{"id":182,"date":"2015-06-21T00:00:50","date_gmt":"2015-06-21T00:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=182"},"modified":"2015-06-21T00:00:50","modified_gmt":"2015-06-21T00:00:50","slug":"cuvry-brache-geoeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=182","title":{"rendered":"Cuvry-Brache ge\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/07\/brachezaun.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-183\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/07\/brachezaun-300x201.png\" alt=\"brachezaun\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/brachezaun-300x201.png 300w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/brachezaun-768x514.png 768w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/07\/brachezaun.png 904w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Berlin<\/strong>, 21. Juni 2015<\/p>\n<blockquote><p>Am Abend des 21.06.2015, wurde die Cuvry-Brache in Berlin Kreuzberg ge\u00f6ffnet und wieder-besetzt!<\/p>\n<p>Wer wir sind und was wir wollen:<\/p>\n<p>Wir sind, HartzIVler*innen, Romas, eure Nachbar*innen, Chaot*innen, Queer*s, Refugees, kurz die abgeh\u00e4ngten dieser Stadt. Wir sind die, die \u00fcberall und nirgends sind, am 21.06.2015 sind wir im Wrangel-Kiez aufgetaucht und haben uns ein St\u00fcck Stadt zur\u00fcckgenommen, um darauf gemeinsam und solidarisch zu leben und zu k\u00e4mpfen f\u00fcr eine ganz andere Stadt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Was ist die Cuvry-Brache?<\/p>\n<p>Die Cuvry-Brache ist eine Freifl\u00e4che direkt an der Spree mitten im Wrangelkiez, Berlin-Kreuzberg gelegen. Dort will laut Presseberichten der Investor Arthur S\u00fcsskind Luxuswohnungen1 bauen.<\/p>\n<p>Dabei zeigt sich typisch f\u00fcr die Immobilienbranche eine gewisse undurchsichtig, wer nun f\u00fcr was verantwortlich ist: mal h\u00e4ndigt die Verwaltungsfirma Nieto GmbH &amp; Co. Verwaltungs KG den ehemaligen Bewohner*innen der Brache den R\u00e4umungstitel aus, mal prahlt das Unternehmen Ritter Real Estate mit ihrem Projekt den \u201eCuvryh\u00f6fe\u201c oder ver\u00f6ffentlicht das Architektur-B\u00fcro Langhof schmucke Pl\u00e4ne f\u00fcr das Gel\u00e4nde. Uns ist das gelinde gesagt schei\u00df egal, wer nun wie die Cuvry-Brache bebauen will &#8211; l\u00e4uft eh nicht&#8230;<\/p>\n<p>Denn die Fl\u00e4che ist nicht nur eines von vielen Filetst\u00fccken an der Spree, sondern war immer auch Ausdruck einer anders organisierten Stadt. So befand sich dort, mitte der 90er, einige Jahre das Yaam, bevor dieses den ersten Rendite-Tr\u00e4umen weichen musste. Danach war die Brache eine Frei-Fl\u00e4che von vielen, die mal von Nachtschw\u00e4rmer*innen und Feiernden, als Nachbarschafts-Garten oder als Flohmarkt genutzt wurde, bis sie zuletzt im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das BMW-Guggenheim-Lab besetzt und bewohnt wurde.<\/p>\n<p>Anfangs befanden sich dort nur wenige Zelte und H\u00fctten, bis die Brache zuletzt voll, von all jenen war, die in der kapitalistisch organisierten Stadt keinen anderen Wohnort fanden. Im Sp\u00e4tsommer letzten Jahres, wurde dann die Cuvry-Brache nach einem Brand ger\u00e4umt. Das Feuer dort entstand &#8211; laut Bullen &#8211; angeblich aufgrund eines Streites zwischen Bewohner*innen der Brache, doch in der gleichen Nacht kam es auch vor der Eisfabrik, zu einem ebenso dubiosen und ungekl\u00e4rten Brand, der auch die dortigen Besetzer*innen gef\u00e4hrdete. Klar, dass der Senat, Investor*innen und die Bullen in ihrer perversen Logik gleich die Gelegenheit nutzten und die Fl\u00e4che r\u00e4umten&#8230;<\/p>\n<p>Bij Wrangelkiez<\/p>\n<p>Heute kaum mehr vorstellbar, aber vor nicht ganz 10 Jahren galt der Wrangel-Kiez noch als Problem-Kiez, in dem es auch mal vor kam, das Jugendliche Bullen mit Steinen f\u00fcr Stunden aus den Stra\u00dfen vertrieben, wie zuletzt 2006. Seit dem hat ein rasanter Wandel stattgefunden, wurden Menschen aufgrund h\u00f6herer Mieten verdr\u00e4ngt, der G\u00f6rli mittels Repression und rassistischen Diskurs angegriffen und H\u00e4user verfallen gelassen f\u00fcr das Versprechen auf mehr Rendite. Die Leute im Kiez aber haben sich immer wieder organisiert und gewehrt, mal leise mit Mieter*innen-Initiativen, mal laut mit Besetzungen wie Schlesische 25, Farbladen oder Bevern Str. 2. Und am 21. Juni mit der Cuvry-Brache:<\/p>\n<p>Die Stimmung an jenem Abend im Kiez war angenehm bullen-feindlich und voller Momente von kleiner Aneignungen. Seien da die Anwohner*innen, die flei\u00dfig alle Zivibullen abfotografiert haben, oder die Menschen die sofort auf die Brache gegangen sind, nachdem der Zaun offen stand. Andere sahen rumliegenden Baumaterialien, als das was es ist, gutes Brennholz und entfachten ein Feuer, wieder andere nutzten die Baumaterialien als umfunktionierte Leitern. Viele kamen und haben ihres beigegeben, f\u00fcr einen Abend jenseits vom Party-Ballerman(n) Schlesische Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Wir fallen nicht auf die Parteien rein<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig ist der Kiez in vielerlei Hinsicht ein Brennglas f\u00fcr die diversen Konflikte dieser Stadt, ob rassistische Stimmungsmache f\u00fcr einen \u201esauberen\u201c G\u00f6rli, Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Gem\u00fcseladen Bizim Bakkal oder der k\u00fcrzlichen Zwangsr\u00e4umung in der Oppelner in nur ein paar Stra\u00dfenz\u00fcgen ist vieles der kapitalistischen Traurigkeit zuerahnen. Aber so vielseitig wie die Konflikte sind, sind auch die Dimensionen der Widerst\u00e4nde dagegen:<\/p>\n<p>Die die in Teilen bei der Soli-Arbeit um den Gem\u00fcseladen pr\u00e4sent sind, sei es Gr\u00fcne Partei oder Andere, sind die gleichen, die den rassistischen Diskurs um einen \u201esauberen\u201c und \u201esicheren\u201c G\u00f6rli mit pr\u00e4gen und die Schule r\u00e4umen lassen woll(t)en. Mit ein bisschen Kiezpolitik, scheinen sich da einige schon mal auf den Wahlkampf im n\u00e4chsten Jahr vorzubereiten. Vieles bei dieser Melange an Aktiv-B\u00fcrger*innen und Gr\u00fcner Partei, dreht sich um die Vorstellung eines \u201eguten und sauberen\u201c Kiezes, ob bei der Ladenstruktur oder dem Park, dabei greifen so viele Schichten an Repression, Rassismen, \u201eblaming the poor\u201c und Machtstrukturen ineinander, dass diese nur schwerlich entwirrt werden k\u00f6nnen. Allein f\u00fcr den G\u00f6rli wird von Privat- Security, Ordnungsamt, Bullen, Gr\u00fcnfl\u00e4chen-Amt, Presse und Anwohner*innen Initiativen alles mobilisiert, um den Park in seiner Struktur kaputt zumachen und die dort Arbeitenden Leute zu verjagen. So verwundert es auch nicht, dass bei der ganzen Soli-Arbeit f\u00fcr die Ladenstruktur und einen romantischen Kiez, auch mal eben die Menschen im Haus des Gem\u00fcseladens mehr oder weniger vergessen werden, die genauso von Verdr\u00e4ngung bedroht sind. Daher rufen wir alle auf, sich um den G\u00f6rli herum oder bei der Protest -Gruppe um den Gem\u00fcseladen herum sich einzubringen und einzumischen gegen Parteien, Rassismen oder die kapitalistische Rendite. Bringen wir uns ein, damit sich alles ver\u00e4ndert und radikalisiert&#8230;<\/p>\n<p>Refugees Welcome \u2013 Bullen in die Spree<\/p>\n<p>Stadt selber machen &#8211; Wir bleiben Alle!<\/p>\n<p>Zwangsr\u00e4umung is nich und Finger weg von der Brache, sonst zeigt Kreuzberg seine Z\u00e4hne!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/148226\">Linksunten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>[B] Cuvry-Brache wiederer\u00f6ffnet!<br \/>\nHeute haben wir die Cuvry-Brache (Schlesische Stra\u00dfe Ecke Cuvrystra\u00dfe in X-Berg) neu er\u00f6ffnet. Wir haben Teile des Zauns entfernt, um allen, die Lust haben, f\u00fcr zumindest heute Abend einen geeigneten Platz zum Feiern, Tanzen, Reden, Spa\u00df haben zu schaffen.<\/p>\n<p>twitter.com\/opencuvry<\/p>\n<p>Feiern, Tanzen, Reden, Spa\u00df haben zu schaffen.<br \/>\nDie Cuvry-Brache war bis vor einigen Monaten Wohn- und Lebensraum verschiedener Menschen, die hier solidarisch zusammen leben wollten. Letztlich wurde sie von den Berliner Bullen ger\u00e4umt, weil ein Investor seine Profitinteressen \u00fcber das Recht auf Wohnen und Leben Einzelner gestellt hat.<br \/>\nSeitdem war die Brache unzug\u00e4nglich f\u00fcr die Allgemeinheit, dies hat heute Abend ein Ende.<\/p>\n<p>Wir verhandeln nicht mit der Stadt, dem Bezirk oder den Bullen \u00fcber einen sogenannten &#8220;legalen&#8221; Zugang, sondern \u00f6ffnen uns unsere Tore selbst. Denn die Stadt und ihre Bullen sind dazu da, die Interessen der Marktwirtschaft, also auch die des Investors, zu sch\u00fctzen. Die Interessen der Menschen, vor allem derjenigen, die es sich nicht leisten k\u00f6nnen, spielen dabei keine Rolle. Warum also sollten wir genau mit jenen verhandeln?<\/p>\n<p>Ihr seid herzlich eingeladen an unserem Fest zur Neuer\u00f6ffnung teilzunehmen. Macht Musik, macht Feuer, macht worauf ihr Bock habt!<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/146428\">Linksunten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Presse:<br \/>\n<strong>Berliner Zeitung<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/146597\">Berlin-Kreuzberg: Cuvry-Brache kurzzeitig besetzt<\/a><\/p>\n<p><strong>Fotos:<\/strong><br \/>\n<a title=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/neukoellnbild\/sets\/72157654475321130\" href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/neukoellnbild\/sets\/72157654475321130\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.flickr.com\/photos\/neukoellnbild\/sets\/72157654475321130<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 21. 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