{"id":11976,"date":"2020-03-06T00:00:21","date_gmt":"2020-03-05T22:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=11976"},"modified":"2020-03-06T00:00:21","modified_gmt":"2020-03-05T22:00:21","slug":"farbe-und-kaputte-scheiben-bei-start-up-factory","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=11976","title":{"rendered":"Farbe und kaputte Scheiben bei Start-Up Factory"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/03\/48256.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-11977\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/03\/48256-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\"><\/a>Berlin<\/strong>, 6. M\u00e4rz 2020<\/p>\n<blockquote><p>Seit heute Nacht klaffen wieder L\u00f6cher in den Scheiben der Start-Up Factory in Berlin Treptow und die Fassade hat einen neuen Teilanstrich. Auch ihre Secus \u2013 rund um die Uhr angestellt um die nicht so smarte Nachbarschaft und den P\u00f6bel fernzuhalten \u2013 konnten dies nicht verhindern.<\/p>\n<p>Die \u201eFactory Berlin\u201c soll nach den Vorstellungen ihres Geldgebers und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers Udo Schloemer als \u201eBusiness-Club\u201c fungieren, \u201edessen Aufgabe es ist, Akteure aus Konzernen und Unternehmen mit Start-Ups zusammenzubringen.\u201c Ob sich dieses Projekt in naher Zukunft finanziell f\u00fcr ihn lohnen wird bleibt ungewiss, aber offensichtlich<!--more--> ist Udo gern vorne mit dabei wenn \u00fcberkoffeinierte Mittzwanziger irgendwas \u00fcber \u201edisruptive Blockchaintechnologie\u201c fabulieren.<\/p>\n<p>Dass Orte wie die Factory, ein Google-Campus oder aktuell der geplante Amazon-Tower die Dynamiken der Stadtumstrukturierung beschleunigen und \u00fcber kurz oder lang Leute verdr\u00e4ngen, wurde bereits oft beschrieben. Ebenso haben Gef\u00e4hrt*innen in zahlreichen klugen Texten dargelegt, wie derlei Unternehmen als Propheten einer Ideologie der Digitalisierung und Smartifizierung \u2013 sofern sie erfolgreich sind \u2013 zuk\u00fcnftig ein Leben in Freiheit, Autonomie und Selbstorganisierung (oder auch nur die Hoffnung darauf) verunm\u00f6glichen k\u00f6nnten.<br \/>\nWir wollen daher hier nicht erneut darauf eingehen, sondern die Gelegenheit nutzen, einige Worte zu den anstehenden R\u00e4umungen in Berlin zu sagen.<\/p>\n<p>Militante Praxis braucht Organisierung \u2013 Organisierung braucht militante Praxis<\/p>\n<p>Die nun teils jahrelang andauernde R\u00e4umungsbedrohung f\u00fcr verschiedenste Projekte und H\u00e4user in unserer Stadt hat sich als Grundlage erwiesen, wieder mehr Austausch und Zusammenkommen unterschiedlicher Spektren anzuregen. Besonders die letzten Monate waren von wachsenden Vernetzungsbem\u00fchungen gepr\u00e4gt. Ein Unterfangen, das wahrscheinlich oft anstrengend aber letztlich unerl\u00e4sslich ist und auch bleiben wird. Sichtbarer Effekt sind eine Reihe von Kundgebungen, Veranstaltungen, Demonstrationen und Aktionen. Teils in Formen, die erst durch die Verkn\u00fcpfung von vorher getrennt arbeitenden Spektren m\u00f6glich wurden und ganz unterschiedliche Zielgruppen in den Blick nehmen.<br \/>\nDiese Entwicklung birgt einiges an Potential f\u00fcr die kommenden K\u00e4mpfe, wenn sie auch in diesem Sinne verstanden wird. Trotz einiger Aktionen (nein, wir meinen damit nicht nur Sachschaden), bleibt derzeit aber die militante Praxis zu diesem Themenfeld hinter den M\u00f6glichkeiten einer strukturell breit getragen Anti-R\u00e4umungs-Kapmagne zur\u00fcck.<br \/>\nDies k\u00f6nnte nat\u00fcrlich daran liegen, dass die schon in den letzten Jahren bestehenden militanten Zusammenh\u00e4nge einzelnen bedrohten Projekten und ihrer Politik nichts abgewinnen k\u00f6nnen. Dann w\u00fcrde es aber verwundern, dass diese Kritik bisher nicht auch in Texten und Erkl\u00e4rungen kundgetan wird.<br \/>\nUnabh\u00e4ngig dessen wollen wir jedoch daf\u00fcr pl\u00e4dieren, dass auch notwendige Kritik uns nicht daran hindert, eigene Ideen und Mittel in die aktuelle Gemengelage zu werfen. In einer Zeit in der aus den unterschiedlichsten Ecken dieser Stadt Leute zusammenfinden, diskutieren, planen und sich verschw\u00f6ren, wo neue und junge Menschen auf schon lange Dabeigewesene treffen, k\u00f6nnen wir es uns nicht leisten, einfach nur zuzusehen und keine eigenen Impulse zu setzen. Wenn wir es wollen k\u00f6nnen unsere Aktionen hier von einem breiteren Umfeld wahrgenommen und diskutiert werden, als dies vielleicht sonst zu erwarten w\u00e4re. Die R\u00e4umungsfrage wird zwangsl\u00e4ufig auf eine Konfrontation hinauslaufen. Es ist auch an uns zu entscheiden, ob aus dieser Konfrontation neue Bewegungslinke und Social-Media-Aktivist*innen hervorgehen oder wir einige neue Gef\u00e4hrt*innen auf dem Weg der direkten Aktion und offenen Feindschaft mit dem Bestehenden begr\u00fc\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch auch Vernetzungsbem\u00fchungen, sei es nun ein H\u00e4userplenum oder eine Stadtteilini, haben ohne militante Praxis einiges zu verlieren. All die Plena und Orga-Aufgaben drohen angesichts von Gerichtsurteilen und Politikgeschwafel in der Bedeutungslosigkeit zu enden, wenn eine Organisierung nicht auch militant unterst\u00fctzt und bestenfalls abgesichert ist. Das ist erstmal keine Kritik an denen die die Vernetzungsarbeit tragen, aus eigener Erfahrung wissen wir, dass sich einige Leute derzeit wahrscheinlich sprichw\u00f6rtlich den Arsch aufrei\u00dfen um all die n\u00f6tigen Dinge zu organisieren. Gleichzeitig werden wir aber kein St\u00fcck vorankommen wenn alle Arbeit an ein paar Wenige delegiert bleibt und der Rest sich damit begn\u00fcgt, schlicht bei den so vorbereiteten Events teilzunehmen. Wir werden auch nicht vorankommen, wenn wie schon viel zu oft in vergleichbaren Situationen sich ein weiteres Mal die Tendenz durchsetzt, hoffnungsvoll und bittend an Stadtpolitiker*innen heranzutreten. Ob durchgesetzte Bebauungspl\u00e4ne f\u00fcr die Rummelsburger Bucht, leere Versprechungen an Potse und Drugstore oder Hintert\u00fcr-Befriedungsversuche rund um die Liebig 34, all dies zeigt, dass wir uns nicht mit jenen einlassen sollten, die aus machtpolitischen und systemstabilisierenden Gr\u00fcnden letzten Endes die Interessen der Eigent\u00fcmer*innen durchsetzen m\u00fcssen und werden. Ganz egal wie idealistisch sie im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch daherkommen m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Um im Falle einer durchgesetzten R\u00e4umung eben nicht nur ausgelaugt und frustriert dazustehen, m\u00fcssen militante Aktionen eine Perspektive er\u00f6ffnen, die es erlaubt, Erfahrungen der Selbsterm\u00e4chtigung zu sammeln und eine offensive Solidarit\u00e4t zu entwickeln. Eine Perspektive, die uns auch dann noch st\u00e4rken kann, wenn das Haus oder der Jugendklub schon lange zerst\u00f6rt ist und nicht auf die Zugest\u00e4ndnisse anderer angewiesen ist.<br \/>\nSo etwas wird nicht am Tag X aus dem Nichts enstehen und auch Eigent\u00fcmer*innen, Senat und die Bullen k\u00f6nnten bereits jetzt ein bisschen mehr Stress vertragen, wenn sie sich aufmachen unsere R\u00e4ume zu zerst\u00f6ren. Das Syndikat hat bereits einen Termin f\u00fcr den ersten R\u00e4umugsversuch am 17.04.<br \/>\nWir wollen also uns und auch alle anderen ermutigen, ob erfahren oder nicht, wieder mehr in die Waagschale zu werfen und Berlin die Konfrontation zu bescheren, die es in den n\u00e4chsten Monaten verdient.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t hei\u00dft Angriff!<\/p>\n<p>Lesetipps (in dieser Reihenfolge) f\u00fcr alle, die sich nicht erwischen lassen wollen:<\/p>\n<p>https:\/\/www.torproject.org<\/p>\n<p>https:\/\/tails.boum.org<\/p>\n<p>http:\/\/xrlvebokxn22g6x5gmq3cp7rsv3ar5zpirzyqlc4kshwpfnpl2zucdqd.onion\/node\/23028\/ (Prisma PDF)<a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/03\/fac.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-11993\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2020\/03\/fac-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\"><\/a><\/p>\n<p>https:\/\/militanz.blackblogs.org (nicht ohne TOR \u00f6ffnen!)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/70032\">Indymedia<\/a> (Tor), <a href=\"http:\/\/raxuatgmxdvnp4no.onion\/?node=70032\">Spiegelung<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>F\u00fcnf bis sechs Vermummte haben in der Nacht zu Freitag gegen 0.45 Uhr die Au\u00dfenfassade eines B\u00fcrogeb\u00e4udes an der Lohm\u00fchlenstra\u00dfe in Alt-Treptow besch\u00e4digt. Sie sollen mit Kleinpflastersteinen und Farbbeh\u00e4ltnissen die Fassade beworfen haben. Anschlie\u00dfend fl\u00fcchtete die Gruppe unerkannt in Richtung G\u00f6rlitzer Park. Es konnten besch\u00e4digte Fensterscheiben sowie diverse Farbanhaftungen am Geb\u00e4ude festgestellt werden. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen \u00fcbernommen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: Berliner Morgenpost<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 6. M\u00e4rz 2020 Seit heute Nacht klaffen wieder L\u00f6cher in den Scheiben der Start-Up Factory in Berlin Treptow und die Fassade hat einen neuen Teilanstrich. Auch ihre Secus \u2013 rund um die Uhr angestellt um die nicht so smarte Nachbarschaft und den P\u00f6bel fernzuhalten \u2013 konnten dies nicht verhindern. 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