{"id":11971,"date":"2020-03-02T00:00:43","date_gmt":"2020-03-01T22:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=11971"},"modified":"2020-03-02T00:00:43","modified_gmt":"2020-03-01T22:00:43","slug":"auto-von-marko-mitrovic-zertruemmert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=11971","title":{"rendered":"Auto von Marko Mitrovic zertr\u00fcmmert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frankfurt am Main<\/strong>, M\u00e4rz 2020<\/p>\n<blockquote><p>Trigger\/ Inhalts Warnung: \u201ePick-Up-Artists\u201c und sexualisierte Gewalt<br \/>\nWir haben am gestrigen Abend den silbernen Smart mit dem Kennzeichen FMM 3990 vom Pick-Up-Arschloch (PUA, den sexistischen Begriff \u201ePick-Up-Artist\u201c werden wir hier nicht reproduzieren) Marko Mitrovic aka Marco Polo, der in der Saalburgstra\u00dfe 13 in Frankfurt wohnt, mit Freude zerst\u00f6rt. Die Reifen haben wir zerstochen, die Scheiben zerschlagen und die Karosserie bearbeitet. Marco Polo ist einer der bekanntesten PUAs in Deutschland. Er \u00fcbt sich nicht nur selbst in den manipulativen Taktiken an Frauen*, sondern unterrichtet M\u00e4nner deutschlandweit in systematischem grenz\u00fcberschreitenden Verhalten. Er ist also ein hauptberuflicher PUA, denn er verdient sein Geld mit der Verbreitung dieser sexistischen Praktiken.<!--more--><\/p>\n<p>Marko Polo\/Mitrovic ist Teil einer Szene von M\u00e4nnern, in der Frauen* eine klare Rolle zugewiesen bekommen: als Objekt und Austragungsort der heterosexistischen, m\u00e4nnlichen Sexualit\u00e4t. Die Pick-Up-Arschl\u00f6cher nennen den Weg zu ihrem Ziel (Handynummer*, Sex oder eine Beziehung) ein \u201eGame\u201c.<\/p>\n<p>Die betroffenen Frauen* bekommen jeglichen Subjektstatus abgesprochen, indem mit ihnen unwissentlich und unfreiwillig \u201egespielt\u201c, ihr Aussehen in Zahlen beurteilt und ungeachtet der Pers\u00f6nlichkeiten und Interessen der Personen, die gleichen Taktiken auf sie angewendet werden. Das darf nat\u00fcrlich nicht auffliegen, weshalb Mitrovic z.B. empfiehlt, dass Frauen*, die in Therapie sind, gemieden werden sollten, denn sie k\u00f6nnte ja merken \u201ewarum sie dich nicht will\u201c 2.<\/p>\n<p>Die von Mitrovic und anderen \u201eGurus\u201c gepredigten \u201eVerf\u00fchrungstechniken\u201c sind neurologische Methoden wie Manipulation, Erniedrigung, Dem\u00fctigung, Hypnose und Konditionierung. Sie sind nichts anderes als systematische Grenz\u00fcberschreitungen und psychische, physische und sexualisierte Gewalt. Es gibt PUAs die ihr gewaltvolles und dominantes Verhalten offen zugeben &#8211; und dann gibt es Marko Metrovic.<\/p>\n<p>Marko Metrovic probiert sich in der \u00d6ffentlichkeit und innerhalb der Pick-Up-Pisser Szene als Antisexist zu inszenieren und mit seinem Unternehmen \u201eFlirt Empire\u201c die Techniken der PUA als Weg zur wahren Liebe \u2013 buchst\u00e4blich &#8211; zu verkaufen.<\/p>\n<p>Nach dem Skandal um den Vergewaltiger und PUA Julien Blanc, der sexualisierte Gewalt (wie unkonsensuales W\u00fcrgen oder Kopf in den Schritt dr\u00fccken) als Teil seiner Flirttechnik propagiert, sagte Marco Polo in einem Interview, die PUA Szene \u201ehabe nichts falsch gemacht\u201c 1 und PUAs seien in Wahrheit \u201efrauenfreundlich\u201c2. Mit ein paar widerspr\u00fcchlichen, halbherzigen Aussagen sorgte er daf\u00fcr, dass er fr\u00f6hlich weiter seine frauenverachtenden Seminare veranstalten kann, die dadurch sogar noch einen vermeintlich antisexistischen Anstrich bekamen. Dass dies ein reiner publicity stunt ist, sollte allen klar sein.<\/p>\n<p>Denn er behauptet gleichzeitig die \u201eKunst der Verf\u00fchrung ist es jemanden dazu zu bringen etwas zu tun, was er eigentlich nicht tun wollte\u201c2. Indem er selbst verbreitet, dass \u201edas erste Nein respektvoll\u201c2 (!) umgangen werden kann, dass Frauen* manchmal nur \u201eaus H\u00f6flichkeit\u201c2 Ja sagen und dass er aktiv versucht es der betroffenen Person so schwer wie m\u00f6glich zu machen Nein zu sagen2, beweist er, dass hinter seinem verschleierten Sexismus wieder nur die Verletzung der (k\u00f6rperlichen) Selbstbestimmung von Frauen* und die Aufrechterhaltung der m\u00e4nnlichen Herrschaft steht.<\/p>\n<p>Marko Polo ist nicht nur ein PUA sondern auch ein Unternehmen. Er gibt Coachings und Seminare (die Teilnahme kostet schon mal 500-1000 \u20ac) und verkauft Ratgeber, die die Manipulation und Sexualisierung von Frauen als ein Projekt der m\u00e4nnlichen Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung verkaufen. Er bewirbt sie damit, dass er angeblich schon mit \u00fcber 300 Frauen geschlafen habe, was wohl bei seiner Anh\u00e4ngerschaft zieht. Die Kommerzialisierung dieser systematischen Grenz\u00fcberschreitung der k\u00f6rperlichen Selbstbestimmung von Frauen* durch Sexisten wie Marko Metrovic, ist ein widerwertiger Auswuchs des kapitalistischen Patriarchats. Sie f\u00fchrt zu vermehrten Bel\u00e4stigungen im \u00f6ffentlichen Raum und nicht zuletzt zur Normalisierung von sexualisierter Gewalt und Vergewaltigungen.<\/p>\n<p>Wir haben Metrovic als Ziel unserer feministischen Aktion gew\u00e4hlt, um aufzuzeigen, dass die Pick Up Pisser Szene, ihr sogenanntes \u201eGame\u201c und all ihre Anh\u00e4nger und Unternehmer auch ohne offensichtliche gewaltverherrlichende Aussagen und (angezeigte) Vergewaltigungen von Grund auf sexistisch und gewaltvoll sind!<\/p>\n<p>Wir werden diese Gewalt nicht weiter hinnehmen! Es ist an der Zeit, dass sexistische T\u00e4ter, die aus einer tief patriarchalen Ideologie handeln, endlich auch militant angegangen werden \u2013 Entlarvt sie, Markiert sie, Greift sie an! Outet Metrovic und andere wo sie wohnen, studieren und ihre Schei\u00dfe abziehen.<\/p>\n<p>Wir holen uns die Selbstbestimmung zur\u00fcck, die uns der sexistische Staat und der Kapitalismus niemals geben wird und sorgen f\u00fcr unseren Selbstschutz indem wir #feministischk\u00e4mpfen!<\/p>\n<p>Gr\u00fc\u00dfe an die Liebig 34 und alle k\u00e4mpfenden FLINT*s da drau\u00dfen.<\/p>\n<p>Inspiriert wurden wir vom Aufruf zum 8. M\u00e4rz zu finden auf feministischkaempfen.blackblogs.org<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: E-Mail<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Netzwerk #FeministischK\u00e4mpfen will auf die allt\u00e4glichen K\u00e4mpfe von Frauen aufmerksam machen. Dabei \u00fcberschreiten Aktivistinnen auch mal die Grenzen des Legalen.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Internationalen Frauentags am 8. M\u00e4rz hat sich das Aktionsnetzwerk #FeministischK\u00e4mpfen zusammengefunden. Es soll einen Rahmen bilden, \u201ein dem wir alle unsere feministisch aktivistischen und allt\u00e4glichen K\u00e4mpfe zusammenf\u00fchren, und uns dabei gegenseitig solidarisch und auf Augenh\u00f6he unterst\u00fctzen\u201c, sagt Lila Herrmann, Sprecherin des Netzwerks.<\/p>\n<p>Mit dem Hashtag wolle man diesen K\u00e4mpfen eine gemeinsame laute Stimme geben. Unterst\u00fctzt wird das Netzwerk von Einzelpersonen und verschiedenen Gruppen, darunter \u201eFfeM\u201c, \u201eSUQ\u201c und \u201eKritik &amp; Praxis\u201c. Ziel sei es, auf Alltagsk\u00e4mpfe von Frauen, Lesben, Transpersonen, intergeschlechtlichen, nichtbin\u00e4ren und queeren Menschen (FLTINQ) aufmerksam zu machen und sich gegen Gewalt an ebenjenen zu wehren.<\/p>\n<p>Dabei \u00fcberschreiten Aktivistinnen des Netzwerks auch mal die Grenzen des Legalen: Auf seiner Internetseite verk\u00fcndet das Netzwerk in einem Beitrag vom 3. M\u00e4rz, man habe am Abend zuvor das Auto eines Frankfurter Pick-up-Artist (PUA) zertr\u00fcmmert. \u201eDie Reifen haben wir zerstochen, die Scheiben zerschlagen und die Karosserie bearbeitet.\u201c PUA sind \u201eDating Coaches\u201c, die M\u00e4nnern dabei helfen, Frauen sexuell zu verf\u00fchren. Die Aktivistinnen machen in ihrem Beitrag den Namen und die Adresse des PUA sowie das Kennzeichen des zertr\u00fcmmerten Autos \u00f6ffentlich. Die Polizei best\u00e4tigt, dass ihr der Vorfall bekannt ist. Es sei Anzeige erstattet worden. \u201eViel zu selten m\u00fcssen sich die PUA vor Konsequenzen f\u00fcrchten, denn es ist gesellschaftlich normalisiert, die Grenzen von Frauen zum Spa\u00df der M\u00e4nner zu \u00fcberschreiten\u201c, sagt Herrmann. \u201eDie Aktivistinnen nehmen nicht l\u00e4nger hin, dass sexualisierte \u00dcbergriffe gesellschaftliche Normalit\u00e4t bleiben, und wehren sich dagegen.\u201c Mit den Worten \u201eEntlarvt sie, markiert sie, greift sie an!\u201c ruft das Netzwerk dazu auf, \u00e4hnliche Aktionen zu begehen. \u201eF\u00fcr uns ist die Grenz\u00fcbertretung zur Illegalit\u00e4t eine Notwendigkeit von feministisch revolution\u00e4rer Politik, um tats\u00e4chlich systemische Ver\u00e4nderungen zu erzielen und aus der jahrhundertealten Unsichtbarmachung auszubrechen\u201c, sagt Herrmann.<\/p>\n<p>Auch mit weniger drastischen Aktionen wie Graffitis, Bannern und Stickern macht das Netzwerk in der Stadt auf sich aufmerksam. Au\u00dferdem nimmt es rund um den Internationalen Frauentag an verschiedenen Demonstrationen teil. So schlie\u00dft es sich unter anderem der Demo des Frauen*streik-B\u00fcndnisses und \u201eFridays for Future\u201c am Freitag, 6. M\u00e4rz, um 16 Uhr am Zoo an. Am Samstag, 7. M\u00e4rz, um 19 Uhr findet unter dem Motto \u201eWe reclaim the night\u201c eine Frauendemo statt, bei der heterosexuelle M\u00e4nner nicht erw\u00fcnscht sind. Auch nach dem 8. M\u00e4rz wolle man weitere Aktionen durchf\u00fchren.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/frankfurt\/aktivistinnen-zertruemmern-auto-pick-up-artist-13574405.amp.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankfurt am Main, M\u00e4rz 2020 Trigger\/ Inhalts Warnung: \u201ePick-Up-Artists\u201c und sexualisierte Gewalt Wir haben am gestrigen Abend den silbernen Smart mit dem Kennzeichen FMM 3990 vom Pick-Up-Arschloch (PUA, den sexistischen Begriff \u201ePick-Up-Artist\u201c werden wir hier nicht reproduzieren) Marko Mitrovic aka Marco Polo, der in der Saalburgstra\u00dfe 13 in Frankfurt wohnt, mit Freude zerst\u00f6rt. Die Reifen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12080,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[68],"class_list":["post-11971","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-de","tag-frankfurt-am-main"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11971","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12080"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11971"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11971\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11971"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11971"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11971"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}