{"id":2945,"date":"2016-03-07T00:00:00","date_gmt":"2016-03-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=2945"},"modified":"2016-03-07T00:00:00","modified_gmt":"2016-03-06T22:00:00","slug":"kabelbrand-an-bahntrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=2945","title":{"rendered":"Kabelbrand an Bahntrasse"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2016\/03\/171586.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2946\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2016\/03\/171586-300x207.jpg\" alt=\"171586\" width=\"300\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2016\/03\/171586-300x207.jpg 300w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2016\/03\/171586-768x531.jpg 768w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2016\/03\/171586-1024x708.jpg 1024w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2016\/03\/171586.jpg 1389w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Berlin<\/strong>, 7. M\u00e4rz 2016<\/p>\n<blockquote><p>Wir haben einen Brand an der Bahntrasse bei Spandau gelegt, um den Personen- und G\u00fcterzugverkehr empfindlich zu st\u00f6ren. Unter anderem der reibungslose Transport von G\u00fctern und Arbeitskraft garantiert die wirtschaftliche Funktionsf\u00e4higkeit dieses Landes. Sabotage relevanter Infrastruktur zum Nachteil der Wirtschaft und der Funktionsf\u00e4higkeit der Festung Europa ist das Gebot der Stunde.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAnl\u00e4sslich des 8.M\u00e4rz und der Tatsache, dass Frauen und Kinder derzeit die Mehrzahl der Fl\u00fcchtenden bilden, widmen wir diese Aktion ausdr\u00fccklich all den unbekannten Frauen, ihren Kindern und M\u00e4nnern, welche bei dem Versuch sich vor Krieg, Verfolgung und Armut in Sicherheit zu bringen, ertrunken, verletzt, gedem\u00fctigt, festgesetzt, zur\u00fcckgeschickt worden sind.<br \/>\nMenschlichkeit kennt keine Obergrenze, Not kennt keine un\u00fcberwindbaren Z\u00e4une, Solidarit\u00e4t ist umfassend oder gar nicht. Grenzen auf!<\/p>\n<p>Kampf dem Wohlstandschauvinismus, Sexismus<\/p>\n<p>Wir haben einen Brand an der Bahntrasse bei Spandau gelegt, um den zentralen Personen- und G\u00fcterzugverkehr nach Hamburg, D\u00fcsseldorf und Frankfurt empfindlich zu st\u00f6ren. Unter anderem der reibungslose Transport von G\u00fctern und Arbeitskraft garantiert die wirtschaftliche Funktionsf\u00e4higkeit dieses Landes. Den \u00c4rger der Reisenden verantworten wir, in Anbetracht einer militarisierten Festung Europa und einer rassistischen Standortpolitik zum Wohle wirtschaftlicher Interessen. Eine Gef\u00e4hrdung von Menschen haben wir ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 8. M\u00e4rz, des Frauen-Kampftages, und der Tatsache, dass Frauen und Kinder derzeit die Mehrzahl der Fl\u00fcchtenden bilden, widmen wir diese Aktion ausdr\u00fccklich all den unbekannten Frauen, ihren Kindern und M\u00e4nnern, welche bei dem Versuch sich vor Krieg, Verfolgung und Armut in Sicherheit zu bringen, ertrunken, verletzt, gedem\u00fctigt, festgesetzt, zur\u00fcckgeschickt worden sind. Die erst j\u00fcngst wieder ertrunkenen Kinder gehen direkt auf das Konto der Bundesregierung und der Kr\u00e4fte, die den Familiennachzug ausgesetzt haben und damit bewirken, dass sich ganze Familien einschlie\u00dflich der Kinder auf die gef\u00e4hrlichen \u00dcberfahrten machen. Darunter die Parteien, die das C gro\u00df schreiben und sich immer f\u00fcr die Rechte von Familien einsetzen &#8211; aber deutsch m\u00fcssen sie sein, offensichtlich.<br \/>\nMenschlichkeit kennt keine Obergrenze, Not kennt keine un\u00fcberwindbaren Z\u00e4une, Solidarit\u00e4t ist umfassend oder gar nicht. Grenzen auf! Wir laden alle Fl\u00fcchtenden dieser Welt in ein Land ein, das mit seiner Wirtschaftpolitik (nicht nur mit den Waffenexporten) und Au\u00dfenpolitik (Kriegseins\u00e4tze) die Zust\u00e4nde oftmals mit verursacht, wegen derer Menschen fliehen!<\/p>\n<p>Die Abschottung Europas als Ma\u00dfnahme gegen die fl\u00fcchtenden Menschen erw\u00e4chst als Idee aus einem rassistischen, patriarchalen Weltbild. Gegen Fremde werden alle Arten von Mauern hochgezogen, ihre Fluchtgr\u00fcnde werden banalisiert (sicheres Herkunftsland), ihre wirtschaftliche Not geleugnet. Sie werden entmenschlicht, um sie zur Zielscheibe erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, auf die staatlicherseits das Gewehr anzulegen ist, wie die Hasspredigerin Petry es formulierte &#8211; die wohl nur ausspricht, was Seehofer und andere denken. So agiert die AfD als legaler Arm der Neonazis, seit die NPD keine Relevanz mehr hat und agiert als Interessenvertretung wei\u00dfer, deutscher M\u00e4nner.\u00a0 Der Chauvinismus eines Gabriel, der die Deutschen mit Milliarden kaufen will, damit sie ihn w\u00e4hlen, bedient auch nur die rassistische Raserei. Der Gr\u00fcne Kretschmann kennt \u00fcberall nur noch sichere Drittstaaten, wenn es dem Machterhalt dient. Und die Parteif\u00fchrung \u201eDie Linke\u201c schweigt aus taktischen Gr\u00fcnden vor ihren reaktion\u00e4ren W\u00e4hler_innen. Und Seehofer f\u00fchrt seine CSU zu neuen H\u00f6henfl\u00fcgen, indem er die Aussetzung des Familiennachzugs erzwingt. Auf rechten Terror und den auff\u00e4llig steigenden Anteil ertrunkener Kinder folgen aus allen Reihen nur Schweigen oder die \u00fcblichen Emp\u00f6rungsfloskeln.<\/p>\n<p>Politiker_innen handeln in \u00dcbereinstimmung, wenn nicht Abh\u00e4ngigkeit, von wirtschaftlichen Interessenverb\u00e4nden, die brauchbare Arbeitskr\u00e4fte kontrolliert ins Land lassen wollen, um die anderen abzuschieben oder direkt abzuweisen. So werden Abschiebungen, die Lager f\u00fcr Gefl\u00fcchtete und die zugemauerte Festung Europa gerechtfertigt. Oder das Asylpaket II verabschiedet. Oder der legale Familiennachzug ausgesetzt, so dass sich vermehrt Frauen und Kinder auf die gef\u00e4hrliche Reise per Boot \u00fcbers Mittelmeer wagen m\u00fcssen und dabei umkommen.<\/p>\n<p>Dabei sind Frauen, neben den allgemeinen Risiken der illegalen Flucht, besonders den Folgen patriarchaler Strukturen wie k\u00f6rperlicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Auch verschwinden viele alleinreisende Frauen und Minderj\u00e4hrige in der Zwangsprostitution. In der \u00d6ffentlichkeit jedoch wird Gewalt gegen fl\u00fcchtende Frauen weithin ignoriert, bagatellisiert oder als \u201eLuxusproblem\u201c abgetan. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen sie ja froh sein, \u00fcberhaupt noch zu leben oder so weit gekommen zu sein. Und das, wo Frauen in der Regel ohnehin schlechtere Chancen haben, aus Krisengebieten fliehen zu k\u00f6nnen. Eine Flucht nach Europa bleibt oft m\u00e4nnlichen Fl\u00fcchtenden vorbehalten. Sie haben eher die Ressourcen, die M\u00f6glichkeiten und Netzwerke, die den strukturell benachteiligten\u00a0 Frauen nicht in gleicher Weise zur Verf\u00fcgung stehen. Die Grenzen waren innerhalb des weltweiten Patriarchats nie offen f\u00fcr alle. Nicht f\u00fcr andere Hautfarben und Menschen mit dem falschen Pass \u2013 und sie sind besonders schwer \u00fcberwindbar f\u00fcr Frauen.<\/p>\n<p>So herrscht eine ekelerregende Doppelmoral, deutlich am Beispiel der Vorf\u00e4lle an Silvester in K\u00f6ln, in der einerseits so genannte Frauenrechte (in der Regel von M\u00e4nnern) instrumentalisiert und zur rassistischen Mobilmachung missbraucht werden, andererseits wieder der rassistische, patriarchale Konsens durchbricht, in dem klar wird, um welche Frauen und wessen Rechte sich die Deutschen hier Sorgen machen.<br \/>\nDiese \u201eMoral\u201c, gepaart mit der milit\u00e4rischen Sicherung der Europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen und anderen Ausw\u00fcchsen des institutionalisierten Rassismus, ist staatlicherseits gesetzt. Auf diese Moral k\u00f6nnen sich die Nazis, Pegida, AfD oder besorgte B\u00fcrger_innen, mehr und mehr als breite rassistische Bewegung auftretend, sich beziehen. Die Angriffe auf gefl\u00fcchtete Menschen sowie geplante und bewohnte Unterk\u00fcnfte steigen immer mehr, in ihrer Anzahl und Intensit\u00e4t.<br \/>\nDies verdeutlicht, dass sich Sexismus immer wieder hervorragend als Instrument eignet, Rassismus hoff\u00e4hig zu machen, \u00c4ngste zu sch\u00fcren und damit eine patriarchale, neokoloniale oder Kriegspolitik durchzudr\u00fccken.<br \/>\nIn einem Land, in dem die Fallzahlen zu h\u00e4uslicher und sexualisierter Gewalt ungebrochen hoch sind.<br \/>\nNational- und Wohlstandschauvinisten, Rassisten und Sexisten sind Arschl\u00f6cher \u2013 \u00fcberall.<\/p>\n<p>Der Streit der Herrschenden untereinander dreht sich um das politische und wirtschaftliche \u00dcberleben der EU. Das Sterben an den EU-Au\u00dfengrenzen wird zuk\u00fcnftig einkalkuliert und muss innerhalb der EU gesellschaftlich vorbereitet werden. Ein Teil der Politik setzt auf einen radikalen Rechtsruck, der als \u201eB\u00fcrgerwillen\u201c ausgegeben wird, um damit eine brutale Militarisierung nicht nur der Grenzpolitik zu legitimieren sondern auch im innern, um dort die sozialen Spannungen gewaltf\u00f6rmig einzufangen. Als Hot-Spots bezeichnete Lager werden Endstationen und Orte der Entmenschlichung und Entrechtung. Versuche der Gefl\u00fcchteten, die Grenzen zu durchbrechen wie in Mazedonien, werden gewaltt\u00e4tig abgewehrt. An den Grenzen auf dem Balkan wurden unter anderem Kinder mit Reizgas attackiert.<br \/>\nStatt in der Not zusammenzur\u00fccken, zu teilen, sich zu \u00f6ffnen und die Chancen zu erkennen, die in Menschlichkeit und Konsumverzicht liegen, sind Politiker_innen und Verantwortliche in der Wirtschaft Teil einer h\u00e4sslichen europ\u00e4ischen Gemeinschaft, diese Not durch ihre Kriegspolitik in aller Welt und die Schleifung der sozialen Institutionen im Innern erzeugt. Verh\u00e4ltnisse, in denen die Bereitschaft \u00fcber Leichen zu gehen um den eigenen Wohlstand zu sichern gr\u00f6\u00dfer ist als zu einem Kurswechsel.<br \/>\nDer NATO-Einsatz in der \u00c4g\u00e4is unter deutschem Befehl verkleidet sich als \u201ereine Seeraum-\u00dcberwachung\u201c. Doch die NATO ist und bleibt ein milit\u00e4risches B\u00fcndnis, das nun gegen Fl\u00fcchtlinge in Stellung gebracht wird, dank des Engagements der deutschen Verteidigungsministerin.<br \/>\nJedes gekenterte Boot, jede angeschwemmte Tote am Strand straft die Menschlichkeit L\u00fcgen. Jeder Euro, der zur Abschottung Europas und zur Abwehr von Fl\u00fcchtenden eingesetzt wird, ist ein Verbrechen.<\/p>\n<p>Patriarchale Weltbilder lassen ihre Protagonist_innen hoffen, die Kontrolle zu behalten. Eine absurde Allmachtsphantasie, wo die Herrschenden doch weltweit alles auf einen Zustand zulaufen lassen, der jeder Kontrolle entbehrt.<\/p>\n<p>Die Versch\u00e4rfung der klimatischen Lebensbedingungen, die Ausweitung der Kriege, die gesellschaftliche Perspektivlosigkeit \u2013 viele Gr\u00fcnde f\u00fcr Flucht haben ihre Ursache in den reichen L\u00e4ndern und einer kolonialen Geschichte. Nun kommt die Quittung. Eine Kontrolle \u00fcber die H\u00f6he der Rechnung gibt es nicht mehr.<br \/>\nDer weltweite historische Ausnahmezustand verleiht auch hierzulande sozialen Fragen neue Bedeutung: auszugrenzende Armut und zu verteidigender Reichtum, Sicherheit, Kontrolle durch Digitalisierung und totalit\u00e4re \u00dcberwachung, totale Umstrukturierung der Arbeitswelt, Migrationsbewegungen und Militarisierung, Klimazerst\u00f6rung und Kapitalismus, Krieg und dessen totale Entgrenzung nach au\u00dfen und nach innen. Alte Werte werden neu verhandelt, zum Nachteil emanzipativer Errungenschaften. Der Streit der Herrschenden ist nicht unser Streit. Wir m\u00fcssen die Grenzen aufrei\u00dfen!<\/p>\n<p>In aller Dringlichkeit: Sabotage relevanter Infrastruktur zum Nachteil der Wirtschaft und der Funktionsf\u00e4higkeit der Festung Europa ist das Gebot der Stunde.<\/p>\n<p>Wir rufen zur aktiven Fluchthilfe und Unterbringung illegalisierter Fl\u00fcchtlinge auf.<br \/>\nWir rufen zu Sabotage aller Formen von milit\u00e4rischer Ausr\u00fcstung und aller Produktion f\u00fcrs Milit\u00e4r auf.<br \/>\nWir rufen zum Hacken aller milit\u00e4rischer Kommunikationen weltweit auf.<br \/>\nWir rufen dazu auf, durch gezielte Anschl\u00e4ge auf Nazis und deren Strukturen ihre Kr\u00e4fte zu binden und dadurch Fl\u00fcchtlingen und deren Unterst\u00fctzer_innen den R\u00fccken freizuhalten.<br \/>\nWir rufen auf zu Anschl\u00e4gen auf alle Beh\u00f6rden, deren Zweck es ist, Menschen nach ihrer wirtschaftlichen Verwendbarkeit zu sortieren und alle \u00dcberfl\u00fcssigen abzuschieben.<br \/>\nWir rufen auf zu Anschl\u00e4gen auf Infrastruktureinrichtungen aller Art, die Mittel und Zweck sind, die Normalit\u00e4t und Ordnung aufrecht zu erhalten, die den Zusammenhalt und das Funktionieren der Festung Europa nach innen und au\u00dfen garantiert.<br \/>\nDie Festung Europa in ihrer wirtschaftlichen Funktionsf\u00e4higkeit ersch\u00fcttern und sabotierten!<br \/>\nWir rufen zur subversiven Unterst\u00fctzung dieser Aktivit\u00e4ten und zu Solidarit\u00e4t im Falle von Repression auf.<\/p>\n<p>Wir werden Gefl\u00fcchtete verstecken und gemeinsam neue Orte schaffen, wir werden lernen, diese Orte entschieden zu verteidigen, wir werden L\u00f6cher in die Z\u00e4une schneiden \u2013 konkret und im \u00fcbertragenen Sinne.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/171533\">Linksunten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 7. 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