{"id":14149,"date":"2021-03-08T00:00:57","date_gmt":"2021-03-07T22:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=14149"},"modified":"2021-03-08T00:00:57","modified_gmt":"2021-03-07T22:00:57","slug":"farbanschlag-auf-kirchengemeinde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=14149","title":{"rendered":"Farbanschlag auf Kirchengemeinde"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/03\/farb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-14150\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/03\/farb-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a>Bremen<\/strong>, 8. M\u00e4rz 2021<\/p>\n<blockquote><p>Den 8. M\u00e4rz haben wir zum Anlass genommen, die triste Martini-Kirche in Bremen-Mitte mit richtig viel Farbe zu versch\u00f6nern. Es bedarf dazu keiner weiteren Erkl\u00e4rung, au\u00dfer dass, solange Evangelikale das sch\u00f6ne Leben bedrohen, wir sie weiter offensiv angehen werden. JEDER TAG IST FRAUEN- UND QUEER-KAMPFTAG<\/p>\n<p>p.s. Soligr\u00fc\u00dfe gehen raus an alle Flinta-Personen, die dieser Tage auf der Stra\u00dfe sind.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/endofroad.blackblogs.org\/archive\/11952\">endofroad.blackblogs.org<\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>F\u00fcr die Bremer St.-Martini-Gemeinde ist der n\u00e4chtliche Farbanschlag auf ihre Kirche nicht einfach nur eine weitere Sachbesch\u00e4digung. Sie f\u00fchlt sich ernsthaft bedroht. Grund daf\u00fcr ist auch ein Bekennerschreiben.<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Fischer spricht von einer \u201ev\u00f6llig neuen Qualit\u00e4t\u201c. Schmierereien und Schriftz\u00fcge an der St.-Martini-Kirche sowie andere Sachbesch\u00e4digungen auf dem Grundst\u00fcck der Gemeinde sei man ja gewohnt. Aber einen Farbanschlag in der Dimension von Sonntagnacht habe es bislang noch nicht gegeben. Den Schaden zu beseitigen werde wohl einige Zehntausend Euro kosten, sch\u00e4tzt Fischer. Aber das sei nur ein Aspekt. \u201eWir empfinden das als Bedrohung\u201c, sagt der Bauherr der Gemeinde mit Blick auf ein Bekennerschreiben zu dem Anschlag. \u201eSolange Evangelikale das sch\u00f6ne Leben bedrohen, werden wir sie weiter offensiv angehen\u201c, hei\u00dft es darin.<\/p>\n<p>Die Gemeinde habe auch diesen Anschlag bei der Polizei angezeigt. Dass dies etwas bringt, glaubt Fischer nicht. Trotz der \u00dcberwachungskamera, die nach diversen Vorf\u00e4llen installiert worden sei. \u201eWir sind da machtlos\u201c, sagt Fischer und erinnert an einen Vorfall, der sich exakt vor einem Jahr, am 8. M\u00e4rz 2020, ereignete. Damals bezog eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe Demonstranten vor einem Gottesdienst direkt an der Kirchent\u00fcr Position. Die Besucher der Kirche h\u00e4tten sich regelrecht an ihnen vorbeidr\u00e4ngen m\u00fcssen, seien angeschrien, mit Kondomen beworfen und gefilmt worden, erz\u00e4hlt Fischer. Vor allem f\u00fcr die Kinder und die \u00e4lteren Menschen der Gemeinde sei dies verst\u00f6rend gewesen. Die daraufhin erfolgte Anzeige sei bis heute ohne Folgen geblieben. \u201eObwohl wir der Polizei Bilder der St\u00f6rer \u00fcbergeben haben.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Fischer w\u00e4re auch ein ganz anderer Weg denkbar. \u201eIch w\u00fcrde gerne mit den Leuten diskutieren. Mit ihnen dar\u00fcber sprechen, dass ich sie nicht verstehe.\u201c Mit Ablehnung reagiert er auf eine Kleine Anfrage der Fraktion \u201eDie Linke\u201c vom 2. M\u00e4rz: \u201eWie breit sind evangelikale Str\u00f6mungen in Bremen vertreten, wie radikal sind sie und welchen Einfluss haben sie?\u201c Hier nutze \u201eeine Regierungsfraktion ein Instrument f\u00fcr den Beginn einer Kampagne gegen Evangelikale in Bremen\u201c, ist Fischer \u00fcberzeugt. Einen Zusammenhang zwischen Anfrage und Farbanschlag will er ausdr\u00fccklich nicht herstellen. \u201eAber die zeitliche N\u00e4he f\u00e4llt schon auf.\u201c<\/p>\n<p>In Reihen von Bremens Politik st\u00f6\u00dft die Farbattacke einhellig auf Kritik. \u201eGewalt, egal ob gegen Personen oder Sachen, ist kein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung oder der Durchsetzung von Zielen und Interessen\u201c, verurteilt B\u00fcrgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) den Anschlag. Bovenschulte ist auch Senator f\u00fcr Angelegenheiten der Religionsgemeinschaften.<\/p>\n<p>\u201eInakzeptabel\u201c, sagt Kevin Lenkeit, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. \u201eWir k\u00f6nnen und wollen nicht dulden, dass der Glaube von Menschen angegriffen wird \u2013 egal in welcher Form.\u201c So sieht das auch Henrike M\u00fcller, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin f\u00fcr Gleichstellungs- und Religionspolitik bei den Gr\u00fcnen: \u201eMit Farbbeuteln ein Gotteshaus zu attackieren ist zutiefst unanst\u00e4ndig und inakzeptabel und geh\u00f6rt f\u00fcr mich nicht zum Repertoire der politischen Auseinandersetzung.\u201c<\/p>\n<p>Als \u201ev\u00f6llig falsch\u201c bezeichnet Nelson Jan\u00dfen, Fraktionschef der Linken, die neuerliche Attacke auf die St.-Martini-Gemeinde. Sachbesch\u00e4digung als Mittel der politischen Auseinandersetzung lehne seine Fraktion grunds\u00e4tzlich ab. Um gegen Homophobie oder Volksverhetzung vorzugehen, seien politische und rechtliche Schritte das richtige Mittel. Dessen ungeachtet halte man an der Kritik zu den Positionen der Gemeinde und insbesondere an den \u00c4u\u00dferungen von Pastor Olaf Latzel fest, sagt Jan\u00dfen auf R\u00fcckfrage des WESER-KURIER. \u201eNur weil es auch falsche Formen des Protestes dagegen gibt, hebt das diese Kritik ja nicht auf.\u201c<\/p>\n<p>Er verst\u00fcnde zwar den Unmut \u00fcber die St.-Martini-Gemeinde, findet Claas Rohmeyer, Sprecher f\u00fcr Kirchen- und Religionsgemeinschaften der CDU-Fraktion. \u201eAber Unmut darf niemals durch Straftaten zum Ausdruck gebracht werden.\u201c In einer weltoffenen, vielf\u00e4ltigen und toleranten Stadt wie Bremen d\u00fcrfe die solidarische Christengemeinschaft nicht angegriffen oder gen\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>\u201eWie w\u00fctend, wie voller Hass m\u00fcssen die T\u00e4ter oder T\u00e4terinnen sein, um ohne Sinn und Verstand so ein architektonisches Bauwerk zu verschandeln?\u201c, fragt die innenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Birgit Bergmann. \u201eHistorische Geb\u00e4ude beschmieren, Privateigentum zerst\u00f6ren, Kirchen angreifen, all diese antidemokratischen Gewaltaktionen treiben die gesellschaftliche Spaltung voran.\u201c<\/p>\n<p>Zu Wort meldete sich auch der Kirchenausschuss der Bremischen Evangelischen Kirche. Solche Attacken seien wie schon die fr\u00fcheren Anschl\u00e4ge inakzeptabel und in einer Demokratie kein legitimes Mittel der Meinungs\u00e4u\u00dferung, erkl\u00e4rte Pastor Bernd Kuschnerus, Schriftf\u00fchrer des Ausschusses. \u201eKeine Form der Gewalt, sei sie verbal oder eine T\u00e4tlichkeit, sei sie an Kirchen, Moscheen und Synagogen, tr\u00e4gt zum friedlichen Miteinander bei.\u201c<\/p>\n<p>Bekennerschreiben wohl authentisch<\/p>\n<p>Die Polizei nimmt das Bekennerschreiben zu der Farbattacke auf die St.-Martini-Gemeinde ernst. \u201eEs spricht viel daf\u00fcr, dass das Schreiben authentisch ist\u201c, erkl\u00e4rte am Dienstag Polizeisprecher Nils Matthiesen. Unbekannte T\u00e4ter hatten in der Nacht zu Sonntag Kirche und Gemeindehaus in der Altstadt gro\u00dffl\u00e4chig mit Farbe beschmiert. Bilder einer \u00dcberwachungskamera zeigen, wie vier maskierte Personen um 2.30 Uhr mit Feuerl\u00f6schern die Kirche bespritzen. Gegen\u00fcber Radio Bremen hat sich eine Gruppe zu dem Anschlag bekannt, die nach eigenem Bekunden der Flinta-Szene (Frauen, Lesben, Inter, Non-bin\u00e4re, Transgender und Agender) nahe steht. Der Staatsschutz der Polizei pr\u00fcfe auch, ob es Verbindungen zu fr\u00fcheren Aktionen gegen St. Martini gibt, erl\u00e4uterte Matthiesen. Zudem wurden am Wochenende im Viertel fast 20 Autos und Hausmauern mit Farbe bespr\u00fcht. Auch hier pr\u00fcft die Polizei m\u00f6gliche Zusammenh\u00e4nge.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Weser Kurier<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen, 8. M\u00e4rz 2021 Den 8. M\u00e4rz haben wir zum Anlass genommen, die triste Martini-Kirche in Bremen-Mitte mit richtig viel Farbe zu versch\u00f6nern. Es bedarf dazu keiner weiteren Erkl\u00e4rung, au\u00dfer dass, solange Evangelikale das sch\u00f6ne Leben bedrohen, wir sie weiter offensiv angehen werden. JEDER TAG IST FRAUEN- UND QUEER-KAMPFTAG p.s. 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