{"id":12528,"date":"2020-06-08T00:00:32","date_gmt":"2020-06-07T22:00:32","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=12528"},"modified":"2020-06-08T00:00:32","modified_gmt":"2020-06-07T22:00:32","slug":"luxus-autos-abgefackelt-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=12528","title":{"rendered":"Luxus-Autos abgefackelt"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/06\/51989.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-12529\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/06\/51989-300x172.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"172\"><\/a>Berlin<\/strong>, 8. Juni 2020<\/p>\n<blockquote><p>Antwort auf die Kriegserkl\u00e4rung der Stadt Berlin an die Anarchist*innen<\/p>\n<p>Am 3. Juni 2020 hat die Justiz mit ihrem Urteil den weiteren Weg zur R\u00e4umung und Zerst\u00f6rung der Liebig34 er\u00f6ffnet. Sie handelte dabei wie gewohnt ohne eigenen Antrieb und lediglich als Instrument der demokratischen Gewalt. Ihre Auftraggeber in Bezirksversammlungen und Abgeordnetenhaus verfolgen unbeirrt die Agenda einer Stadt der Reichen, f\u00fcr die alles andere beseitigt werden muss. Legitimiert f\u00fchlen sie sich dabei durch die Teilnahme von etwa der H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung an dem Ritual, das Wahl genannt wird. Zur Durchsetzung ihrer Ordnungsphantasien und \u00f6konomischen Interessen bedienen sie sich einer Polizei, die immer versucht ihr sexistisches und rechtsradikales Profil als Fehltritte einzelner Beamt*innen zu verkaufen, die weder f\u00fcr rassistische \u00dcbergriffe noch f\u00fcr Mord Konsequenzen zu bef\u00fcrchten haben.<!--more--><\/p>\n<p>Doch es sind nicht allein zugekokste Manager*innen, die mit Politiker*innen hinter verschlossenen T\u00fcren die Stadt zum Spekulationsobjekt erheben. Zu der systemimmanenten Logik, nach der Kapitalist*innen dem h\u00f6chsten Profit nachjagen, kommt ein weiteres Ph\u00e4nomen hinzu, das anarchistischen Perspektiven das gr\u00f6\u00dfte Hindernis in den Weg legt. Die Bewohner*innen der Stadt werden durch Jahrzehnte neoliberaler Propaganda, Konsumterrors, Sozialchauvinismus und das Framing einer \u00e4u\u00dferen Bedrohung aka \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201c auf den individuellen Aufstieg, private Absicherung und egoistisches Einzelk\u00e4mpfer*innentum abgerichtet. Ein Blick in die renovierten und neugebauten Viertel zeigt Familien auf ihren privatisierten Spielpl\u00e4tzen oder junge Software-Entwickler*innen in den hippen Caf\u00e9s, alle auf der Suche nach ihrem individuellen Lebensgl\u00fcck und in v\u00f6lliger Ignoranz ihrer Umwelt.<\/p>\n<p>Diesen Zustand gilt es zu bek\u00e4mpfen und daf\u00fcr brauchen wir Orte, die nicht im selben Moment jenen Sachzw\u00e4ngen und Normen zum Opfer fallen und die Strukturen Platz bieten, mit denen wir nicht immer v\u00f6llig \u00fcbereinstimmen m\u00fcssen, um sie mit Gewalt zu verteidigen.<\/p>\n<p>W\u00e4hler*innen, Politiker*innen und Verwaltung werden in wenigen Wochen, direkt oder mittelbar durch pauschale Legitimation, die Liebig34 und ihre Nachbarschaft mit paramilit\u00e4rischen Methoden angreifen, Menschen ihre Wohnungen nehmen und sie auf die Stra\u00dfe setzen &#8211; in der Hoffnung, damit der Aufl\u00f6sung des anarchistischen Raums einen Schritt n\u00e4her zu kommen. Im Friedrichshainer Nordkiez sind die Liebig34 und die Rigaer94 Ausgangsort offensiver selbstbestimmter Praxis au\u00dferhalb gesellschaftlicher Normen und staatlicher Normalit\u00e4t. Ob der Million\u00e4r und Hausbesitzer Padovicz ein weiteres Haus zur Spekulation erh\u00e4lt, ist f\u00fcr den kapitalistischen Betrieb der Stadt bedeutungslos. Unter anderem auch in dieser Nachbarschaft jedoch kristallisiert sich die Frage der St\u00e4rke und Propaganda, die die anarchistischen K\u00e4mpfe, ausgehend vom Dorfplatz, im letzten Jahrzehnt heraus bildeten. Der Senat und auch Innenminister Geisel sind sich jener Lage bewusst und versuchen daher aus der Deckung heraus, ohne gro\u00dfen Paukenschlag wie der Vorg\u00e4nger Frank Henkel, die Sache abzuwickeln. Gleich seinen Vorg\u00e4ngern man\u00f6vriert sich auch der aktuelle Kommandeur der Sicherheitsdienste in die Sackgasse der anvisierten Zerschlagung eines der verbliebene sichtbaren Orte des Widerstands.<\/p>\n<p>Dieser Strategie setzen wir unsere Nadelstiche entgegen, die fl\u00e4chendeckend in Solidarit\u00e4t mit der Liebig34 auf Resonanz sto\u00dfen werden. Denn der anarchistische Raum erstreckt sich nicht nur auf die sichtbaren Projekte und die Menschen, die sie bewohnen oder nutzen, sondern auch auf viele weitere unsichtbare Netze, die das scheinheilige Image Berlins als weltoffene, prosperierende Stadt nicht ertragen. Den angek\u00fcndigten \u00dcberfall der Bullenarmee auf die Liebig34, deren Ansatz einzigartig und mit ansteckender Konfliktualit\u00e4t ist, werten wir nicht nur als den \u00fcblichen Gentrifizierungsterror, sondern auch als expliziten Angriff auf den Charakter des Hauses und als Konsequenz der faschistischen Hetze, die sich seit Jahren auf die kleine Anzahl besetzter R\u00e4ume ergie\u00dft.<br \/>\nBei aller Kritik, die Anfang der 90er an den ersten Gruppen ge\u00fcbt wurde, die Verdr\u00e4ngung mit Ans\u00e4tzen einer Kiezmiliz beantworteten, muss doch festgestellt werden, dass bestimmte Schichten und Akteur*innen nur die Sprache verstehen, in der wir am 8. Juni auf dem Arkonaplatz in Mitte zu ihnen gesprochen haben: Vier Nobelkarossen (Porsche, SUV u.a.), mit umgebendem teuren Spielzeug des Mittelschichtpacks, wurden als Erwiderung ihrer Kriegserkl\u00e4rung angez\u00fcndet. Es sind nicht jene Schichten, die wir erreichen k\u00f6nnen mit Aufrufen sich dem Casino und Konkurrenzkampf zu entziehen. Aber sie sind es, die Verantwortung tragen, gravierende Entscheidungen treffen und in die Politik vertrauen, die ihr Eigentum zu sch\u00fctzen versprach.<\/p>\n<p>Im Sommer 2016 zeigte sich, wer Henkel w\u00e4hlte, erntete Feuer, Glasbruch und Randale. Bei vier geplanten R\u00e4umungen (Liebig34, Potse, Syndikat, Meuterei) ergibt sich eine inflationsbedingte Steigerung der Schadenssumme f\u00fcr das Klientel der regierenden Parteien.<\/p>\n<p>Autonome Gruppen<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/88395\">Indymedia<\/a> (Tor), <a href=\"http:\/\/raxuatgmxdvnp4no.onion\/?node=88395\">Spiegelung<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- Here be dragons but no images. -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 8. 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