{"id":1282,"date":"2015-09-26T00:10:06","date_gmt":"2015-09-25T22:10:06","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=1282"},"modified":"2015-09-26T00:10:06","modified_gmt":"2015-09-25T22:10:06","slug":"polizei-und-nazidemo-angegriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=1282","title":{"rendered":"Polizei und Nazidemo angegriffen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/10\/154196.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1278\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2015\/10\/154196-300x200.jpg\" alt=\"154196\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/10\/154196-300x200.jpg 300w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/10\/154196-768x512.jpg 768w, https:\/\/chronik.noblogs.org\/files\/2015\/10\/154196.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Leipzig<\/strong>, 26. September 2015<\/p>\n<blockquote><p>Das Wichtigste zu Beginn: es war ein halbsch\u00f6ner 26. September. Erfreulich war die hohe Anzahl von Antifaschist_innen und die geringe Anzahl an deutschen Untertanen. Weniger erfreulich war die massiv abgeriegelte Route inklusive Puffer-Zone mit einer L\u00e4nge von bis zu 100m und die zu jeder Zeit aggressiv agierenden Bullen. Letztere verwundern aber wenig und lassen nach den letzten Wochen erfolgreicher Sitzblockaden gegen Legida-Aufm\u00e4rsche, wieder s\u00e4chsischen Alltag sp\u00fcrbar werden. Dazu brauchte es auch nicht erst \u201efeige, dreiste Straft\u00e4ter\u201c (Pfaffe Christian Wolff), denn kleinstes Abweichen geplanter Bullenstrategien wurde sofort mit aller H\u00e4rte der Staatsgewalt beantwortet, was in Menschenmengen reitende Bullenstaffeln und Geb\u00e4rden bzw. Verhaltensweisen vieler Bullen vom Niveau eines Hooligans einschlie\u00dft.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Im Verlauf des Tages flogen einige B\u00f6ller und kurzzeitig mussten auch ein paar Bullen einige Steine fressen. Das war jedoch alles halbgare Kost und ein kurzer Spa\u00df. Warum nun im Nachgang aller Orten von \u201eschwerer Randale\u201c (Bild) oder sonstiger Gewalteskalation geschrieben, erschlie\u00dft sich uns nicht so ganz. Das war, verglichen mit den Zeiten von Worchs Nazi-Aufm\u00e4rschen, keine gro\u00dfe Aufregung wert. Aber auch hier sollte Realit\u00e4t \u00fcber Wunschdenken siegen und eigentlich war klar, dass der erste geworfene Kieselstein entsprechende Schlagzeilen hervorrufen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Kommen wir aber zum eigentlichen Skandal: die massive Entsolidarisierung aus dem vermeintlich eigenen Lager. Lichtgestalt zivilgesellschaftlichen Begehrens und Pfaffe Christian Wolff durfte bereits eingangs seinen Bl\u00f6dsinn wiedergeben, der im weiteren Kommentar ersch\u00fcttert \u00fcber die angeblich nicht handelnden Bullen berichtete wo es sich doch schlie\u00dflich einen \u201emutwilligen, vors\u00e4tzlichen Angriff auch auf Menschen\u201c (die Rede ist von einem zerst\u00f6rten Bullenauto) handelte. Auch die Facebook-Helden von \u201eNo Legida\u201c haben auf ungehorsame Verhaltensweisen \u201ekeinen Bock\u201c und meinen so etwas sei \u201evor allem unsolidarisch und zum jetzigen Zeitpunkt ein v\u00f6llig falsches Signal\u201c. Letzterer Standpunkt legt dabei die interessante Seite dieser Form der Entsolidarisierung offen. In anderen B\u00fcndnissen gilt h\u00e4ufig der Grundsatz: \u201eJeder nach seinen Aktionsformen \u2013 das Ziel sollte die Verhinderung der Faschisten sein \u2013 wir sind mit allen Leuten solidarisch, die dieses Ziel teilen\u201c. Dieser Grundsatz f\u00fchrt immer wieder zu Reibungen (zuletzt im Nachgang vom Destroika in Frankfurt beobachtbar), aber die M\u00f6glichkeit der Er\u00f6ffnung vieler Spielr\u00e4ume bei vielen unterschiedlichen Aktionsformen gilt gemeinhin als Binsenweisheit. Das scheint augenscheinlich f\u00fcr einige autorit\u00e4re Linke, Couragierte etc. in Leipzig nicht zu gelten. Der zweite Punkt der Aussage weist \u00fcberdies auf ein v\u00f6llig verqueres Weltbild, oder besser: Bild vom gegenw\u00e4rtigen Sachsen auf. Geradezu t\u00e4glich brennt es, es gibt \u00dcbergriffe und Anschl\u00e4ge auf alle Feinde faschistischer Mobilmachung und \u201eNo Legida\u201c setzt weiter auf Trillerpfeifen und verurteilt Antifas ohne Lust auf mediales Spektakel im selbst ernannten \u201eweltoffenen Leipzig\u201c &#8211; sagt mal hackts noch?! Oder im euren l\u00e4ssigen Hashtag-Slang zu bleiben: Seriously?!<\/p>\n<p>Zum Abschluss einiges Wunschdenken von uns:<\/p>\n<p>Leipzig wird weiterhin mit faschistischen Aufm\u00e4rschen zu k\u00e4mpfen haben. \u00dcber die Wahl der Mittel entscheiden die partizipierenden Individuen f\u00fcr sich. Anstatt Autorit\u00e4ten walten zu lassen, sollten die oben angesprochenen Freir\u00e4ume f\u00fcr ALLE Aktionsformen ins Bewusstsein geraten. Wenn Leute keine Lust auf Trillerpfeifen, Puffer-Zonen, Bullen, dummdreist grinsende Untertanen aufgrund fehlender Gef\u00e4hrlichkeit unsererseits oder die Absicherung einiger spontaner Gesten mittels Anmeldung jeder spontanen Versammlung (was einige Gefahren in sich birgt, aber irgendwann mal dazu mehr) haben, dann ist das deren verdammtes Recht. Entsolidarische Spr\u00fcche helfen im Nachgang nur repressiven Strukturen oder dem politischen Feind. Darin k\u00f6nnte ein erster Schritt hin zu einem so oft gew\u00fcnschten \u201eAktionskonsens\u201c liegen. Alles weitere erkl\u00e4ren hoffentlich unsere Anmerkungen.<\/p>\n<p>Anstatt einer Fu\u00dfnote &#8211; Kleines Schmankerl vom autorit\u00e4ren \u201eNo Legida\u201c:<\/p>\n<p>\u201eIch distanziere mich von taten, du Depp. Gef\u00e4llt dir nicht, dann geh mit Gott, aber geh. Mir v\u00f6llig egal. Es sollte allen klar sein, wie Polizei reagiert, wenn sie mit Steinen beworfen wird. Und die Menge war so heterogen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass Unbeteiligte leiden. Findste geil? Dann bleib weg.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/154205\">Linksunten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weiterer Text<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/154253\">[LE] Massenmilitanz<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Presse:<br \/>\n<strong>Mopo24<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/154195\">Randale bei Demonstrationen in Leipzig<\/a><br \/>\n<strong>MDR<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/154221\">Verletzte bei Demonstrationen in Leipzig<\/a><br \/>\n<strong>LVZ<\/strong>: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/154425\">13 Polizisten verletzt &#8211; Schock nach Leipziger Demo-Krawallen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Polizei<\/strong>:<\/p>\n<blockquote><p>Versammlungsgeschehen um GIDA am 26.September 2015<br \/>\nVerantwortlich: Uwe Voigt \/ Stand: 26.09.2015, 21:10 Uhr<\/p>\n<p>Die Initiative \u201eOffensive f\u00fcr Deutschland\u201c zeigte eine Versammlung mit Aufzug\u00a0 in Leipzig an.<\/p>\n<p>Die Initiatoren der Gegenproteste hatten insgesamt f\u00fcnf Aufz\u00fcge und Kundgebungen angezeigt. Der Aufzug \u201eNachbarinnengemeinschaft gegen Nazis\u201c vom Rabet bis zum Johannissplatz war mit ca. 500 Teilnehmern unterwegs. Am Ende der Strecke liefen die Teilnehmern Richtung Augustusplatz, dem Antreteplatz der Demonstration \u201eOffensive f\u00fcr Deutschland\u201c.\u00a0 Der Aufzug \u201eNo border, no nation. Rassist*innen die Stirn bieten\u201c lief vom Wiedebachplatz bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz mit ca. 1.000 Teilnehmern. Anschlie\u00dfend wurde die Veranstaltung beendet und die Teilnehmer liefen ebenfalls in Richtung Augustusplatz. Auch die anderen angezeigten Kundgebungen bzw. Aufz\u00fcge verliefen reibungslos.<\/p>\n<p>Bei der Versammlungsbeh\u00f6rde meldete eine Person gegen 14:00 Uhr eine Spontandemonstration am Augustusplatz\/ Ecke Goethestra\u00dfe an, die durch die Versammlungsbeh\u00f6rde best\u00e4tigt wurde. Diese wurde gegen 15:00 Uhr wieder\u00a0 beendet. In der Zwischenzeit hatten sich die Teilnehmer der verschiedenen Gegendemonstrationen um den Augustusplatz versammelt. Hier f\u00fchrten sie eine Sitzblockade zum Zugang der Veranstaltung der \u201eOffensive f\u00fcr Deutschland\u201c durch. So kam es zu einem gr\u00f6\u00dftenteils dezentralen und mobil-dynamischen Gegenprotest entlang bzw. auf der geplanten Aufzugsstrecke.<\/p>\n<p>In Absprache zwischen Versammlungsbeh\u00f6rde und dem\u00a0 Versammlungsleiter wurde vereinbart die Aufzugsstrecke zu verk\u00fcrzen und nur bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz zu laufen und zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Bereits am Augustusplatz wurden Polizeibeamte durch Gegendemonstranten angegriffen.<\/strong> Es kam zu Rangeleien und dem Anz\u00fcnden von Pyrotechnik. Die Polizei hatte aber jederzeit zu diesem Zeitpunkt die Lage unter Kontrolle.\u00a0 Im Bereich Augustusplatz, noch vor Beginn des Aufzuges kam es zu einem Angriff von\u00a0 Gegendemonstranten auf Teilnehmer der \u201eOfD\u201c (Offensive f\u00fcr Deutschland\u201c). Die Personen konnten durch die Polizei in Gewahrsam genommen werden. Dabei wurde ein Polizeibeamter verletzt. Nach Angaben der Versammlungsbeh\u00f6rde waren ca. 350 Teilnehmer der \u201eOffensive f\u00fcr Deutschland\u201c vor Ort. Um 16:00 Uhr begann\u00a0 der Aufzug. Die Gegendemonstranten begleiteten den Aufzug in H\u00f6r- und Sichtweise sehr aggressiv. Es kam zu erheblichen Verkehrseinschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4hrend des Aufzuges kam es zu massiven Steinw\u00fcrfen und Flaschenw\u00fcrfen gegen die Aufzugsteilnehmer und die Polizei. Rund um den Streckenverlauf wurden immer wieder Barrikaden durch die Gegendemonstranten aufgebaut.<\/strong> Nur durch intensiven Einsatz der Polizeibeamten wurde verhindert, dass die beiden Lager aufeinandertrafen. Als der Aufzug wieder am Augustusplatz ankam, drohte die Situation zu eskalieren, so dass die Wasserwerferstaffel zum Augustusplatz verlegte, aber nicht zum Einsatz kam.<\/p>\n<p>Der Abgang der Aufzugteilnehmer wurde anschlie\u00dfend (gegen 17:45 Uhr) mehrheitlich \u00fcber die\u00a0 Goethestra\u00dfe realisiert. Innerhalb der n\u00e4chsten Stunde beruhigte sich dann das gesamte Personen- und Verkehrsaufkommen in der Leipziger Innenstadt auf das auch sonst \u00fcbliche Ma\u00df.<\/p>\n<p>Die Polizeidirektion Leipzig zieht kein positives Einsatzfazit. Sie war mit ca. 800 Beamten im Einsatz, musste aber feststellen, dass Blockadebestrebungen und beiderseitige Verbalattacken nicht ausblieben und dass es zu massiven, aggressiven und sogar gewaltt\u00e4tigen Handeln kam und die Polizei dabei ebenfalls massiv angegriffen wurde.<\/p>\n<p><strong>Die vorl\u00e4ufige Bilanz des Einsatzes: 13 verletzte Polizeibeamte;\u00a0 17 Einsatzfahrzeug besch\u00e4digt\u00a0 und 12 Personen in Gewahrsam.<\/strong> (Stand: 20:45 )\u00a0 (Vo)<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leipzig, 26. September 2015 Das Wichtigste zu Beginn: es war ein halbsch\u00f6ner 26. September. Erfreulich war die hohe Anzahl von Antifaschist_innen und die geringe Anzahl an deutschen Untertanen. Weniger erfreulich war die massiv abgeriegelte Route inklusive Puffer-Zone mit einer L\u00e4nge von bis zu 100m und die zu jeder Zeit aggressiv agierenden Bullen. 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