{"id":210,"date":"2015-05-08T00:00:06","date_gmt":"2015-05-08T00:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=210"},"modified":"2015-05-08T00:00:06","modified_gmt":"2015-05-08T00:00:06","slug":"farbanschlag-auf-wohnhaus-von-kz-aufseherin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=210","title":{"rendered":"Farbanschlag auf Wohnhaus von KZ-Aufseherin"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/07\/farban.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-212\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/07\/farban-300x168.jpg\" alt=\"farban\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/farban-300x168.jpg 300w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/farban-768x429.jpg 768w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/farban.jpg 805w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Hamburg<\/strong>, 8. Mai 2015<\/p>\n<blockquote><p>HH &#8211; Kein Vergeben &#8211; kein Vergessen, Aktion gegen Hilde Michnia<\/p>\n<p>Kein Vergeben &#8211; kein Vergessen. Diese Worte wollen wir Hilde Michnia, geborene Lisiewicz, mit unserer Aktion am 8.5.2015 ins Ged\u00e4chtnis rufen. Hilde Michnia, wohnt seit Jahrzehnten unbehelligt Achtern Born Nr.123 in HH. Sie war sp\u00e4testens 1943 mit Anfang zwanzig f\u00fcr die Bewachung von KZ-H\u00e4ftlingen in einer Munitionsfabrik in Gr\u00fcnberg zust\u00e4ndig. Am 25.11.1944 tritt sie in die SS im KZ Gro\u00df-Rosen ein. Als das Lager aufgrund der herannahenden Roten Armee aufgegeben wird, beaufsichtigt Michnia einen der Todesm\u00e4rsche nach Gubin, bei dem von ca. 2000 Frauen 1400 umkamen. Ab 3.3.1945 arbeitete sie im KZ Bergen-Belsen als Aufseherin in der K\u00fcche. Zeuginnen berichten, dass Hilde Michnia H\u00e4ftlinge misshandelte, krankenhausreif schlug und mind. 2 Menschen zu Tode pr\u00fcgelte.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Die mittlerweile 93 J\u00e4hrige Michnia bereut nichts: &#8220;Das ist alles erlogen&#8221;, &#8220;Ich habe nichts gemacht&#8221;, das sind ihre Worte, obwohl sie Anfang 2000 ihre Verbrechen teilweise zugegeben hatte.<br \/>\nIn Interviews sagt Michnia, von Gr\u00e4ueltaten habe sie nichts mitbekommen, bei dem Todesmarsch sei niemand umgekommen. Jeden Tag h\u00e4tte es warmes Essen und Kakao f\u00fcr alle gegeben (!).<\/p>\n<p>Bei dem ersten &#8220;Belsen trial&#8221;, dem Prozess, den die britische Armee nach Kriegsede in L\u00fcneburg ansetzte, wurde sie f\u00fcr ihre Mitgliedschaft in den Wachmannschaften zu einer einj\u00e4hrigen Haftstrafe verurteilt.<br \/>\nVon den insgesamt 45 Angeklagten wurden 15 freigesprochen und 19 zu Freiheitsstrafen verurteilt.<\/p>\n<p>Nun er\u00f6ffnete die Abteilung 73 (NS-Verbrechen) der HH-Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Hilde Michnia wegen Beihilfe zum Mord.<br \/>\nBisher wurde von deutscher Seite kein_e einzige_r der Wachleute, die die Todesm\u00e4rsche f\u00fchrten, zur Rechenschaft gezogen.<br \/>\nTrotz \u00fcber 170.000 Ermittlungen seit 1945 von deutschen Beh\u00f6rden gegen T\u00e4ter_innen, wurden nur etwas mehr als 6.600 verurteilt: 6.300 Freiheitsstrafen wurden verh\u00e4ngt, in der Regel bis zu 5 Jahren Haft.<br \/>\nViele KZ-Schergen kamen davon, weil 1969 der Bundesgerichtshof beschlossen hatte, dass f\u00fcr eine Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord eine individuelle Schuld nachgewiesen werden m\u00fcsse. Erst das Urteil gegen den ehemaligen Wachmann von Sobibor, Demjanjuk, im Jahre 2011, erm\u00f6glichte die juristische Verfolgen von allen, die die T\u00f6tungsmaschinerien am Laufen hielten, unabh\u00e4ngig von ihrer Stellung in der Befehlshierarchie und ohne zwingend einen Nachweis einzelner konkreter Taten und individueller Verantwortung erbringen zu m\u00fcssen.<br \/>\nVermutlich wird Michnia wie viele andere Nazis aufgrund ihres Alters erneut mit keinen juristischen Konsequenzen rechnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>All diese Entscheidungen erstaunen uns keineswegs. Vom postfaschistischen deutschen Staat und seiner Justiz ist nichts anderes zu erwarten &#8211; wie von keinem Staat und keiner Justiz auf der Welt etwas zu erwarten ist.<\/p>\n<p>Unabhh\u00e4ngig von den sp\u00e4ten Ermittlungen und Schauprozessen dieses Staates, der nach wie vor Entsch\u00e4digungen an die Opfer des NS-Regimes, z.B. in Griechenland, verweigert, der viele der T\u00e4ter unbehelligt lie\u00df und in &#8220;Amt und W\u00fcrde&#8221; \u00fcbernahm: Wir wollen Hilde Michnia ihre Ruhe nicht g\u00f6nnen!<br \/>\nAls eine Form kaempferischen Gedenkens und als Angriff haben wir das Haus, in dem sie wohnt, mit Farbe markiert, Parolen gesprueht, ein Feuer vor ihrem Haus gelegt und die Nachbarschaft ueber ihre Vergangenheit informiert. Als Zeichen gegen alle Nazi-T\u00e4ter_innen, den Staat, der sie schuetzt und in Gedenken an die Ermordeten.<\/p>\n<p>Laut einer j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichten Umfrage wollen 42 % der Deutschen einen Schlussstrich unter die &#8220;NS-Zeit&#8221; ziehen. Sie sind der Meinung, dass der Nationalsozialismus und seine Verbrechen gen\u00fcgend aufgearbeitet worden sind. Wir schlie\u00dfen uns dieser Auffassung nicht an, sondern wollen nach wie vor eine Auseinandersetzung mit dem NS und w\u00fcnschen uns vielf\u00e4ltige Initiativen gegen die noch lebenden T\u00e4ter_innen. Deshalb noch 2 Anschriften von Nazi-T\u00e4tern aus HH und der n\u00e4hreren Umgebung.<\/p>\n<p>Gerhard Sommer, Unterst\u00fcrmf\u00fchrer und Kompaniechef in der Panzergrenadierdivision Reichsf\u00fchrer SS. 2006 ist er von einem italienischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden, wegen seiner Beteiligung am Massaker in Sant&#8217;Anna di Stazzema im August 1944. 560 Menschen wurden dort von den Nazis ermordet. Einem Auslieferungsbegehren Italiens ist Deutschland nicht nachgekommen. Obwohl er laut einem Gutachten bedingt verhandlungsf\u00e4hig ist, verschleppt die Hamburger Staatsanwaltschaft die Er\u00f6ffnung des Verfahrens. Sommer lebt in einer Seniorenwohnanlage in Hamburg Volksdorf im Lerchenberg 4.<\/p>\n<p>Alfred L\u00fchmann, mitverantwortlich f\u00fcr Massaker im Fr\u00fcjahr 1944 in Monchio, Susano, Costrignano und Monte Falterona, bei denen hunderte Menschen von Soldaten der Division Hermann G\u00f6ring get\u00f6tet wurden. Im Juli 2011 ist er in Italien zu lebenslang verurteilt worden. L\u00fchmann lebt in Bargstedt bei Stade.<\/p>\n<p>Kein Vergeben und kein Vergessen f\u00fcr Hilde Michnia und ihresgleichen!<br \/>\nKeine Ruhe f\u00fcr NS-Verbrecher_innen! Fuer die Freiheit!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/142787\">Linksunten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/07\/farbanschlag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-211\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/07\/farbanschlag-300x169.jpg\" alt=\"farbanschlag\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/farbanschlag-300x169.jpg 300w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/farbanschlag-768x432.jpg 768w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/farbanschlag.jpg 820w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Presse:<\/p>\n<blockquote><p>Farbanschlag auf Haus von Ex-KZ-Aufseherin Michnia<\/p>\n<p>Mit roter Farbe schrieben Unbekannte an die Wand eines Mehrfamilienhauses, in dem Michnia lebt. Der Staatsschutz ermittelt.<br \/>\nHamburg. Auf die ehemalige KZ-Aufseherin Hilde Michnia, 93, ist in der Nacht zu Freitag von Unbekannten ein Farbanschlag ver\u00fcbt worden. &#8220;Kein Vergeben, kein Vergessen \u2013 Hier wohnt die KZ-W\u00e4chterin Hilde Michnia&#8221; stand am 8. Mai in gro\u00dfen Buchstaben mit roter Farbe an dem Mehrfamilienhaus im Hamburger Westen, in dem Michnia lebt. Im Umfeld wurden Flugbl\u00e4tter gefunden, die \u00fcber Michnia informierten.<\/p>\n<p>Seit Februar ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft gegen die heute 93-j\u00e4hrige Michnia. Die Hamburgerin war im Zweiten Weltkrieg Aufseherin im KZ Bergen-Belsen. Der Staatsschutz ermittelt. (JR)<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/142684\">Hamburger Abendblatt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 8. 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