{"id":15738,"date":"2022-09-05T00:00:22","date_gmt":"2022-09-04T22:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=15738"},"modified":"2022-09-05T00:00:22","modified_gmt":"2022-09-04T22:00:22","slug":"bahnstrecke-sabotiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=15738","title":{"rendered":"Bahnstrecke sabotiert"},"content":{"rendered":"<p><strong>BRD<\/strong>, 5. September 2022<\/p>\n<blockquote><p>Heute Morgen haben wir die Bahnstrecke zwischen der Raffinerie Schwedt und Berlin sabotiert.<\/p>\n<p>Kein \u00d6l f\u00fcr Krieg \u2013 kein Krieg f\u00fcr \u00d6l!<\/p>\n<p>Rettet das Klima \u2013 sabotiert die Kriegswirtschaft!<\/p>\n<p>Sabotiert die milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Nachschubwege!<\/p>\n<p>Stoppt die Z\u00fcge des Todes!<\/p>\n<p>Raffinerie Schwedt lahmlegen hei\u00dft Bahn lahmlegen!<br \/>\n<!--more--><br \/>\nHeute Morgen haben wir die Bahnstrecke zwischen der Raffinerie Schwedt und Berlin sabotiert.<\/p>\n<p>Diese Aktion f\u00fchrten wir Gedenken an Anna Stepanowna Politkowskaja durch.<\/p>\n<p>Diese Erkl\u00e4rung ging folgenden Medien zu: rbb-online, Neues Deutschland, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Morgenpost, Taz, Spiegel online und M\u00e4rkische Oder Zeitung.<\/p>\n<p>St\u00fcndlich verkehren die Tanklastz\u00fcge. Dutzende Tanklastz\u00fcge mit je zwanzig Kesselwagen. Gef\u00fcllt mit bis zu einer Million Liter Flugzeugtreibstoff, Diesel, Heiz\u00f6l und Benzin pro Zug! Sie rollen in engen Abst\u00e4nden nach Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Polen. Geliefert \u00fcber die Pipeline \u201eDruschba\u201c aus Russland. Russlands milit\u00e4rische Macht st\u00fctzt sich bis zum heutigen Tag auf ihre riesigen \u00d6l- und Gasvorkommen.<\/p>\n<p>Jeden Tag werden dadurch Menschen ermordet. Weil mit diesem \u00d6l immer noch die russische Kriegsmaschine geschmiert wird. Weil damit die klimasch\u00e4dliche deutsche Wirtschaft geschmiert wird, um Profite einzufahren. Weil der Rubel rollt. Weil Deutschland in Rubeln bezahlt. Weil die deutsche Regierung lieber \u00fcber Leichen geht und noch mehr Waffen in den Krieg pumpt. Die Sanktionen sind halbherzig und heuchlerisch. Bis Januar 2023 sollen die Z\u00fcge f\u00fcr den Krieg rollen. Dann will man soweit sein, um die Raffinerie mit \u00d6l aus anderen zweifelhaften Quellen zu beliefern. Die Zerst\u00f6rung des Klimas zugunsten des Profits soll durch einen Lieferantenwechsel weitergehen. Es geht nicht um Menschen, nicht um den Planeten mit allen Lebewesen darauf. Jeder Tanklastzug bedeutet tote Menschen, tote Lebewesen.<\/p>\n<p>Zwischen die Eisenbahnbr\u00fccken der A10 und \u00fcber das Rinnsal \u201ePanke\u201c haben wir heute morgen Brands\u00e4tze in Kabelsch\u00e4chte der Deutschen Bahn gelegt. Dadurch haben wir die Signalanlagen der Bahn auf Rot geschaltet. Der Ausfall der Signalanlagen stoppt alle nachfolgenden Z\u00fcge durch Zwangsbremsung. Die zum Halten gezwungenen Z\u00fcge verbleiben in ihren jeweiligen Streckenabschnitten und k\u00f6nnen diese nicht mehr verlassen ohne Freischaltung durch das zust\u00e4ndige Stellwerk. Grunds\u00e4tzlich: ein Zug in einem Abschnitt verhindert die Einfahrt eines nachfolgenden Zuges. Durch entsprechende Zwangsbremsungen, die f\u00fcr Reisende ungef\u00e4hrlich sind, schlie\u00dft die Bahn Auffahrunf\u00e4lle aus. Eine Gefahr f\u00fcr Menschen bestand zu keinem Zeitpunkt. Dies hat bei einer Sabotage in unserem Sinne h\u00f6chste Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die aktuellen Bauarbeiten auf der Strecke haben wir einkalkuliert. Wir gehen von einem R\u00fcckstau der Z\u00fcge aus, der bis Schwedt Auswirkungen hat. Dadurch haben wir die Bahnstrecke von Schwedt nach Berlin sabotiert und lahmgelegt.<\/p>\n<p>Warum wir das tun?<\/p>\n<p>Wir sind voller Wut. \u00dcber die Heuchelei. \u00dcber die L\u00fcgen. \u00dcber die Verbrecher:innen, die uns regieren. Wir sind voller Wut \u00fcber den Hunger, den Menschen erleiden, obwohl dieser Planet f\u00fcr alle Menschen Essen bereith\u00e4lt. Wir sind voller Wut, dass die Wirtschaft einfach weitermacht, dass wir alle als Schafe des Konsums gehalten werden, um den Profit zu maximieren. Wir sind es leid, dass wir wegen der Anh\u00e4ufung des Reichtums in diesem Land, andere Menschen in anderen L\u00e4ndern meist still und ungesehen sterben lassen. Wir sind voller Scham, dass wir heute Nacht nicht mehr tun k\u00f6nnen, als diese beschissenen Z\u00fcge des Todes aus Schwedt zu stoppen. Wir sind voller Trauer, dass die weltweiten Bewegungen im Moment noch nicht die Kraft haben, den Regierungen eine faire, soziale, \u00f6kologische und den Tieren, Pflanzen und Menschen respektvolle Wirtschaftsweise abzutrotzen. Oder besser noch, die Regierungen hinfortzufegen, und nicht durch neue Unterdr\u00fcckung und einen anderen Kapitalismus zu ersetzen. Das w\u00e4re unser gr\u00f6\u00dftes Anliegen.<\/p>\n<p>Wir haben deshalb die Bahnstrecke sabotiert, auf der die Tankz\u00fcge nach Berlin fahren. Wer wir sind?<\/p>\n<p>Wir sind in Belarus zu Hause, in der Ukraine, in Russland und Brandenburg. Wir k\u00e4mpfen in Deutschland, in China, in den USA, in Afrika und Asien.<\/p>\n<p>Wir sind Partisan:innen der weltweiten Klimagerechtigkeitsbewegung.<\/p>\n<p>Wir sind die vulkanologische Eisenbahner:innengewerkschaft in dem Staatskonzern DB und schmelzen die Signalanlagen.<\/p>\n<p>Wir sind die \u00dcberlebenden der Machnobewegung in der Ukraine, aufgerieben zwischen zaristischer und bolschewistischer Unterdr\u00fcckung, wieder auferstanden, um den Kampf gegen die neuen Herren aufzunehmen.<\/p>\n<p>Wir sind die Natives in Mexiko und stoppen den \u201eDB Tren Maya\u201c durch den Regenwald.<\/p>\n<p>Wir sind die Eisenbahner:innen in Belarus und stoppen die russischen Milit\u00e4rtransporte unter Einsatz unseres Lebens.<\/p>\n<p>Wir sind Kriegsgegner:innen und sabotieren Waffen von R\u00fcstungskonzernen und Milit\u00e4r.<\/p>\n<p>Wir sind Feminist:innen und k\u00e4mpfen f\u00fcr das Recht auf Abtreibung und gegen Feminizide, den Fundamentalismus und das Patriarchat, in Polen, in den USA, in Deutschland und global.<\/p>\n<p>Wir sind Antifa in Sachsen und greifen Nazis militant an, um Diversit\u00e4ten zu sch\u00fctzen. Daf\u00fcr werden wir gejagt von einem Staat, der den NSU gew\u00e4hren lie\u00df.<\/p>\n<p>Wir sind die Leidtragenden des Tesla-Konzerns und k\u00e4mpfen um jeden Tropfen Trinkwasser in Brandenburg.<\/p>\n<p>Wir sind die letzte Generation und verteidigen das Leben!<\/p>\n<p>Wir sind unterschiedlich.<\/p>\n<p>Wir sind viele.<\/p>\n<p>Wir sind \u00fcberall.<\/p>\n<p>Wir sind bereit.<\/p>\n<p>Warum Sabotage?<\/p>\n<p>Sabotage, Blockaden, Besetzungen, Hacking und Aufst\u00e4nde sind Notwehrma\u00dfnahmen. Sekundenkleber, Brands\u00e4tze, Graffitis, Computer, Brechstangen, Transparente, Steine und einiges mehr sind unsere Waffen.<\/p>\n<p>Wenn der SUV brennt, wenn ihm die Luft ausgeht, wenn er vor unserer Sitzblockade halten muss, ist uns egal \u2013 Hauptsache er steht. Niemand hat das Recht einen SUV zu fahren.<\/p>\n<p>Wenn die Zerst\u00f6rung des Klimas und die Subventionierung des Krieges weitergeht und fr\u00f6hlich das \u00d6l in die Hauptstadt rollt, damit dort gefeiert werden kann, bis die Welt untergeht, setzen wir die Sabotage dagegen.<\/p>\n<p>Unsere Schw\u00e4che zu beklagen und die Ignoranz der Politik und der Wirtschaft zu kritisieren oder auf andere zu hoffen, die den Karren aus dem Dreck ziehen, das ist nicht zielf\u00fchrend. Wer soll das denn sein? Wer soll denn handeln, wenn nicht wir? Wenn wir erkennen, etwas stimmt ganz grunds\u00e4tzlich nicht, dann m\u00fcssen wir handeln. Also haben wir zur Sabotage gegriffen.<\/p>\n<p>Wir haben keine Zeit mehr f\u00fcr Kompromisse.<\/p>\n<p>Der Klimanotstand ist jetzt.<\/p>\n<p>Das Wasser wird weltweit knapp. Die Erde erw\u00e4rmt sich jedes Jahr mehr. Die W\u00e4lder brennen. Die Fl\u00fcsse verschwinden. L\u00e4ngere Laufzeiten f\u00fcr Atommeiler. Kippen des Kohleausstiegs. Das sagt eigentlich schon alles. Die Aufz\u00e4hlung ist endlos lang.<\/p>\n<p>Wir werden grunds\u00e4tzlich umdenken und radikale \u00f6konomische Ver\u00e4nderungen gegen die destruktive Wirtschaftsweise und ihre Vertreter:innen durchsetzen. Wir werden uns nicht zwischen Putins Gas und der Erpressung der Wirtschaft zerreiben lassen, nicht zwischen Klimazerst\u00f6rung und der unbegrenzten Verf\u00fcgung der Energie f\u00fcr die Wirtschaft.<\/p>\n<p>Es gibt M\u00f6glichkeiten des Handelns, des Stopps, des Nicht weiter so! Es gibt Auswege. Echte Sanktionen \u2013 gegen alles, was unsere Welt zerst\u00f6rt. Dazu geh\u00f6rt ein Stopp des Energietransfers aus Russland, dazu geh\u00f6rt vor allem, die Wirtschaft neu auszurichten. Es gibt die M\u00f6glichkeit des non-profits und des Stopps von Raubbau und Zerst\u00f6rung des Planeten.<\/p>\n<p>Nur noch das produzieren, was f\u00fcr das Leben aller Menschen gebraucht wird und nicht das, was uns eingeredet wird, was wir brauchen sollten. Business as usual war gestern. Die bisherigen \u00f6konomischen Modelle, die auf Krieg und Zerst\u00f6rung beruhen, verschwinden aber nicht einfach. Appelle helfen nichts, es z\u00e4hlen Taten.<\/p>\n<p>Es ist Zeit f\u00fcr die Sabotage als militante Massenbewegung<\/p>\n<p>Der Frieden, in dem wir zu leben glauben, war schon immer faul. Wir haben uns in diesem Land davon beeinflussen lassen, dass hier gerade keine Bomben fallen \u2013 dabei werden sie hier hergestellt. Wir haben hier keine Hungertoten, aber trotzdem sind die Lebensmitteltafeln bundesweit \u00fcberlaufen.<\/p>\n<p>Wir haben das Leid au\u00dferhalb der reichen L\u00e4nder zwar gesehen, aber wir haben zu wenig daf\u00fcr getan, es zu beenden. Wir alle wurden bequem und schl\u00e4frig, weil der Kapitalismus lauter feine Angebote f\u00fcr uns produziert.<\/p>\n<p>Es gibt keinen Kapitalismus, der den Herausforderungen gewachsen ist. Schon gar nicht wird uns ein gr\u00fcner Kapitalismus retten. Keine Fl\u00fcssiggasteminals an der K\u00fcste, keine Lieferung aus Diktaturen wie Katar, kein Fracking, kein Hochfahren der Kohlekraftwerke oder sogar neuerdings wieder der Atomkraft.<\/p>\n<p>Es ist Ende Gel\u00e4nde f\u00fcr eine zerst\u00f6rerische Wirtschaft! Es ist Ende Gel\u00e4nde f\u00fcr Kolonialismus! Es ist Ende Gel\u00e4nde f\u00fcr das Patriarchat.<\/p>\n<p>Wir rufen zur Sabotage, an allen Orten, an denen wir leben. Pr\u00fcfen wir unsere eigenen F\u00e4higkeiten und M\u00f6glichkeiten verdeckter militanter Strukturen und revolution\u00e4rer Aktivit\u00e4ten. Der Besitz von Luxusg\u00fctern ist nicht unantastbar. Die Suffragetten bevorzugten die Zerst\u00f6rung von Besitz und Reichtum, um das englische Parlament zum Frauenwahlrecht zu zwingen. Um den Zauber des zerst\u00f6rerischen Konsums zu brechen, kann Angriff auf Luxusverhei\u00dfendes ein T\u00fcr\u00f6ffner sein.<\/p>\n<p>Wenn einige Wenige von lebensnotwendigen G\u00fctern zu viel haben und damit noch Gesch\u00e4fte machen, dann m\u00fcssen wir ihnen diese wegnehmen und weltweit umverteilen.<\/p>\n<p>Die \u201eLast Generation\u201c st\u00f6rt das politische Tagesgesch\u00e4ft der Regierung. Entsprechend aggressiv ist der Gegenwind. Lassen wir sie nicht alleine auf der Stra\u00dfe im Kampf mit der Selbstjustiz von Autofahrern, mit der Polizei und der Justiz. Die Klimagerechtigkeitsbewegung repr\u00e4sentiert jetzt auch die Antikriegsbewegung!<\/p>\n<p>Wir rufen an dieser Stelle alle Bewegungen und Menschen auf, loyal und unterst\u00fctzend f\u00fcr Gefangene aus den Bewegungen einzustehen und diese in unsere Mitte zu nehmen. Seien es Antifas wie Lisa, seien es Klimaaktivist:innen, seien es die Menschen, die sich auf Stra\u00dfen festkleben oder nachts erwischt werden.<\/p>\n<p>\u201eWir befinden uns in einem Krieg um Brennstoffe. Es ist ein fossiler Krieg. Es ist klar, dass wir so nicht weiterleben k\u00f6nnen.\u201c M\u00e4rz 2022 Svitlana Krakovska, ukrainische Klimawissenschaftlerin<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr die wegen Sabotage von Milit\u00e4rz\u00fcgen inhaftierten Gewerkschafter:innen in Belarus, denen die Todesstrafe droht!<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr alle Zugpartisanen und Denis Dikun (aus Belarus und Russland)!<\/p>\n<p>Freiheit auch f\u00fcr Sergej Konowalow, Eisenbahner, angeklagt der Planung eines Anschlags aufs Eisenbahnnetz!<\/p>\n<p>Sofortige und bedingungslose Freilassung von Giannis Michailidis, im Kampf gegen seine Pr\u00e4ventivhaft in Griechenland!<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr Dy und Jo f\u00fcr Lina und allen verfolgten und untergetauchten Antifas in Sachsen!<\/p>\n<p>Stoppt die Todesz\u00fcge aus Schwedt!<\/p>\n<p>Stoppt die LNG-Terminals!<\/p>\n<p>Stoppt die Braunkohlekraftwerke Schwarze Pumpe und J\u00e4nschwalde und die LEAG!<\/p>\n<p>Stoppt die Wasserr\u00e4uber TESLA, die LEAG, COCA-COLA und Nestle!<\/p>\n<p>Stoppt RWE vor L\u00fctzerath!<\/p>\n<p>Stoppt den Tren Maya in Mexiko!<\/p>\n<p>Stoppt die Kriegswirtschaft global!<\/p>\n<p>Diese Aktion f\u00fchrten wir Gedenken an Anna Stepanowna Politkowskaja durch. Die Journalistin wurde 2006 durch Putin ermordet, um ihrer mutigen Arbeit zu den Kriegsverbrechen in Tschetschenien und dem korrupten russischen Apparat ein Ende zu setzen.<\/p>\n<p>Revolution\u00e4re Eisenbahner:innen in der Klimagerechtigkeitsbewegung \u2013 Anna Stepanowna Politkowskaja<\/p>\n<p>Wir sind inspiriert von folgenden Sabotageaktionen und stellen uns in diese Zusammenh\u00e4nge:<\/p>\n<p>\u201eDie freundliche Hakenkralle\u201c<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/213515<\/p>\n<p>\u201eVulkangruppe: Gegen den Fortschritt der Zerst\u00f6rung\u201c<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/149209<\/p>\n<p>Bekenner*innenschreiben \u2013 Schienensabotage am Kalkwerk W\u00fclfrath<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/215075<\/p>\n<p>Aktion gegen SUV-Reifen-Inflation<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/220632<\/p>\n<p>Klima- und Antikriegsaktivist:innen f\u00fcr den wirtschaftlichen Lockdown<\/p>\n<p>bei Tesla und DB- Tren Maya<\/p>\n<p>https:\/\/kontrapolis.info\/6626\/<\/p>\n<p>Gemeinsam f\u00fcr das gute Leben f\u00fcr alle<\/p>\n<p>geht auch mit der Hakenkralle!<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/217025<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: kontrapolis.info (<a href=\"http:\/\/kontrpolioglnxrcdwwxfszih4pifyidfjgq4ktfdu6uh4nn35vjtuid.onion\/8082\/\">Tor<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Die Bahnstrecke zwischen Bernau und Berlin-Gesundbrunnen ist am Montagmorgen knapp drei Stunden unterbrochen gewesen. Hintergrund soll ein Brandanschlag auf Schaltk\u00e4sten der Bahn gewesen sein.<\/p>\n<p>Gegen 4.45 Uhr wurden im Bereich Berlin-Karow mehrere Br\u00e4nde an Schaltk\u00e4sten entdeckt. Der S- und Regional-Bahnverkehr wurde unterbrochen. Die Feuerwehr konnte schnell l\u00f6schen. Ermittlungen zufolge hat sich der Verdacht der Brandstiftung erh\u00e4rtet, wie eine Sprecherin der Berliner Polizei dem rbb am Montagmittag sagte. Da ein politisch motiviertes Motiv f\u00fcr die Tat nicht ausgeschlossen werden k\u00f6nne, ermittle nun der Staatsschutz.<\/p>\n<p>Unterdessen best\u00e4tigte die Bundespolizei, dass ein Bekennerschreiben vorliege, dass per Mail auch dem rbb zuging. Demnach hat eine Gruppe aus der &#8220;Klimagerechtigkeitsbewegung&#8221; einen etwaigen Sabotageakt f\u00fcr sich reklamiert.<\/p>\n<p>Der Regionalzugverkehr zwischen Bernau (Barnim) und Berlin-Gesundbrunnen war laut Polizei rund drei Stunden unterbrochen. Die S-Bahn konnte bereits kurz nach f\u00fcnf Uhr ihren Betrieb aufnehmen. Dennoch kam es im morgendlichen Berufsverkehr zu zahlreichen Problemen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: RBB24.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Soziale Revolution gegen (hybride) Kriege<\/p>\n<p>Erfreuliche Nachbetrachtung einer Sabotageaktion zum Schutz des Klimas und gegen Krieg<\/p>\n<p>Am Morgen des 05.09.2022 z\u00fcndeten wir einen Brandsatz auf der Strecke Berlin \u2013 Angerm\u00fcnde\/Schwedt.<\/p>\n<p>Ziel unserer Aktion war, wie auch die \u201eM\u00e4rkische Oder Zeitung\u201c treffend berichtete: \u201cSignalanlagen auf Rot zu schalten, um einen R\u00fcckstau der Z\u00fcge bis nach Schwedt und Angerm\u00fcnde\u201c zu verursachen. Gegen 4.45 unterbrach unser Feuer die Zugverbindung in beide Richtungen f\u00fcr drei Stunden. Auch danach kam es noch zu Ausf\u00e4llen und Versp\u00e4tungen. Durch die Aktion konnte die Abfertigung von \u00d6l aus der PCK-Raffinerie in Schwedt erfolgreich einen halben Tag lang sabotiert werden. Festgenommen wurde niemand.<\/p>\n<p>Putin finanziert seinen Krieg mit diesem \u00d6l und diesen Z\u00fcgen, die mit bis zu zwanzig Kesselwagen und einem Fassungsverm\u00f6gen von ungef\u00e4hr einer Million Liter Kerosin, Heiz\u00f6l, Diesel oder Benzin zwischen der Hauptstadt und Schwedt t\u00e4glich h\u00e4ufig hin- und herpendeln. Viele Milliarden Euro seit Kriegsbeginn konnte Russland aus dem Gesch\u00e4ft mit fossiler Energie in den Tod stecken. Mit dem gleichen \u00d6l wird die deutsche Wirtschaft geschmiert und weiterhin das Klima zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Diese Todesz\u00fcge zu sabotieren ist richtig!<\/p>\n<p>Unsere Aktion war erfolgreich! Unser Ziel haben wir erreicht.<\/p>\n<p>Die S-Bahn haben wir von der Sabotage ausgenommen, da die Todesz\u00fcge nicht auf das S-Bahngleis wechseln d\u00fcrfen. Dass es bei der S-Bahn trotzdem kurzzeitig zu Beeintr\u00e4chtigungen kam, lag an Sicherungsarbeiten, die die Polizei vornahm.<\/p>\n<p>Die Aktion wurde von sogenannten linken Medien wie der \u201etaz\u201c, dem \u201eNeuen Deutschland\u201c, der \u201eJungen Welt\u201c und der \u201eBerliner Zeitung\u201c unterschlagen, obwohl ihnen unsere Erkl\u00e4rung vorlag.<\/p>\n<p>Berichtet haben nach der \u201eM\u00e4rkischen Oder Zeitung\u201c, der \u201eTagesspiegel\u201c, \u201eRBB\u201c (Fernsehen und Online) und die \u201eWelt\u201c.<\/p>\n<p>Um Diskurse \u00fcber Aktionsformen innerhalb der Klimagerechtigkeitsbewegung zu f\u00fchren, haben wir andere Wege der Ver\u00f6ffentlichung gew\u00e4hlt, als \u00fcber die erw\u00e4hnten Medien. Verbreitet unsere Erkl\u00e4rung und unsere Nachbetrachtung bitte auch weiterhin.<\/p>\n<p>Wir empfehlen die Nachahmung.<\/p>\n<p>Hilfreich ist, das \u00d6ffnen der Kabelsch\u00e4chte am besten vor der Aktion zu \u00fcben. Der Blick vor der Aktion in die Sch\u00e4chte schafft Gewissheit \u00fcber die Leitungen. In unserem Fall waren es Signalkabel, die als solche beschriftet waren und Kommunikationskabel, die mit dem Zeichen f\u00fcr Lichtwellenkabel versehen waren, sowie stromf\u00fchrende Kabel, die in der Regel keine Kennung haben. Das Feuer sollte Zeit haben sich auszubreiten und genug Luft bekommen. Gleichzeitig sollte es vom F\u00fchrerstand des Zuges nicht vorzeitig entdeckt werden k\u00f6nnen. Engagierte Kolleg:innen steigen auch schon mal aus und l\u00f6schen mit einem Handl\u00f6scher das Feuer. Sinnvoll ist es, einen Brandsatz in der N\u00e4he eines Schaltkastens zu platzieren.<\/p>\n<p>In unserem Fall war der Schaltkasten ohne Funktion (es waren auch nicht mehrere Schaltk\u00e4sten, wie die Polizei mitteilte). Wir warnen davor, Kabelstr\u00e4nge mechanisch zu durchtrennen, wenn Ihr keine (!) Kenntnis \u00fcber deren Inhalt und Funktion habt. Was f\u00fcr Lichtwellenkabel und Signalkabel vertretbar ist, geht f\u00fcr ungekennzeichnete Kabel auf keinen Fall. In der Regel handelt es sich um Starkstromleitungen. Aber Ihr k\u00f6nnt Euch ungef\u00e4hrdet allen Kabeln n\u00e4hern, diese auch (DNA-frei) ber\u00fchren, ohne dass Euch etwas geschieht. Wichtig ist, dass die Kabel ummantelt sind, dies entspricht der geltenden Vorschrift.<\/p>\n<p>Feuer brennt in seiner Spitze am hei\u00dfesten ab, aber es reicht f\u00fcr die Kabel in den Kabelsch\u00e4chten, wenn das Feuer auf den Kabeln gez\u00fcndet wird und sich dann \u00fcber Euren Brandsatz (Benzin f\u00fcr das Feuer, \u00d6l\/Diesel um das Feuer zu halten, Verh\u00e4ltnis 3:1 in d\u00fcnnen Plastikflaschen) flie\u00dfend auch unter die Kabel im ge\u00f6ffneten Schacht verbreitet. Es ist f\u00fcr die Feuerwehr leicht, dieses Feuer zu l\u00f6schen, doch die Besch\u00e4digung der Kabel durch das Feuer geht schneller, als die Feuerwehr in der Regel vor Ort ist. Feuer hat den Vorteil, dass ihr zeitverz\u00f6gernde Z\u00fcndungsm\u00f6glichkeiten vorschalten k\u00f6nnt, um mehr Zeit zum Abhauen zu haben. Au\u00dferdem zerst\u00f6rt es viele unbeabsichtigte Spuren.<\/p>\n<p>Achtet auf Euch, auf Eure Unversehrtheit und die anderer Menschen. Eine Sabotageaktion wie die am 05.09.2022 ist f\u00fcr Menschen ungef\u00e4hrlich. Die Signale schalten bei Unterbrechung automatisch auf Rot, eine Einfahrt von entgegenkommenden und weiter hinten liegenden Z\u00fcgen ist nicht m\u00f6glich, da der Streckenabschnitt gesperrt ist. Ein Auffahrunfall ist nicht m\u00f6glich. Die Redundanz (doppelte Sicherung) geh\u00f6rt zum Sicherheitsstandart der Bahn und plant auch menschliches Versagen, beispielsweise der Lokf\u00fchrer:innen, mit ein.<\/p>\n<p>Sabotage, (Autobahn-)Blockaden, Besetzungen, Hacking und Aufst\u00e4nde sind Notwehrma\u00dfnahmen. Sekundenkleber, Brands\u00e4tze, Graffitis, Computer, Brechstangen, Transparente, Kartoffelbrei, Steine und einiges mehr sind unsere Mittel.<\/p>\n<p>Sabotage zum Nachteil einer fossilen Wirtschaft und einer kriegerischen \u00d6konomie ist das Gebot der Stunde. Es ist Zeit f\u00fcr die Sabotage als militante Massenbewegung! In jedem Land. Wir rufen dazu auf, keinen Unterschied zu machen zwischen einer klimazerst\u00f6renden, kriegerischen \u00d6konomie in Russland, in Deutschland, in der Ukraine, in den NATO-L\u00e4ndern oder woanders. Wir rufen dazu auf, eine militante Internationale auf die Tagesordnung zu setzen, welche die soziale Revolution zum Ziel hat.<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr die wegen Sabotage von Milit\u00e4rz\u00fcgen inhaftierten Gewerkschafter:innen in Belarus, denen die Todesstrafe droht!<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr alle Zugpartisanen und Denis Dikun (aus Belarus und Russland)!<\/p>\n<p>Freiheit auch f\u00fcr Sergej Konowalow, Eisenbahner, angeklagt der Planung eines Anschlags aufs Eisenbahnnetz!<\/p>\n<p>Sofortige und bedingungslose Freilassung von Giannis Michailidis, im Kampf gegen seine Pr\u00e4ventivhaft in Griechenland!<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr Alfredo Cospito im Hungerstreik gegen das italienische System der Hochsicherheitgef\u00e4ngnisse!<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr Dy und Jo und f\u00fcr Lina und allen verfolgten und untergetauchten Antifas in Sachsen!<\/p>\n<p>Einstellung aller Verfahren gegen Klimaaktivist:innen!<\/p>\n<p>Stoppt die Todesz\u00fcge aus Schwedt!<\/p>\n<p>Stoppt die mit fossilen Brennstoffen beladenen Z\u00fcge!<\/p>\n<p>Stoppt den Transport von LNG (Fl\u00fcssiggas)-Z\u00fcgen!<\/p>\n<p>Stoppt die Braunkohlekraftwerke Schwarze Pumpe und J\u00e4nschwalde und die LEAG!<\/p>\n<p>Stoppt die Wasserr\u00e4uber TESLA, die LEAG, COCA-COLA und Nestle!<\/p>\n<p>Stoppt den Bagger und die Pumpen der RWE vor L\u00fctzerath!<\/p>\n<p>Stoppt den Tren Maya in Mexiko!<\/p>\n<p>Stoppt Putins Krieg und den Krieg der fossilen Wirtschaft gegen die Menschheit!<\/p>\n<p>Stoppt die Kriegswirtschaft global!<\/p>\n<p>Aus aktuellem Anlass folgt von uns:<\/p>\n<p>Kritische Nachbetrachtung einer Sabotage ohne erkennbare inhaltliche Zielrichtung<\/p>\n<p>Wir sehen uns in der Verantwortung gegen\u00fcber aktivistischen Gruppen und Sympathisant:innen politische Kriterien herauszustellen, die eine Unterscheidbarkeit zwischen einer revolution\u00e4ren oder einer im revolution\u00e4ren Sinne kontraproduktiven bzw. auch konterrevolution\u00e4ren Aktion verdeutlichen. Die Sabotage in Herne und Berlin-Hohensch\u00f6nhausen in der Nacht vom Freitag auf Samstag (08.10.2022) entspricht nicht unseren politischen Kriterien.<\/p>\n<p>Beim Verfolgen der Berichterstattung sind wir \u00fcber viele Dinge gestolpert, die unsere Warnlampen anspringen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>In der Presse wurde entgegen sonst \u00fcblicher Verlautbarungen sofort von Sabotage gesprochen. Normalerweise wird Sabotage unsichtbar gemacht und als Vandalismus abgehandelt.<\/p>\n<p>Auch wurde ein hoher Professionalit\u00e4ts- und Organisierungsgrad dar\u00fcber hergeleitet, dass an zwei weit auseinander liegenden Orten mit zeitlichem Abstand Kabel mit Hilfe von Schneidwerkzeug getrennt wurden. Neu ist das aber nicht, denn zum G20 Gipfel in Hamburg wurden auch an vielen Stellen in Deutschland Kabelsch\u00e4chte angegriffen. Dies geschah sogar zeitgleich und unter Zuhilfenahme von Feuer. Die Folgen waren \u00e4hnlich gravierend, wenn nicht sogar weitreichender und (auch durch das Feuer) dauerhafter: Brandanschl\u00e4ge auf Bahnstrecken \u2013 Bekennerschreiben zum G20-Gipfel \u2013 https:\/\/linksunten.archive.indymedia.org\/node\/215862\/index.html<\/p>\n<p>Auch hatten einige Aktionen wie der Vulkangruppe \u201eDas Grollen des Eyjafjallaj\u00f6kull\u201c in Berlin gro\u00dfe und vor allem dauerhaftere Wirkungen als die aktuelle Sabotage des Zugfunkverkehrs:<\/p>\n<p>https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/40279\/<\/p>\n<p>Auch ein hohes Ma\u00df an \u201eInsider-\/Geheimwissen\u201c wurde in der Berichterstattung attestiert, bis der Spiegel j\u00fcngst recherchierte, dass dieses \u201eGeheimwissen\u201c \u00fcber Bahninfrastruktur die ganze Zeit im Netz \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich war.<\/p>\n<p>Trotzdem wurde durch die Medien nun der Eindruck einer neuen Qualit\u00e4t von Sabotage erweckt. Da in der Regel die Medien inhaltlich mit Polizeiberichten und mit der Polizei abgestimmten Berichten gef\u00fcttert werden, lohnt sich der kritische Blick und die Analyse der Rezeption in der \u00d6ffentlichkeit: wer meldet sich zu Wort und welche Interessen k\u00f6nnte es geben, diese Aktion als so herausragend zu bezeichnen.<\/p>\n<p>Wenn Zerst\u00f6rung kein Selbstzweck ist, dann m\u00fcssen wir uns die Wirkung der Aktion anschauen und \u00fcberpr\u00fcfen, ob die politische Wirkung auch das Ziel der materiellen Sabotage gewesen sein k\u00f6nnte. Dies hilft uns zu unterscheiden,aus welcher Ecke die Aktion kommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Kampf um die Deutungshoheit \u00fcber gesellschaftliche Konflikte wird in Kriegszeiten besonders heftig ausgetragen. Unter diesem Gesichtspunkt sind Meldungen mit besonderer Vorsicht zu genie\u00dfen, Quellen noch genauer zu \u00fcberpr\u00fcfen. Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst.<\/p>\n<p>Wenn von Vandalismus geredet wird, m\u00fcssen wir das nicht sofort glauben und \u00fcbernehmen. Das gilt andersherum auch. Vor allem dann, wenn wir Sabotage als ein Mittel im gesellschaftlichen Kampf gegen Kriege und Klimazerst\u00f6rung begr\u00fc\u00dfen und ihre breite Anwendung nach wie vor propagieren, diese Ziele aber in einer Aktion nicht identifizieren k\u00f6nnen. Sabotage mit revolution\u00e4ren Perspektiven will Einfluss zugunsten der Befreiung der Menschen von zerst\u00f6rerischen Machtverh\u00e4ltnissen nehmen und den Widerstand dagegen st\u00e4rken. Sabotage, so wie wir sie meinen, zielt nicht darauf ab, diffuse Verunsicherung und Angst zu erzeugen.<\/p>\n<p>Das Durchtrennen von Kommunikationskabelnan einem Wochenende trifft in der Regel mehr Wochenendreisende als die Wirtschaft. Eine Aktion, die eineemanzipatorische gesellschaftliche Ver\u00e4nderung m\u00f6chte, sich aber nicht von selbst den Betroffenen vermittelt, steht in der politischen Verantwortung, sich zu erkl\u00e4ren. Auch geht es mit einer Erkl\u00e4rung darum, die Deutungshoheit nicht dem politischen Gegner zu \u00fcberlassen und der Nachrichtenmanipulation vorzubeugen. Wer gezielt bei der Bahn die Redundanz auf einer gr\u00f6\u00dferen Strecke ausschalten kann, dem trauen wir auch einen Weg zur Ver\u00f6ffentlichung einer politischen Erkl\u00e4rung zu. Es sei denn, gerade das will man gar nicht.<\/p>\n<p>Mit der Aktion wurde kein Zug zur AfD-Kundgebung nach Berlin gestoppt, keine Kohletransporte und es wird politisch nichts geteilt. Es wird gar kein Ziel ausgegeben. Die Adressaten bleiben nebul\u00f6s. Die davon unmittelbar Betroffenen werden als Subjekte nicht ernst genommen und es wird nicht versucht, sie abzuholen. Die Wirkung bestimmt das Ziel: Verunsicherung innerhalb der Gesellschaft wird erzeugt bzw. vielmehr anschlie\u00dfend herbeigeredet. Das Signal einer Machtdemonstration, an die Adresse der Beherrschten als auch an die Herrschenden, so scheint es beim jetzigen Stand der Dinge, wird unterschiedslos ausgesendet: \u201eWir k\u00f6nnen alles platt machen und ihr ahnt noch nicht mal, wer wir sind.\u201c Dadurch, dass man sich nicht zu erkennen gibt, sind Spekulationen T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet. Es wird Misstrauen und eine Destabilisierung der Gesellschaft erzeugt. Der Angriff ist diffus und gegen alle Menschen gerichtet, nicht gegen Machtverh\u00e4ltnisse. Er ist in seiner Wirkung desorientierend und somit mindestens kontraproduktiv. Kontraproduktiv, wenn es denn uns politisch nahestehende Aktivist:innen gewesen w\u00e4ren, was wir aber stark bezweifeln, weil keine emanzipatorischen Prozesse nach vorne gebracht werden. Es sei denn, die Akteure sind an der Verbreitung einer Erkl\u00e4rung auf sicherem Wege gescheitert. Dann w\u00e4re es wichtig, sich sichere Verbreitungsmethoden anzueignen und die politische Vermittlung revolution\u00e4rer Aktion zu diskutieren. Oder aber, und das ist unsere Bef\u00fcrchtung, ist die Aktion in ihrer Wirkung bewusst konterrevolution\u00e4r angelegt, dann n\u00e4mlich, wenn Staatsorgane diese Aktion gesteuert haben.<\/p>\n<p>Wie auch immer, die Wirkung der Aktion war Wasser auf den M\u00fchlen autorit\u00e4rer Strukturen, die nach dem starken Staat und dem Milit\u00e4r schreien. Und letztere f\u00fchlten sich sogleich angesprochen. Ein Beispiel von vielen: Oberbefehlshaber des F\u00fchrungskommandos der Bundeswehr, Breuer: \u201eDas ist der Zustand zwischen nicht mehr ganz Frieden, aber auch noch nicht richtig Krieg.\u201c Das sagt ausgerechnet ein ausgebildeter Spezialist f\u00fcr Mord, der in einem Land lebt, dass t\u00e4glich Kriege in Form weltweiter Waffenexporte f\u00fcttert.<\/p>\n<p>Die Wirkung der Sabotage war der Weckruf f\u00fcr Beh\u00f6rden und Regierung, jetzt endlich Strategien gegen Angriffe auf kritische Infrastruktur umzusetzen.<\/p>\n<p>\u00dcber eine inhaltliche Auseinandersetzung kamen sie gleichzeitig herum, weil eben keine Position sichtbar wurde, zu der sich zum Beispiel Klimazerst\u00f6rer und Kriegsbef\u00fcrworter h\u00e4tten ins Verh\u00e4ltnis setzen m\u00fcssen. So, als h\u00e4tte es diesen Anlass und diese Form der Sabotage gebraucht, wurde die Sabotage zur Steilvorlage einer Mobilmachung zum Schutz \u201eunserer\u201c kritischen Infrastruktur gegen einen \u201ediffusen, sehr gef\u00e4hrlichen Feind\u201c.<\/p>\n<p>Die zielgerichtete Zerst\u00f6rung ohne inhaltlich Zielrichtung, ohne jeden erkennbaren politischen Kontext und ohne Vermittlungsversuch legt den Verdacht nahe, dass hier in staatlicher und geheimdienstlicher bzw. in milit\u00e4rischer Logik denkende Akteure am Werke gewesen sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Wir beziehen auch die M\u00f6glichkeit mit ein, dass es sich um Faschistengehandelt haben k\u00f6nnte, die ein Interesse haben, einen gesellschaftlichen Ausnahmezustand herzustellen, wobei das oft kein Unterschied zu geheimdienstlichen Akteuren sein muss.Wir gehen sogar noch weiter: Wir schlie\u00dfen in unseren \u00dcberlegungen mit ein, dass es im Effekt der Aktion auch um die Brechung der Solidarisierung von Sabotageaktionen aus z.B. der Klimagerechtigkeitsbewegung gehen k\u00f6nnte, bevor diese sich breiter militant aufstellt. Immer zahlreichere radikale Interventionsformen durch die Klimagerechtigkeitsbewegung sind in der letzten Zeit in die \u00d6ffentlichkeit getreten und viele gelungene Aktionen wie die Aufz\u00e4hlung unten zeigt, haben -Wochen vor der Zerst\u00f6rung des Zugfunkverkehrs- das BKA aufgescheucht und es in Habachtstellung versetzt. Da kommt die Steilvorlage einer diffuse Sabotage ohne inhaltliche Vermittlung gerade auffallend recht, um Sabotage generell zu \u00e4chten. Wer w\u00fcrde in der Klimagerechtigkeitsbewegung noch auf Sabotage von Infrastruktur als Mittel der Massenmilitanz zur\u00fcckgreifen, wenn sich im gesellschaftlichen Diskurs eine Diskreditierung durchsetzt, die eine Endsolidarisierung von militanten Interventionen im Fall von Infrastruktursabotage bedeutet. Gerade neu entstehende Gruppen im Kontext des Kampfes gegen fossile Energienutzung d\u00fcrften von diesem Diskurs verunsichert sein.<\/p>\n<p>Es ist nicht die Wahl des Mittels, die eine Aktion zu einer revolution\u00e4ren Aktion macht, sondern deren Absicht und des Ziels. Wenn diese durch die Tat nicht eindeutig in den richtigen Zusammenhang gebracht werden kann, finden wir eine politische Erkl\u00e4rung an die Menschen, die erreicht werden sollen, politisch richtig und zwingend.<\/p>\n<p>In diesem Sinne ist die Sabotage in Herne und H\u00f6hensch\u00f6nhausen, von unserem jetzigen Kenntnisstand aus beurteilt, keine Aktion, die wir als eine revolution\u00e4re, der Klimabewegung verwandte Aktion verstehen.<\/p>\n<p>Wir rufen auf, diesen Beitrag zu diskutieren und weiter zur zielgerichteten Tat zu schreiten. Die Erde geht vor unseren Augen kaputt. Der zerst\u00f6rende \u00f6konomische Krieg gegen das Leben geht ungebrochen weiter.<\/p>\n<p>Deswegen bleiben wir dabei:<\/p>\n<p>Sabotage zum Nachteil einer fossilen Wirtschaft und einer kriegerischen \u00d6konomie ist das Gebot der Stunde. Es ist Zeit f\u00fcr die Sabotage als militante Massenbewegung! In jedem Land. Wir rufen dazu auf, keinen Unterschied zu machen zwischen einer klimazerst\u00f6renden, kriegerischen \u00d6konomie in Russland, in Deutschland, in der Ukraine, in den NATO-L\u00e4ndern oder woanders. Gegen (hybride) Kriege setzen wir die soziale Revolution. Wir rufen dazu auf eine militante Internationale auf die Tagesordnung zu setzen, welche die soziale Revolution zum Ziel hat und keine Neuorganisierung von Herrschaft und Staat meint.<\/p>\n<p>Revolution\u00e4re Eisenbahner:innen in der Klimagerechtigkeitsbewegung \u2013 Anna Stepanowna Politkowskaja<\/p>\n<p>Wir sind inspiriert von folgenden Sabotageaktionen und stellen uns in diese Zusammenh\u00e4nge:<\/p>\n<p>\u201eDie freundliche Hakenkralle\u201c<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/213515<\/p>\n<p>\u201eVulkangruppe: Gegen den Fortschritt der Zerst\u00f6rung\u201c<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/149209<\/p>\n<p>Bekenner*innenschreiben \u2013 Schienensabotage am Kalkwerk W\u00fclfrath<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/215075<\/p>\n<p>Aktion gegen SUV-Reifen-Inflation<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/220632<\/p>\n<p>Klima- und Antikriegsaktivist:innen f\u00fcr den wirtschaftlichen Lockdown<\/p>\n<p>bei Tesla und DB- Tren Maya<\/p>\n<p>https:\/\/kontrapolis.info\/6626\/<\/p>\n<p>Gemeinsam f\u00fcr das gute Leben f\u00fcr alle<\/p>\n<p>geht auch mit der Hakenkralle!<\/p>\n<p>https:\/\/de.indymedia.org\/node\/217025<\/p>\n<p>Festnahmen und weitere Pipelines abgedreht<\/p>\n<p>https:\/\/letztegeneration.de\/en\/blog\/2022\/04\/festnahmen-und-weitere-pipelines-abgedreht\/<\/p>\n<p>Feuer der Kohleinfrastruktur \u2013 RWE in Schutt und Asche legen<\/p>\n<p>http:\/\/dvqlamnbbzli62qfyt5faspxunueqdxc4csrslhcp2z3haiflnrn6dqd.onion\/node\/234016<\/p>\n<p>https:\/\/letztegeneration.de\/blog\/2022\/11\/gefaengnis-urteile-in-muenchen-und-falsche-unfallkritik-letzte-generation-fordert-richtigstellung-und-gespraech-mit-bundesregierung\/<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Kontrapolis (<a href=\"http:\/\/kontrpolioglnxrcdwwxfszih4pifyidfjgq4ktfdu6uh4nn35vjtuid.onion\/8559\/\">Tor<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BRD, 5. September 2022 Heute Morgen haben wir die Bahnstrecke zwischen der Raffinerie Schwedt und Berlin sabotiert. Kein \u00d6l f\u00fcr Krieg \u2013 kein Krieg f\u00fcr \u00d6l! Rettet das Klima \u2013 sabotiert die Kriegswirtschaft! Sabotiert die milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Nachschubwege! Stoppt die Z\u00fcge des Todes! Raffinerie Schwedt lahmlegen hei\u00dft Bahn lahmlegen!<\/p>\n","protected":false},"author":12080,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-15738","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15738","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12080"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15738"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15738\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15738"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15738"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15738"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}