{"id":12171,"date":"2020-03-18T12:00:42","date_gmt":"2020-03-18T10:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=12081"},"modified":"2020-03-18T12:00:42","modified_gmt":"2020-03-18T10:00:42","slug":"fahrzeuge-von-an-gefaengnisneubau-beteiligten-firmen-abgefackelt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=12171","title":{"rendered":"Fahrzeuge von an Gef\u00e4ngnisneubau beteiligten Firmen abgefackelt"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/03\/48677.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-12082\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/03\/48677-300x150.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"150\"><\/a>Bad Lausick\/Treuen<\/strong>, 18. M\u00e4rz 2020<\/p>\n<blockquote><p>Wir, ein verfr\u00fchtes Osterei, \u00fcbernehmen die Verantwortung f\u00fcr die Br\u00e4nde in der Nacht zum 18.03.2020 bei zwei Firmen, die am Bau des neuen Knastes Zwickau-Marienthal beteiligt sind. [1]<\/p>\n<p>Heute j\u00e4hrt sich der internationale Tag der politischen Gefangenen. Dieser Tag wurde ausgerufen um an die vielen k\u00e4mpfenden Genoss*innen und Gef\u00e4hrt*innen zu erinnern, die in den Kerkern der Gef\u00e4ngnisse weltweit stecken. Das Datum ist angelehnt an den Tag an dem die Pariser Kommune 1871 ausgerufen wurde. F\u00fcr viele galt und gilt die Pariser Kommune bis heute noch als Bezugspunkt revolution\u00e4rer Bestrebungen f\u00fcr soziale Gerechtigkeit und politische Freiheit. Die Zerschlagung der Kommune, das Blutbad an tausenden Kommunard*innen und die Deportation<!--more--> von Hunderten in die Strafkolonien, in welchen sie ein langsamer Tod erwartete, sollte allen Revolution\u00e4ren auf der Welt zeigen, was eine b\u00fcrgerliche Regierung bereit ist zu tun, wenn sie ihre Macht in Gefahr sieht.<\/p>\n<p>Auch heute sitzen tausende Revolution\u00e4r*innen in den Kn\u00e4sten dieser Welt. Der emanzipatorische Kampf zieht sich seit der Kommune fort und seine Kinder kamen und kommen unter die R\u00e4der der Repression. Seit jeher ist auch ein Kampf um die Befreiung und die Unterst\u00fctzung der Gefangenen gef\u00fchrt worden. Eine grundlegende Kritik an Herrschaft verband sich mit einer Kritik an dem Gef\u00e4ngnissystem und der Moral des Strafens. Die Forderung nach der Befreiung der Gef\u00e4hrt*innen wandelte sich oftmals zur Forderung Kn\u00e4ste abzuschaffen und das Strafprinzip g\u00e4nzlich zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>So formierte sich im Zuge der 68er Revolte, nachdem viele Aktivist*innen inhaftiert wurden, eine starke Solidarit\u00e4tsbewegung. Durch die Gefangenenfrage wurde auch eine generelle Kritik am Strafsystem formuliert. Es bestanden jedoch unterschiedliche Ans\u00e4tze, wie man mit dem Thema und der Differenzierung von politischen und sozialen Gefangenen umgeht. Die Unterschiede artikulierten sich auch in den Forderungen der gefangenen Stadtgueriller@s und der angebundenen Unterst\u00fctzungsarbeit von drau\u00dfen. Einige fokussierten sich auf eine Sonderbehandlung der politischen Gefangenen und andere bevorzugten Forderungen zu stellen, die f\u00fcr alle Insass*innen von Bedeutung waren. Es gab einige soziale Gefangene die sich mit den Revolution\u00e4r*innen solidarisierten und beispielsweise ebenfalls in den Hungerstreik traten. Das alles fand in einer stark politisierenden Zeit statt, aber man kann auch vermuten, dass die politischen Gefangenen und ihre K\u00e4mpfe die sozialen Gefangenen im Rebellieren bekr\u00e4ftigten. Die K\u00e4mpfe der Gefangenen fanden, in Zusammenarbeit mit den Unterst\u00fctzungsgruppen von drau\u00dfen, in einer gesellschaftlichen Breite Beachtung und zum Teil auch Wiederhall. Das erste Strafvollzugsgesetz von 1977 h\u00e4tte es ohne diesen Widerstand nicht gegeben.<\/p>\n<p>Unweigerlich wird unser Weg nicht daran vorbei f\u00fchren, dass geliebte Menschen in den Knast wandern. Bei wachsender Konfrontation im sozialen Krieg wird auch die Zahl der Gefangenen steigen. Zum einen, weil die Bereitschaft der Bev\u00f6lkerung Risiken einzugehen steigt, zum anderen, weil die Repressionsorgane ihre Arbeit intensivieren werden, sowohl in ihrer Qualit\u00e4t als auch Quantit\u00e4t. Eine revolution\u00e4re Bewegung kommt so nicht umhin, sich mit dem Thema Knast auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Wir sollten Knast als ein Feld betrachten, dass von sozialen K\u00e4mpfen durchzogen ist und in das wir politisch intervenieren k\u00f6nnen. Es kann uns M\u00f6glichkeiten bieten auf noch mehr Mitstreiter*innen zu treffen, die (auch) nicht das Privileg hatten in stabilen Verh\u00e4ltnissen aufzuwachsen und so in die F\u00e4nge des Staates geraten sind. Besonders die unteren subproletarischen Klassen, die Marginalisierten, die Prekarisierten, sind von Inhaftierungen betroffen. Zu ihnen geh\u00f6ren Geringverdienende, Arbeitslose, Migrant*innen, Illegalisierte, Jugendliche und Drogenabh\u00e4ngige, um einige zu nennen. Menschen, die im Kapitalismus die schlechtere Karte gezogen haben, nicht reich geboren wurden und genau deswegen etwas an dem Ist-Zustand auszusetzen haben. Vermutlich war ihr ganzes Leben ein Kampf &#8211; ermuntern wir sie an unserer Seite weiter zu k\u00e4mpfen. Gegen das System, was sie zuerst arm und dann &#8220;kriminell&#8221; gemacht hat.<\/p>\n<p>In diesem Moment finden weltweit in vielen L\u00e4ndern Revolten in Kn\u00e4sten statt.<br \/>\nDie massiven Einschr\u00e4nkungen dort, aufgrund der Corona Pandemie, brachten in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Brasilien Aufst\u00e4nde hervor. In Brasilien gelang 1350 Gefangenen aus drei unterschiedlichen Kn\u00e4sten die Flucht. In Italien konnten mehr als 50 Menschen die Mauern in Foggia \u00fcberwinden. Einige von ihnen konnten sich bislang den Versuchen des Staates widersetzen, aufgesp\u00fcrt zu werden. Den Menschen wurden im Zuge dieser Krise die letzten Zugest\u00e4ndnisse des Staates genommen. So die M\u00f6glichkeit von Verwandten und Freund*innen besucht zu werden, einige wenige Stunden am Tage drau\u00dfen zu sein und mit anderen Gefangenen zu interagieren. Auch die Lebensmittelversorgung bricht aufgrund der massiven Einschr\u00e4nkungen zusammen und die medizinische Versorgung ist desolat bis nicht vorhanden. Die Repression die auf die Revolten folgte forderte bereits einige Leben. Bei den Aufst\u00e4nden in Italien starben elf Menschen. Die Informationslage ist schwierig, war es doch schon immer eine Strategie des Staates Revolten unsichtbar zu machen. Es verbreiteten sich Nachrichten, dass sich einige von ihnen suizidiert h\u00e4tten. Solchen Nachrichten kann nat\u00fcrlich nicht getraut werden. Die Methodik einen Mord als Suizid im Gef\u00e4ngnis zu tarnen ist nicht erst seit gestern eine beliebte Strategie der Repressionsbeh\u00f6rden widerst\u00e4ndige Individuen unter dem Radar einer \u00d6ffentlichkeit zu liquidieren.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland wurden vor wenigen Tagen die Haftbedingungen beschr\u00e4nkt, in vielen Bundesl\u00e4ndern wurden die Besuchsm\u00f6glichkeiten radikal gek\u00fcrzt, Angebote wie Therapiem\u00f6glichkeiten wurden ausgesetzt. Die Situation wird sich weiter zuspitzen.<br \/>\nUmso wichtiger ist es nun die Isoliertesten der Gesellschaft nicht zu vergessen. Das Grundbed\u00fcrfnis nach menschlicher Interaktion darf nicht noch weiter eingeschr\u00e4nkt werden. In Krisenzeiten trifft es die Prekarisierten immer am h\u00e4rtesten. Gerade in der aktuellen Situation sind sie diejenigen, die kaum Chancen auf eine ausreichende Gesundheitsversorgung haben und auch diejenigen die die kommenden Notstandsgesetze am h\u00e4rtesten treffen werden.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzen wir die Gefangenen und nutzen unsere M\u00f6glichkeiten au\u00dferhalb der Mauern, ihren K\u00e4mpfen mehr Sichtbarkeit zu verleihen!<\/p>\n<p>Gegen das ungerechte Leben und f\u00fcr die Freiheit! Den Aufstand in die K\u00f6pfe tragen!<\/p>\n<p>Wir gr\u00fc\u00dfen die 3 von der Parkbankcrew, die sich gerade in einem Mammutverfahren befinden. Auch freut es uns zu h\u00f6ren, dass Peter Krauth wieder in Freiheit ist und nicht an die BRD ausgeliefert wird &#8211; Liebe Gr\u00fc\u00dfe ins sonnige Venezuela an die drei vom Kommitee.<\/p>\n<p>[1] In Bad Lausick Elektro Lehmann und in Treuen Scholz GmbH.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/72442\">Indymedia<\/a> (Tor), <a href=\"http:\/\/raxuatgmxdvnp4no.onion\/?node=72442\">Spiegelung<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Nach zwei mutma\u00dflichen Brandstiftungen mit hohem Sachschaden in Westsachsen hat das Landeskriminalamt in Dresden die Ermittlungen \u00fcbernommen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, so die Beh\u00f6rde. Auch ein politisches Tatmotiv k\u00f6nne derzeit nicht ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Brandanschl\u00e4ge in Bad Lausick und Treuen<\/p>\n<p>In Bad Lausick betraten die T\u00e4ter ein Firmengrundst\u00fcck und setzten dort abgestellte Fahrzeuge in Brand. Dabei entstand ein Sachschaden von mehr als 50.000 Euro. Kriminaltechniker haben die Spuren vor Ort gesichert, so die Staatsanwaltschaft Leipzig.<\/p>\n<p>Im vogtl\u00e4ndischen Treuen haben unbekannte T\u00e4ter f\u00fcnf Bagger und eine Walze in Brand gesetzt. Die Ermittler gehen von einem Schaden von mehreren 100.000 Euro aus.<\/p>\n<p>Das Landeskriminalamt sucht in beiden F\u00e4llen nach Zeugen. Bereits im vergangenen Herbst war es zu \u00e4hnlichen Anschl\u00e4gen im Raum Leipzig gekommen. Die Taten werden Linksextremisten zugeschrieben, die sich gegen die eine mutma\u00dfliche Gentrifizierung zur Wehr setzen wollen. Bei der sogenannten Gentrifizierung werden die bisherigen Mieter durch Modernisierungen aus ihren Wohnungen verdr\u00e4ngt und anschlie\u00dfend durch wohlhabendere Bev\u00f6lkerungsschichten ersetzt.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/brandstiftung-baufahrzeuge-westsachsen-100.html\">MDR<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bad Lausick\/Treuen, 18. M\u00e4rz 2020 Wir, ein verfr\u00fchtes Osterei, \u00fcbernehmen die Verantwortung f\u00fcr die Br\u00e4nde in der Nacht zum 18.03.2020 bei zwei Firmen, die am Bau des neuen Knastes Zwickau-Marienthal beteiligt sind. [1] Heute j\u00e4hrt sich der internationale Tag der politischen Gefangenen. Dieser Tag wurde ausgerufen um an die vielen k\u00e4mpfenden Genoss*innen und Gef\u00e4hrt*innen zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12080,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[348,349],"class_list":["post-12171","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de","tag-bad-lausick","tag-treuen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12080"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12171"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12171\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}