{"id":12531,"date":"2020-06-12T00:00:59","date_gmt":"2020-06-11T22:00:59","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=12531"},"modified":"2020-06-12T00:00:59","modified_gmt":"2020-06-11T22:00:59","slug":"zwei-vonovia-transporter-abgefackelt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=12531","title":{"rendered":"Zwei Vonovia-Transporter abgefackelt"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/06\/51917.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-12532\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/06\/51917-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a>Berlin<\/strong>, 12. Juni 2020<\/p>\n<blockquote><p>In den vergangenen Jahren, hat sich in Deutschland und besonders auch in Berlin, ein vielf\u00e4ltiger Widerstand, auf verschiedensten Ebenen, gegen die aktuelle Wohnungspolitik entwickelt und etabliert. Besonders Konzerne wie Deutsche Wohnen oder Vonovia standen dabei im Fokus. Die Tatsache, dass Wohnraum eine Ware ist, und dementsprechend wenig auf die Lebensrealit\u00e4t der Mieter*innen geachtet wird wenn bspw. Zwangsr\u00e4umungen in der Obdachlosigkeit enden oder es vermehrt Suizide durch prek\u00e4re Lebenssituationen gibt, in die Mieter*innen gedr\u00e4ngt werden, ist in einer breiteren gesellschaftlichen Debatte angekommen.<\/p>\n<p>Das nun zum wiederholten Male der gr\u00f6\u00dfte b\u00f6rsennotierte Wohnimmobilienkonzern Vonovia,<!--more--> mit mehr als 400.000 Wohneinheiten, den zweitgr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten Wohnimmobilienkonzern Deutsche Wohnen, mit \u00fcber 150.000 Wohneinheiten, \u00fcbernehmen will, ist ein klares Signal, dass der Widerstand nun noch verst\u00e4rkt werden muss.<\/p>\n<p>Insgesamt besitzen alle b\u00f6rsennotierten Wohnimmobilienkonzerne in Deutschland zusammen etwa 1.000.000 Einheiten. Die \u00dcbernahme der Deutschen Wohnen durch Vonovia w\u00fcrde demnach zu einer massiven Marktzentralisierung f\u00fchren. Gerade in Berlin wird dies im Stadtbild deutlich sichtbar werden, denn die Wohnungen der Deutschen Wohnen befinden sich zu 70% eben da. F\u00fcr Vonovia wird es kein Problem sein, den Mietspiegel in der Stadt anzuheben.<\/p>\n<p>Die Argumente der aktuellen Debatte um die Enteignung von Deutsche Wohnen (Marktzentralisierung, strukturelle Mietsteigerung, die generelle Spekulation mit Wohnraum, keine ausreichende Instandhaltung bei hohen Betriebsnebenkosten und so weiter) m\u00fcssen daher erst Recht f\u00fcr Vonovia, auch gerade im Falle einer \u00dcbernahme, gelten.<\/p>\n<p>Da sich Vonovia in den vergangenen Jahren als F\u00fchrer auf dem deutschen Immobilienmarkt etabliert hat, zeigt sich das Unternehmen auch dementsprechend unbeeindruckt von der Corona Krise, die Anfang 2020 einen Gro\u00dfteil der Menschen weltweit in finanzielle und existenzielle Bedr\u00e4ngnis gebracht hat. Man verbucht gar eine Steigerung der Einnahmen und erh\u00f6ht das sechste Jahr in Folge die Gewinnaussch\u00fcttung an die Aktion\u00e4re.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Hauptversammlung am 30. Juni 2020 empfiehlt der Vorstand eine Gewinnaussch\u00fcttung in H\u00f6he von 850 Millionen Euro. Was das bedeutet? Dreieinhalb von zw\u00f6lf Monatsmieten einer jeden Mieter*in wandern direkt auf die Konten von BlackRock, Fidelity Investments, APG SGA und zahlreichen weiteren Finanzdienstleister*innen und Anteilseigner*innen. Das geht aus dem Jahresabschlussbericht des Konzerns hervor.\u201c Zitatquelle: addn.me (https:\/\/www.addn.me\/news\/vonovia-dreieinhalb-monatsmieten-allein-fuer-die-dividende\/ )<\/p>\n<p>Dass diese wirtschaftliche Stabilit\u00e4t nicht von ungef\u00e4hr kommt und vor allem nicht auf Grund der \u201esozialen Wohnungspolitik\u201c Vonovias, sollte klar sein, auch wenn Rolf Buch, Vorsitzender der Vonovia im Mai 2020 im Zusammenhang mit der Corona Krise verlauten lie\u00df:<\/p>\n<p>&#8220;Wir stehen zu unserer Verantwortung als gro\u00dfes Wohnungsunternehmen. Unsere wirtschaftliche Stabilit\u00e4t bildet die Basis daf\u00fcr, dass wir in der Corona-Krise gesellschaftliche Verantwortung \u00fcbernehmen und unsere Kraft und F\u00e4higkeiten nutzen k\u00f6nnen, um zu helfen&#8221;<\/p>\n<p>Die Krise sch\u00fcrte bei tausenden, gerade in prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen arbeitenden Mieter*innen die Angst, ihre n\u00e4chste Miete nicht bezahlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um gr\u00f6\u00dferen Unmut oder gar Widerstand zu verhindern, beschloss die Bundesregierung einen Stopp der Mieterh\u00f6hung, sowie ein Aussetzen aller Zwangsr\u00e4umungen, bis Ende 2020. Au\u00dferdem wurde eine Mietstundung angeboten, zu einem Zinssatz von aktuell 4,22%. Da sich der Zinssatz der Mietstundungen vom aktuellen Basiszinssatz ableitet, bleiben die anfallenden Zinsen, bei ausfallenden Mietzahlungen, eine sichere Einnahmequelle f\u00fcr die Immobilienbranche.<\/p>\n<p>Obwohl sich Vonovia also rein an gesetzlichen Vorgaben h\u00e4lt, setzt sich das Unternehmen als \u201esoziales Unternehmen\u201c in Szene. Ein Blick auf die ersten 3 Monate des Jahres 2020 reicht dabei aus, um zu erkennen, wie es um das \u201esoziale\u201c bei Vonovia bestellt ist.<\/p>\n<p>So verzeichnete die Vonovia eine Einnahmesteigerung durch Mieteinnahmen von 12,3 % auf 564 Millionen \u20ac und eine Mietsteigerung von 5,8 %. F\u00fcr das Jahr 2020 war eine Steigerung der Mieten von 4 % vorgesehen, diese wurde (sozial wie Vonovia ist) auf 3,8% gesenkt, als Corona bereits in Deutschland w\u00fctete.<\/p>\n<p>Es sollte bei alldem auch erw\u00e4hnt werden, dass durch eine komplexe Unternehmensstruktur mit diversen Tochterfirmen, wie bei gro\u00dfen Unternehmen \u00fcblich, Vonovia aktiv Arbeitsk\u00e4mpfe versucht zu verhindern und unm\u00f6glich zu machen. Nach wie vor zahlt der Immobilienriese kaum Tarif (nicht einmal 20% der Mitarbeiter*innen), befristet nahezu alle Arbeitsvertr\u00e4ge und sorgt f\u00fcr ein Unternehmensklima, in dem Mitarbeiter*innen durch Druck und Drohungen dazu angehalten werden, sich der profitorientierten und menschenfeindlichen Firmenpolitik zu f\u00fcgen.<\/p>\n<p>Gerade als militante Akteur*innen wollen wir einmal deutlich herausstellen, dass sich die Aktionen gegen Vonovia nicht gegen die Angestellten richten soll, auch wenn einige von ihnen wahrscheinlich umsonst fr\u00fch aufgestanden sind, um dann vor ihren kaputten Autos zu stehen. Wir sehen die vielen Aktionen gegen Vonovia im Kontext einer sich versch\u00e4rfenden Lage auf dem Wohnungsmarkt, einer immer deutlicher werdenden Interessenvertretung der Immobilieneigent\u00fcmer*innen durch parlamentarische Politiker*innen und Journalist*innen und einer Staatsmacht, die keine Probleme damit zu haben scheint, die privaten Interessen von Investoren mit Gewalt zu sch\u00fctzen und durchzusetzen.<\/p>\n<p>Um dem \u201eangespannten\u201c Berliner Wohnungsmarkt etwas zu \u201eentlasten\u201c, wurde entgegen dem Widerstand der ver\u00e4rgerten Immobilienlobby, Anfang 2020 der sogenannte Mietendeckel beschlossen. Eine parlamentarische L\u00f6sung f\u00fcr ein strukturelles Problem zu suchen, in dem Gewinnmaximierung die einzig relevante Gr\u00f6\u00dfe bleibt, halten wir f\u00fcr falsch.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass der Mietendeckel in Berlin f\u00fcr das konkrete Leben der Menschen aber durchaus positive Folgen hat, wollen wir nicht in Frage stellen. Auch, dass Berlin als Standort f\u00fcr Immobilienspekulation dadurch eventuell etwas uninteressanter wird, k\u00f6nnte sich positiv auswirken.<\/p>\n<p>Das es dabei allerdings nicht bleiben kann steht f\u00fcr uns au\u00dfer Frage. Die zeitliche Beschr\u00e4nkung auf 5 Jahre, die Tatsache, dass Vermieter, unter anderem auch die Deutsche Wohnen, versuchen, mit Zusatzklauseln in ihren Mietvertr\u00e4gen neue Mieter*innen zu Mietnachzahlungen auf das Niveau vor dem Gesetzesbeschluss zu zwingen (sollte der Mietendeckel gerichtlich gekippt werden). Die zahlreichen Klagen gegen den Mietendeckel zeigen, dass weiterer Widerstand und Druck von unten unbedingt notwendig sind, um langfristige Ver\u00e4nderungen der Gesellschaft im allgemeinen und des Wohnungsmarktes im speziellen, zu erreichen.<\/p>\n<p>Die Forderungen, die in den Protesten der letzten Jahre gegen die Entwicklungen des Wohnungsmarktes formuliert wurden, sind viel weiter und umfassender, als die Zugest\u00e4ndnisse, die der Mietendeckel macht.<\/p>\n<p>Deshalb bleibt die einzig sinnvolle Forderung die Enteignung und Vergesellschaftung der Vonovia, der Deutsche Wohnen und ihren Partner*innen. Der Mietendeckel bietet keinen ausreichenden Schutz f\u00fcr Mieter*innen und ist keine langfristige und qualitative \u00c4nderung des Wohnungsmarktes.<\/p>\n<p>Solange Wohnraum eine Ware ist, an der sich riesige Verm\u00f6gensverwalter wie Blackrock (gr\u00f6\u00dfter Aktienteilhaber von Vonovia und Deutsche Wohnen) beteiligen, solange muss es Widerstand auf der Stra\u00dfe geben um klarzumachen, dass sich mit dem Wohn- und Lebensraum von Menschen kein Profit machen lassen darf! Genauso wenig ist der Wohn- und Lebensraum von Menschen dazu da, sich die Rente zu sichern oder sein*ihr \u201eVerm\u00f6gen klug anzulegen\u201c! Es muss sich dann auch niemand wundern, wenn einem die ganze Sache um die Ohren fliegt!<\/p>\n<p>Wir gehen davon aus, dass diese Krise, so wie sonst jede Krise, besonders auf den Schultern der armen und prek\u00e4ren Bev\u00f6lkerungsschichten ausgetragen wird. Dass sich Firmen wie Vonovia und Deutsche Wohnen aktuell zur\u00fcckhalten, liegt wohl eher an erwartetem Aufschwung und an Subventions- und Soforthilfeprogrammen, mit denen viele Leute zwar weiter Miete zahlen k\u00f6nnen, allerdings langfristig dem immer teurer werdenden Wohnungsmarkt ausgeliefert und in existenzielle N\u00f6te gedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Es ist darum umso wichtiger den Widerstand aufrecht zu erhalten und deutlich zu machen, dass es keine Alternative zur Vergesellschaftung des Wohnraums gibt.<\/p>\n<p>Deshalb haben wir uns in der Nacht zum 12. Juni Zugang zum Vonovia Gel\u00e4nde in der Bergholzstra\u00dfe in Tempelhof verschafft und zwei ihrer Autos erfolgreich angez\u00fcndet.<\/p>\n<p>Wir rufen auf sich an der Mietenwahnsinnsdemo am 20. Juni zu beteiligen.<\/p>\n<p>#Mietenwahnsinn<\/p>\n<p>Liebig 34 verteitigen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Polizeimeldung vom 12.06.2020<br \/>\nTempelhof-Sch\u00f6neberg<br \/>\nNr. 1437<br \/>\nUnbekannte z\u00fcndeten in der vergangenen Nacht zwei Autos einer Firma in Tempelhof an. Passanten bemerkten die Flammen um kurz nach 3 Uhr auf einem Hof in der Bergholzstra\u00dfe und alarmierten Feuerwehr und Polizei. Beide Opel wurden durch die Flammen komplett zerst\u00f6rt. Auch ein in der N\u00e4he stehender Baucontainer wurde durch das Feuer erheblich besch\u00e4digt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen \u00fcbernommen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/88135\">Indymedia<\/a> (Tor), <a href=\"http:\/\/raxuatgmxdvnp4no.onion\/?node=88135\">Spiegelung<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- Here be dragons but no images. -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Bei einem Brandanschlag auf zwei Transporter des Immobilienverwalters Vonovia explodierten in der Nacht zu Freitag auch Gasflaschen. Nun liegt ein Bekennerschreiben vor.<\/p>\n<p>Passanten bemerkten die Flammen kurz nach 3 Uhr auf einem Hof der Verwaltung an der Bergholzstra\u00dfe. Beide Opel wurden komplett zerst\u00f6rt. Auch ein in der N\u00e4he stehender Baucontainer wurde durch das Feuer erheblich besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Da die Fahrzeuge zum Teil Gasflaschen geladen hatten, hatte es mehrere kleine Explosionen gegeben.<\/p>\n<p>Am Freitagnachmittag ist ein Bekennerschreiben auf indymedia aufgetaucht: Darin hei\u00dft es, man wolle deutlich machen, dass es keine Alternative zur Vergesellschaftung des Wohnraums gebe. \u201eDeshalb haben wir uns in der Nacht zum 12. Juni Zugang zum Vonovia Gel\u00e4nde in der Bergholzstra\u00dfe in Tempelhof verschafft und zwei ihrer Autos erfolgreich angez\u00fcndet.\u201c<\/p>\n<p>Verletzt wurde niemand. Der Staatsschutz ermittelt.<\/p>\n<p>Auf der Kampfplattform \u201eIndymedia\u201c r\u00fchmen sich Linksextremisten anonym ihrer Gewalttaten.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.bz-berlin.de\/tatort\/explosionen-brandanschlag-auf-wohnungsunternehmen-vonovia\">BZ<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 12. Juni 2020 In den vergangenen Jahren, hat sich in Deutschland und besonders auch in Berlin, ein vielf\u00e4ltiger Widerstand, auf verschiedensten Ebenen, gegen die aktuelle Wohnungspolitik entwickelt und etabliert. Besonders Konzerne wie Deutsche Wohnen oder Vonovia standen dabei im Fokus. 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