{"id":3790,"date":"2016-06-12T00:00:00","date_gmt":"2016-06-11T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=3790"},"modified":"2016-06-12T00:00:00","modified_gmt":"2016-06-11T22:00:00","slug":"nazis-nach-uebergriff-angegriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=3790","title":{"rendered":"Nazis nach \u00dcbergriff angegriffen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jena<\/strong>, 12. Juni 2016<\/p>\n<blockquote><p>Am Abend des 11.6. kam es am Containerlager f\u00fcr Gefl\u00fcchtete am Grie\u00dfparkplatz in Jena-Ost zu einem Nazi\u00fcbergriff. Die Polizei stellte zwei der Angreifer. In derselben Nacht wurden die Nazis noch von einer Gruppe Vermummter angegriffen und verletzt. Am n\u00e4chsten Tag (12.6.) stand eine Antifa-Sponti von 140 Leuten bei einem der Faschos vor der Haust\u00fcr und demonstrierte danach unangemeldet durch die Stadt.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nBurschen, Nazis, Bier an der Saale: Deutschland in H\u00f6chstform<\/p>\n<p>Die Nazis hatten zuvor offenbar ein Trinkgelage am Camsdorfer Ufer an der Saale veranstaltet, wo sich laut Beobachter_innen zur selben Zeit auch Burschenschaftler u.a. von der Rhenania mit Biertischgarnituren breitgemacht haben sollen. Danach zogen 5-6 Nazis zum nahegelegenen Containerlager am Grie\u00df, wo sie Gefl\u00fcchtete rassistisch beschimpften, \u201eWhite Power\u201c gr\u00f6lten und mit Steinen und Flaschen bewarfen. Tiefe Beulen an den Containern zeugten am n\u00e4chsten Tag von der Schlagkraft der W\u00fcrfe, die gl\u00fccklicherweise niemanden trafen. Nachdem die Polizei zwei der T\u00e4ter, die gr\u00f6lend weitergezogen waren, vor ihrer Wohnung aufgriff und Anzeigen wegen Beleidigung und versuchter gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung aufnahm, kehrte ein Streifenwagen mit einem der T\u00e4ter zur\u00fcck zum Lager. Einer der Nazis behauptete nun, die Gefl\u00fcchteten h\u00e4tten sich ihrerseits mit einem Steinwurf gewehrt, weshalb die Polizei Ermittlungen gegen die Gefl\u00fcchteten aufnahm.<\/p>\n<p>Nazis nachts abgefangen<\/p>\n<p>Als die Polizei ihre Arbeit verrichtet hatte, mithilfe der Nazis aus den Betroffenen T\u00e4ter_innen zu machen, liefen die Nazis in Richtung Stadt. Auf dem Steinweg trafen sie dann wohl auf eine Gruppe schwarz Vermummter, die ihnen non-verbal vermittelte, was sie von Nazischl\u00e4gern halten. Zwei Nazis wurden verletzt. Die Angreifer_innen entkamen unerkannt, bevor die Polizei erneut wegen der Nazis anr\u00fcckte.(1)<\/p>\n<p>Sponti und Hausbesuch: Eric Bohn, Clara-Zetkin-Str. 14 \u2013 Nazischl\u00e4ger aus der Deckung holen<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag versammelten sich ca. 100 Menschen am Grie\u00df, um sich mit den Gefl\u00fcchteten zu solidarisieren. Zun\u00e4chst wurde sich im Lager per Mikrofon und \u00dcbersetzung in drei Sprachen dar\u00fcber ausgetauscht, was vergangene Nacht geschehen war. Die Gefl\u00fcchteten schilderten die Angriffe und die Wiederkehr der Polizei mit einem der T\u00e4ter, um Anzeigen gegen die Gefl\u00fcchteten aufzunehmen. Sie schilderten jedoch auch fr\u00fchere rassistische \u00dcbergriffe, die sie oder Freund_innen in Jena betrafen. Danach wurde beschlossen, eine Spontandemo abzuhalten. Ein Streifenwagen, der zwischenzeitlich bereits vor dem Lager parkte, war zu dem Zeitpunkt wieder weg. Da mittels solidarischer antifaschistischer Netzwerke bereits Name und Adresse eines der T\u00e4ter bekannt geworden war, beschloss die Demo, ihm einen kleinen Besuch abzustatten. Auf direktem Weg wurde die Wiesenstra\u00dfe \u00fcberquert und nach Unterquerung der Bahngleise in den Spitzweidenweg eingebogen. Dort wurden in Redebeitr\u00e4gen die Anwohner_innen \u00fcber ihren Nazinachbarn und dessen n\u00e4chtliche \u00dcbergriffe aufgekl\u00e4rt, bevor direkt vor sein Haus gezogen wurde: Vor der Clara-Zetkin-Stra\u00dfe 14, dem Wohnort des am \u00dcbergriff beteiligten Nazis Eric Bohn, hielt die Demo, immer noch ohne Polizeibegleitung, eine Kundgebung ab. Viele Nachbar_innen \u00f6ffneten ihre Fenster, um wahlweise zuzuh\u00f6ren, \u00fcberrascht nachzufragen, zu filmen oder auch den Mittelfinger zu zeigen. Die Botschaft der zu diesem Zeitpunkt ca. 140 Menschen, darunter mehrere Gruppen Gefl\u00fcchteter vom Grie\u00df, war unmissverst\u00e4ndlich: \u201eWenn ihr unsere Freund_innen angreift, kommen wir zu euch nach Hause!\u201c<\/p>\n<p>Burschenschaften, AfD-Abgeordnete und Nazikneipen \u2013 Nazis die R\u00fcckzugsr\u00e4ume nehmen<\/p>\n<p>Als auf der Camburger Stra\u00dfe mehrere Wannen eintrafen, versuchten die Bullen, eine_n Verantwortliche_n f\u00fcr die Demo zu finden, womit sie scheiterten. Sie beschr\u00e4nkten sich nach kurzer Nachfrage, in welche Richtung es gehen solle, darauf, den Verkehr zu regeln. Die Demo zog nun zur Burschenschaft Rhenania am Spittelplatz, um deren Rolle am vorherigen Abend und deren Institution als nationalistischer, chauvinistischer M\u00e4nnerbund zu kritisieren. Die n\u00e4chste Station war das Wohnhaus von Wiebke Muhsal, Landtags-Abgeordnete der AfD im Bibliotheksweg 1a. Ihr Haus ist seit mehreren Monaten dank nicht entfernter fr\u00fcherer Farbbeutelw\u00fcrfe unverfehlbar.(2) Hier wurde ebenfalls in einem Redebeitrag auf ihre Rolle innerhalb rassistischer Mobilisierungen verwiesen. Nachdem die Demo in die Innenstadt gezogen war, gab es eine kurze Zwischenkundgebung am Holzmarkt, wo Caf\u00e9besucher_innen \u00fcber die Vorf\u00e4lle des Vorabends aufgekl\u00e4rt wurden, aber auch die \u00f6rtliche Kneipe \u201eGilde\u201c thematisiert wurde. In dieser sammeln sich immer wieder Chauvinisten und Nazis zum Trinken vor und nach Fu\u00dfballspielen oder AfD-\/Th\u00fcgida-Aufm\u00e4rschen. P\u00f6beleien sind regelm\u00e4\u00dfig und auch \u00dcbergriffe gab es in diesem Jahr schon aus der \u201eGilde\u201c heraus. Zum Abschluss zog die Demo \u00fcber den Steinweg zur \u201eGr\u00fcnen Tanne\u201c, Sitz der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller und wiederholte Gastgeberin \u00f6rtlicher AfD-Versammlungen. Dar\u00fcber wurde die gut besuchte Au\u00dfenterasse aufgekl\u00e4rt und unsere zuk\u00fcnftigen Pl\u00e4ne f\u00fcr das ansehnliche Geb\u00e4ude ausgebreitet: Ein Soziales Zentrum mit Wohnraum f\u00fcr Gefl\u00fcchtete! Mit Sprechch\u00f6ren \u201eBurschen vertreiben \u2013 Fl\u00fcchtlinge bleiben!\u201c zog die Demo dann zur\u00fcck zum Lager am Grie\u00df, wo bei einsetzendem Regen noch ein paar Absprachen mit den Bewohner_innen hinsichtlich zuk\u00fcnftiger Aktionen getroffen wurde. Die Bullen, die sich die gesamte Zeit \u00fcber angesichts ihrer paar verf\u00fcgbaren Wannen und Beamt_innen auf Verkehrsregelung beschr\u00e4nkt hatten, bekundeten noch verhalten ihre \u00dcberforderung mit der relativ gro\u00dfen und flotten Spontandemo und fuhren dann davon.<\/p>\n<p>(1) Th\u00fcringer Landeszeitung: Angreifer sp\u00e4ter selbst angegriffen: Solidarit\u00e4tsdemo f\u00fcr Asylbewerber in Jena<br \/>\nhttp:\/\/www.tlz.de\/startseite\/detail\/-\/specific\/Nach-Angriff-auf-Asylbewerber-Spontane-Solidaritaetsdemo-in-Jena-Update-1368958721<\/p>\n<p>(2) Demo der AfD in Jena \u2013 Autonom begr\u00fc\u00dfen<br \/>\nhttps:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/165834<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/181998\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jena, 12. Juni 2016 Am Abend des 11.6. kam es am Containerlager f\u00fcr Gefl\u00fcchtete am Grie\u00dfparkplatz in Jena-Ost zu einem Nazi\u00fcbergriff. Die Polizei stellte zwei der Angreifer. In derselben Nacht wurden die Nazis noch von einer Gruppe Vermummter angegriffen und verletzt. Am n\u00e4chsten Tag (12.6.) stand eine Antifa-Sponti von 140 Leuten bei einem der Faschos [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12080,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[105],"class_list":["post-3790","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de","tag-jena"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12080"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3790"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3790\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}