{"id":14127,"date":"2021-03-05T00:00:05","date_gmt":"2021-03-04T22:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=14127"},"modified":"2021-03-05T00:00:05","modified_gmt":"2021-03-04T22:00:05","slug":"scherben-sponti-in-solidaritaet-mit-hungerstreik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=14127","title":{"rendered":"Scherben-Sponti in Solidarit\u00e4t mit Hungerstreik"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/03\/57627-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-14128\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/03\/57627-3-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a>Leipzig<\/strong>, 5. M\u00e4rz 2021<\/p>\n<blockquote><p>Wir sind fassungslos, emp\u00f6rt, traurig und vor allem w\u00fctend! Um unserer Ohnmacht und unserer Wut Ausdruck zu verleihen, sind wir heute in Leipzig auf die Stra\u00dfe gegangen, denn unsere Solidarit\u00e4t kennt keine Grenzen und ist grenzenlos. Wir haben Angst, dass ein Gef\u00e4hrte, Genosse und Freund stirbt, ermordet von der Willk\u00fcr des Systems und des griechischen Staates. Jedoch l\u00e4hmt uns diese Angst nicht, sie treibt unsere widerst\u00e4ndigen Gedanken und Taten weiter an und entfacht das Feuer unserer Wut. Deshalb werden wir nicht aufh\u00f6ren weiter Institutionen staatlicher Gewalt, wie heute im Leipziger S\u00fcden, anzugreifen. So sind wir mit einer Demo durch Leipzig-Connewitz gezogen, wobei es Glasbruch bei einigen Neubauten und vor Allem dem Connewitzer Polizeiposten gab! Ganz akut fordern wir, den W\u00fcnschen von Dimitris Koufontinas unverz\u00fcglich nachzugehen.<\/p>\n<p>Dimitris Koufontinas befindet sich seit dem 08. Januar 2021 im Hungerstreik und seit dem 22. Februar im Durststreik, nachdem die rechtskonservative Regierung Griechenlands eine Gesetzes\u00e4nderung beschlossen hat. Hiernach sollen Gefangene, die als Terrorist*innen verurteilt oder angeklagt wurden, in Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse verlegt werden. Dies ist Teil ihrer Rachepolitik gegen\u00fcber politischen Gefangenen allgemein und besonders gegen Koufontinas als Gefangenen der revolution\u00e4ren Organisation 17. November.<!--more--> Aufgrund dieses Gesetztes wurde Dimitris Koufontinas aus dem Landwirtschaftsgef\u00e4ngnis bei Volos in das Hochsicherheitsgef\u00e4ngnis in Domokos verlegt. Koufontinas\u2018 Forderung ist die Verlegung in das Gef\u00e4ngnis Korydallos in Athen, welches sich in r\u00e4umlicher N\u00e4he zu Gef\u00e4hrt*innen und seiner Familie befindet und weniger isoliert ist als Domokos, des Weiteren ist dieses Gef\u00e4ngnis \u00fcberholungsbed\u00fcrftig und der Zustand untragbar. Der Hungerstreik ist die letzte und einzige M\u00f6glichkeit f\u00fcr Dimitris um seine Forderungen durchzusetzen. Des Weiteren hat Koufontinas vor 2 Tagen die Einnahme des antibiotische Serum, das die einzige, kleine Quelle der Fl\u00fcssigkeitszufuhr war, die er hatte verwehrt. Das bedeutet, seit 2 Tagen hat er seinem K\u00f6rper jegliche Fl\u00fcssigkeit verwehrt, wenn die Regierung nicht bald handelt wird er sterben, ermordet vom griechischen Staat. Wie er ebenfalls vor zwei Tagen erkl\u00e4rte: \u201eIch drohe nicht mich selbst umzubringen. Solange sie einer gerechten und legitimen Bitte nicht nachkommen bleibt mir keine andere Wahl, als bis zum Tod mit W\u00fcrde und Stolz zu wandeln.\u201c<\/p>\n<p>Doch der griechische Staat tut nichts, sondern f\u00e4ngt schon vor Dimitris Tod an sich L\u00fcgenkonstrukte aufzubauen, so behaupten verschiedene Institutionen, dass der Hungerstreik nicht das letzte legitime Mittel gewesen sei, jedoch konnten diese L\u00fcgen widerlegt werden. Mit diesen L\u00fcgen zeigt sich noch einmal mehr wie unmenschlich staatliche Institutionen arbeiten, anstatt einer gerechten, legitimen Bitte (wie Koufontinas sagt) nachzugehen, investieren sie ihre Zeit lieber in das Planen von widerlegbaren L\u00fcgen und ermorden somit einen Menschen.<br \/>\nDimitris Koufontinas kommt aus einer Familie von widerst\u00e4ndigen Menschen, so k\u00e4mpften seine Eltern bewaffnet erst gegen Deutsche und sp\u00e4ter gegen Briten. Er schloss sich erst der Sch\u00fcler*Innenorganisation PASOK an die sich damals antikapitalistisch und sozialdemokratisch gaben, bis er Anfang der 1970er sich bewaffneten Gruppen anschloss. Bis er sich der ELA anschloss. Jedoch sagt er sein politisches Ich selbst sei in den Tagen des Kampfes um das Polytechnio geboren (17.November 1973), genau wie seine sp\u00e4tere politische Gruppe. Die Gruppe 17. November stand f\u00fcr einen kontinuierlichen bewaffneten Kampf und zeigte der Zivilgesellschaft und dem Parlament, dass dies m\u00f6glich ist. So entsprangen ihre revolution\u00e4ren Gedanken der Zeit des Ablebens des Milit\u00e4regimes und nahmen Gestalt an, in der Zeit des sozialb\u00fcrgerlichen Demokratisierungsprozesses. Sie zeichneten sich vor allem durch ihre N\u00e4he zu den zivilen B\u00fcrger*innen aus, sie achteten pedantisch darauf keinen zivilen Menschen anzugreifen und richteten ihre Aktionen an gesellschaftlichen Forderungen aus. Arbeiter*innen sterben bei Minenungl\u00fcck, Raketen schlagen im B\u00fcro des Bergbaukonzerns ein. Erh\u00f6hung der Lohnsteuer, Rakete in Finanzministerium. Dies unterschied sie von anderen militanten Gruppen ihrer Zeit, dadurch verloren sie aber auch ihre Zug\u00e4nglichkeit innerhalb der Szene. Auch wenn Analysen von der Gruppe oft kritisch hinterfragt werden, stehen auch Anarchist*innen, der marxistischen Gruppe solidarisch gegen\u00fcber da ihr kontinuierlicher bewaffneter Kampf fast einzigartig in seiner Form zu dieser Zeit war. Leider brachen fast alle Mitglieder unter der Repression zusammen und verloren ihren politischen Gefangenenanspruch. Nicht so Koufontinas. Er schaffte es unterzutauchen und stellte sich am 5. September 2002 selbst. Um den politischen Anspruch der Gruppe zu wahren nahm er alle Aktionen auf sich. Daf\u00fcr wurde er f\u00fcr 13 mal Lebensl\u00e4nglich verurteilt. Doch auch im Gef\u00e4ngnis h\u00f6rte seine politisches Bewusstsein und handeln nicht auf, so ist dies sein 5. Hungerstreik, er \u00fcbersetzte B\u00fccher und schrieb selbst ein Buch \u201egeboren am 17.November\u201c in welchem er selbstkritisch einen Erfahrungsbericht der Bewegung 17. November verfasste. Seine \u00dcberzeugungen und seine Leidenschaft f\u00fcr eine andere Welt lie\u00df er sich nie nehmen. Zeigen wir ihm unsere Solidarit\u00e4t, denn sie ist unsere st\u00e4rkste Waffe im Kampf gegen dieses System!<\/p>\n<p>Solidarische Gr\u00fc\u00dfe aus Leipzig, an alle Gefangenen!<\/p>\n<p>Lasst uns weiter k\u00e4mpfen, denn dieses System kann versuchen uns alles zu nehmen und uns zu dem\u00fctigen, doch was es uns niemals nehmen kann sind unsere Gedanken und \u00dcberzeugungen!<\/p>\n<p>Dies zeigt Dimitris Koufontinas.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Indymedia<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- Here be dragons but no images. -->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leipzig, 5. M\u00e4rz 2021 Wir sind fassungslos, emp\u00f6rt, traurig und vor allem w\u00fctend! Um unserer Ohnmacht und unserer Wut Ausdruck zu verleihen, sind wir heute in Leipzig auf die Stra\u00dfe gegangen, denn unsere Solidarit\u00e4t kennt keine Grenzen und ist grenzenlos. 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