u00fcr uns. Oft werden wir t\u00e4tig in Konflikten, in denen wir keinen pers\u00f6nlichen Bezug zu den Beteiligten haben. Selten sind wir in letzter Zeit aus der reaktiven Position heraus gekommen um Utopien gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen vorstellen zu k\u00f6nnen. Die Strukturen, die der Innensenator zerst\u00f6ren will, in dem Glauben damit die Autonomen Gruppen treffen zu k\u00f6nnen, sind die Orte aus denen etwas anderes entwickelt werden k\u00f6nnte als Gewalt. Zum Beispiel war die Liebig 14 unbedeutend f\u00fcr den militanten Anteil des radikalen Widerstands, sie stellte eher einen kulturellen und sozialen Gegenentwurf zur offiziellen Stadtpolitik dar. Auf ihre R\u00e4umung musste auch von Autonomen Gruppen reagiert werden, trotz vieler Differenzen, auch in der Hoffnung weitere R\u00e4umungen politisch nicht durchsetzbar zu machen.<\/p>\n<p>Jetzt reagieren wir also auf den Angriff der Bullen und Investorensecus auf die Rigaer 94. Die Stadt Berlin k\u00f6nnte es sicherlich ertragen, wenn die wenigen Quadratmeter der Kadterschmiede oder auch des M99 nicht auch noch der Gewinnmaximierung geopfert werden. Auch wir hatten f\u00fcr diesen Fall angek\u00fcndigt, den politischen und damit auch materiellen Preis in die H\u00f6he zu treiben.<\/p>\n<p>Vielleicht sind wir dabei einer Fehleinsch\u00e4tzung erlegen, denn sowohl vom durch John Dewhurst als auch Frank Henkel betriebenen Aufwand l\u00e4sst sich kein materielles Motiv ableiten, die Kosten f\u00fcr derartige Bauarbeiten inclusive staatlichem und privatem Bewachungspersonal, steht in keinem Verh\u00e4ltnis zu erwartbaren Mieteinnahmen in diesen R\u00e4umen. Dieser Konflikt beruht auf einem machterhaltenden Beweis der repressiven Herrschaftssicherung wo Dialogangebote schon als Risiko gelten.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat sich dabei in den letzten Monaten auch die Beziehung der antiautorit\u00e4ren Str\u00f6mung in Friedrichshain zur Nachbarschaft gewandelt, manches was in den letzten Jahren an militanten Aktionen gelaufen ist, w\u00fcrde momentan nicht passieren.<\/p>\n<p>Zur Initiative von M\u00fcller und Lauer<\/p>\n<p>Niemand von uns wird mit Vertreter\/innen des Staates verhandeln. Wenn Politiker den Innensenator jetzt auffordern, mit \u201eLinksextremen\u201c Gespr\u00e4che zu f\u00fchren, gibt es daf\u00fcr keine Grundlage. Es gibt jedoch M\u00f6glichkeiten aus der gegenw\u00e4rtigen Spirale zu entkommen. Ein Abzug von Bullen und Sicherheitsfirmen aus der Rigaer 94 und die R\u00fcckgabe der R\u00e4ume an die Hausgemeinschaft, sowie ein Verzicht auf die R\u00e4umung des M99 w\u00fcrden von den f\u00fcr uns erreichbaren Zusammenh\u00e4nge mit der Einstellung alle Tag X Aktivit\u00e4ten und Angriffen beantwortet werden.<\/p>\n<p>Auch wenn selbsternannte Sicherheitsexperten behaupten, dass es Zufall w\u00e4re, wenn es bei unseren Aktionen keine Toten gibt, unsere Gewalt ist direkt mit der Gewalt des Staates, der Nazis und der Gesellschaft verbunden. St\u00e4ndiger Bestandteil unserer Planungen ist, dass kein Bulle oder Nazi dabei sterben wird, auch wenn unsere Feinde diese Hemmschwelle nicht kennen. Expandierende Auftritte von Nazis f\u00fchren direkt zu verst\u00e4rkter antifaschistischen Gegenwehr. Intolerante Tendenzen in der Gesellschaft fordern unseren Widerspruch heraus. Die W\u00e4hler\/innen von Frank Henkel k\u00f6nnen ohne Sorge um ihre teuren Autos schlafen, wenn seine Einheiten aus der Rigaer 94 verschwinden.<\/p>\n<p>Wir sehen aber auch die Gefahr, das Aktivist\/innen aus dem libert\u00e4ren Spektrum oder Unbeteiligte durch die anhaltenden Gewaltwelle von Bullen und Sicherheitsleuten ernsthaft verletzt werden oder schlimmeres. Dann w\u00fcrden auch wir unser Verh\u00e4ltnis zur Gewalt \u00fcberdenken m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Als konstruktive Weiterentwicklung des Lauer \u2013 Vorschlags k\u00f6nnten zun\u00e4chst der Bezirk Friedrichshain mit dem Senat und den Lobbyisten der Demokratie verhandeln, ob man jetzt f\u00fcr die Ziffern hinterm Komma in der Profitsteigerung eines Multimillion\u00e4rs den permanenten Ausnahmezustand zelebrieren werden. Nicht nur die autonomen Gruppen werden die Verantwortlichen in dieser Falle festnageln.<\/p>\n<p>Zum Brandanschlag auf Privatfahrzeug eines Bullen<\/p>\n<p>Beliebt machen sich die Bullen nicht in Friedrichshain, ihre Besatzermentalit\u00e4t ruft Wut hervor. \u00dcber viele Umwege erreichten uns Beschwerden \u00fcber einen Bullen, der sich privat im Gefahrengebiet bewegt, als w\u00e4re er unangreifbar. Am 5. Juli haben wir sein privates Auto mit dem Kennzeichen B \u2013 ND \u2013 2017 in der Petersburger Stra\u00dfe angez\u00fcndet. Das dabei Schaltk\u00e4sten der BVG mit draufgingen freut uns.<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit, auch in den Schichten die uns hassen, kann sehr gut unterscheiden zwischen den Handlungen autonomer Gruppen und dem Z\u00fcndeln von Zutr\u00e4gern der Beh\u00f6rden, wie es ironischerweise im Fall Marcel G\u00f6bel aufgedeckt wurde.<\/p>\n<p>Wir sind f\u00fcr einige Sachen offen, den Beginn der Sommerferien oder f\u00fcr einen Schwarzen Juli!<\/p>\n<p>Autonome Gruppen<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/184560\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin,\u00a0 5. Juli 2016 Auch wenn wir jede Zusammenarbeit mit Parteien und Repr\u00e4sentant\/innen des Staates ablehnen, kommen wir leider nicht an dem Widerspruch vorbei, auf die Initiative des Abgeordneten Lauer und des B\u00fcrgermeisters M\u00fcller, Verhandlungen mit den \u201eLinksextremen\u201c aufzunehmen, eingehen zu m\u00fcssen. 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