{"id":14757,"date":"2021-06-06T00:00:03","date_gmt":"2021-06-05T22:00:03","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=14757"},"modified":"2021-06-06T00:00:03","modified_gmt":"2021-06-05T22:00:03","slug":"scheiben-an-immo-bueros-und-bank-eingeschlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=14757","title":{"rendered":"Scheiben an Immo-B\u00fcros und Bank eingeschlagen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bremen<\/strong>, 6. Juni 2021<\/p>\n<blockquote><p>Wir haben uns vergangene Nacht in der aufgewerteten Bremer Neustadt die Stra\u00dfe genommen. Dabei gingen die Scheiben von zwei Immobilienb\u00fcros und einer Bankfiliale zu Bruch. Eine brennende Stra\u00dfenbarrikade sicherte unseren Abgang.<\/p>\n<p>Die Rigaerstra\u00dfe 94 ist erneut von einer R\u00e4umung bedroht ebenso wie der Wagenplatz der K\u00f8pi, die Potse und einige weitere linksradikale Projekte im Gro\u00dfraum Berlin. Insbesondere in St\u00e4dten in Deutschland, aber auch weltweit, wird Wohnraum als Ware gehandelt. Der Immobilienmarkt ist die v\u00f6llig entgrenzte Spielwiese von Spekulant*innen, Makler*innen und jenen, die um ihre Altersvorsorge f\u00fcrchten.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie kapitalistischen Herrschafts- und Machtverh\u00e4ltnisse zeigen sich kaum woanders so klar mit ihrem menschenverachtenden Gesicht wie in der Wohnraumfrage. Unz\u00e4hlige wohnungslose Menschen (\u00fcber-)leben auf der Stra\u00dfe w\u00e4hrend frisch gebaute Luxuslofts scheinbar v\u00f6llig alternativlos leer stehen oder der n\u00e4chste Eigenbedarf von Vermieter*innen angek\u00fcndigt wird.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Berlin und anderswo der sozialere Wohnungsbau und Mietdecklungen zum Stillstand gebracht werden, m\u00fcssen Gr\u00fcnfl\u00e4chen, prek\u00e4re Stadtteile, \u00f6ffentliche R\u00e4ume und linke Projekte luxuri\u00f6sen Immobilienspekulationen weichen.<\/p>\n<p>Diese Verh\u00e4ltnisse f\u00fchren zu brutaler Verdr\u00e4ngung der ans\u00e4ssigen Bewohner*innen, zur Zerst\u00f6rung von sozialen gewachsenen Kontexten und zu einer politisch gezielten Zerschlagung von linksradikalen Strukturen und Lebensr\u00e4umen. Diese Angriffe auf selbstorganisierte R\u00e4ume sind Teil profitorientierter Stadtgestaltung, bei der es klare Gewinner*innen gibt, die dabei Verlierer*innen mindestens in Kauf nehmen.<\/p>\n<p>Widerstand gegen die R\u00e4umungen und Verdr\u00e4ngungen hei\u00dft f\u00fcr uns aufzubegehren gegen die Stadt der Reichen, gegen explodierende Mieten, Zwangsr\u00e4umungen, gegen Immobilienkonzerne und andere Profiteur*innen des Wohnungsmarktes. Kurzum gegen die Aufwertung unserer St\u00e4dte im Sinne des Kapitals.<\/p>\n<p>Auf welcher Seite stehst Du?<\/p>\n<p>In der Pappelstra\u00dfe in der Bremer Neustadt hat nun das dritte Immobilienb\u00fcro er\u00f6ffnet. Die neue Filiale des Biomarkts l\u00e4dt ein zum Shoppen f\u00fcr ein gutes gr\u00fcnes Gewissen und die Sparkasse demonstriert auf einer riesen Fl\u00e4che in gleich zwei Filialen ihre nichtssagende B\u00fcrgern\u00e4he, um weitere gute Anlagem\u00f6glichkeiten zu erlangen. Die Gegend ver\u00e4ndert sich. Mehr und mehr zahlungskr\u00e4ftiges Publikum ist unter sich, trinkt teuren Wein, kauft sich ein Eigenheim, richtet sich in einer unbeschwerten Welt mit Latte Macchiato und verkehrsberuhigter Stra\u00dfe ein. Gekehrt wird ausschlie\u00dflich vor der eigenen Haust\u00fcr.<\/p>\n<p>Wir haben keinen Bock auf diese ignorante heile Welt, die als Antwort auf die soziale Frage nur ein Achselzucken bereit h\u00e4lt. Und hinnimmt, dass genau diese Welt auf den R\u00fccken so vieler Ausgebeuteter lastet, die selbst keinerlei M\u00f6glichkeit auf soziale oder materielle Absicherung haben.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt keinen Grund das Bestehende zu verteidigen und sich auf die Seite der Profiteure des kapitalistischen Systems zu stellen. Aber es gibt genug Gr\u00fcnde sich gemeinsam gegen Staat und Kapital, gegen Autorit\u00e4ten und ihre Verteidiger*innen zu organisieren und zu rebellieren, um f\u00fcr die Prinzipien der Selbstorganisierung, gegenseitigen Hilfe, der Solidarit\u00e4t und ein Leben in Freiheit und W\u00fcrde zu k\u00e4mpfen.[\u2026] Wir rufen euch auf, den Angriff auf die allt\u00e4gliche Ordnung der Stadt der Reichen zu unternehmen und zu intensivieren! \u201c (aus dem Aufruf zur Verteidigung der Rigaer 94)<\/p>\n<p>Konfrontation und Militanz sind unser Ausdruck im Kampf f\u00fcr das Recht auf urbanes Wohnen und Leben. Unsere Wut wird sich weder der Repression des Staates noch den Benimmregeln linker Bewegungsmanager*innen anpassen.<\/p>\n<p>Jede R\u00e4umung hat ihren Preis.<\/p>\n<p>F\u00fcr selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Leben und Wohnen \u00fcberall!<\/p>\n<p>Autonome und Anarchistische Gruppen<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/cwrxg4c7tj5ympuudch5yphpslnxjjcarzfuorh2hg3rtae4dcx25bqd.onion\/node\/1622886751324107\/\">diym<\/a> (Tor), <a href=\"https:\/\/endofroad.blackblogs.org\/archive\/12515\">endofroad.blackblogs.org<\/a>, <a href=\"http:\/\/kontrpolioglnxrcdwwxfszih4pifyidfjgq4ktfdu6uh4nn35vjtuid.onion\/3834\/\">kontrapolis<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen, 6. Juni 2021 Wir haben uns vergangene Nacht in der aufgewerteten Bremer Neustadt die Stra\u00dfe genommen. Dabei gingen die Scheiben von zwei Immobilienb\u00fcros und einer Bankfiliale zu Bruch. Eine brennende Stra\u00dfenbarrikade sicherte unseren Abgang. 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