{"id":14049,"date":"2021-02-24T00:00:26","date_gmt":"2021-02-23T22:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=14049"},"modified":"2021-02-24T00:00:26","modified_gmt":"2021-02-23T22:00:26","slug":"fahrzeug-der-firma-thyssenkrupp-in-brand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=14049","title":{"rendered":"Fahrzeug der Firma Thyssenkrupp in Brand"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin<\/strong>, Februar 2021<\/p>\n<blockquote><p>\u201eVerdammt sei der Krieg. Wir wollten diesen Krieg nicht, er wurde uns aufgezwungen. Wir sagten, dass wir in diesem letzten Krieg k\u00e4mpfen w\u00fcrden, f\u00fcr eine Gesellschaft ohne Ungerechtigkeit, ohne die Ausbeutung, die den Krieg gebiert. Damit der Krieg ein f\u00fcr alle Mal ein Ende findet.\u201c<\/p>\n<p>Seit 46 Tagen befindet sich Dimitris Koufontinas, revolution\u00e4rer Gefangener und Mitglied der Gruppe 17. November (17N), in einem Hungerstreik gegen die neuen Haftversch\u00e4rfungen f\u00fcr politische Gefangene. Mittlerweile ist er in einem Durststreik und befindet sich in einem akut lebensbedrohlichen Zustand. Es geht um Stunden oder Tage, die er in diesem Zustand \u00fcberleben kann.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nW\u00e4hrend es in Griechenland aufgrund seiner Situation nunmehr t\u00e4glich zu Angriffen gegen den Staatsapparat und seine Funktion\u00e4re kommt, gibt es seitens der politisch Verantwortlichen keine Anzeichen daf\u00fcr, dass sie nicht gewillt w\u00e4ren, die politische Identit\u00e4t und den K\u00f6rper von Dimitris zu vernichten.<\/p>\n<p>Der Verlauf von Dimitris\u2018 Hungerstreik zeigt uns zwei Dinge \u00fcber die aktuellen Machtverh\u00e4ltnisse in Griechenland: Zuallererst zeigt er in brutaler Klarheit die bis zur Unkenntlichkeit verengten Perspektiven selbstbestimmten Handelns, die dem revolution\u00e4ren Subjekt in der Hand des griechischen Staates noch geblieben sind. Zweitens wird sp\u00e4testens jetzt deutlich, auf welches m\u00f6rderische Ende die steigenden Angriffe des griechischen Staates gegen die revolution\u00e4ren Strukturen, die in den letzten Jahren zu beobachten waren, hinauslaufen sollen und werden. Die sozialen und revolution\u00e4ren Bewegungen \u2013 die nach Jahren des Troika-Regimes zerm\u00fcrbt und desillusioniert einiges an Schlagkraft eingeb\u00fc\u00dft haben und sich unter der Syriza Mitte-Links-Regierung teilweise noch selbst in Hinblick auf ihre revolution\u00e4re Kritik und Politik entwaffnet hatten \u2013 stehen seit dem ersten Tag der Regierungs\u00fcbernahme durch Nea Dimokratia (ND) einem umfassenden Angriff auf ihre sozialen, territorialen und politischen Errungenschaften gegen\u00fcber:<br \/>\nFortschreitende Privatisierungen, steigende Ausgaben f\u00fcr Milit\u00e4r und Polizeiapparat bei gleichzeitiger Unterversorgung der Krankenh\u00e4user und Bildungseinrichtungen, faktische Versammlungsverbote, zahllose R\u00e4umungen sozialer Zentren und besetzter H\u00e4user.<\/p>\n<p>Auch das bislang als unumst\u00fcrzlich wahrgenommene Universit\u00e4ts-Asyl, hart erk\u00e4mpft und schlie\u00dflich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit der griechischen \u00d6ffentlichkeit seit dem Ende der Milit\u00e4rdiktatur, hielt den reaktion\u00e4ren Kr\u00e4ften um ND nicht stand. Trotz einer breiten gesellschaftlichen Ablehnung der Milit\u00e4rdiktatur im \u201edemokratischen\u201c Griechenland, konnten zahlreiche Funktion\u00e4re und Kollaborateure der Junta ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss bis heute wahren. Nea Dimokratia war und ist ihre Partei (ideologisch wie personell) und setzt nunmehr unverhohlen alles daran, die gesellschaftlichen Uhren zur\u00fcckzudrehen. Auch die Bullen, die mit dem Verbot der Goldenen Morgenr\u00f6te ihre geistigen F\u00fchrer kurzzeitig verloren hatten, sehen nun mit der ND-Regierung ihre k\u00fchnsten Tr\u00e4ume verwirklicht.<\/p>\n<p>Der 17N k\u00e4mpfte 27 Jahre lang gegen den Imperialismus und alle die, die w\u00e4hrend der und durch die griechische Junta profiert haben. Seine Geschichte ist die Geschichte der Stadtguerilla und somit Teil der Geschichte aller k\u00e4mpfenden Gruppen und Individuen in Europa.<\/p>\n<p>Neben Anschl\u00e4gen gegen Firmen wie IBM, Siemens und Miele sowie dem Raketenangriff auf das Haus des deutschen Botschafters gegen den voranschreitenden Imperialismus und der Privatisierung zugunsten der Wirtschaft, stehen wir in einer anerkennenden Pflicht dieses revolution\u00e4ren Geistes.<\/p>\n<p>Auch nach deiner Verhaftung, Dimitris hast du niemals den Kampf aufgegeben. Du hast deine politische konsequente Haltung bewahrt, die Geschichte des 17N erz\u00e4hlt und sie immer auch im Kontext der gegenw\u00e4rtigen Konflikte mit dem Staat begriffen. Deine Politik, eure Politik ist bis heute ein Teil unserer revolution\u00e4ren Geschichte, die nicht enden wird. In diesem Sinne: Der Kampf geht weiter!<\/p>\n<p>Als zumindest kleinen Beitrag in den Forderungen nach der Unterst\u00fctzung des hungerstreikenden Genossen und unserem Drang nach revolution\u00e4rer Perspektive setzten wir einen Wagen der deutschen Firma Thyssenkrupp in Brand. Thyssenkrupp ist Lieferant eines wichtigen Pfeilers der griechisch-nationalistischen Gro\u00dfmachtbestrebungen: der U-Boot-Flotte.<\/p>\n<p>Sollte der Staat Dimitris ermorden, werden in Griechenland wieder die Stra\u00dfen brennen. Wir w\u00fcrden gerne auch vor Ort an der Seite der Gef\u00e4hrtinnen k\u00e4mpfen. Doch auch in Deutschland sind die Kollaborateure des griechischen Militarismus, der Auftsandsbek\u00e4mpfung und des Staatsapparates allgegenw\u00e4rtig. Sie werden daf\u00fcr bezahlen m\u00fcssen!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/kontrapolis.info\/2367\/\">kontrapolis.info<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, Februar 2021 \u201eVerdammt sei der Krieg. Wir wollten diesen Krieg nicht, er wurde uns aufgezwungen. Wir sagten, dass wir in diesem letzten Krieg k\u00e4mpfen w\u00fcrden, f\u00fcr eine Gesellschaft ohne Ungerechtigkeit, ohne die Ausbeutung, die den Krieg gebiert. 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