{"id":13692,"date":"2020-12-11T00:00:40","date_gmt":"2020-12-10T22:00:40","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=13692"},"modified":"2020-12-11T00:00:40","modified_gmt":"2020-12-10T22:00:40","slug":"parolen-und-farbe-an-padovicz-immobilien-hinterlassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=13692","title":{"rendered":"Parolen und Farbe an Padovicz-Immobilien hinterlassen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Leipzig<\/strong>, 11. Dezmeber 2020<\/p>\n<blockquote><p>Heute Nacht wurden von uns &#8211; eine FLINTA*-Gruppe &#8211; drei Geb\u00e4ude des Immobilienhais Padovicz in Leipzig mit Farbe und Parolen markiert. Dazu haben wir auch die Mieter*innen informiert. Warum und wieso? Dazu mehr im Text.<\/p>\n<p>Gijora Padovicz &#8211; Kopf der Unternehmensgruppe Padovicz &#8211; ist verantwortlich f\u00fcr die R\u00e4umung der Liebig34, dem anarcha-queerfeministischen Hausprojekt in Berlin. Wir finden Padovicz so richtig schei\u00dfe und hassen ihn und seine Praktiken. 7 Gr\u00fcnde f\u00fcr Hass auf Padovicz finden sich an anderer Stelle, das brauchen wir hier nicht mehr auflisten. (https:\/\/padowatch.noblogs.org\/7-gruende-fuer-hass-auf-padovicz\/ )<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWeil Padovicz und Gentrifizierung nicht nur ein Problem von Berlin sind, haben wir drei der vier Objekte des Immobilienhais Padovicz in Leipzig heute Nacht markiert und den Mieter*innen Infomaterial zukommen lassen (mehr dazu unten). Wir haben die Volbedingstr. 31 sowie die Mockauer Str. 3 in Sch\u00f6nefeld und die Bennigsenstr. 30 in Volkmarsdorf versch\u00f6nert.<\/p>\n<p>Wir haben uns als FLINTA*(Frauen, Lesben, Inter*, Trans*, Nicht-Bin\u00e4r*, Agender*)-Gruppe zusammengefunden und die Aktion gemeinsam durchgef\u00fchrt. Uns ist wichtig, das zu betonen.<\/p>\n<p>Die R\u00e4umung der Liebig34 war f\u00fcr uns schlimm, es f\u00fchlte sich an, als w\u00fcrde auf uns, unseren Tr\u00e4umen und unseren Freund*innen rumgetreten werden. Doch es war auch \u00fcberw\u00e4ltigend zu sehen, welche Solidarit\u00e4t das Hausprojekt erfahren hat &#8211; der jahrelange Gegenprotest, mitk\u00e4mpfende Anwohner*innen, Sachschaden, freches Konfettikanonen-Feuern trotz SEK auf dem Dach, die Wut auf der Stra\u00dfe, die Wiederbesetzung w\u00e4hrend einer Demo!<\/p>\n<p>Die Aktionen, Freir\u00e4ume, Debatten und Orte der Zusammenkunft, die die L34 im Laufe der letzten Jahrzehnte geschaffen hat, geben uns Kraft und inspirieren uns unendlich. Die R\u00e4umung hat uns weh getan, doch der Traum, den die L34 verk\u00f6rpert, ist nur noch gr\u00f6\u00dfer geworden. Wir wollen k\u00e4mpfen f\u00fcr (anarcha-queer)feministische Freir\u00e4ume, uns selbst erm\u00e4chtigen, organisieren und aktiv werden gegen das Patriarchat in allen seinen Spielarten und die es begleitenden Diskriminierungsformen! Wir sind widerst\u00e4ndig, laut, w\u00fctend und wir sind f\u00fcr einander da!<\/p>\n<p>You can&#8217;t evict a movement, Liebig34 lebt!<\/p>\n<p>Wir haben den Mieter*innen Infomaterial in die Briefk\u00e4sten geworfen. Unser Ziel ist nicht nur, eine weitere \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die L34 \u00fcber die R\u00e4umung hinaus zu schaffen, sondern aktiv gegen Gentrifizierung zu k\u00e4mpfen. Padovicz ist ein besonders widerliches Exemplar derjenigen, die vom Kapitalismus profitieren, Menschen(leben) nur als Geldbeutel behandeln und sich davon auch noch von der Stadt belohnen lassen. Wir haben keinen Bock auf Gentrifizierung und hoffen, mit dem Infomaterial bei den Bewohner*innen der H\u00e4user einen Funken Misstrauen gegen\u00fcber ihrer Vermietung zu erwecken. Der Wunsch ist, dass sie beginnen, sich zu informieren, sich zu vernetzen und aktiv werden. Sei es nun durch rechtliche Schritte gegen \u00fcberh\u00f6hte Nebenkostenabrechnungen oder das Kn\u00fcpfen von Bekanntschaften im Haus. F\u00fcr uns gilt &#8211; um Gentrifizierung schei\u00dfe zu finden, muss mensch nicht die Fachbegriffe kennen oder zur radikalen Linken geh\u00f6ren (obwohl das nat\u00fcrlich w\u00fcnschenswert w\u00e4re). Unsere Solidarit\u00e4t ist gr\u00f6\u00dfer als die Szeneblase!<\/p>\n<p>Hier also der Brief, der auch in den Briefk\u00e4sten gelandet ist:<\/p>\n<p>Gijora Padovicz &#8211; der Kopf der Unternehmensgruppe Padovicz und dadurch auch IHR VERMIETER (vertreten wahrscheinlich durch eine seiner Tochterunternehmen\/-verwaltungen) &#8211; ist vor allem in Berlin seit den 90er Jahren in der Immobilienbranche aktiv. Doch auch in Leipzig besitzt er vier H\u00e4user.<\/p>\n<p>Was er gerne macht?<\/p>\n<p>Seinen eigenen Reichtum vermehren durch &#8211; gelinde gesagt &#8211; unfaire Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung in der Immobilienbranche.<\/p>\n<p>Wie funktioniert das?<\/p>\n<p>Padovicz kauft sanierungsbed\u00fcrftige Wohnh\u00e4user auf und zwingt die Mieter*innen mit etlichen (wohnraumbetreffenden) Schikanen langsam, ihre Wohnungen zu verlassen, damit er die H\u00e4user im Anschluss zu Luxusobjekten (oft mit \u00f6ffentlichen F\u00f6rdergeldern) renovieren lassen kann. (Dieser Prozess &#8211; Verdr\u00e4ngung von Alteingessenen und Austausch durch \u00fcberteuerte, unbezahlbare Geb\u00e4ude &#8211; nennt sich Gentrifizierung.)<\/p>\n<p>Welche Methoden nutzt er daf\u00fcr?<\/p>\n<p>Padovicz und seine Hausverwaltungen (bspw. Factor, Vivo, Neumann) erh\u00f6hen die Kaltmieten und Betriebskosten, ohne im Gegenzug die H\u00e4user in Stand zu halten. Die Mieten werden erh\u00f6ht, bis die Bewohner*innen ausziehen m\u00fcssen oder, wenn sie nicht freiwillig gehen, gibt es schon mal einen Wasserrohrbruch, aufgebrochene Wohnungen oder Br\u00e4nde. Freie Wohnungen l\u00e4sst die Unternehmensgruppe Padovicz gezielt leerstehen, bis die H\u00e4user langsam verfallen und wenn der richtige Moment gekommen ist &#8211; bspw., wenn es wieder F\u00f6rdergelder zu vergeben gibt &#8211; werden die Objekte luxussaniert. Traurigerweise verdienen daran nicht mal die Bauunternehmen, die beauftragt werden: mittlerweile mussten 250 Firmen Konkurs anmelden, weil Rechnungen gar nicht oder erst zu sp\u00e4t gezahlt wurden.<\/p>\n<p>Eine sehr umfassende Zusammenstellung zu Gijora Padovicz, eine detaillierte Auflistung seiner Unternehmen, den Taktiken der Entmietung, Erfahrungsberichte und vieles Weiteres finden Sie zum Beispiel auf dieser Website: https:\/\/padowatch.noblogs.org\/<\/p>\n<p>Padowatch ist ein Zusammenschluss von Mieter*innen, die in einem der Objekte von Padovicz wohnen\/gewohnt haben.<\/p>\n<p>Was hat das jetzt mit IHNEN zu tun?<\/p>\n<p>Ihr Wohnhaus geh\u00f6rt Padovicz oder einem seiner Unternehmen. In LEIPZIG besitzt er 4 OBJEKTE, zwei davon in Sch\u00f6nefeld, eines in Volkmarsdorf und ein weiteres in Zweinaundorf.<\/p>\n<p>Je nachdem, in welchem der H\u00e4user Sie wohnen, ist Ihnen vielleicht auch schon aufgefallen, dass viele Wohnungen in Ihrem Haus leerstehen? Vielleicht haben Sie Probleme, die Hausverwaltung zu erreichen? Oder gibt es Baustellen im Haus\/Ihrer Wohnung, um die sich seit Ewigkeiten nicht gek\u00fcmmert wurde? Eventuell haben Sie auch unerkl\u00e4rlich hohe Nebenkostenabrechnungen oder Mieterh\u00f6hungen?<\/p>\n<p>Falls mindestens eines davon der Fall ist, k\u00f6nnen wir Ihnen nur ans Herz legen, Ihre Nachbar*innen zu fragen, ob es ihnen auch so geht. Tauschen Sie sich aus! Es ist auch immer m\u00f6glich, sich an den Mieterschutzbund oder den Mieterverein Leipzig zu wenden. Meistens ist das, was die Vermietung von Ihnen verlangt, gar nicht rechtskr\u00e4ftig (hohe Nebenkostenabrechnungen bspw.)!<\/p>\n<p>Auch auf der Website https:\/\/padowatch.noblogs.org\/category\/notfall\/ k\u00f6nnen Sie sich belesen, wenn Ihnen die aufgelisteten Erlebnisse bekannt vorkommen. Viele kennen diese Probleme mit Padovicz und Sie sind nicht allein!<\/p>\n<p>Wir haben Ihnen weitere Infomaterialien mit in diesen Brief gelegt. Darunter ein Fragebogen, der versucht, die Erfahrungen der Mieter*innen zu erfassen (nat\u00fcrlich auf freiwilliger Basis), einige weitere Informationen und eine Auflistung des Netzwerks der Unternehmensgruppe Padovicz.<\/p>\n<p>Wieso wurde Ihr Haus mit Farbe und Spr\u00fcchen markiert?<\/p>\n<p>Um einen \u00f6ffentlichen Diskurs anzuregen und Ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Weil es uns aber nicht darum geht, Sie zu verschrecken, sondern, Sie \u00fcber Padovicz und u.U. Ihre eigene Situation zu informieren, halten Sie diesen ausf\u00fchrlichen Brief und das weitere Infomaterial in der Hand.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt &#8211; wer schreibt Ihnen diesen Brief eigentlich?<\/p>\n<p>Wir sind Leipziger*innen. Wir wohnen und leben in dieser Stadt und kennen die Schwierigkeiten mit Vermieter*innen nur allzu gut und sind deswegen aktiv geworden gegen Gentrifizierung, Entmietung und f\u00fcr die Rechte von Mieter*innen. Wir sind Frauen, Lesben, Inter*, Trans* und Nicht-Bin\u00e4re* Personen. Es geht aber nicht darum, wer wir sind, sondern darum, dass Sie sich selbst ein Bild machen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich sind Sie betroffen von den Aktionen Ihres Vermieters!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/123554\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leipzig, 11. Dezmeber 2020 Heute Nacht wurden von uns &#8211; eine FLINTA*-Gruppe &#8211; drei Geb\u00e4ude des Immobilienhais Padovicz in Leipzig mit Farbe und Parolen markiert. Dazu haben wir auch die Mieter*innen informiert. Warum und wieso? Dazu mehr im Text. 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