{"id":12524,"date":"2020-06-15T00:00:05","date_gmt":"2020-06-14T22:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=12524"},"modified":"2020-06-15T00:00:05","modified_gmt":"2020-06-14T22:00:05","slug":"vonovia-carsharing-fahrzeug-in-brand-gesetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=12524","title":{"rendered":"Vonovia-Carsharing Fahrzeug in Brand gesetzt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frankfurt am Main<\/strong>, 15. Juni 2020<\/p>\n<blockquote><p>Wir haben in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni ein Fahrzeug von Vonovia-carsharing\/ DB-flinkster in Brand gesetzt.Nebenstehende Fahrzeuge waren ebenfalls DB Carsharing Autos, somit entstand f\u00fcr keine Privatpersonen irgendeinen Schaden.<\/p>\n<p>Schon in der vergangenen Zeit kam es in Frankfurt1 aber auch bundesweit2 zu verst\u00e4rkten Angriffen auf zentrale Akteure der Immobilienwirtschaft, namentlich vor allem VONOVIA. Dem wollen wir einen Beitrag hinzuf\u00fcgen. Auch f\u00fcr die bevorstehende R\u00e4umung der Liebig 34 sollte der Angriff als Warnung verstanden werden.<!--more--><\/p>\n<p>Statt den \u00fcblicherweise in einer militanten Praxis im Fokus stehenden Handwerkerautos traf es diesmal ein carsharig Fahrzeug.3 Vonovia wirbt in dem Kontext immer wieder mit ihrer Bandbreite an Dienstleistungen f\u00fcr Mieter*innen. Dem setzten wir entgegen, dass es Vonovia auch hierbei um die profitorientierten Marktinteressen des Konzerns geht. Neben der Rolle als Wohnungsbau- und Mietunternehmen stellt f\u00fcr uns auch die Darstellung als vermeintlich nachhaltiger oder sozialer Dienstleister ein Problem dar. Die Scheinheiligkeit des Unternehmens ist unertr\u00e4glich. Hierbei k\u00f6nnen wir uns nur den Ausf\u00fchrungen einer Berliner Aktionsgruppe vor einigen Tagen anschlie\u00dfen:<\/p>\n<p>\u201eDas nun zum wiederholten Male der gr\u00f6\u00dfte b\u00f6rsennotierte Wohnimmobilienkonzern Vonovia, mit mehr als 400.000 Wohneinheiten, den zweitgr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten Wohnimmobilienkonzern Deutsche Wohnen, mit \u00fcber 150.000 Wohneinheiten, \u00fcbernehmen will, ist ein klares Signal, dass der Widerstand nun noch verst\u00e4rkt werden muss.<\/p>\n<p>Da sich Vonovia in den vergangenen Jahren als F\u00fchrer auf dem deutschen Immobilienmarkt etabliert hat, zeigt sich das Unternehmen auch dementsprechend unbeeindruckt von der Corona Krise, die Anfang 2020 einen Gro\u00dfteil der Menschen weltweit in finanzielle und existenzielle Bedr\u00e4ngnis gebracht hat. Man verbucht gar eine Steigerung der Einnahmen und erh\u00f6ht das sechste Jahr in Folge die Gewinnaussch\u00fcttung an die Aktion\u00e4re.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Hauptversammlung am 30. Juni 2020 empfiehlt der Vorstand eine Gewinnaussch\u00fcttung in H\u00f6he von 850 Millionen Euro. Was das bedeutet? Dreieinhalb von zw\u00f6lf Monatsmieten einer jeden Mieter*in wandern direkt auf die Konten von BlackRock, Fidelity Investments, APG SGA und zahlreichen weiteren Finanzdienstleister*innen und Anteilseigner*innen. Das geht aus dem Jahresabschlussbericht des Konzerns hervor.\u201c 4<\/p>\n<p>Dass diese wirtschaftliche Stabilit\u00e4t nicht von ungef\u00e4hr kommt und vor allem nicht auf Grund der \u201esozialen Wohnungspolitik\u201c Vonovias, sollte klar sein, auch wenn Rolf Buch, Vorsitzender der Vonovia im Mai 2020 im Zusammenhang mit der Corona Krise verlauten lie\u00df:<\/p>\n<p>&#8220;Wir stehen zu unserer Verantwortung als gro\u00dfes Wohnungsunternehmen. Unsere wirtschaftliche Stabilit\u00e4t bildet die Basis daf\u00fcr, dass wir in der Corona-Krise gesellschaftliche Verantwortung \u00fcbernehmen und unsere Kraft und F\u00e4higkeiten nutzen k\u00f6nnen, um zu helfen&#8221;<\/p>\n<p>Die Krise sch\u00fcrte bei tausenden, gerade in prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen arbeitenden Mieter*innen die Angst, ihre n\u00e4chste Miete nicht bezahlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um gr\u00f6\u00dferen Unmut oder gar Widerstand zu verhindern, beschloss die Bundesregierung einen Stopp der Mieterh\u00f6hung, sowie ein Aussetzen aller Zwangsr\u00e4umungen, bis Ende 2020. Au\u00dferdem wurde eine Mietstundung angeboten, zu einem Zinssatz von aktuell 4,22%. Da sich der Zinssatz der Mietstundungen vom aktuellen Basiszinssatz ableitet, bleiben die anfallenden Zinsen, bei ausfallenden Mietzahlungen, eine sichere Einnahmequelle f\u00fcr die Immobilienbranche.<\/p>\n<p>Obwohl sich Vonovia also rein an gesetzlichen Vorgaben h\u00e4lt, setzt sich das Unternehmen als \u201esoziales Unternehmen\u201c in Szene. Ein Blick auf die ersten 3 Monate des Jahres 2020 reicht dabei aus, um zu erkennen, wie es um das \u201esoziale\u201c bei Vonovia bestellt ist.<\/p>\n<p>So verzeichnete die Vonovia eine Einnahmesteigerung durch Mieteinnahmen von 12,3 % auf 564 Millionen \u20ac und eine Mietsteigerung von 5,8 %. F\u00fcr das Jahr 2020 war eine Steigerung der Mieten von 4 % vorgesehen, diese wurde (sozial wie Vonovia ist) auf 3,8% gesenkt, als Corona bereits in Deutschland w\u00fctete.<\/p>\n<p>Es sollte bei alldem auch erw\u00e4hnt werden, dass durch eine komplexe Unternehmensstruktur mit diversen Tochterfirmen, wie bei gro\u00dfen Unternehmen \u00fcblich, Vonovia aktiv Arbeitsk\u00e4mpfe versucht zu verhindern und unm\u00f6glich zu machen. Nach wie vor zahlt der Immobilienriese kaum Tarif (nicht einmal 20% der Mitarbeiter*innen), befristet nahezu alle Arbeitsvertr\u00e4ge und sorgt f\u00fcr ein Unternehmensklima, in dem Mitarbeiter*innen durch Druck und Drohungen dazu angehalten werden, sich der profitorientierten und menschenfeindlichen Firmenpolitik zu f\u00fcgen.<\/p>\n<p>Gerade als militante Akteur*innen wollen wir einmal deutlich herausstellen, dass sich die Aktionen gegen Vonovia nicht gegen die Angestellten richten soll. Wir sehen die vielen Aktionen gegen Vonovia im Kontext einer sich versch\u00e4rfenden Lage auf dem Wohnungsmarkt, einer immer deutlicher werdenden Interessenvertretung der Immobilieneigent\u00fcmer*innen durch parlamentarische Politiker*innen und Journalist*innen und einer Staatsmacht, die keine Probleme damit zu haben scheint, die privaten Interessen von Investoren mit Gewalt zu sch\u00fctzen und durchzusetzen.<\/p>\n<p>Deshalb bleibt die einzig sinnvolle Forderung die Enteignung und Vergesellschaftung der Vonovia, der Deutsche Wohnen und ihren Partner*innen. Der Mietendeckel bietet keinen ausreichenden Schutz f\u00fcr Mieter*innen und ist keine langfristige und qualitative \u00c4nderung des Wohnungsmarktes.<\/p>\n<p>Solange Wohnraum eine Ware ist muss es Widerstand auf der Stra\u00dfe geben um klarzumachen, dass sich mit dem Wohn- und Lebensraum von Menschen kein Profit machen lassen darf! Genauso wenig ist der Wohn- und Lebensraum von Menschen dazu da, sich die Rente zu sichern oder sein*ihr \u201eVerm\u00f6gen klug anzulegen\u201c! Es muss sich dann auch niemand wundern, wenn einem die ganze Sache um die Ohren fliegt!<\/p>\n<p>Wir gehen davon aus, dass diese Krise, so wie sonst jede Krise, besonders auf den Schultern der armen und prek\u00e4ren Bev\u00f6lkerungsschichten ausgetragen wird. Dass sich Firmen wie Vonovia und Deutsche Wohnen aktuell zur\u00fcckhalten, liegt wohl eher an erwartetem Aufschwung und an Subventions- und Soforthilfeprogrammen, mit denen viele Leute zwar weiter Miete zahlen k\u00f6nnen, allerdings langfristig dem immer teurer werdenden Wohnungsmarkt ausgeliefert und in existenzielle N\u00f6te gedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Es ist darum umso wichtiger den Widerstand aufrecht zu erhalten und deutlich zu machen, dass es keine Alternative zur Vergesellschaftung des Wohnraums gibt.<\/p>\n<p>Wir rufen auf sich an der Mieten-Aktionstag am 20. Juni zu beteiligen.\u201c<\/p>\n<p>Liebig 34 verteidigen!<\/p>\n<p>1 https:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/78665<br \/>\n2 https:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/88135<br \/>\n3 https:\/\/www.vonovia.de\/de-de\/carsharing<br \/>\n4 https:\/\/www.addn.me\/news\/vonovia-dreieinhalb-monatsmieten-allein-fuer-die-dividende\/<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/88863\">Indymedia<\/a> (Tor), <a href=\"http:\/\/raxuatgmxdvnp4no.onion\/?node=88863\">Spiegelung<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankfurt am Main, 15. Juni 2020 Wir haben in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni ein Fahrzeug von Vonovia-carsharing\/ DB-flinkster in Brand gesetzt.Nebenstehende Fahrzeuge waren ebenfalls DB Carsharing Autos, somit entstand f\u00fcr keine Privatpersonen irgendeinen Schaden. Schon in der vergangenen Zeit kam es in Frankfurt1 aber auch bundesweit2 zu verst\u00e4rkten Angriffen auf zentrale [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12080,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[68],"class_list":["post-12524","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de","tag-frankfurt-am-main"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12524","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12080"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12524"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12524\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}