{"id":11141,"date":"2019-11-02T00:00:02","date_gmt":"2019-11-01T22:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/chronik.blackblogs.org\/?p=11141"},"modified":"2019-11-02T00:00:02","modified_gmt":"2019-11-01T22:00:02","slug":"randale-auf-demo-und-angriff-auf-bussgeldstelle-der-polizei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chronik.noblogs.org\/?p=11141","title":{"rendered":"Randale auf Demo und Angriff auf Bu\u00dfgeldstelle der Polizei"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2019\/11\/knc.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-11145\" src=\"https:\/\/chronik.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/109\/2019\/11\/knc-300x198.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"198\"><\/a>Berlin<\/strong>, 2. November 2019<\/p>\n<blockquote><p>Am Samstag Abend fand die Demo f\u00fcr den Erhalt von Liebig34 und anderer bedrohter Projekte statt. Dabei kam es gegen Ende zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und Besch\u00e4digungen an der Baustelle der CG-Gruppe. Hier ein paar gesammelte Eindr\u00fccke und Wertungen.<\/p>\n<p>Die Demo startete gleichzeitig mit nur etwa 450 Leuten am Lausitzer Platz und an der K\u00f6pi, wo sich ungef\u00e4hr die selbe Menge an Menschen zusammengefunden hatte. Zuvor war ein Demozug aus Richtung Syndikat nach Kreuzberg gekommen.<!--more--> Die zwei Z\u00fcge vereinten sich am Schlesischen Tor und als die Demo \u00fcber die Oberbaumbr\u00fccke in den Friedrichshainer S\u00fcdkiez kam, wuchs die Menge deutlich an. Die Staatlichen berichten von 1000 Menschen, eigene Sch\u00e4tzungen gehen bis 2000. Au\u00dfer Feuerwerk blieb die Demo bis dahin ruhig und auch die Bullen blieben auf Abstand. Dann ging es in den Nordkiez und an der Baustelle der CG-Gruppe vorbei, welche von den Bullen nicht gesch\u00fctzt wurde. Der Funken z\u00fcndete: Die Baustellenabsperrungen wurden niedergerissen um an den Container der Securities zu kommen, welche bis heute diesen Stra\u00dfenabschnitt kontrolliert und Anwohner_innen terrorisiert hatten. Laut Presse meinte ein Security sp\u00e4ter, dass er glaubte um sein Leben rennen zu m\u00fcssen. Der Container wurde demoliert und auch ein Bengalo landete wohl darin. Der bereits verputzte Neubau wurde mit Farbe beworfen. Dann schwenkten die Angriffe auf die dort zahlenm\u00e4\u00dfig stark unterlegenen und verunsicherten Bullen um. Sie wurden mit Baustellenmaterial, Steinen, Flaschen, Feuerwerksk\u00f6rpern und Klappb\u00e4nken beworfen und es kam wohl auch zu direkten Handgreiflichkeiten. Es entstanden f\u00fcr diesen kurzen Zeitraum Momente, in denen sich einige Individuen und Kleingruppen ihre Freiheit nahmen Chaos zu stiften. Die Stimmung wurde von Sprechch\u00f6ren aus den organisierten Reihen solidarisch begleitet: \u201eAll Cops are targets!\u201c. Die Demo ging weiter und kurz nach der Rigaer78, zwischen Silvio-Meier-Stra\u00dfe und Proskauer Stra\u00dfe wurden etliche geparkte SUVs eingeknallt \u2013 fragw\u00fcrdigerwei\u00dfe aber auch einige Kleinw\u00e4gen. Die Einsatzleitung reagierte auf die \u00fcberraschenden Ereignisse schlie\u00dflich mit der Absperrung der beiden Querstra\u00dfen, was zu einer Kesselsituation f\u00fchrte, in der eine sehr gro\u00dfe Menge eingeschlossen war. Nach zwanzig Minuten wurde der Kessel aufgehoben und die Demo konnte an den Dorfplatz ziehen, wo die obligatorische Pyroshow der Liebig34 mit der Enth\u00fcllung eines Riesenplakats gekr\u00f6nt wurde. Wenig sp\u00e4ter, am Bersarinplatz wurde die Demo aufgel\u00f6st und viele Leute begaben sich Richtung Dorfplatz. Dort gab es Musik aus der Konserve. Hier wurde sich \u00fcber die Ereignisse ausgetauscht. Somit kann nicht nur subjektiv berichtet werden, dass die Demo als kraftvoll und die Angriffe als wichtiger offensiver Moment im Kampf um die bedrohten Projekte bezeichnet werden k\u00f6nnen. Viel wurde auch \u00fcber die Verletzten geredet, die es auf unserer Seite gab. Berichtet wurde von einer Person, die bewusstlos war und von den Demo-Sanis erstversorgt wurde, bis die Bullen nach l\u00e4ngerer Verz\u00f6gerung eine Ambulanz durchlie\u00dfen. Die genauen Geschehnisse sind bisher nicht aufgekl\u00e4rt, was hoffentlich noch geschieht. So oder so gilt die Solidarit\u00e4t den Verletzten und auch den Festgenommenen, deren Zahl nach vorsichtiger Sch\u00e4tzung im einstelligen Bereich lagen. Ihr Los muss kollektiv getragen werden.<\/p>\n<p>Doch der Abend war \u2013 zumindest zwischen Liebig34 und Rigaer94 \u2013 noch nicht vorbei. Im Bewusstsein der globalen Klimakatastrophe wurde ein smartes Carsharing E-Mobil politisch versch\u00f6nert und die Stra\u00dfenbeleuchtung wurde auf Anwohner_innen-Initiative reduziert. Es wurden alt-bew\u00e4hrt M\u00fclltonnen auf die Rigaer Stra\u00dfe geschoben und angez\u00fcndet, w\u00e4hrend am Dorfplatz die Bullen massiv angegriffen wurden. Es dauerte einige Minuten, weitere Steine und Farbangriffe, bis die Bullen reagieren konnten, indem sie die ganze Stra\u00dfe fluteten. Gut war, dass sich viele Leute davon nicht verdr\u00e4ngen lie\u00dfen und der Abend ohne weitere Ereignisse ausklingen konnte, als die Einsatzleitung entschied, ihre blo\u00dfgestellten S\u00f6ldner wieder zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n<p>Soviel zum Versammlungsverlauf. Am Tag danach sind die \u00f6ffentlichen Reaktionen bisher zur\u00fcckhaltend. Die CDU berichtet exklusiv von 40 verletzten Polizeibeamt_innen, was wenig glaubw\u00fcrdig ist, auf der Henkelschen Skala der Demo aber wohl den Rang der schlimmsten und gewaltt\u00e4tigsten Demo seit 2016 eingebracht h\u00e4tte. Zur Einmischung der CDU muss noch erw\u00e4hnt werden, dass die zwei Vorzeige-Idioten Kurt Wansner und Burghardt Dregger (\u201eRigaer94 abreissen und drei Jahre Brach liegen lassen\u201c) versucht haben, aus dem Datum Kapital zu schlagen, indem sie am Samstag Vormittag eine provokative \u201eKieztour\u201c und Infoveranstaltung im Cafe Sibylle in Friedrichshain zum Thema Rigaer Stra\u00dfe veranstaltet haben. Einige engagierte Menschen haben dort am Freitag Abend die Scheiben eingeschmissen (https:\/\/de.indymedia.org\/node\/43673), m\u00f6glicherweise in der selben Hoffnung wie die CDU, das Datum zu nutzen. Vielleicht liegt es daran, dass der Innensenat die Presse im Griff hat, dass dieser \u201eAngriff auf ALLE\u201c (Tom Schreiber) nicht am Samstag Morgen auf den Startseiten landete. Vielleicht wurden aber auch in der b\u00fcrgerlichen Pressehetze in der letzten Zeit zu oft aus M\u00fccken Elefanten beim Thema Rigaer Stra\u00dfe gemacht und die Luft ist raus.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnenswert zum Samstag ist noch, dass parallel zur Demo auch die \u201eDezentrale Interkiezionale\u201c unterwegs war. Die Bu\u00dfgeldstelle der Bullen in der N\u00e4he des Alexanderplatzes wurde eingeworfen, mit Farbe besudelt und eine brennende Barrikade davor errichtet. In einem Schreiben (https:\/\/de.indymedia.org\/node\/43720) wird f\u00fcr mehr dezentrale Konzepte und eine queerfeministische Praxis pl\u00e4diert.<\/p>\n<p>Alles in allem ein sehr interessanter, k\u00e4mpferischer Tag mit klar sichtbaren Bez\u00fcgen der verschiedenen Themenfelder eines gemeinsamen Kampfes. Der Angriff auf die CG-Baustelle war \u00fcberf\u00e4llig und fiel vielen Anwohner_innen wie ein Stein vom Herzen. Auch wenn der Schaden nicht gro\u00df sein d\u00fcrfte, so ist es doch die Schadenfreude und die Freude dar\u00fcber, mit dem gemeinsamen Angriff der Demo einen kollektiven Gru\u00df an all die Menschen schicken zu k\u00f6nnen, die der CG-Gruppe die H\u00f6lle hei\u00df machen!<br \/>\nDie in letzter Zeit zunehmenden queer-feministischen Aktionen stehen in Verbindung mit den Angriffen auf die CDU, dieser Partei der Abtreibungsgegner_innen und ihrer R\u00fcckzugsr\u00e4ume. Die Liebig34 fungiert damit als Bindeglied vereinzelter K\u00e4mpfe und gewinnt im Moment der st\u00e4rksten Bedrohung an Relevanz. Die relativ gezielten Angriffe auf die SUVs aus der Demo sind einerseits als Sabotage der Reproduktionsmittel (eher was mit konsum?) der Reichen im Kiez zu verstehen, andererseits aber als Widerstand gegen t\u00f6dliche Technologien. Vor einigen Tagen erst schaffte es eine Serie von Farbanschl\u00e4gen auf SUVs auf die Titelseite einer Berliner Boulevardzeitung, die erkl\u00e4rte, dass u.a. ein Unfall, bei dem ein au\u00dfer Kontrolle geratener SUV vier Menschen t\u00f6tete, zu einer zunehmend ablehnenden Haltung gegen\u00fcber diesen Autos beitr\u00e4gt. Selbstverst\u00e4ndlich sind es auch Fragen der Ressourcenverteilung und Umweltbelastung, die z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Wenig thematisiert wurde, dass wir hier in Berlin gleichzeitig mit vielen K\u00e4mpfen an anderen Orten auf der Stra\u00dfe sind. Unsere Herzen schlagen dennoch im Gleichklang mit den Menschen in Hong Kong, die mit Brands\u00e4tzen die Bullen und die staatliche Nachrichtenagentur angegriffen haben, mit den Menschen auf dem Territorium des Staates Chile, die sich trotz der Massakrierungen und Folterungen erhoben haben, mit Exarchia, wo eine weitere R\u00e4umung eines Squats mit Molotov-Cocktails beantwortet wurde, mit den Gilets Jaunes, denen wir zum 1-j\u00e4hrigen gratulieren k\u00f6nnen, mit den Menschen die Leipzig zum Gefahrengebiet f\u00fcr staatliche Schl\u00e4ger machen und nat\u00fcrlich mit den Entschlossenen, die nicht auf die kollektive Momente warten sondern tagt\u00e4glich auf diese hinarbeiten.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/43855\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- Here be dragons but no images. -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Die Berliner Polizei hat es schon getwittert: Wir haben parallel zur Demo \u201eOne struggle one fight\u201c, das Hassobjekt aller Berliner*innen &#8211; die Bu\u00dfgeldstelle der Bullen, versteckt hinterm Alexa &#8211; angegriffen.<\/p>\n<p>20 Farbflaschen, H\u00e4mmer und eine feurige Barri sollen zeigen, dass wir keine R\u00e4umung unbeantwortet lassen werden. F\u00fcr mehr dezentrale Konzepte und eine queerfeministische Praxis!<\/p>\n<p>@PolizeiBerlin_E<br \/>\nIn der Magazinstr. haben Personen am Geb\u00e4ude der #Bu\u00dfgeldstelle Fensterscheiben durch Steinw\u00fcrfe zerst\u00f6rt &amp; vor dem Geb\u00e4ude Baumaterial angez\u00fcndet. Die @Berliner_Fw hat das Feuer gel\u00f6scht. Die Personengruppe fl\u00fcchtete, unsere Einsatzkr\u00e4fte fahnden nach den T\u00e4tern. #b0211<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle<\/strong>: <a href=\"http:\/\/4sy6ebszykvcv2n6.onion\/node\/43720\">Indymedia<\/a> (Tor)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 2. November 2019 Am Samstag Abend fand die Demo f\u00fcr den Erhalt von Liebig34 und anderer bedrohter Projekte statt. Dabei kam es gegen Ende zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und Besch\u00e4digungen an der Baustelle der CG-Gruppe. Hier ein paar gesammelte Eindr\u00fccke und Wertungen. 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