{"id":15834,"date":"2022-06-22T00:00:52","date_gmt":"2022-06-21T22:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=15834"},"modified":"2022-06-22T00:00:52","modified_gmt":"2022-06-21T22:00:52","slug":"acht-polizeiwagen-ausgebrannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=15834","title":{"rendered":"Acht Polizeiwagen ausgebrannt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2022\/11\/ha.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-15836 size-medium\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2022\/11\/ha-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a><strong>M\u00fcnchen<\/strong>, 22. Juni 2022<\/p>\n<blockquote><p>Sirenen rei\u00dfen die Anwohner aus dem Schlaf, ein Hubschrauber kreist \u00fcber dem Tatort: In M\u00fcnchen werden mehrere Mannschaftsbusse angez\u00fcndet. Innenminister Herrmann kann weitere Anschl\u00e4ge nicht ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Auf den l\u00e4ngsten Tag des Jahres folgt die k\u00fcrzeste Nacht, so ist das immer. Doch dieses Mal ist die Nacht auf den 22. Juni f\u00fcr viele in M\u00fcnchen besonders kurz. Um 3 Uhr stehen in der Hochstra\u00dfe in der Au acht Polizeifahrzeuge in Flammen. Sirenen rei\u00dfen die Anwohner aus dem Schlaf, sp\u00e4ter kommt knatternd Hubschrauberl\u00e4rm dazu. Als der Tag anbricht und erste Bilder kursieren, kontrastiert auf ihnen wei\u00dfer L\u00f6schschaum das Schwarz der verkohlten Mannschaftsbusse. Auf dem Boden liegen versengte Schutzhelme und Sicherheitswesten. Polizisten sperren die Stra\u00dfe, sichern Beweise, diskutieren. Alles deutet auf Brandstiftung hin. Feuer ist an mehreren Fahrzeugen ausgebrochen, die nicht direkt nebeneinander stehen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Polizeisprecher Andreas Franken sagt: &#8220;Wir gehen nat\u00fcrlich davon aus, dass es sich hierbei um ein Branddelikt mit Bezug zum Treffen der G 7 handelt, da die Kr\u00e4fte f\u00fcr diesen Einsatz extra hier in M\u00fcnchen vor Ort waren.&#8221; Der Gipfel der f\u00fchrenden westlichen Wirtschaftsm\u00e4chte, der vom Sonntag an unter Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf Schloss Elmau in den bayerischen Alpen zusammenkommen soll, wird von einem Gro\u00dfaufgebot der Polizei gesichert. Gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs gibt es massive Proteste, wie immer. F\u00fcr Samstag ist in M\u00fcnchen eine Gro\u00dfdemonstration angemeldet, zu der Demonstrierende aus dem gesamten Bundesgebiet und Teilen Europas erwartet werden.<\/p>\n<p>Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte am Montag erkl\u00e4rt, sie sehe keine konkrete Gef\u00e4hrdungslage f\u00fcr den Gipfel. Der Tagungsort ist bereits hermetisch abgeriegelt. Auch die Beamten der Bundesbereitschaftspolizei, die unweit des Tatorts in der Hochstra\u00dfe in einem Hotel untergebracht sind, sollen dorthin. Faeser erwartet Aktivit\u00e4ten eher von der linksextremistischen Seite, sie seien aber auch von Seiten der Corona-Demonstranten wie auch im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine nicht ausgeschlossen. Manfred Hauser, Polizeipr\u00e4sident von Oberbayern und Leiter des Einsatzstabs beim Gipfel, demonstriert Gelassenheit: &#8220;Der Vorfall hat uns nicht \u00fcberrascht&#8221;, behauptet er. Franz Haslbeck vom Protest-B\u00fcndnis &#8220;Stop G 7 Elmau&#8221; distanziert sich schnell und deutlich. Er gehe davon aus, dass keine Organisation aus dem B\u00fcndnis in den Brandanschlag in M\u00fcnchen involviert sei. Haslbeck betont, &#8220;Stop G 7 Elmau&#8221; stehe f\u00fcr friedlichen Protest.<\/p>\n<p>Die M\u00fcnchner Polizei vermutet die T\u00e4ter im linksextremistischen Spektrum. Die Ermittlungen f\u00fchrt das f\u00fcr politisch motivierte Straftaten zust\u00e4ndige Kriminalfachdezernat 43 beim Staatsschutz, unterst\u00fctzt von den Brandexperten des Kommissariats 13. &#8220;Jeder Angriff auf die Polizei ist ein Angriff auf unseren Rechtsstaat&#8221;, betont der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow. Der Schaden bel\u00e4uft sich nach ersten Sch\u00e4tzungen auf mehrere Hunderttausend Euro. Auch teure Ausr\u00fcstung in den Fahrzeugen wird beim Brand zerst\u00f6rt, den ein Hotelmitarbeiter als Erster bemerkt und den die Feuerwehr nach ihrem Eintreffen rasch unter Kontrolle bringt. Immerhin gibt es keine Verletzten. Anwohner berichten von Knallger\u00e4uschen, aber dabei handelt es sich nur um platzende Reifen.<\/p>\n<p>Trotz des Einsatzes von 20 Streifenwagen und mehreren Hubschraubern: Die Suche nach den T\u00e4tern bleibt zun\u00e4chst erfolglos, die Polizei hofft, dass sich noch Zeugen melden. Kriminaltechniker versuchen zu kl\u00e4ren, wo genau und wie die Feuer gelegt wurden. Die Umgebung des Tatorts am Rand des rechten Isarhochufers ist un\u00fcbersichtlich, sie d\u00fcrfte den Unbekannten bei der Flucht einen Vorteil verschafft haben. Die Mannschaftswagen seien &#8220;noch nicht allzu lange&#8221; in der Hochstra\u00dfe geparkt gewesen, sagt Polizeisprecher Franken. Sehr viel mehr will er nicht sagen. Nur, dass man &#8220;geeignete Ma\u00dfnahmen&#8221; ergreifen wolle, damit sich so etwas nicht wiederhole. &#8220;Das sind keine Bilder, die die M\u00fcnchner Polizei gerne sieht&#8221;, sagt Franken. &#8220;Wir werden diesen Vorfall heranziehen, um unsere Einsatzkr\u00e4fte zu sensibilisieren. Und das wird nat\u00fcrlich in unsere polizeiliche Einsatztaktik miteinflie\u00dfen.&#8221; Wird die Umgebung der Quartiere, in denen Polizisten f\u00fcr den G-7-Einsatz untergebracht sind, nun in der Nacht bewacht? Kein Kommentar.<\/p>\n<p>Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betont kurze Zeit sp\u00e4ter, es k\u00f6nnten f\u00fcr die kommenden Tage weitere \u00e4hnliche Anschl\u00e4ge nicht generell ausgeschlossen werden. &#8220;Das sind leider alles keine Hirngespinste, sondern es sind reale Gefahren.&#8221; Durch den Vorfall sei allen in Erinnerung gerufen worden, besonders wachsam zu sein. Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter (SPD) sagt: &#8220;Wenn das als Protest gegen das G-7-Treffen gedacht war, dann sage ich den T\u00e4tern ganz klar: Gewalt ist keine Form der politischen Auseinandersetzung. Gewalt gegen den Staat, gegen die Polizei ist kein akzeptables Vorgehen und auch kein Ersatz f\u00fcr Argumente.&#8221;<\/p>\n<p>Der erste Vorfall im Zusammenhang mit dem G-7-Treffen auf Schloss Elmau ist der Brand der Polizeibusse in M\u00fcnchen nicht. Am Tag zuvor werden teils gef\u00e4hrliche Manipulationen an Stromverteilerk\u00e4sten bekannt, innerhalb des Sicherheitsbereichs rund um den Tagungsort. Auch Schmierereien werden gesichtet, etwa &#8220;G 7 verschieben&#8221; und &#8220;No G 7&#8221;. In M\u00fcnchen prangt an der Konzernzentrale des R\u00fcstungskonzerns MTU in Allach der Schriftzug &#8220;Kriegsprofiteure angreifen&#8221;. Und von einem Baukran weht ein Transparent: &#8220;Klima Retten. Imperialismus bek\u00e4mpfen. G7 stoppen.&#8221;<\/p>\n<p>Bis zur Gro\u00dfdemo, die am Samstag auf der Theresienwiese startet und sich danach durch die Innenstadt bewegen soll, sind es, von Mittwoch an gerechnet, noch drei N\u00e4chte. Sie werden der Polizei m\u00f6glicherweise besonders lang vorkommen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: SZ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen, 22. Juni 2022 Sirenen rei\u00dfen die Anwohner aus dem Schlaf, ein Hubschrauber kreist \u00fcber dem Tatort: In M\u00fcnchen werden mehrere Mannschaftsbusse angez\u00fcndet. Innenminister Herrmann kann weitere Anschl\u00e4ge nicht ausschlie\u00dfen. Auf den l\u00e4ngsten Tag des Jahres folgt die k\u00fcrzeste Nacht, so ist das immer. Doch dieses Mal ist die Nacht auf den 22. 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