{"id":12186,"date":"2020-03-31T00:00:32","date_gmt":"2020-03-30T22:00:32","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=12184"},"modified":"2020-03-31T00:00:32","modified_gmt":"2020-03-30T22:00:32","slug":"graffiti-serie-im-stadtgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=12186","title":{"rendered":"Graffiti-Serie im Stadtgebiet"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/04\/corona-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-12186\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/04\/corona-4-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a>M\u00fcnchen<\/strong>, M\u00e4rz 2020<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Fassadenreinigung ist kein systemrelevanter Beruf. \u00c4tsch!&#8221; Diesen auf einem Graffito dokumentierten Spruch machen sich derzeit verst\u00e4rkt Sprayer und Verfasser von &#8220;Schmierschriften&#8221;, wie die Polizei die Machwerke nennt, zu eigen. Die Urheber der Parolen vermutet der Staatsschutz der M\u00fcnchner Polizei in linksautonomen Kreisen. Von Kritik an Kapitalismus und Gentrifizierung bis hin zum Gewaltaufruf reicht auf M\u00fcnchner Parkb\u00e4nken und Hausw\u00e4nden die Bandbreite der Graffiti, die in den meisten F\u00e4llen einen Zusammenhang zur Corona-Pandemie und den dagegen ergriffenen Schutzma\u00dfnahmen herstellen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWas f\u00fcr den gemeinen M\u00fcnchner Hamsterer Klopapier und Nudeln sind, sind in der Sprayer-Szene offenbar Spr\u00fchdosen und Acryl-Marker. Rechtzeitig bunkern, bevor der &#8220;Lockdown&#8221; kommt &#8211; derartige Aufrufe kursierten vergangene Woche auf einschl\u00e4gigen Plattformen. Die Polizei las mit. Das aktuelle Ergebnis der angek\u00fcndigten kapitalismuskritischen Gro\u00dfeink\u00e4ufe ist seit Tagen an Hausw\u00e4nden und Parkb\u00e4nken im Stadtgebiet zu besichtigen. Besonders betroffen sind das Gebiet um den Olympiapark, Schwabing und Milbertshofen. Einen T\u00e4ter-Zusammenhang &#8211; auch zu weiteren Graffiti, die nichts mit der Corona-Krise zu tun haben &#8211; schlie\u00dfen die Ermittler vom Staatsschutzkommissariat 43, zust\u00e4ndig f\u00fcr politisch links motivierte Kriminalit\u00e4t, nicht aus.<\/p>\n<p>So gab es in Schwabing-West mehrere Graffiti, auf denen Staat und Kapitalismus als &#8220;Viren&#8221; bezeichnet und gefordert wurde, Politiker und Medien in Quarant\u00e4ne zu stecken. &#8220;Wir lassen uns nicht einsperren&#8221;, hie\u00df es vergangene Woche mit Blick auf die da schon erwarteten Ausgangsbeschr\u00e4nkungen. Es bleibt aber nicht bei Kritik an den verh\u00e4ngten Pandemie-Schutzma\u00dfnahmen. Auch zu schweren Straftaten wie K\u00f6rperverletzung wird \u00f6ffentlich aufgerufen. An der Schlei\u00dfheimer und der Korbinianstra\u00dfe sowie am Bayernplatz wurden Graffiti entdeckt, die dazu auffordern, Parlamentarier und Polizisten absichtlich zu infizieren.<\/p>\n<p>&#8220;Corona ist f\u00fcr mich (&#8230;) mehr als eine Viruserkrankung, Corona ist ein Narrativ der Herrschenden, das meiner Unterdr\u00fcckung dient&#8221;, schreibt &#8211; mutma\u00dflich &#8211; ein M\u00fcnchner auf einer linken Onlineplattform, auf der er &#8220;Widerstand gegen Corona im M\u00fcnchner Stadtbild&#8221; dokumentiert. &#8220;Deshalb gilt mein Widerstand nicht nur der Ausgangssperre, dem Kontaktverbot, der Quarant\u00e4ne und allen anderen autorit\u00e4ren Kontrollmechanismen, sondern in erster Linie diesem Narrativ selbst.&#8221; Denn Corona sei &#8220;zur ultimativen Legitimationsstrategie f\u00fcr alle denkbaren und undenkbaren Formen von Herrschaft und sozialer Kontrolle geworden&#8221;, schreibt der Verfasser weiter. Auf derselben Plattform wird dazu aufgerufen, M\u00fcnchner Polizisten bei Kontrollen mit Covid-19 anzustecken. Der Verfasser oder die Verfasserin geht dann sogar soweit, ihnen &#8220;einen besonders schweren Verlauf der Krankheit&#8221; zu w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Wegen dieses Posts ermitteln inzwischen Polizei und Staatsanwaltschaft in M\u00fcnchen. Die &#8220;\u00d6ffentliche Aufforderung zu Straftaten&#8221; wird nach Paragraf 111 des Strafgesetzbuches mit Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu f\u00fcnf Jahren geahndet. Wer so etwas tut, wird als Anstifter bestraft.<\/p>\n<p>Den Gesamtschaden durch die Graffiti beziffert das Polizeipr\u00e4sidium inzwischen auf mehrere Tausend Euro. Aktuell fahnden Ermittler nach dem Urheber einer Parole aus der Schwabinger Herzogstra\u00dfe: Dort wurde in der Nacht zum Samstag auf einer L\u00e4nge von etwa sechs Metern mit schwarzer Farbe ein Schriftzug an einer Hausfassade angebracht. Der Schaden in diesem Fall wird auf 500 Euro gesch\u00e4tzt. Auch wenn die Parole wohl gegen ein Immobilienunternehmen gerichtet ist, vermutet der Staatsschutz einen Zusammenhang mit der \u00fcbrigen Graffiti-Serie.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr ist in M\u00fcnchen die Zahl der Delikte, bei denen die Polizei einen politisch linken Hintergrund vermutet, stark zur\u00fcckgegangen &#8211; um mehr als ein Drittel auf 378 F\u00e4lle. Im Mittelpunkt stand dabei der, zum Teil auch gewaltsame, Protest gegen die Gentrifizierung. Mutma\u00dflich Linksautonome attackierten 18 B\u00fcros von Immobilienfirmen und besch\u00e4digten oder zerst\u00f6rten 15 Fahrzeuge. Der entstandene Gesamtschaden \u00fcberstieg nach Polizeiangaben die Marke von einer Million Euro. 26 Gewaltdelikte aus Stadt und Landkreis M\u00fcnchen rechnete der Staatsschutz vergangenes Jahr dem Bereich der politisch links motivierten Kriminalit\u00e4t zu, fast die H\u00e4lfte der Attacken konnte von der Kriminalpolizei aufgekl\u00e4rt werden.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-graffiti-corona-polizei-1.4863689\">S\u00fcddeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Corona scheint zur ultimativen Legitimationsstrategie f\u00fcr alle denkbaren und undenkbaren Formen von Herrschaft und sozialer Kontrolle geworden zu sein. Eine Viruserkrankung, die dazu dient, die Menschen einzusperren, ihnen den Kontakt zu anderen zu verbieten und sie bei jeder Gelegenheit zu schikanieren. Dabei wird jeder Kritik an diesen autorit\u00e4ren Ma\u00dfnahmen mit dem Argument begegnet, dass mensch dann wohl den Tod hunderter, tausender oder Millionen von Menschen bef\u00fcrworte. Corona ist f\u00fcr mich daher mehr als eine Viruserkrankung, Corona ist ein Narrativ der Herrschenden, das meiner Unterdr\u00fcckung dient. Deshalb gilt mein Widerstand nicht nur der Ausgangssperre, dem Kontaktverbot, der Quarant\u00e4ne und allen anderen autorit\u00e4ren Kontrollmechanismen, sondern in erster Linie diesem Narrativ selbst.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/zuendlumpen.noblogs.org\/post\/2020\/03\/23\/widerstand-gegen-corona-im-muenchner-stadtbild\/\">Z\u00fcndlumpen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen, M\u00e4rz 2020 &#8220;Fassadenreinigung ist kein systemrelevanter Beruf. \u00c4tsch!&#8221; Diesen auf einem Graffito dokumentierten Spruch machen sich derzeit verst\u00e4rkt Sprayer und Verfasser von &#8220;Schmierschriften&#8221;, wie die Polizei die Machwerke nennt, zu eigen. Die Urheber der Parolen vermutet der Staatsschutz der M\u00fcnchner Polizei in linksautonomen Kreisen. 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