{"id":14987,"date":"2021-09-11T00:00:10","date_gmt":"2021-09-10T22:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=14987"},"modified":"2021-09-11T00:00:10","modified_gmt":"2021-09-10T22:00:10","slug":"farbbeutel-gegen-man-zentrale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=14987","title":{"rendered":"Farbbeutel gegen MAN-Zentrale"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/09\/59947.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-14988\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/09\/59947-300x198.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"198\"><\/a>M\u00fcnchen<\/strong>, 11. September 2021<\/p>\n<blockquote><p>Heute, am Abend des Samstag, den 11. September 2021 sind wir mit ca. 30 Aktivist*innen im Kontext der Anti-IAA-Proteste zur MAN Zentrale in M\u00fcnchen-Schwabing gezogen und haben diese mit einem Dutzend Farbbeuteln angegriffen und eine Parole auf dem Boden hinterlassen.<\/p>\n<p>Der LKW-Konzern MAN ist nach BMW das zweitgr\u00f6\u00dfte Fahrzeug-Unternehmen in M\u00fcnchen. Im Stammwerk im M\u00fcnchner Norden arbeiten 9000 Besch\u00e4ftigte in Produktion und Verwaltung, beim Motorenwerk in N\u00fcrnberg \u00fcber 3600, in Salzgitter nochmal 2400. Doch MAN will bis zum Jahr 2023 rund 9500 Stellen abbauen, tausende Entlassungen stehen an. Die drei Standorte Steyr, Plauen und Wittlich sollen komplett zugemacht werden. In den anderen Standorten werden massiv Arbeitspl\u00e4tze ins Ausland verlagert.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nBegr\u00fcndet wird die Entscheidung mit sinkenden Absatzzahlen w\u00e4hrend Corona. Doch uns ist klar: Die Pandemie hat nur beschleunigt, was schon l\u00e4ngst absehbar war. Die kapitalistische \u00dcberproduktionskrise setzt die Unternehmen immer weiter unter Druck. Ausgetragen wird die Krise wie immer auf dem R\u00fccken der Besch\u00e4ftigten. Durch Verlagerung der Arbeitspl\u00e4tze ins Ausland sollen L\u00f6hne gedr\u00fcckt und die Gewinne gesichert werden. Nicht Corona ist Schuld an Entlassungen und Werksschlie\u00dfungen, sondern ein profitorientiertes Wirtschaftssystem zu Gunsten von ein paar Kapitalist:innen.<\/p>\n<p>Auch strengere CO2 Vorgaben werden als Grund f\u00fcr die Entlassungen genannt. Nachdem das Auto-Kapital \u00fcber Jahre Profite mit der Zerst\u00f6rung von Umwelt und Klima gemacht hat, sollen jetzt die Arbeiter:innen f\u00fcr die Folgen geradestehen. Gleichzeitig setzt MAN die klimasch\u00e4dliche Produktion im Ausland unter weniger strengen Auflagen fort.<\/p>\n<p>Profitieren tun davon allein die Eigent\u00fcmer:innen von des Konzerns. Als Tochterunternehmen der Volkswagen AG sind das bei MAN vor allem die Familien Porsche und Pi\u00ebch. Sie besitzen mehr als die H\u00e4lfte der Stimmrechte bei VW und kontrollieren so das Unternehmen. Ihr Verm\u00f6gen wird auf 37 Milliarden Euro gesch\u00e4tzt. W\u00e4hrend der Corona-Pandemie bekam VW durch das Kurzarbeitergeld Milliarden Euro vom Staat geschenkt. Trotzdem wurden \u2013 wie in den Jahren zuvor \u2013 auch 2021 \u00fcber 2,4 Milliarden Euro Dividenen an die Aktion\u00e4r:innen ausgesch\u00fcttet. Unter Geldmangel leidet der Konzern also auf jeden Fall nicht.<\/p>\n<p>Ihr Verm\u00f6gen haben die Familien Porsche und Pi\u00ebch w\u00e4hrend der NS-Diktatur angeh\u00e4uft. Die Gr\u00fcnder des Konstruktionsb\u00fcro Porsche \u2013 Ferdinand Porsche und Anton Piech \u2013 waren mit den Nazis voll auf einer Linie. Sie waren beide Mitglied der NSDAP und hatten hohe Offiziersposten bei der SS inne. Im Jahr 1937 schlug Adolf Hitler die Gr\u00fcndung der Volkswagen AG vor. Dort lie\u00dfen Porsche und Pi\u00ebch rund 20 000 Zwangsarbeiter, davon etwa 5000 KZ-H\u00e4ftlinge, schuften. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden beide vor Gericht freigesprochen. Die Familien konnten ihr Imperium behalten und begr\u00fcnden ihren Reichtum somit bis heute auf ihren Gr\u00e4ueltaten w\u00e4hrend des Nationalsozialismus.<\/p>\n<p>Auch heute profitiert MAN Gewinne durch Krieg und Unterdr\u00fcckung. Seit 2010 f\u00fchrt der Konzern ein Joint-Venture mit der Rheinmetall AG zur Herstellung von Milit\u00e4r-LKWs. Das Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) baut Panzer f\u00fcr imperialistische L\u00e4nder auf der ganzen Welt. Mit Lieferungen in die T\u00fcrkei und nach Saudi-Arabien unterst\u00fctzt MAN ganz direkt die Unterdr\u00fcckung von Minderheiten und den Krieg gegen die kurdische Freiheitsbewegung. Auch am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan waren Logistik-Panzer von RMMV beteiligt. Und f\u00fcr den Transport der von den USA in Deutschland stationierten Pershing-II-Mittelstreckenraketen hat MAN die Zugmaschinen entwickelt.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt hilft MAN auch tatkr\u00e4ftig bei der Aufr\u00fcstung der Polizei im Inland mit. In den vergangenen Jahren wurde sowohl das Einsatzkommando Cobra als auch Sondereinheiten der Polizei in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und NRW mit dem hochger\u00fcsteten Panzer \u201eSurvivor R\u201c beliefert. Dieses Monstrum ist mit einer Abschussanlage f\u00fcr Nebelgranaten oder Tr\u00e4nengas sowie einer modularen Waffenstation mit Doppelbewaffnung ausgestattet. Eingesetzt werden soll es zur \u201eKrawallbek\u00e4mpfung\u201c in Deutschland.<\/p>\n<p>Auch mit tausenden Bullen in der Stadt: Die Kapitalist*innenklasse ist angreifbar.<\/p>\n<p>Autokonzerne enteignen! R\u00fcstungsindustrie zerschlagen!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/gsxbcjvcrdl66ycimkwra2nxzwvy2idef4twi7elojuzm5ztt5abqyid.onion\/node\/152092\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen, 11. September 2021 Heute, am Abend des Samstag, den 11. September 2021 sind wir mit ca. 30 Aktivist*innen im Kontext der Anti-IAA-Proteste zur MAN Zentrale in M\u00fcnchen-Schwabing gezogen und haben diese mit einem Dutzend Farbbeuteln angegriffen und eine Parole auf dem Boden hinterlassen. Der LKW-Konzern MAN ist nach BMW das zweitgr\u00f6\u00dfte Fahrzeug-Unternehmen in M\u00fcnchen. 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