{"id":1902,"date":"2015-11-23T00:00:54","date_gmt":"2015-11-22T22:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=1902"},"modified":"2015-11-23T00:00:54","modified_gmt":"2015-11-22T22:00:54","slug":"scheiben-bei-kik-filiale-eingeschlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=1902","title":{"rendered":"Scheiben bei KiK-Filiale eingeschlagen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg<\/strong>, 23. November 2015<\/p>\n<blockquote><p>In der Nacht vom 22. auf den 23. haben wir bei einer KiK-Filiale die Scheiben eingeschlagen und Rauch hinterhergeworfen.<\/p>\n<p>Am 11. September 2012 bricht ein Brand in der Textilfabrik Ali Enterprises in Pakistans Hauptstadt Karatschi aus. Das Geb\u00e4ude wird zur Falle f\u00fcr die Arbeiter_innen, denn die Fenster sind vergittert und bis auf einen alle Notausg\u00e4nge verschlossen. 260 Menschen sterben.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nBetroffene und Hinterbliebene k\u00e4mpfen seither um Entsch\u00e4digungszahlungen der Konzerne, die aus der t\u00f6dlichen Fabrikarbeit ihren Profit zogen. Einer davon ist der Textildiscounter KiK. Er gilt als Hauptabnehmer der Produkte von Ali Enterprises.<br \/>\nGegen die Besitzer der Produktionsst\u00e4tte wird wegen Mordes ermittelt. KiK jedoch streitet jegliche Mitverantwortung f\u00fcr die Arbeitsbedingungen in seinen Zulieferfirmen ab und verweist auf die nationalen Gesetzgeber_innen. Eine Farce, denn die fehlenden Auflagen und die geringen L\u00f6hne sind der Grund, warum Firmen wie KiK in L\u00e4ndern wie Bangladesh und Pakistan produzieren lassen.<\/p>\n<p>Nun l\u00e4uft vor dem Landgericht Dortmund ein Prozess gegen die in B\u00f6nen ans\u00e4ssige Verwaltung der KiK Textilien und Non-Food GmbH. Ein Arbeiter und drei Angeh\u00f6rige der Opfer von Ali Enterprises klagen auf jeweils 30.000 Euro Schmerzensgeld.<\/p>\n<p>Auch wenn wir den Angestellten und Hinterbliebenen jeden Erfolg in Richtung ihrer Entsch\u00e4digungsforderungen w\u00fcnschen, wir erwarten nichts Gutes von deutschen Gerichten!<br \/>\nWir trauen der Justiz in diesem System nicht im geringsten und wollen auf unsere Weise den Druck auf Unternehmen wie KiK aufbauen und die Aufmerksamkeit auf sie lenken.<\/p>\n<p>Deswegen haben wir in der Nacht vom 22. auf den 23. November bei der KiK Filiale im Spitzbergenweg 32-34 in Hamburg-Volksdorf die Scheiben zerschlagen und mit Rauch einen hoffentlich gro\u00dfen Sachschaden angerichtet.<\/p>\n<p>Ende November 2012 bricht bei Tazreen Fashions in Bangladesch ein Brand aus. Auch hier sind die Fluchtwege versperrt. \u00dcber 100 N\u00e4herinnen kommen in den Flammen um.<br \/>\nApril 2013: in Bangladesch st\u00fcrzt die Textilfabrik Rana Plaza ein. \u00dcber 1100 Menschen werden von den Tr\u00fcmmern erschlagen und zerquetscht. 1500 Arbeiter_innen \u00fcberleben zum Teil schwer verletzt.<br \/>\nKiK lie\u00df auch in diesen &#8220;Unfall&#8221;-Firmen Kleidungsst\u00fccke herstellen. Die M\u00e4ngel vor Ort waren bekannt. Angesichts dessen und in Bezug auf den Jahresumsatz des Discounters sind eine Million Dollar, die KiK f\u00fcr den Entsch\u00e4digungsfond gezahlt hat, entschieden zu wenig.<\/p>\n<p>Doch KiK ist nicht das einzige Unternehmen, das in Billiglohnl\u00e4ndern seine Kleidung unter lebensgef\u00e4hrlichen Bedingungen produzieren l\u00e4sst. Weitere bekannte Beispiele sind Adler, Benetton, Bonmarche, C&amp;A, Walmart, Mango&#8230;<br \/>\nKIK wird nicht das letzte Unternehmen bleiben, das zur Verantwortung gezogen werden muss.<\/p>\n<p>Auch wenn Entsch\u00e4digungszahlungen das zugef\u00fcgte Leid nicht vergessen lassen, so ist eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Opfer der Textilbranche und deren Angeh\u00f6rige \u00fcberf\u00e4llig. Eine angemessene Bezahlung der Arbeiter_innen und Produktion unter geltenden Umwelt- und Sozialstandards ist das mindeste, was wir von KiK und seinesgleichen fordern!<\/p>\n<p>die sanftm\u00fctigen angreifer_innen<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Einsendung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 23. November 2015 In der Nacht vom 22. auf den 23. haben wir bei einer KiK-Filiale die Scheiben eingeschlagen und Rauch hinterhergeworfen. Am 11. September 2012 bricht ein Brand in der Textilfabrik Ali Enterprises in Pakistans Hauptstadt Karatschi aus. 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