{"id":11723,"date":"2020-01-28T00:00:42","date_gmt":"2020-01-27T22:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=11723"},"modified":"2020-01-28T00:00:42","modified_gmt":"2020-01-27T22:00:42","slug":"auto-der-telekom-angezuendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=11723","title":{"rendered":"Auto der Telekom angez\u00fcndet"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg<\/strong>, 28. Januar 2020<\/p>\n<blockquote><p>Wir denken an euch.<\/p>\n<p>Die, die ihr alles zur\u00fccklassen musstet um euch den Krallen des Staates zu entziehen. Wir denken an die Angst die ihr gehabt haben musstet, als euch klar wurde, dass etwas schief ging und ihre Sp\u00fcrnasen euch auf dem Fersen sind. An die Bauchschmerzen und den rasenden Puls, als ihr mit oder ohne gepackte Sachen euer vertrautes Umfeld und Zuhause hinter euch lassen musstet, um unfreiwillig in eine ungewisse Zukunft zu fl\u00fcchten. An die gebrochenen Herzen, die ihr und eure Liebsten, Familien und Freund*innen in euch tragt.<!--more--><br \/>\nUnd auch an euch: die, die gekriegt wurden. Die, die Welt nur noch aus dem Blick durch Gitterst\u00e4be in den grau ummauerten Hof betrachten k\u00f6nnen. Deren Leben aus dem Schl\u00fcsselklackern der widerlichen Schlie\u00dferinnen und ihrer b\u00fcrokratischen K\u00e4lte besteht. Wo der Kontakt mit euren Liebsten zeitlich begrenzt und immer unter den Augen der Feinde der Freiheit stattfindet.<br \/>\nIhr und eure Geschichte seid bei uns, wenn wir handeln.<br \/>\nWenn Mensch sich die Welt und ihre sichtbaren und unsichtbaren Zw\u00e4nge ansieht f\u00e4llt es schwer sich der Ohnmacht zu entziehen. Die Hoffnungslosigkeit an den bestehenden Verh\u00e4ltnissen zu r\u00fctteln, geschweige denn sie zu \u00e4ndern, wirkt zu oft unendlich schwer. Doch wer es schafft sich ihrer scheinbaren \u00dcbermacht zu entziehen und einen Schritt in Richtung Angriff macht, wird merken, dass der Mensch nur ein Gef\u00fchl von Freiheit sp\u00fcren kann in dem der Mensch das zerst\u00f6rt was Freiheit raubt.<\/p>\n<p>Und so waren wir letzte Nacht f\u00fcr einen kurzen Moment frei, als das Feuerzeug den Brandsatz entz\u00fcndete und ein Fahrzeug der Telekom in Wandsbek dem Feuer \u00fcberlassen wurde. Die Beweggr\u00fcnde, weshalb wir uns f\u00fcr die Deutsche Telekom als Angriffsziel entschieden, haben Gef\u00e4hrt*innen aus Berlin sehr gut ausgearbeitet.<\/p>\n<p>\u201eNeue Technologien und der damit einhergehende digitale Zugriff auf unser Leben erm\u00f6glichen neue und subtilere Techniken des Regierens. Die abertausenden von Daten, die t\u00e4glich produziert werden, sollen das Handeln berechen- und steuerbar werden lassen. Mit Predictive Policing, dem vorausschauenden Bullen, wurde ein Werkzeug geschaffen, das Menschen nach Stereotypen einsortiert und sich so die T\u00e4ter*innen der Zukunft schafft. Eingebettet sind solche Technologien in die Umstrukturierung der St\u00e4dte zur Smart City, an dessen Umsetzung Unternehmen wie die Deutsche Telekom mit 5G Infrastrukturprojekten oder smarten Verkehrssystemen, Laternen, M\u00fcllmanagement uvm. Fortw\u00e4hrendarbeiten. Dies aber keineswegs, um ein besseres Leben f\u00fcr Alle zu erm\u00f6glichen, sondern um die totalit\u00e4re Idee einer umfassenden Kontrolle der Stadt und ihrer Bev\u00f6lkerung durchpraktische L\u00f6sungen zu erm\u00f6glichen\u201c.<\/p>\n<p>Die Zeit im Nacken mit Schwei\u00dfperlen auf der Stirn hetzten wir durch die Stadt, um uns der Geschichte zu entziehen, die die Klandestinen und Gefangenen ereilt hat.<\/p>\n<p>Es gibt zu viele F\u00e4lle von herrschaftlicher Gewalt, die uns fassungslos machen. Es sind jene Geschichten, die uns das Blut in den Adern kochen l\u00e4sst und uns zum handeln zwingt.<br \/>\nDa ist zum einen ein junger Man der in Hamburg vor 2 Tagen mehrere E-Scooter zerst\u00f6rt hat in dem er sie von Br\u00fccken oder Treppen hinunter warf oder sie in Brand gesetzt hat. Ein E-Scooter ist lediglich ein nerviges, umweltverschmutzendes Ding, dass zur Smartifizierung dieser Welt beitr\u00e4gt. Ein Gegenstand, mehr nicht. Doch ein Haftrichter in Hamburg sah das offenbar anders und steckt den zerst\u00f6rungsw\u00fctigen Menschen in U-Haft. Mit welch einer perversen Leichtigkeit jemand, der nur, weil er die Macht dazu hat, einen anderen Menschen einsperren l\u00e4sst.<br \/>\nEin anderer Tag in Berlin: Die Berliner Bullen werden zu einem Einsatz am Boxhagener Platz in Friedrichshein gerufen. Sie st\u00fcrmen eine Wohnung. Ein Bulle schie\u00dft. Maria ist tot. Ein Mensch ist get\u00f6tet worden! Das ist eine unfassbare Trag\u00f6die. Etwas das niemals passieren darf. Doch die M\u00e4chtigen entscheiden das Maria verwirrt, auf Drogen oder am Besten beides zusammen war, was ihren Tot rechtfertigt. Denn das Leben oder die Freiheit eines Bullen z\u00e4hlt im Zweifel immer mehr. Diese zwei Geschichten sind nur ein Bruchteil dessen, was ihre herrschaftliche Gewalt t\u00e4glich anrichtet. Um ihre Herrschaft zu sichern wird v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich eingesperrt und get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Umso mehr Aufmerksamkeit haben eben jene Geschichten verdient ,die sich ihrer Gewalt entziehen und zur\u00fcckschlagen. Ob am 25.1. in Connewitz oder immer mal wieder am Friedrichsheiner Dorfplatz. Auch die Geschichten im Hambi sprechen eine freiheitliche Sprache. Genauso wie die w\u00f6chentlich splitternden und feurigen N\u00e4chte im deutschsprachigem Raum. Auch die weltweit aktuellen Revolten wie in Chile, Iran oder die immer wieder aufflammenden Tage in Frankreich geben Anlass zur Hoffnung.<\/p>\n<p>Wir schicken revoltierende Gr\u00fc\u00dfe an die FAZ und viel Kraft an das anarchafemenistische Projekt L34 in Berlin.<\/p>\n<p>Liebe und Hoffnung in die Kn\u00e4ste und die Klandestinit\u00e4t.<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr die drei von der Parkbank.<\/p>\n<p>Anarchie<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/61989\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg, 28. Januar 2020 Wir denken an euch. Die, die ihr alles zur\u00fccklassen musstet um euch den Krallen des Staates zu entziehen. Wir denken an die Angst die ihr gehabt haben musstet, als euch klar wurde, dass etwas schief ging und ihre Sp\u00fcrnasen euch auf dem Fersen sind. 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