{"id":13683,"date":"2020-12-31T12:00:18","date_gmt":"2020-12-31T10:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=13683"},"modified":"2020-12-31T12:00:18","modified_gmt":"2020-12-31T10:00:18","slug":"13683","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=13683","title":{"rendered":"Bundeswehr-Jeeps abgefackelt"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/01\/bw.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-13684\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2021\/01\/bw-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a>Leipzig<\/strong>, 31. Dezember 2020<\/p>\n<blockquote><p>In den sp\u00e4ten Abendstunden des 31.12.2020 haben wir sieben Jeeps der Bundeswehr auf dem Mercedesgel\u00e4nde in Leipzig-Sch\u00f6nefeld ausgebrannt. Die Bundeswehr verdient unsere Aufmerksamkeit als Element im repressiven Instrumentenkasten des Staates ebenso wie die anderen Institutionen die es in den letzten Jahren zu Silvester getroffen hat.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Kritik an der Bundeswehr lie\u00dfen sich viele gute Argumente vorbringen: Die Bundeswehr f\u00fchrt Krieg (&#8220;robuste Auslandseins\u00e4tze&#8221;). Sie ist dazu da, deutsche, staatliche Interessen mit Gewalt weltweit durchzusetzen. Es ist ein autorit\u00e4r strukturierter Laden, durchzogen von rechten Netzwerken und gekennzeichnet von M\u00e4nnerb\u00fcndelei. Mit dem Milit\u00e4rdrehkreuz am Flughafen Leipzig-Halle besitzt das um seinen guten Ruf bem\u00fchte Leipzig auch eine weltweit agierende milit\u00e4rische Organisation.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEs kann sein, dass diese naheliegenden Unannehmlichkeiten, die die Bundeswehr dem wohlfeilen Denken beschert, uns zu einer ablehnenden Haltung gegen\u00fcber dieser Institution gef\u00fchrt haben. Es hat sich bei uns jedoch auch die Idee verfestigt, dass dem Staat &#8211; als Herrschaft des Menschen \u00fcber den Menschen &#8211; unsere Feindschaft gilt. Die repressiven Organisationen wie beispielsweise Bullen, Bundeswehr, Justiz oder Jobcenter zur Durchsetzung dieser Herrschaft verdienen unsere Angriffe insbesondere.<\/p>\n<p>An der gegenw\u00e4rtigen Diskussion \u00fcber den Bundeswehreinsatz im Inneren zu Unterst\u00fctzung der Gesundheits\u00e4mter in der Covid-19-Pandemie l\u00e4sst sich dieser Unterschied etwas genauer herausarbeiten. In den Diskussionen werden verschiedene Argumente abgew\u00e4gt: Derzeit sind viele Gesundheits\u00e4mter mit der Anzahl der zu verwaltenden Infizierten und deren Kontaktpersonen \u00fcberfordert. Um deren Kontakte nachzuverfolgen werden zum Teil Soldaten eingesetzt, somit kann m\u00f6glicherweise genauer eingesch\u00e4tzt werden, wer sich noch angesteckt haben k\u00f6nnte, die Ausbreitung der Pandemie k\u00f6nnte etwas zielgerichteter eingeschr\u00e4nkt werden als durch allgemeine Verbote. Andererseits wird ein Einsatz der Soldaten in Deutschland oft kritisch gesehen und es gibt hohe H\u00fcrden f\u00fcr den Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Nach Abw\u00e4gung dieser und anderer Argumente wird sich oft f\u00fcr und gelegentlich gegen die Unterst\u00fctzung der Bundeswehr bei den Gesundheits\u00e4mtern entschieden.<\/p>\n<p>Das Leben als B\u00fcrger unter der Herrschaft des Staates &#8211; als ideeller Gesamtkapitalist, Oberbulle, Rentenzahler, als gro\u00dfer Bruder, Organisator der Erziehung der Jugend oder als Einknaster &#8211; ist bereits eine Katastrophe. Auch wenn wir nichts anderes kennen als dieses Leben, sehen wir, dass es uns zu geknechteten Wesen macht, denen die Angst um die eigene Haut dazu bringt die eigene Menschlichkeit zu verlieren. Hiermit ist nicht die Unmenschlichkeit gemeint die es erm\u00f6glicht \u00fcber das Leiden an den europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen hinwegsehen zu k\u00f6nnen oder \u00fcber die uns umgebende Armut, sondern die Unmenschlichkeit die es erm\u00f6glicht Menschen ihre Gleichwertigkeit abzusprechen und eine Welt genie\u00dfen zu k\u00f6nnen in der wir nach Hautfarbe, Klasse, Gender bewertet werden. Dem Versprechen zu glauben uns durch Unterwerfung unter die Verwertungslogik und Leistungszwang selbst aufwerten zu k\u00f6nnen, hei\u00dft auch diese Bewertung als Ma\u00dfstab der Bewertung unserer Mitmenschen zu \u00fcbernehmen. Um einzusehen, dass es in Ordnung ist, deutsche Soldaten in alle Welt zu schicken, sie aber nicht hier im Einsatz sehen zu wollen, m\u00fcssen wir bereits dem Unterschied zwischen Menschen in &#8220;aller Welt&#8221; und Menschen hier zustimmen.<\/p>\n<p>Der Genuss und die Plage staatliche Herrschaft haben uns dazu gebracht, dass wir nicht wissen, wie wir uns selbst solidarisch und herrschaftsfrei umeinander und uns selbst k\u00fcmmern k\u00f6nnen. So scheint es in der Pandemie wichtig zu sein, dass das Gesundheitsamt m\u00f6glichst ausreichend Personal hat um die Kontaktverfolgung durchzuf\u00fchren und dann muss notgedrungenderma\u00dfen auch die Bundeswehr ran und helfen. Das Hinnehmen der Arbeit der Gesundheits\u00e4mter f\u00fchrt uns vor Augen wie abh\u00e4ngig wir von staatlichen Institutionen sind. Die Akzeptanz der Soldaten als deren Unterst\u00fctzung zeigt die Ausweglosigkeit in der wir bereit sind unsere Grunds\u00e4tze zu verwerfen.<\/p>\n<p>Aber was solls: Staatliches Entscheiden entzieht sich sowieso unserem Zugriff. Wir k\u00f6nnen nur versuchen unsere Menschlichkeit zu bewahren oder zu gewinnen. Ohne Klarheit dar\u00fcber zu haben, auf welche Weise die staatliche Herrschaft abgesch\u00fcttelt werden kann, wissen wir, dass an einem wohl\u00fcberlegten Angriff nichts verkehrt sein kann. Wir versuchen dabei nicht beliebig zu sein: In Anerkennung der Verh\u00e4ltnisse schien es uns beispielsweise abwegig die Gesundheits\u00e4mter heimzusuchen, da sie zwar staatliche Einrichtungen sind, aber in der Begrenzung der Pandemieausbreitung wir nicht einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen wie deren Arbeit ersetzt werden kann. Auf die Bundeswehr kann direkt verzichtet werden.<\/p>\n<p>Im letzten Jahr mussten wir viele Repressionsschl\u00e4ge erleiden. Deutschlandweit gab es viele Hausdurchsuchungen bei Genoss*innen und mehrere Antifaschist*innen sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Antifaschistisches Handeln wird versucht zu kriminalisieren und zum Terrorakt hoch zu stilisieren, dem Verein der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschist*innen wird die Gemeinn\u00fctzigkeit aberkannt. Nazis in Bundeswehr und Polizei werden mit offenen Armen zum Munition und Waffen horten empfangen.<br \/>\nDem standen schnelle Antworten unsererseits entgegen. Nach Razzien gab es zahlreiche Demos, leider zu h\u00e4ufig nur in Connewitz. Gerade nach und auch w\u00e4hrend der Inhaftierung Linas kam in unserer Stadt wieder etwas mehr Bewegung in die, durch die weltweite Pandemie gebremste, Auseinandersetzung zwischen autonomen Zusammenh\u00e4ngen und Staat. Daran sollten wir unbedingt ankn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Auf ein k\u00e4mpferisches Jahr 2021!<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr Lina, Dy &amp; Jo!<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Gesellschaft die keine Kn\u00e4ste mehr ben\u00f6tigt<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/129938\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- Here be dragons but no images. -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Der Brand mehrerer Bundeswehrfahrzeuge in der Silvesternacht im Leipziger Stadtteil Heiterblick war wohl ein gezielter Anschlag. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) vom Freitag liegt ein Bekennerschreiben vor, das Hinweise auf eine m\u00f6gliche politische Motivation gibt. Es ist auf der Internet-Plattform &#8220;de.Indymedia&#8221; ver\u00f6ffentlicht, die das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz seit Juli als Verdachtsfall im Bereich Linksextremismus eingestuft hatte.<br \/>\nZeugenhinweise erbeten<\/p>\n<p>Die &#8220;Task Force Gewalt&#8221; des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus Abwehrzentrums (PTAZ) hat noch in der Nacht die Ermittlungen wegen Brandstiftung \u00fcbernommen. Zur Aufkl\u00e4rung ist es laut LKA auf die Mithilfe der Bev\u00f6lkerung angewiesen. Unbekannte hatten nach LKA-Angaben auf dem Gel\u00e4nde eines Autohauses elf Gel\u00e4ndewagen und einen Anh\u00e4nger der Bundeswehr angez\u00fcndet, die in der dortigen Werkstatt instandgesetzt werden sollten.<br \/>\nH\u00f6he des Sachschadens noch unklar<\/p>\n<p>Wie das Feuer gelegt wurde, ist noch unklar. Sieben Fahrzeuge wurden zerst\u00f6rt. Zur H\u00f6he des Sachschadens sind derzeit noch keine konkreten Angaben m\u00f6glich, hie\u00df es. Das PTAZ sucht nun Zeugen, die zwischen 21:30 Uhr und 22:00 Uhr in der N\u00e4he des Tatortes verd\u00e4chtige Personen und Fahrzeuge gesehen oder anderes beobachtet haben, was mit dem Fall in Zusammenhang stehen k\u00f6nnte. Auch Wahrnehmungen im Internet oder in den sozialen Medien sind laut LKA von Interesse.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/sachsen\/leipzig\/silvesternacht-fahrzeuge-bundeswehr-brand-100.html\">MDR<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- Here be dragons but no images. -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Bei der Aufkl\u00e4rung des Brandanschlags auf mehrere Fahrzeuge der Bundeswehr in der Silvesternacht in Leipzig hoffen die Ermittler weiter auf die Hilfe der Bev\u00f6lkerung. Nach einem entsprechenden Aufruf vom Neujahrstag sind noch keine Hinweise eingegangen, sagte auf Anfrage ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) am Sonntag. Die Auswertung bereits gesicherter Spuren sowie Videoaufnahmen laufe, am Freitag sei der Brandursachenermittler am Tatort gewesen.<\/p>\n<p>Unbekannte hatten am Silvesterabend auf dem Gel\u00e4nde eines Autohauses im Nordosten der Stadt elf Gel\u00e4ndewagen und einen Anh\u00e4nger der Bundeswehr angez\u00fcndet, die in der dortigen Werkstatt instand gesetzt werden sollten. Wie das Feuer gelegt wurde, ist noch unklar. Sieben Fahrzeuge wurden zerst\u00f6rt. Die \u00abTask Force Gewalt\u00bb des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus Abwehrzentrums (PTAZ) ermittelt wegen Brandstiftung. Das LKA geht von einem gezielten Angriff aus, ein Bekennerschreiben gebe Hinweise auf eine m\u00f6gliche politische Motivation.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leipzig, 31. 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