{"id":14710,"date":"2021-05-26T00:00:44","date_gmt":"2021-05-25T22:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=14710"},"modified":"2021-05-26T00:00:44","modified_gmt":"2021-05-25T22:00:44","slug":"brandanschlag-auf-stromversorgung-von-teslawerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=14710","title":{"rendered":"Brandanschlag auf Stromversorgung von Teslawerk"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/06\/59099.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-14711\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/06\/59099-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\"><\/a>Berlin<\/strong>, 26. Mai 2021<\/p>\n<blockquote><p>Wir haben in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai 2021 die Stromversorgung der Baustelle der Tesla-Giga-Fabrik in Gr\u00fcnheide bei Berlin gekappt, indem wir an sechs \u00fcberirdisch verlegten Hochspannungskabeln Brand gelegt haben.<\/p>\n<p>Tesla ist weder gr\u00fcn, \u00f6kologisch noch sozial. Tesla ist ein Konzern, der weltweit Raubbau betreibt, Lebensgrundlagen zerst\u00f6rt sowie koloniale Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse nutzt und herstellt. Unser Feuer steht gegen die L\u00fcge vom gr\u00fcnen Automobil. Ziel war die Sabotage der Baustelle der Tesla-Giga-Factory. Die Ideologie des grenzenlosen technologischen Fortschritts und der globalen Zerst\u00f6rung der Erde kommen nicht durch sch\u00f6ne Worte zum Ende.<\/p>\n<p>Gegen den Fortschritt der Zerst\u00f6rung \u2013 setzen wir die Sabotage<br \/>\nKlimastreik f\u00fcr eine andere Welt!<!--more--><\/p>\n<p>Arson Attack against Tesla Gigafactory in Berlin<\/p>\n<p>In the night 25th to 26th of may 2021 we attacked the electricity supply at the construction site of Tesla\u2018s Giga-Factory in Berlin-Gr\u00fcnheide by setting six main high voltage cables on fire.<\/p>\n<p>Tesla is neither green, ecological nor social. Tesla is a company exploiting land and peoples\u2018 lives on a global scale, it relies on and produces colonial conditions. Our fire stands against the lies about green cars. Target was the sabotage of the construction site of Tesla\u2018s Giga-Factory. Putting an end to the ideology of unlimited technological progress and the global destruction of the planet will not happen just by nice words.<\/p>\n<p>Against the progress of destruction \u2013 we put sabotage<br \/>\nClimate strike for a different world!<\/p>\n<p>Brandanschlag auf Stromversorgung von Teslawerk in Berlin-Brandenburg<\/p>\n<p>Gegen den Fortschritt der Zerst\u00f6rung \u2013 setzen wir die Sabotage<br \/>\nKlimastreik f\u00fcr eine andere Welt!<\/p>\n<p>\u201e(\u2026) wir erblicken und h\u00f6ren eine Welt, deren soziales Leben krank ist, zersplittert in Millionen von Personen, die sich fremd sind, krampfhaft um das individuelle \u00dcberleben bem\u00fcht, aber vereint unter der Unterdr\u00fcckung eines Systems, welches zu allem bereit ist um seinen Durst nach Gewinn zu stillen, obwohl klar ist, dass dieser Weg der Existenz des Planeten Erde zuwiderl\u00e4uft. (\u2026) Die Verirrung des Systems und seine dumme Verteidigung des \u201aFortschritts\u2018 und der \u201aModernit\u00e4t\u2018 zerschellt an einer kriminellen Realit\u00e4t: die Femizide. Der Mord von Frauen hat weder eine Farbe noch eine Nationalit\u00e4t, er ist weltweit. (\u2026) Und es scheint, als ob die \u201aZivilisation\u2018 zu uns Originalv\u00f6lkern sagen w\u00fcrde: \u201eder Beweis deiner Unterentwicklung liegt in der niedrigen Rate an Femiziden. Macht eure Megaprojekte, eure Z\u00fcge, eure thermoelektrischen Anlagen, eure Minen, eure Staud\u00e4mme, eure Shoppingcenter, eure Haushaltsger\u00e4tel\u00e4den \u2013 einschlie\u00dflich TV-Kanal \u2013 und lernt endlich zu konsumieren. Seid wie wir. Um die Schulden dieser progressiven Hilfe zu begleichen, gen\u00fcgen eure L\u00e4nder, euer Gew\u00e4sser, eure Kulturen und eure W\u00fcrde nicht. Den Rest m\u00fcsst ihr mit dem Leben der Frauen begleichen.\u201c (\u2026) Wir sehen und h\u00f6ren die zu Tod verwundete Natur, die in ihrer Agonie die Menschheit davor warnt, dass das Schlimmste noch bevorsteht. Jede \u201aNaturkatastrophe\u2018 k\u00fcndigt die n\u00e4chste an und l\u00e4sst geflissentlich vergessen, dass sie durch die Handlung eines menschlichen Systems verursacht wird. (\u2026) Ja, die Stra\u00dfen m\u00fcssen zur\u00fcckerobert werden, aber um zu k\u00e4mpfen. Denn wie wir bereits fr\u00fcher sagten, das Leben, der Kampf um das Leben ist keine individuelle Angelegenheit, sondern eine kollektive. Jetzt zeigt sich, dass es auch keine Angelegenheit von Nationalit\u00e4ten ist, sondern die ganze Welt umfasst.\u201c<\/p>\n<p>Aus einem Gru\u00dfwort zapatistischer Indigener in Lateinamerika an uns im globalen Norden<\/p>\n<p>Wir haben in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai 2021 die Stromversorgung der Baustelle der Tesla-Giga-Fabrik in Gr\u00fcnheide durch Feuer erfolgreich unterbrochen. Dazu haben wir in 250 Meter Entfernung zum Teslawerk in unmittelbarer N\u00e4he zur A10 auf H\u00f6he der Ausfahrt Freienbrink an die Stromeinspeisung \u00fcber sechs Hochspannungskabel (110.000 Volt) innerhalb eines Bauzaunkorridors Feuer gelegt. Da eine Unterbrechung der exklusiv f\u00fcr die Fabrik provisorisch oberirdisch verlegten Kabelstr\u00e4nge in seiner Wirkung nicht isoliert vom regionalen Stromnetz durchf\u00fchrbar ist, konnten wir Stromausf\u00e4lle auch in der Umgebung nicht vollst\u00e4ndig ausschlie\u00dfen. Es war unsere Absicht, die Baustelle von Tesla zu treffen, die Arbeiten an der Baustelle f\u00fcr einen Tag zu erschweren, den Bau der Fertigungsanlagen zu unterbrechen.<br \/>\nDa es der Bev\u00f6lkerung vor Ort wegen der ungleichen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse (Kapital, Politik und Beh\u00f6rden versus Interessen von Anwohner_innen, Klimasch\u00fctzer_innen und \u00d6kolog_innen) nicht so einfach gelingen kann, den Bau erfolgreich zu stoppen, steuern wir hiermit unsere Sabotage solidarisch bei. Sollte unsere Aktion erfolgreich gewesen sein, wird der reichste Mann der Welt die Unterbrechung der Bauarbeiten zwar finanziell kompensieren \u2013 der politische Schaden aber ist ihm gewiss.<\/p>\n<p>Warum sabotieren wir Tesla?<\/p>\n<p>In Gr\u00fcnheide bei Berlin wird eine Autofabrik gebaut. Tesla baut dort eine \u201eGiga-Fabrik\u201c. So gro\u00dfspurig der Name und das Projekt angelegt sind, so gro\u00dfspurig auch der Akteur: Elon Musk. Seine patriarchalen Allmachtsphantasien sollen die Welt retten? Dar\u00fcber k\u00f6nnten wir lachen, wenn es nicht so ernst w\u00e4re: Die Produktion angeblich \u201esauberer, klimafreundlicher\u201c akkubetriebener Fahrzeuge ist nur ein neuer Beitrag zur weiteren Zerst\u00f6rung des Planeten.<\/p>\n<p>Unsere Aktion zeigt die Angreifbarkeit dieses Projekts auf, sie untergr\u00e4bt die vermeintliche \u201eAllm\u00e4chtigkeit\u201c, mit der Musk Brandenburg heimsucht. Dort setzt er baurechtliche Bedingungen wie ein Feudalherr und ignoriert bspw. alle Einw\u00e4nde gegen den drohenden Wassermangel in der Region. Er will seine Fabrik einerseits nah den polnischen Arbeiter_innen, andererseits nah dem vielleicht bald gr\u00fcn regierten Berlin und den dort ans\u00e4ssigen K\u00e4ufer_innen strategisch positionieren. Die Politik, die Verwaltung und einzelne Presseorgane, die wegen neuer Arbeitspl\u00e4tze und dem erhofften wirtschaftlichen Standortvorteil vor Musk buckeln, werden unsere Aktion scharf verurteilen und uns als Terroristen diffamieren. Das ist eine Verdrehung von Tatsachen \u2013 unser Angriff zerst\u00f6rt Sachwerte, sabotiert Arbeitsprozesse und vernichtet Geld, aber nicht Lebensgrundlagen. Wir haben die Gefahr f\u00fcr Menschenleben bei der Aktion ausgeschlossen. Wir verstehen die Aktion aber als ein flammendes Statement gegen die L\u00fcge vom gr\u00fcnen Kapitalismus. Wir wehren uns gegen die weiteren Zerst\u00f6rungen unserer Lebensgrundlagen vor Ort und global und die Ausbeutung von Menschen durch den expansiven technologischen Wahnsinn. Unser Anschlag ist eine Aufforderung, den \u201eGreen Deal\u201c anzugreifen. In Unterst\u00fctzung sozialer K\u00e4mpfe weltweit. Aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden. Aus antikolonialen Gr\u00fcnden. Aus feministischen Gr\u00fcnden. Aus klassenk\u00e4mpferischen Gr\u00fcnden. Aus letztlich revolution\u00e4ren und herrschaftsfeindlichen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Propagandistische L\u00fcgen als Verkaufsstrategie bei gleichzeitiger Gewissensberuhigung<br \/>\n\u00d6kologische Illusion hier, koloniale Realit\u00e4t anderswo<br \/>\nDer Green Deal basiert auf Diebstahl, Ausbeutung und Raubbau<\/p>\n<p>Das Gerede vom gr\u00fcnen Kapitalismus, vom New Green Deal, ist nichts als Propaganda. Der Green Deal bedeutet, den Klimaschutz als gr\u00fcne Fortsetzung des Neoliberalismus zu etablieren. Auch er macht die Reichen reicher auf Kosten der anderen. Durch individuelle Elektromobilit\u00e4t wird die \u00f6kologische Verw\u00fcstung nicht aufgehalten, sie wird fortgesetzt und ausgeweitet. Wir erleben eine technologische Offensive, die au\u00dferdem den wirtschaftlichen Kolonialismus des imperialen Zeitalters in Form der ungebrochenen massenhaften Ausbeutung von Millionen Menschen f\u00fcr den Luxus im globalen Norden fortsetzt. Neben materiellen G\u00fctern ist es jetzt auch der Luxus sauberer Luft. Dabei wissen wir, dass dies eine Illusion ist: Wir leben alle auf dem selben Planeten, atmen die selbe Luft.<\/p>\n<p>Der Umstieg vom Auto mit Verbrennungsmotor zum smarten Elektroauto wird global keinen einzigen positiven Effekt haben. Dort, wo E-Autos fahren, wird die Luft zwar besser sein, aber zur Erzeugung dieser erneuerbaren Energie und zum Bau der Autos werden nicht-erneuerbare Rohstoffe in riesigen Mengen verbraucht. Zum Bau der neuen Stromtrassen, Stromtankstellen und Elektromotoren wird vor allem Kupfer gebraucht. Es kommt zu gro\u00dfen Teilen aus S\u00fcdamerika. Dort arbeiten Menschen hart f\u00fcr wenig Geld, um das Metall aus der Erde zu holen. Landschaften werden zerst\u00f6rt. Um die Bergwerke zu betreiben und das Kupfer zu verarbeiten, werden gro\u00dfe Mengen Strom verbraucht. Die Kraftwerke werden fast \u00fcberall mit Kohle betrieben, die aus China mit Schiffen \u00fcber den Pazifik transportiert wird. Die Schiffe werden mit dreckigem Schiffsdiesel betrieben. In Chile werden z.B. Menschen in gro\u00dfer Zahl von den Abgasen der Kohlekraftwerke krank, \u00d6kosysteme ver\u00f6den. Was ist \u00f6kologisch an dem Kohleabbau in China oder Australien? Wie \u00f6kologisch ist die Verschiffung des Kupfers hinaus in die saubere Welt der Elektroauto-Gutmenschen? Wie klein kann der \u201e\u00f6kologische Fingerabdruck\u201c einer dreckigen Schwerindustrie sein, die saubere Autos produziert?<\/p>\n<p>F\u00fcr den Bau der Auto-Akkus wird viel Lithium gebraucht. In den n\u00e4chsten 9 Jahren soll der Verbrauch von Lithium um das 20- bis 30-fache steigen. Das bedeutet einen entsprechend h\u00f6heren Energieverbrauch f\u00fcr F\u00f6rderung, Transport und Verarbeitung. In den F\u00f6rdergebieten sind Vertreibung und der Landraub an der indigenen Bev\u00f6lkerung allt\u00e4glich, bspw. in Argentinien. Dort wird das Land dem \u00d6kogewissen derjenigen geopfert, die weiter so expansiv leben wollen wie bisher; dort werden Lebensgrundlagen zerst\u00f6rt, damit hier finanziell gut gepolsterte Eltern ihre Kinder mit gutem \u00d6kogewissen weiterhin mit dem SUV in den Kindergarten oder in die Privatschule bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch ohne Kobalt funktioniert zur Zeit kein Akku, der in E-Autos verbaut ist. Aber Kobalt ist selten. Zur Veranschaulichung: W\u00fcrde Audi eines seiner Fabrikationsmodelle, den A4, rein elektrisch bauen, m\u00fcssten die Autofabrikmanager_innen daf\u00fcr den halben Weltmarkt an Kobalt leer kaufen. VW hat errechnet, dass es f\u00fcr die E-Auto-Produktion 130.000 Tonnen Kobalt br\u00e4uchte. Die Weltproduktion liegt derzeit bei 123.000 Tonnen. Da ist weder Tesla noch sonst ein anderer Autokonzern miteingerechnet. Allein der Akku eines Roadster von Tesla besteht aus 6831 Zellen. Es hat seinen Grund, dass Tesla am kobaltfreien Akku arbeitet: Es k\u00f6nnten gar nicht die vorgesehenen Mengen an E-Autos gebaut werden, weil es nicht genug Rohstoffe gibt. Das hei\u00dft aber auch, dass die vorhanden Ressourcen ohne R\u00fccksicht auf Menschen und \u00d6kosysteme aus der Erde gekratzt werden. Da k\u00f6nnen wir uns sicher sein.<\/p>\n<p>Auch zu dem, was \u201enachhaltige\u201c Energiegewinnung genannt wird, werden seltenen Metalle und Erden gebraucht, verbraucht, gef\u00f6rdert, verarbeitet, verschifft etc. Das gilt f\u00fcrs Windrad wie das Gezeitenkraftwerk. Alle effizienten Elektromotoren brauchen diese Metalle und Erden. Diese kommen vor allem aus China und Afrika und werden dort unter den gleichen \u00fcblen Bedingungen gef\u00f6rdert und weiterverarbeitet wie in S\u00fcdamerika.<br \/>\nDer Ressourcenverbrauch, die sozialen Ausbeutungsbedingungen und der \u00f6kologische Schaden sind enorm. Dazu kommt, dass die meisten Akkus nach ein paar Jahren schrottreif sind. So schrottreif, wie der ideologische Fortschrittsgedanke, der an Expansion und Mehrwertsch\u00f6pfung gekn\u00fcpft ist \u2013 und nicht an soziale und solidarische Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr alle Menschen.<\/p>\n<p>Der Patriarch und sein (Alb-)Traum<\/p>\n<p>Elon Musk, Eigent\u00fcmer und Patriarch von Tesla, ist f\u00fcr uns nur ein Vertreter einer Kaste von M\u00e4nnern, die sich einig sind in ihrem aggressiv-kapitalistisch-technologischen Modernisierungswillen und ihrem Weltbeherrschungswahn. Als Egomanen sehen sie sich als Mittelpunkt einer Welt, die sie zu besitzen glauben. Sie zeichnen sich durch extreme Verantwortungslosigkeit und antisoziales Agieren aus.<br \/>\nAber Elon Musk ist auch der reichste Mensch der Welt und der Gr\u00fcnder vieler Unternehmen, der Prototyp des Wirtschaftspatriarchen. In seinen Firmen ist alles genauestens vorgeschrieben. Wer nicht effizient arbeitet, fliegt raus. Musk glaubt an den grenzenlosen technisch-kapitalistischen Fortschritt \u2013 er glaubt auch, dass wir sehr wahrscheinlich in einer Simulation leben. So einem kann es total egal sein, \u00fcber wie viele Leichen er geht. Nicht umsonst plant er die Besiedlung des Mars. Das ist nur logisch, wenn das Leben auf der Erde f\u00fcr die meisten Menschen zur H\u00f6lle werden wird, wenn es so weiter l\u00e4uft wie bisher. Und er wird\u2018s wissen.<br \/>\nEs ist hinl\u00e4nglich bekannt, dass sein Unternehmen SpaceX der weltweit f\u00fchrende kommerzielle Anbieter von Raketenfl\u00fcgen ist. Sein SpaceX-Raumschiff Dragon versorgt die Internationale Raumstation ISS, ein weiteres Raumschiff namens Crew-Dragon bringt auch Leute dort hin. Musk arbeitet gerade mit \u201eErfolg\u201c daran, den Weltraumflug zur touristischen Normalit\u00e4t f\u00fcr Reiche zu machen. Das Geld, das er mit den angeblich so sauberen Elektroautos verdient, steckt er in den Ausbau seiner Raketenflotte. So ist jeder Kauf eines Elektro-Autos von Tesla nichts anderes als ein Beitrag zur weiteren \u00f6kologischen Zerst\u00f6rung der Biosph\u00e4re \u2013 \u00fcber die \u00d6kobilanz von Raketen muss man wohl nichts sagen. Als Symbol seiner Potenz lie\u00df er vor Jahren ein Tesla-Cabrio samt Puppe im Raumfahrer-Outfit am Steuer mit einer seiner Raketen ins All ejakulieren. Seitdem umrundet das Ding sinnentleert die Erde.<\/p>\n<p>Das M\u00e4rchen vom \u00f6kologisch und politisch korrekten Gro\u00dfinvestor ist eine neoliberale L\u00fcge, die jene verbreiten, die sie glauben wollen. Tesla baut vor allem Oberklassemodelle und SUVs; jetzt auch einen PKW, der \u00fcber 300 km\/h fahren kann. Der saudische Staatsfonds, unter der Kontrolle des menschenverachtenden Kronprinzen, h\u00e4lt Tesla-Anteile im Wert von bis zu 3 Milliarden Dollar. Der Diktator baut und verdient mit im Brandenburgischen.<\/p>\n<p>Musk ist auch ein patriarchaler Vision\u00e4r. Er will das menschliche Gehirn mit Maschinen vernetzen und hat dazu 2016 die Firma Neuralink gegr\u00fcndet. Der irdische Traum des Elon Musk ist das auf K\u00fcnstlicher Intelligenz beruhende automatisierte Fahren. Schon jetzt werden in Tesla-Autos viele Funktionen per App gesteuert. Die neuen Modelle filmen pausenlos das Innere des Autos und auch die \u00e4u\u00dfere Umgebung. Diese Daten werden direkt in die Tesla-Cloud geschickt. Wer einen Tesla kauft, macht sich zum Teil einer dystopischen \u00dcberwachungsapparatur. 2020 erhielt Tesla den Big-Brother-Award, der f\u00fcr besonders einschneidende technische Kontrolle vergeben wird. Begr\u00fcndung war, dass die Daten permanent ausgewertet und gespeichert werden. Es hie\u00df, Tesla-Autos seien \u201e\u00dcberwachungsanlagen auf vier R\u00e4dern\u201c.<br \/>\nDiese ressourcen-verschwendende \u00dcberwachungsmobilit\u00e4t soll die Zukunft des Individualverkehrs sichern und diesen in den gesellschaftlichen Ausbeutungs- und \u00dcberwachungskontext einbinden. Das war auch bisher bei der Autoindustrie der Fall: Die Flie\u00dfbandarbeit wurde von Ford am Automobil durchgesetzt, damit kosteneffizienter produziert werden konnte. Vor allem aber, um die Arbeiter_innen durch die Zerteilung der Arbeitsschritte zu isolieren und ihre gewerkschaftliche Organisierung zu untergraben. Man muss nur nachlesen, was Herr Ford dazu geschrieben hat. Genauso ernst nehmen wir, wie Musk, die Welt formen will. Er tr\u00e4umt ungeniert den patriarchalen Traum der Herrschaft \u00fcber Erde und Weltraum. Mit solchen M\u00e4nnern wurden gen\u00fcgend Erfahrungen in den letzten 5000 Jahren gemacht. Sorgen wir daf\u00fcr, dass die Zeit f\u00fcr ihn und seinesgleichen abgelaufen ist.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnheide<\/p>\n<p>Gr\u00fcnheide soll die zweite gro\u00dfe Fabrik von Elon Musk werden, die Elektroautos herstellt. Er nennt sie nicht ohne Grund \u201eGiga-factory\u201c. Ihre Dimensionen sind monstr\u00f6s, wie die der anderen Giga-factories. Die erste baut Akkus in Nevada (USA). Damit sie gebaut werden konnte, wurden auf Verlangen Musks Gesetze ge\u00e4ndert und 1,3 Milliarden Steuern erlassen. Die Giga-factory 2 baut Photovoltaikanlagen. In Giga-factory 3, Shanghai (China), werden Autos gebaut. Nummer 4 in Gr\u00fcnheide wird dieser gleichen. Pro Jahr sollen dort ab Sommer 2021 um die 12.000 Arbeiter_innen 500.000 Autos bauen. Sp\u00e4ter sollen dort 40.000 Menschen 2 Millionen Autos pro Jahr bauen. Das w\u00e4ren pro Tag ca. 5500 Autos.<br \/>\nDie Grundst\u00fcckspreise in der Gegend steigen bereits jetzt. Die aus Berlin bekannte Gentrifizierung wird den Raum um Erkner mit zu erwartenden 35.000 Zuz\u00fcgler_innen erfassen. Dies geht auf Kosten finanziell schwach aufgestellter Haushalte und wird zu starken Vertreibungen der Bev\u00f6lkerung aus der Region f\u00fchren. Entsprechend gro\u00df ist die Verunsicherung und Wut.<br \/>\nAuch konkret vor Ort ist Tesla eine Katastrophe. Neben der Abholzung der Waldfl\u00e4che f\u00fcr den Bau der Fabrik und der massiven Zunahme des lokalen und \u00fcberregionalen Verkehrs wird der hohe Wasserverbrauch die \u00f6kologisch schwerwiegendste Folge f\u00fcr die Region sein. Der Vorstand des Wasserverbandes Strausberg-Erkner warnte sogar vor Trinkwasserknappheit. F\u00fcr den Erstbetrieb prognostizierte Tesla den Verbrauch von 3,3 Millionen m\u00b3 Wasser im Jahr. Erst nach heftiger Kritik \u00e4nderte Tesla seine Einsch\u00e4tzung auf 1,4 Millionen m\u00b3 f\u00fcr den Anfang. Sp\u00e4ter werden es 2,15 Millionen m\u00b3 Trinkwasser sein. Langfristig wird bereits von \u00fcber 15 Millionen m\u00b3 Wasserbedarf im Jahr geredet. Das bedeutet, nach Einsch\u00e4tzung von \u00d6kolog_innen, negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Region und die nahen Landschafts- und Naturschutzgebiete. Ab 2022 wird es bei dem gesch\u00e4tzten Wasserverbrauch der Fabrik keine ausreichenden Wasserf\u00f6rderreserven zur Entwicklung der Region mehr geben. Das Abpumpen gro\u00dfer Wassermengen verst\u00e4rkt dazu das Problem der sinkenden Grundwasserspiegel, was eine Folge der Klimakatastrophe ist. Das alles betrifft den Leiter des Landesumweltamtes von Potsdam nicht. Anh\u00f6rungen von Tesla-Gegner_innen lassen ihn kalt und er bewilligt eine Umweltsauerei nach der n\u00e4chsten. Nun sollen sogar unerschlossene Trinkwasserreservoirs ausgebeutet werden.<br \/>\nIn der Politik Brandenburgs wird mit der Investition von 50 Millionen von Daimler f\u00fcr die Herstellung von E-Sprintern in Ludwigsfelde das Land als \u201eMobilit\u00e4tsstandort\u201c abgefeiert.<br \/>\nUnd Tesla wirbt dreist mit der \u201efortschrittlichsten Fabrik der Welt\u201c. Aber Tesla nutzt bisher in seinen Fabriken Technik (z.B. in der Lackiererei), die hinsichtlich des Umweltschutzes \u00e4lter und r\u00fcckschrittlicher ist, als die der konventionellen Autobauer in Europa. Der Wasserverbrauch und die Emissionen sind deutlich h\u00f6her. Es ist, als baue man eine Chemiefabrik in einem Trinkwasserschutzgebiet.<br \/>\nDie Zahlungsmoral von Tesla ist trotz der Bevorzugung durch die lokalen Genehmigungsbeh\u00f6rden mangelhaft. Man kann es sich halt leisten. Tesla bezahlte die Wasserrechnung f\u00fcr die Baustelle nicht. Erst als im Oktober 2020 das Wasser abgedreht wurde, kam das Geld. Man ist es gewohnt, dass f\u00fcr einen Gesetze ge\u00e4ndert und Strukturen angepasst werden. Die Hochschule Brandenburg richtet einen Studiengang \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c ein, damit auch der n\u00f6tige Ingenieursnachwuchs herangez\u00fcchtet werden kann, die nahe Autobahn wird extra f\u00fcr den Fabrikbetrieb saniert und die L38 ausgebaut.<br \/>\nDas ist die fortgesetzte Normalit\u00e4t der zerst\u00f6rerischen Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, die jetzt auf der Welle des gr\u00fcnen Kapitalismus ins 21. Jahrhundert reitet. In der ohne R\u00fccksicht auf Menschen und die nat\u00fcrlichen Ressourcen, riesige Landschaften, fast der ganze Kontinent, fast die ganze Welt, der industriellen, versmarteten Produktion untergeordnet werden.<\/p>\n<p>Konsum und Individualverkehr \u2013 oder: eine andere Welt<\/p>\n<p>F\u00fcr was wird der zum Fetisch erhobene motorisierte Individualverkehr genutzt? Um die Menschen totalflexibilisiert und total\u00fcberwacht zu ihren Arbeitspl\u00e4tzen zu bekommen, um sie immerzu konsumieren zu lassen, um Menschen m\u00f6glichst schnell bef\u00f6rdern zu k\u00f6nnen \u2013 damit sie mehr arbeiten und mehr konsumieren.<br \/>\nIst ein Elektro-SUV eine Verbesserung f\u00fcr irgendetwas?<br \/>\nUm ein Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen, mit dem wir nicht lebensnotwendige Grundlagen der Erde zerst\u00f6ren, braucht es keine Elektromobilit\u00e4t. Es braucht insgesamt weniger Mobilit\u00e4t, weniger Individualverkehr, vor allem weniger Konsum, dessen Nutzen und damit verbundenen Gl\u00fccksversprechungen uns t\u00e4glich eingeh\u00e4mmert werden. Es braucht kostenlose \u00f6ffentliche Verkehrsmittel. Es braucht einen Fortschritt des sozialen Miteinanders, eine Zukunft ohne Ausbeutung unserer Arbeitskraft. Nur die Aufrechterhaltung kolonialer Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse macht es m\u00f6glich, Elektromotoren zu produzieren, die Leute hier glauben l\u00e4sst, die Autos seien \u00f6kologisch sauber.<\/p>\n<p>Und zu den sozialen Aspekten gefragt: M\u00f6chten die wohlhabenden Tesla-K\u00e4ufer_innen mit \u00d6ko-Gewissen die Minen und Bergwerke f\u00fcr ihr \u201e\u00d6ko\u201c-Auto neben ihrem \u201eBauerngarten\u201c haben? Wollen sie die Kraftwerke, die diese mit Strom versorgen, von ihrer Eigentumswohnungsdachterasse aus erblicken? Wollen sie die H\u00fctten der geschundenen Arbeiter_innen neben dem \u00d6ko-Kindergarten sehen, in den sie ihre Kinder schicken?<br \/>\nNein. Diese Menschen und deren Arbeitsbedingungen sollen au\u00dferhalb der EU bleiben. Sie wollen das Elend nicht sehen. Denn es ist ihnen wahrscheinlich ganz einfach egal, dass andere den Blutzoll f\u00fcr ihre \u201ePrivilegien\u201c zahlen m\u00fcssen. Es mangelt nicht an Wissen \u00fcber die globalen Zusammenh\u00e4nge. Man kann sich entscheiden, auf welcher Seite man steht. Man kann einen SUV kaufen oder anstecken. Wir empfehlen letzteres \u2013 ohne sich erwischen zu lassen, versteht sich.<\/p>\n<p>Es gibt gen\u00fcgend Erfahrung mit den Versprechungen des kapitalistisch-technologischen Fortschritts. Vor 200 Jahren gab kaum noch W\u00e4lder in Mitteleuropa, weil die f\u00fcr Bergbau, Industrie, Kriegsschiffe, Heizen und Bauen verbraucht wurden. Die Rodungen wurden abgel\u00f6st durch die industrielle F\u00f6rderung der Kohle. Wir wissen alle, was die anschlie\u00dfende Kohleverbrennung angerichtet hat.<br \/>\nWir wissen, dass die Digitalisierung der Welt vor allem zu neuen Formen von Herrschaft gef\u00fchrt hat und weiter f\u00fchren wird. Tesla wird immer wissen, wer noch im Auto sitzt, was gerade gesprochen wird und wohin die Reise geht. Die Daten geh\u00f6ren nicht uns, sie werden verkauft und bilden eine weitere Grundlage f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten totalit\u00e4rer \u00dcberwachung.<\/p>\n<p>Klimakatastrophe und der Sinn revolution\u00e4rer Sabotageaktionen<\/p>\n<p>Neben anderem hat der ungebrochene Glaube und das Festhalten aller bisherigen vom Markt beherrschten Gesellschaftsformen an den technischen Fortschritt ohne Zweifel bewirkt, dass die Klimakatastrophe nicht mehr zu verhindern ist. Sabotage kann gro\u00dfe soziale K\u00e4mpfe nicht ersetzen, sie kann diese aber unterst\u00fctzen oder mutige Akzente setzen, um Denkr\u00e4ume und Perspektiven zu forcieren.<br \/>\nWarum machen wir dann trotzdem Sabotageaktionen, wenn wir glauben, dass die Klimazerst\u00f6rung nicht mehr aufgehalten werden kann? Weil wir das Ausma\u00df der kommenden Katastrophen so gering wie m\u00f6glich halten m\u00f6chten. Weil Protest und Widerstand gegen die Zerst\u00f6rung des Klimas durch profitorientiertes Ausbeuten der Ressourcen der Erde einen revolution\u00e4ren Zukunftsausblick zum Ziel haben kann. Weil mit der Zerst\u00f6rung expansiver marktradikaler Wirtschaftspolitik die Chance besteht, eine grundlegende solidarische und soziale Lebensweise zu etablieren, die uns Wege in eine andere Gesellschaft weist. Wenn die Verw\u00fcstung der \u00d6kosysteme weit fortgeschritten ist, kann eine neue Gesellschaft mit den Folgen dieser Hinterlassenschaften besser umgehen, wenn die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse grundlegend zerst\u00f6rt sind. Nur im Widerstand gegen die existierenden zerst\u00f6rerischen Verh\u00e4ltnisse werden die M\u00f6glichkeiten der Ver\u00e4nderungen erkennbar.<\/p>\n<p>Die reichen M\u00e4nner, die diese Prozesse der \u00f6kologischen Verw\u00fcstungen vorantreiben, sind zwar auch nur Ergebnisse gesellschaftlicher Prozesse, und damit bis zu einem gewissen Grad austauschbar, aber es sind eben nicht zuf\u00e4llig eben diese M\u00e4nner, die eine Politik der Modernisierung durch Zerst\u00f6rung repr\u00e4sentieren. Zerst\u00f6ren wir alles, was Tesla hei\u00dft!<\/p>\n<p>Gegen deren destruktiven Fortschrittsglauben wehren sich Menschen weltweit. F\u00fcr uns geh\u00f6ren viele dieser K\u00e4mpfe zusammen. Sie eint der Widerstand gegen einen aggressiven Modernisierungsschub. Wenn in Argentinien die indigene Frauen rufen, dass man aufh\u00f6ren soll, ihre K\u00f6rper und ihre L\u00e4nder zu erobern, dann stellen wir uns mit dieser Aktion auch an die Seite dieser K\u00e4mpfe.<br \/>\nDie K\u00e4mpfe im Hambacher Forst, im Dannenr\u00f6der Wald und anderen W\u00e4ldern des Widerstands waren und sind f\u00fcr uns ebenso Hoffnungspunkte, wie die radikalen Sabotageaktionen anderer in den Kohleminen, die den L\u00fcgen der Fortschrittsverk\u00fcnder_innen nicht mehr auf den Leim gehen.<\/p>\n<p>Der Irrsinn von Individualverkehr und Elektromobilit\u00e4t l\u00e4sst sich \u00fcbrigens leicht weiter angreifen: Im September findet die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in M\u00fcnchen statt. Wir hoffen, dass es gen\u00fcgend Widerstand vor Ort, dezentral und auch subversiv im Netz gibt, damit diese ein Fiasko wird.<\/p>\n<p>Vulkangruppe: Gegen den Fortschritt der Zerst\u00f6rung<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/kontrpolioglnxrcdwwxfszih4pifyidfjgq4ktfdu6uh4nn35vjtuid.onion\/3722\/\">Kontrapolis<\/a> (Tor), <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/149209\">Indymedia<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Video (TV)<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" title=\"RBB-TV zu Brandanschlag auf Stromversorgung von Tesla-Baustelle Berlin-Brandenburg\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/kolektiva.media\/videos\/embed\/4dea115d-29e4-4e47-9088-a91a3742ba93#?secret=1yJe84aM2z\" data-secret=\"1yJe84aM2z\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/kolektiva.media\/videos\/watch\/4dea115d-29e4-4e47-9088-a91a3742ba93\">https:\/\/kolektiva.media\/videos\/watch\/4dea115d-29e4-4e47-9088-a91a3742ba93<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Der mutma\u00dfliche Anschlag auf die Stromversorgung der Tesla-Baustelle in Gr\u00fcnheide besch\u00e4ftigt inzwischen den Generalbundesanwalt in Karlsruhe. Warum? Und wie ist der Stand der Ermittlungen?<\/p>\n<p>Vor mehr als drei Monaten sind direkt an der Tesla-Baustelle im brandenburgischen Gr\u00fcnheide (Landkreis Oder-Spree) mehrere Starkstromkabel in Brand gesetzt worden. Die Ermittlungen zu dem mutma\u00dflichen Brandanschlag, der sich in der Nacht vom 25. Mai auf den 26. Mai 2021 ereignet hatte, hat inzwischen der Generalbundesanwalt am Bundesgerichtshof in Karlsruhe \u00fcbernommen. Das best\u00e4tigte ein Sprecher der Beh\u00f6rde auf MOZ-Nachfrage. Warum die Bundesanwaltschaft den Fall jetzt leitet und was sie zum Stand der Ermittlungen sagt \u2013 wir geben den \u00dcberblick.<\/p>\n<p>Generalbundesanwalt zust\u00e4ndig f\u00fcr m\u00f6gliche Straftat<\/p>\n<p>Seit wann ermittelt der Generalbundesanwalt zum Kabelbrand bei Tesla und warum?<br \/>\nNach MOZ-Informationen liegt der Fall bereits seit mehreren Wochen bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. \u00dcbernommen hat sie ihn \u201ewegen des Anfangsverdachts einer in die Zust\u00e4ndigkeit des<a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/05\/fahndungsplakat_erkner.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-14973 size-medium\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/05\/fahndungsplakat_erkner-300x169.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\"><\/a> Generalbundesanwalts fallenden Straftat\u201c, wie eine Sprecherin auf Nachfrage erkl\u00e4rte. Weitere Angaben machte sie nicht. Der Staatsschutz, der zu Beginn die Ermittlungen leitete, geht bei der Tat von einem politischen Motiv aus. Bekanntlich hatte sich nur wenige Stunden nach dem Kabelbrand die sogenannte \u201eVulkangruppe\u201c, die der linksradikalen Szene zugeordnet wird, zu dem Brandanschlag bekannt.<\/p>\n<p>Wer ist die Bundesanwaltschaft und welchen F\u00e4llen ermittelt sie?<\/p>\n<p>Sie ist die oberste Strafverfolgungsbeh\u00f6rde in Deutschland und wird von Generalbundesanwalt Peter Frank geleitet. Grunds\u00e4tzlich d\u00fcrfen die Karlsruher Strafverfolger nur in bestimmten F\u00e4llen Ermittlungen \u00fcbernehmen, meist dann, wenn sie Staatsschutzcharakter haben. Das gilt insbesondere f\u00fcr Straftaten gegen das V\u00f6lkerrecht sowie Spionage, Terrorismus und politisch motivierte Gewalttaten. Die Bundesanwaltschaft kann aber auch bei Straftaten Ermittlungen \u00fcbernehmen, die als \u201everfassungsfeindliche Sabotage\u201c eingestuft werden. Und von einer solchen geht sie beim vorliegenden Kabelbrand bei Tesla offenbar aus.<\/p>\n<p>Was bedeutet \u201everfassungsfeindliche Sabotage\u201c?<\/p>\n<p>In diesen F\u00e4llen geht es unter anderem um Attacken auf Unternehmen oder Anlagen der \u00f6ffentlichen Versorgung. Das umfasst die Bereiche Telekommunikation, W\u00e4rme, Licht und auch Strom. Kommt es hier zu \u201eSt\u00f6rhandlungen\u201c, kann die Bundesanwaltschaft die F\u00e4lle an sich ziehen. So hat sie es auch 2018 getan, als in Berlin-Charlottenburg unter einer Br\u00fccke Starkstromleitungen angez\u00fcndet wurden. Damals gab es ebenfalls ein entsprechendes Bekennerschreiben der \u201eVulkangruppe\u201c. Bei dem Brandanschlag waren acht 10.000-Volt-Kabel teils besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt worden. Der Schaden war immens. Zudem hatten Tausende Berliner stundenlang keinen Strom.<\/p>\n<p>Beim Kabelbrand in Gr\u00fcnheide an der Tesla-Baustelle waren armdicke Starkstromkabel betroffen. Sie lagen an einem Waldst\u00fcck, nur gut 400 Metern entfernt von der Tesla-Baustelle, die sie auch versorgten. Die Feuerwehr konnte den Brand in dem Fall aber schnell l\u00f6schen, eine Unterbrechung der Stromversorgung gab es nach Angaben der Edis seinerzeit nicht.<\/p>\n<p>Wie ist der Stand der Ermittlungen zum Kabelbrand an der Tesla-Baustelle?<\/p>\n<p>Genaue Ausk\u00fcnfte dazu gibt die Bundesanwaltschaft mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Bekannt ist, dass Ermittler in den vergangenen Monaten Videoaufnahmen aus dem Umfeld der Tesla-Baustelle ausgewertet haben \u2013 auch von der Tatnacht. Au\u00dferdem wurden an mehreren umliegenden Orten, darunter am Bahnhof Erkner, Plakate angehangen mit der Bitte um Hinweise. Ob welche eingegangen sind? Auch zu der Frage schweigen die Strafverfolger in Karlsruhe.<\/p>\n<p>Wer ist die \u201eVulkangruppe\u201c, die den mutma\u00dflichen Anschlag f\u00fcr sich reklamiert?<\/p>\n<p>Sicherheitskreise rechnen die \u201eVulkangruppe\u201c dem linksextremistischen Spektrum zu. Wer genau dahinter steckt, ist aber wohl unklar. Auff\u00e4llig ist: Sie taucht stets in Verbindung mit Kabelbr\u00e4nden auf. Neben dem Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin im M\u00e4rz 2018 soll sie auch f\u00fcr den Kabelbrand bei der Berliner S-Bahn im September 2019 in Karlshorst (Linie S3) verantwortlich sein.<\/p>\n<p>Was steht im Bekennerschreiben zum Tesla-Kabelbrand und ist es echt?<\/p>\n<p>Das Bekennerschreiben zum Brand an der Tesla-Fabrik war nur wenige Stunden sp\u00e4ter auf der linken Plattform Indymedia.org ver\u00f6ffentlicht worden. Darin hei\u00dft es: \u201eWir haben in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai 2021 die Stromversorgung der Baustelle der Tesla-Giga-Fabrik in Gr\u00fcnheide bei Berlin gekappt, indem wir an sechs \u00fcberirdisch verlegten Hochspannungskabeln Brand gelegt haben.\u201c Und die Linksextremisten schreiben weiter: \u201eTesla ist weder gr\u00fcn, \u00f6kologisch noch sozial. Unser Feuer steht gegen die L\u00fcge vom gr\u00fcnen Automobil.\u201c Durch Sabotage wolle man gegen den \u201eFortschritt der Zerst\u00f6rung\u201c vorgehen. In Polizeikreisen hei\u00dft es, man gehe von der Echtheit des Bekennerschreibens aus. Die Bundesanwaltschaft schweigt dazu allerdings.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/kontrpolioglnxrcdwwxfszih4pifyidfjgq4ktfdu6uh4nn35vjtuid.onion\/4786\/\">MOZ<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 26. Mai 2021 Wir haben in der Nacht vom 25. auf den 26. 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